Dianne de Witt von Adel Rootstein aus der Serie Lipstick & Compacts mit der Seriennummer LS 10 in zwei Hauttönen

Das erfolgreiche Model Dianne de Witt, welches von der Firma Adel Rootstein als Mannequin aus Fiberglas für die Ewigkeit angefertigt wurde, gab es in drei Posen mit den Seriennummern LS 5, LS 10 und LS11, wobei die LS10-Figur eine sitzende Position einnimmt.

Wie viele andere Schaufensterfiguren von Rootstein, aber auch von anderen Manufakturen, gab es die LS10 in zwei Grundfarben: hell und braungebrannt, bzw. „skandinavisch“ oder „mediterran“. Wenngleich beide Varianten die genau gleiche Form und Pose besitzen, wirken sie doch nebeneinander sehr unterschiedlich.

Anne V aus der Serie „Supermodels“ von Adel Rootstein mit den Nummern AN01 und AN02

Selbstbewusst, durchtrainierter Körper, sportlich und doch sehr feminin. Dies sind nur einige der vielen Attribute, die mir zu Anne Vyalitsyna einfallen, zu einem der vor rd. 20 Jahren gefragtesten Supermodels der Welt. Die gebürtige Russin mit dieser enorm sinnlichen Ausstrahlung fühlt sich als Kosmopolitin, wie sie in Interviews immer wieder betonte und stand für die Manufaktur Adel Rootstein Modell. Es entstanden anfangs des neuen Jahrtausends zwei Figuren mit den Nummern AN01 und AN02, in zwei Posen.

Als „miss Lolita“ posierte sie halb nackt unter Palmen für Tommy Hilfiger…..

…oder lasziv mit Animal-Print-Oberteil in silbern glänzend, schimmernder Satinbettwäsche, so als würde sie im durchwühlten Bett die vergangene Stunde mit Mister X vor dem inneren Auge noch einmal Revue passieren lassen. Ihre Körperspannung ist grandios, die professionellen Posen perfekt. Wer sich die Zeit nehmen will einmal ihre umfangreiche Bildergalerie zu durchforsten, ist im unten stehenden Link bestens bedient…

https://www.imperiodefamosas.com/en/celebrity/Anne-Vyalitsyna/5

https://www.fashionmodeldirectory.com/models/anne_vyalitsyna/

Mel Martin Z6 aus der Serie „Lazy Lizzy“ von Adel Rootstein

Vor über 40 Jahren – 1978 – lancierte Adel Rootstein eine wunderschöne Serie von Mannequins unter dem Namen „Lazy Lizzy“. Mit dabei waren drei Posen einer britischen Schauspielerin, Mel Martin; eine sitzende mit einem ausgestreckten Bein und einem angewinkelten, einer sitzenden auf einem Stuhl und einer stehenden Figur, die Z6. Seit ich sie das erste Mal im Internet auf einem Foto gesehen habe und dann live vor einer Z6 gestanden bin, wollte ich eine. Seit knapp einer Woche steht eine komplett restaurierte Z6 in meiner Wohnung. Fotos weiter unten.

Rehearsal for the new London Weekend television drama series „Love for Lydia“. Mel Martin who plays the role of Lydia. 16th December 1976.

Die junge Schauspielerin Mel Martin im Dezember 1976 (Bild link).In der TV-Drama Serie „Love for Lydia“spielte sie die Lydia

Mel Martin von Adel Rootstein Z6

Diese Figur war nun jahrelang auf meiner Wunschliste…..

New John Nissen „Belle“ in einer 3/4-Torso-Version von der Serie „Liberty“

Der „Belle“-Kopf mit dem zugespitzten Mund von New John Nissen, der sich anzuschicken scheint, gleich sein Gegenüber küssen zu wollen, finde ich mit Abstand der schönste von allen, die von der Auswahl zur Verfügung stehen.

Liberty A& unter der Dusche. Dreck muss weg.

Wimpern fehlen noch,,,

Belle strahlt wieder…..

