Hindsgaul Mannequin aus der Serie Options & Assets, The Core Collection, mit der Nummer 6724 (Head 51, Ninna)

 

Die Options & Assets von Hindsgaul mit der Nummer 6724-51 (Ninna-Kopf) ist meiner Meinung nach eine jener Figuren, aus der man eine riesige Portion Sinnlichkeit und Erotik herauskitzeln kann, wenn sie schön geschminkt und passend gestylt ist. Bereits das Titelblatt des Hindsgaul-Kataloges von dieser 1993 auf den Markt gebrachten Serie „schreit“ ja geradezu danach, wonach ästhetisches Empfinden für einen wohlgeformten Frauenkörper einem den Atem rauben kann, spärlich bedeckt und leicht verhüllt, wie eine griechische Statue.

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Mannequin-History, Katalog von Hindsgaul Options & Assets, The Core Collection

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Trotz der etwas herben, leicht kantigen, maskulinen Gesichtszüge der Ninna (Kopf 51), die ihr etwas Provokatives verleihen, kann man mit einer gelungenen Lichtführung ihr sehr viel Weiblichkeit verleihen, in einer zurückhaltenden, erotischen Ausstrahlung. Als heute, nach einigen Tagen trüben Winterwetters, die kräftige Sonne im blauen Meer des Himmels stand und über die Dachluke ins Badezimmer schien, entschied ich mich für ein spontanes Fotoshooting mit der Options & Assets 6724 (siehe auf der Katalogseite oben, unten rechts), welches ihr sichtlich Spass machte. Sie bekam von mir eine blonde Perücke mit gewellten Haaren, in welcher das grelle Licht von draussen golden wirken sollte; und das trägerlose Paillettenkleid steht ihr sowieso sehr gut.

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Hier noch eine „David Hamilton-Style“-Variante mit brauner Perücke:

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Ein Hindsgaul-Mannequin von der „Christel“-Serie aus dem Jahre 1966

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Ich fand sie auf einem Flohmarkt, vor Jahren und wusste gleich, dass sie alt sein musste. So vermutete ich bereits zu Beginn, aufgrund einiger stimmiger Merkmale, dass sie eine Hindsgaul sein müsste; aber dann begann die Suche nach Informationen im Internet und ich kam mit den Recherchen nur schleppend vorwärts. Diese Figur ist alt und sehr selten. Viele Sammlerinnen und Sammler, die ich anfragte, waren ebenfalls etwas ratlos und so gelangte ich gestern an jenen Sammler, der ein enorm umfangreiches Wissen über Mannequin besitzt. Danke Hasan! Er bestätigte meine Vermutung, dass es sich bei der Figur um eine „Christel“ aus dem Jahre 1966 handelt, die ich einzig auf zwei Seiten einer Broschüre im Internet entdeckte – nach Jahren, zusammen mit der Rytmica und der Focus in einer alten Broschüre abgebildet.

flickr, Serge O., Hindsgaul Broschüre 1966

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Zitat aus dem Werbetext oben: „Hindsgaul. Modische Mannequins. Überlegene Qualität, exclusives Design sind die Merkmale der drei verschiedenen Hindsgaul-Mannequin-Serien mit je 16 Modellen.“

Die oben abgebildete Broschüre hilft uns insofern nur weiter, dass 13 weitere Figuren zur Serie gehören, nebst den drei abgebildeten Mannequins, dessen Aussehen absolut unbekannt ist. Auch mit der im rechten Arm, innenseitig der Schulterkupplung, in roter Farbe gestempelte Seriennummer 6826, kann man vorerst nicht sehr viel anfangen, weil sie in der Historien-Liste auf der Hindsgaul Fanseite nirgends auftaucht.