New John Nissen, Leslie mit der Nummer PW 21, aus der „Beauties“-Serie

Inzwischen bin ich mit der „Beauties“-Serie von New John Nissen / Schläppi ziemlich vertraut, weshalb ich bei einer Schaufensterfigur wie dieser (siehe untenstehendes Foto) sofort sowohl den Hersteller, wie auch die Bezeichnung der Serie und der Name der Figur identifizieren kann. Nur die Seriennummer hatte ich vor der Abholung falsch geraten. Ich dachte es sei eine PW06 (aus der „Beauties“-Serie mit Leslie-Kopf, doch es ist ein PW21-Torso, wie ich dann vor Ort erkannte. Letztlich ist es aber der selbe Torso, wie bei der PW06:

New John Nissen, „Beauties“-Serie, Leslie-Kopf mit dem PW21-Torso, aber „Liberty“-Beinen.

Mit etwas geübtem Blick erkennt man aber sofort, dass die Proportionen nicht stimmen und die Beine scheinen auch eine Nuance dunkler zu sein. Wie von mir schon vor dem Kauf vermutet, handelte es sich um A6-Beine aus der „Liberty“-Serie von New John Nissen. Wie man anhand dieses Beispiels sehr gut erkennen kann, sind die Abschlusskanten der Torsen und der Beine serienübergreifend bündig, was den Schaufensterdekorateuren in jener Epoche die Freiheit verlieh, aus einer sehr hohen Kombinationsvielfalt eine Auswahl treffen zu können; ich bezeichne dies manchmal gerne auch als ein vielleicht von „LEGO“ inspiriertes Baustein-System. Doch die Modellierungen im Hüftbereich differieren, was bei angezogenen Mannequins wohl kaum aufgefallen sein dürfte. Doch Sammler sind da etwas anspruchsvoller. Nur die Kombination, welche jener im Katalog entspricht und deshalb original zusammengehört, besitzt den vollen Wert – und wenn wie hier die Arme fehlen, der Schädel gespalten ist und das eine, im Prinzip demontierbare Bein so vermurkst ist, dass es sich nicht mehr entfernen lässt, dann ist die Puppe sozusagen wertlos.

New John Nissen A06-Beine aus der Serie „Liberty“, die zwar technisch, aber optisch nicht ganz zum „Beauties“-Torso passen.

Leslie mit gebrochenem Schädel….. Die muss einen extremen Sturz gehabt haben, da New John Nissen-Figuren sehr massiv und widerstandsfähig sind.

Den Torso versuche ich zu retten, den Rest habe ich entsorgt. Irgendwo liegen noch ein paar PW21-Beine und PW06-Arme im Lager herum – da werde ich bei Gelegenheit den Versuch unternehmen, ein Make-over (Restauration) zu starten.

New John Nissen, Leslie, PW 21 im Katalog von damals (Figur rechts im Bild)

„The 6 ft Goddess“ Lisa Butcher – Frieze RF08 Mannequin von Adel Rootstein

Manche Schaufensterfiguren sind schwer zu identifizieren, weil es kaum eine in Buchform, oder im Internet verfügbare Informationsquelle gibt. Viele Sammler weltweit schreiben mir, wie professionell und informativ dieses Blog hier über Mannequins sei. Vor wenigen Tagen überschritt die Zahl der Besucher 36’000! Vielen Dank für euer Interesse! Mich ehrt dies besonders, da ich kein Mitglied von Facebook, Twitter & Co. bin; absichtlich nicht, um hier wirklich denjenigen Menschen Zugang zu verschaffen, die mit gezielten Sachbegriffen sich Wissen aneignen wollen, so umfassend wie möglich. Dieses Blog nenne ich auch eher scherzhaft, mit einem Schuss Eigenironie: „Püppipedia“– ein Wikipedia über Schaufensterfiguren.

Aber selbst ich komme nicht selten ins Grübeln, wenn ich auf einer Plattform im Internet Fotos ohne genauen Beschrieb entdecke, oder wie im vorliegenden Fall den Namen „Jasmin“ bei einer Rootsteinfigur als eher verwirrend ansah. Durch die im Inserat angegebene Serienbezeichnung und die Seriennummer „Frieze RF08“ war meine Verblüffung noch grösser, ging ich doch davon aus, dass es von „Yasmin le Bon“ nur einen Kopf gebe, der für verschiedene Bodys verwendet wurde. Ratlosigkeit. Das Internet gab die Identität des Mannequins nicht her; und da mein Freund Ralf Bischoff vor zwei Jahren verstorben war, der mir sofort hätte Aufschluss geben können, wartete ich bis nach den Ferien von Hasan, der sich wie kaum ein anderer in der Branche auskennt und meiner Ungeduld endlich ein Ende bereiten konnte: „Lisa Butcher“ heisst die Schöne. Sie war in den 80er- und 90er-Jahren eines der gefragtesten, britischen Models, sowohl auf dem Catwalk (Laufsteg), als auch für Fotoshootings. Die 183 cm grosse, schlanke Powerfrau wurde von einem Hofberichterstatter der royalen Familie achtungsvoll „The 6 feet Goddess“ genannt; die „6 Fuss grosse Göttin“.

Lisa Butcher startete nach ihrer Modelkarriere, die sie mit 15 Jahren begann, als TV-Moderatorin durch und betreibt heute ein auf buddhistischen Grundätzen basierendes Heilzentrum in England, namens Sakti.

https://www.sakti.co.uk/about-contact/

Bei Gelegenheit werde ich hier noch mehr Text und Bilder anfügen….

Folgendes Bild. Ich kaufte also eine Lisa Butcher, die wunderbar in meine Sammlung passt von Tanja‘ Mannequins (Bild Coyright).

Donna aus der Serie „Swoon“ von der amerikanischen Manufaktur Patina V, mit der Nummer SW9 / DP

Der Serienname „Swoon“ (dt. „die Verzückung“) trifft so ziemlich genau mein Gefühl der Begeisterung für dieses Mannequin, als ich sie zum ersten Mal sah. Sie sass in der Ecke von einem Lager an einem Pult des Verkäufers in der Nähe von Stuttgart, der sie noch nicht im Internet ausgeschrieben hatte, dies aber beabsichtigte. Das kam für mich nicht in Frage und ich kaufte die Dame gleich vom Pult weg. Zwar sah ich, dass sie nur mit einer braunen Farbschicht neu koloriert und vorher hellbeige war, wonach auch nur der kleinste Abplatzer sichtbar werden würde. Egal, diese feurige Latina mit den langen, schwarzen Haaren kam mit, auch wenn mir nicht jedes Detail an der Figur gefiel. Ich hätte natürlich auch noch gerne gewusst, von welchem Hersteller sie stammte. Denn nirgends war die Seriennummer zu finden. Der Verkäufer meinte, er wisse es nicht und so hatte ich über Jahre hinweg nur den Verdacht, es könnte eine Patina V sein. Sowohl das Gesicht schien mir typisch, als auch jene dünne, vierkantige Bolzenverbindung an den Handgelenken mit den beiden Kügelchen zur Arretierung, technisch von höchster Qualität. Bis vor wenigen Tagen war ich mir unsicher, bis ein Sammlerkollege mich über die wahre Identität aufklärte. „Donna“ heisst sie und stammt aus der Serie „Swoon“ von Patina V und trägt die Seriennummer SW9 / DP, die an einem Handgelenk noch ganz schwach und sehr undeutlich zu lesen ist.

Da die Augen beim Make-over des Vorbesitzers etwas klein und zu gelblich geraten sind, klebte ich welche in einer Bernsteinfarbe hinein, die aus einem 3D-Drucker stammten.

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Auf mich wirkte sie wie eine altägyptische Pharaonin, weshalb ich ihr einen goldenen Thron kaufte und einen passenden Halsschmuck mit Skarabäen umhängte. Bis dahin wusste ich ihren wahren Namen nicht. Obwohl keine meiner Figuren einen durch mich verliehenen Namen trägt, machte ich bei ihr eine Ausnahme und taufte sie Djet-cheb-neb-iret-nes, entsprechend einem altägyptischen Frauenname, was so viel bedeutet wie: „Die etwas sagt, was man dann für sie ausführt.“ Dieser fast 4’000 Jahre alte, kraftvolle Name passt zu meiner (la) „Donna“ (ital. „Frau“).

Der Körper mit der Seriennummer SW9 stammt aus der „Swoon“-Kollektion…..

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Sitzende Figur aus der „Swoon“-Serie von Patina V

…. und der Kopf ist derselbe wie Donna aus der Serie „The Look“.