Hindsgaul Mannequin-Historie ab 1972

Wenn man auf der im Link angegebenen Seite etwas nach unten scrollt, gelangt man zur Serie „Intuition“, die im Jahr 1993 mit 14 Modellen (Nr. 6801-6814) auf den Markt kam. Es herrscht selbst unter versierten Sammlerinnen und Sammlern die irrige Meinung, diese vierstelligen Seriennummern bestünden aus einer Modellnummer (letzte beiden Ziffern) und einer der Serie vorbehaltenen Seriennummer (erste beiden Ziffern). Dem ist nicht so. Die Ziffern 68xx wurden auch an andere Serien vergeben, wobei aber die gesamte Zifferfolge, also mit der Modellnummer, nie doppelt vorkommt. Darauf muss hier nicht weiter eingegangen werden, dass die „Intuition“-Serie nicht im Entferntesten mit der „Christel“-Serie vergleichbar ist. Nun gibt es eine „Christel“-Serie aus dem Jahr 1975, mit genau 16 Modellen, mit den Nummern 8201-8216. Sie ist vor allem durch die lachenden Figuren (s. unten) berühmt geworden, die durch ihre Aussergewöhnlichkeit auffielen (siehe Hindsgaul Mannequin-Historie ab 1972 – zu 1975 scrollen).

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Die teils lachenden „Christel“-Figuren von 1975 unterscheiden sich aber markant von den gleichnamigen „Christel“-Modellen von 1966; und weil Letztere kaum bekannt und in keiner Liste aufgeführt sind, wurde mir schon unterstellt, ich würde bei der „Christel“ -Serie etwas durcheinander bringen und Hindsgaul habe keine zwei identisch lautende Serien mit unterschiedlichen Seriennummern und einem zeitlichen Abstand von 9 Jahren lanciert. Dem ist nicht so. Meine Argumente für die Existenz beider „Christel“ -Serien lauten:

a.) Sämtliche „Christel“-Figuren von 1975 lassen sich auf der Höhe der Hüften teilen, um so besser transportieren und bekleiden zu können. Bei der „Christel“ von 1966 ist der Torso und ein Bein an einem Stück. Statt aus 7 Teilen besteht sie nur aus 6 Teilen (siehe weiter unten)

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b.) Die Brüste und das Gesicht sind ganz anders geformt, weisen aber durch die Art der gemalten Brustwarzen eindeutig auf Hindsgaul hin.

c.) Hier Angaben als kleiner Geheimtipp zur Identifizierung von Hindsgaul-Mannequins, die sonst nirgends auffindbar sind: bei Figuren, die vor 1972 produziert wurden, sind die gestempelten Seriennummern rot, danach waren sie und sind sie bis heute schwarz. Bis und mit der Serie „Rythmica“ sind die spitzen Schuhe an den Mannequins mit modelliert worden. Später, von der „Christel“- und der „Focus“-Serie an, konnte man den Hindsgaul Schaufensterpuppen auch individuelle Schuhe anziehen, selbst wenn sie durchbohrt werden mussten, da andere Befestigungsarten noch nicht erfunden waren. Erst mit der H2000 (1969/1970) fand eine technische Veränderung statt, indem die Beine mit dem Po prinzipiell wie bisher vom Torso getrennt werden konnte, aber nicht mehr in der Taille, sondern in Hüfthöhe, mit Ausnahme der „Christel“-Serie von 1966, die nur aus 6 Teilen besteht. Die nächste technische Revolution bei Hindsgaul begann mit der Serie 8701-8723 (International) im Jahre 1978, die bis heute weiter geführt und von anderen Herstellern auch kopiert wurde. Die Beine lassen sich vertikal voneinander in zwei gleichgrosse und gleich schwere Teile trennen.

Die „Christel“ aus dem Jahre 1966 hat ein unverkennbares Gesicht, ein bezauberndes Lächeln, wie die Mona Lisa – und ich verlieh ihr in meiner Version den verdienten Titel: „Miss Hindsgaul 1966“, mit Diadem und royalem Outfit. Ein wenig „Prinzessin auf der Erbse“ in einem Bühnenstück zu spielen, würde ihr auch gut stehen…..

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