 

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Eine Figur aus der Serie „Dorothy“ (ca. 1974) von New John Nissen / Schläppi mit der Nr. AW 24

Die New John Nissen Serie „Dorothy“, die auch von der Schweizer Firma Schläppi in Lizenz hergestellt wurde, lässt sich etwa ins Jahr 1974 datieren. Informationen sind rar, Kataloge kaum mehr erhältlich. Jedenfalls müssten sie geraume Zeit vor den „Beauties“– und „Chic“-Serien auf den Markt gekommen sein. das sieht man an der Machart, an den Proportionen, die noch nicht anatomisch ausserordentlich stilsicher wirken. Ich besass aus dieser Serie zwei Figuren. Die Eine (Bilder unten) habe ich wieder verkauft und die Zweite diente als Ersatzteillager. Hier ein paar Bilder:

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flickr, Serge O, New John Nissen, „Dorothy“ AW 24

Meine AW 24 ist die Figur links, mit leicht gesenktem Kopf…. (Bild oben).

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Seltenes Doppellabel von New John Nissen und von Schläppi

Torso und Beine AW 24. Die Arme sind von einer AW 8….. sind innerhalb der Serie kompatible….DSC_0613 DSC_0614.JPG

Unverwechselbares Gesicht. Seit zwei Tagen in meinem Besitz: eine weitere „Dorothy“ mit der Nummer AW02

Es folgen weitere Bilder, wenn sie geputzt ist….

„Dangerous“-Woman! Patina V, DG 05 vs. Figuren Jung SX-21

Wie bereits in einem anderen Beitrag über die Kopie von der Figur SR11 von Patina V aus der Serie „Siren“ erwähnt, liess sich die Firma Figuren Jung in Deutschland ab und zu auch einmal von einer Konkurrenzmanufaktur inspirieren und brachte die beinahe baugleiche SX-21 auf den Markt, die geringfügige Abweichungen zum Original aufweist.

Die gesamte „Dangerous“-Serie von Patina V ist atemberaubend schön! Die DG01 zum Beispiel eine wahre Augenweide! Aber auch die DG 05 ist sehr speziell, in ihrer Haltung und im gesamten Ausdruck, weshalb ich sie schon seit Jahren in den Top-Ten auf meiner Wunschliste hatte. Die amerikanische Originalversion ist praktisch nicht zu finden. Die Figuren Jung-Kopie SX-21 schon eher.

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Titelseite des Katalogs von der Serie „Dangerous“ des Herstellers Patina V aus den USA. Die leicht gebückte Figur links, mit der Nummer DG 05, gibt es auch als Kopie von der Firma Figuren Jung mit der Nummer SX-21.

Patina V Dangerous, Katalog 03 (Pinterest)
Die Figur Nr. DG 05 von der Firma Patina V aus den USA (Serie „Dangerous“) dürfte für das Mannequin SX-21 von Figuren Jung, durch die auffällige Ähnlichkeit, inspirierend gewesen sein.

Anm.: leider ist der Link zu diesen Katalogseiten im Internet nicht mehr aktiv!

Im Gegensatz zur DG 05 von Patina V, die einen ernsten Gesichtsausdruck hat, hat die Figur von Jung ein anziehendes Lachen. Auch die linke Schulterpartie zum Kopf hin, ist etwas mehr nach oben gezogen und die Arme so gestaltet, dass beide gewölbten Hände auf das leicht gebeugte, rechte Knie passt. So gesehen ist es keine identische Kopie, aber die DG 05 dürfte Ideenpatin gewesen sein.

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Fast die selbe Haltung erkennen wir bei der Jung-Figur aus Deutschland mit der Nr. SX.21, welcher vermutlich das amerikanische Mannequin DG 05 aus der Serie „Dangerous“ von Patina V als Vorlage gedient haben muss. Doch der Gesichtsausdruck ist anders, sowie die parallele Armstellung und die etwas mehr gegen das Kinn hin hochgezogene, linke Schulter. Natürlich ist auch die Technik bei der Schulterkupplung und bei der Verbindung von Torso und Beinen komplett anders, wodurch auch ohne Seriennummer, oder sonstige Bezeichnungen die Identifikation sofort möglich ist.

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Bilder: Jeanette Wonneberger

flickr, Jeanette, 2016-05-07 (Jung, SX-21)

 

>> demnächst wird dieser Artikel noch mit eigenen Bildern ergänzt und Links eingefügt, wo möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chanell von der Serie „Body Gossip“ mit den Nummern X01, X04, X08 und X09, des Herstellers Adel Rootstein

Von der gesamten, 12-teiligen Produktepalette innerhalb der Serie „Body Gossip“ von Adel Rootstein, sind 4 Mannequins mit Chanell bezeichnet; zwei Stellungen davon sind in stehenden (X01, X04) und zwei davon in sitzenden (X08, X09) Körperhaltungen. Unter folgendem Link kann die ganze Serie betrachtet werden. Da findet man auch den zur Übersicht notwendigen Katalog:

Blogbeitrag mit Katalog von der Serie „Body Gossip“

Dort entdecken wir auch den damaligen Werbetext zu dieser Kollektion, welche für die Zeit anfangs der 80er-Jahre schon beinahe etwas revolutionär anmutet, denn in den 60er- und 70er-Jahren war das selbstbewusste Auftreten einer Frau noch nicht in dem Masse salonfähig und normal, wie in der darauffolgenden Epoche, in der nur noch in ultrakonservativen Gesellschaftskreisen das weibliche Wesen als „schwaches Geschlecht“ betitelt wurde. Die Emanzipation begann sich in der breiten Öffentlichkeit Geltung zu verschaffen und diesem Spirit begegnet man auch in der Mannequinserie „Body Gossip“ von Adel Rootstein, wo es heisst, es sei: „…eine Kollektion, dessen Körpersprache durch lange, dünne Linien, und schlanke, sinnliche Formen, selbstsicher, selbstbewusst, bestimmt und körperbetont ist. Selbst in ihrer Gemeinschaft, sind sie voneinander unabhängig, ihrer selbst bewusst, fast schon narzisstisch veranlagt… “.  Chanell steht ja in der Figur mit der Seriennummer X01 schon ziemlich provokant da, fast mit der identischen Haltung wie Victoria mit der Nummer X11 (s. Beitrag über Victoria):

Blogbeitrag zu Victoria X11

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Die Körpersprache einer französischen „Siégle“ -Vintage-Schaufensterpuppe aus den 50er-Jahren ist zurückhaltend. Die Form des Körpers mit Wespentaille, mit den breiteren Hüften und den weiblichen Rundungen, steht im Gegensatz zu den geraden Linien und dem muskulöseren Eigenschaften in der „Body Gossip“-Serie von 1983. Die etwas ältere Siégle besitzt ein liebliches, lächelndes Gesicht und so eine ernste, fast etwas hochmütig scheinende Miene wie die Chanell.

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Chanell mit der Seriennummer X04 hat im Gegensatz zu den Posen bei X01, bei X02 und X03 (Kim Harris), bei X11 (Victoria) und X05 (Jonny), nicht nur einen Arm angewinkelt von der Seite her (einmal links oder rechts) in die Taille gestützt, sondern beide Arme sind mit hochgezogenen Schultern symmetrisch angewinkelt, wobei mit den geballten Fäusten (ein Erkennungszeichen für Figuren aus dieser Serie) eine noch provokantere Haltung eingenommen wird.

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Wie unterschiedlich Signale durch die Körperhaltung interpretiert werden können, zeigt ein Artikel mit dem Titel „Körpersprache: so (miss)interpretieren Sie.“ (Online-Artikel: Alles über Interviews).

Artikel: Körpersprache deuten

Aber ich bin mir sicher, dass bei der Konzeption der Serie „Body Gossip“ von Rootstein, die Designer ganz bewusst die Modelle gewisse Haltungen haben einnehmen lassen, um bei den Kundinnen die Assoziation zu Stärke, Willenskraft, Dominanz, Selbstsicherheit, Stolz, Souveränität und weitere Eigenschaften zu erzeugen, um deren Unabhängigkeit als suggestiven Nährboden für die aufkeimende Emanzipation vor Augen zu führen. Damit wurden sicher auch deren positiven Entwicklungsprozesse unterstützt, wie sie auf dem Weg zu einer Gleichberechtigung von Mann und Frau unbedingt nötig sind, worin auch ein unabdingbares Selbstbewusstsein raumgebend für ein Selbstverständnis sein darf, in dem Unterdrückung in aller Hinsicht kein Platz mehr hat. Doch mit der Kampfansage an die Männerwelt vor vierzig Jahren, ging die Idee einher, im Konkurrenzverhalten jener Gleichstellungsproblematik zu begegnen. D.h. man bediente sich maskuliner Tugenden von offensiven Handlungsweisen, wozu auch beim männlichen Geschlecht, durch die Evolutionsgeschichte, ein potentiell aggressiveres Auftreten gehört, das sich die Frauen in den Fokus ihres Strebens nach Selbstbestimmung auf die Fahnen schrieben. Ob nun mit diesem Vorgehen die erklärten Ziele erreicht wurden, wage ich zu bezweifeln, denn: „Gleichberechtigung und weibliche Emanzipation können doch nicht daraus bestehen, dass wir das weibliche Prinzip — die polaren Eigenschaften, die man dem Weiblichen zuordnen kann — einfach abschalten, verleugnen, verdrängen, vergessen und verunglimpfen, …. Alle Menschen vereinen alle Facetten in sich, und sie dürfen sie leben. Die Wiederentdeckung der weiblichen Kraft in Frau und Mann versöhnt die Geschlechter. Ohne sie ist ein Frieden in der Welt nicht möglich.“

Quelle: Rubikon: „Die falsche Emanzipation“

Indem die Frauen versuchen die „besseren Männer“ zu sein, verlieren sie den Kampf gegen sich selbst. „Das Frausein ist etwas Wunderbares und zutiefst Kraftvolles – auf seine eigene Art. Es steht auf der gleichen Ebene wie das Mannsein. Eine innere Veränderung, der immer eine Veränderung im Außen folgt, ist das Wahrnehmen und die Selbsterlaubnis, das eigene, vollständige weibliche und männliche Prinzip zu leben.“

Natürlich ist die Gleichberechtigung heute viel fortgeschrittener wie damals. Dennoch sollte es einen kritischen Blick zulassen, vor allem angesichts des in diesem Blog immer wieder gestellten Themas sich zu fragen, welche Aufgabe Schaufensterfiguren in Bezug auf ihre Botschaft an unser Konsumverhalten besassen und darüber hinaus, welchen Einfluss nahmen sie auf unser Unterbewusstsein, in dem Samen von Ideen und Idealen gepflanzt und gesetzt wurden, die weitreichende kulturhistorische Entwicklungen nach sich zogen. Mannequins sind immer ein Spiegel ihrer Epoche und geben einen Zeitgeist ihres industrialisierten Umfeldes wider. Ich glaube den Wandel, vom Frauenbild des bis Ende der 70er-Jahre allgemein in der Gesellschaft geltenden „schwachen Geschlechts“ im Wunsch zum unabhängigen und selbst bestimmten, weiblichen Wesen, in den Figuren von Adel Rootstein in der Serie „Body Gossip“ erkennen zu können, weshalb sie für mich gesehen ein Zeitdokument darstellen. Schon Chanell’s offensive, provokative Haltung in beiden sitzenden Posen (X08 und X09) finde ich beachtenswert!

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Consultingfirmen raten dringend davon ab, bei Bewerbungsgesprächen, oder Versuchen in einem Gespräch mit dem Vorgesetzten mehr Lohn zu erwirken, solche, oder ähnliche Körperhaltungen einzunehmen, wie Chanell (besonders in den sitzenden Positionen), da das fordernde Signal auf Ablehnung stossen könnte.

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Die X04 (Chanell) im Goldkleid, mit langen, blonden Haaren von „frauenzimmer1409“ ist aus meiner Sicht die bisher schönste Figur mit dieser Seriennummer (Bild unten).

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eBay: Adel Rootstein, „Body Gossip“ Nr. X04

Ein Mannequinhändler aus Holland besitzt eine etwas angeschlagene Chanell, „Body Gossip“, X09 (Bild unten):

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flickr, etelagenpoppenhuis.nl, Rootstein, „Body Gossip“, Chanell, X09

Dieser Sammler (Bild unten) besitzt auch eine X09. Mit schwarzen Lackstiefeln und in schwarzem Leder gekleidet mit Peitsche und ernster Miene, sieht die Chanell – trotz dem Ohrensessel mit Blumenmuster und Teddybär – ziemlich fordernd aus. Die sagt, wo’s lang geht, denke ich ;-).

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Schau-ein-fenster, Preusse1, Rootstein, „Body Gossip“, Chanell, X09 (bis „Chanel“ scrollen)