Die eindrucksvollen Bronceplastiken von Flora Steiger-Crawford, einer begnadeten Bildhauerin

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Sie standen sowohl im Garten und als auch in der von Licht durchfluteten Wohnung, die mehrheitlich riesigen, überlebensgrossen Plastiken meiner Grossmutter väterlicherseits. Sie waren aus Bronze gefertigt und dem entsprechend schwer. Bruno, ein Hüne, war ein  stattlicher Mann, der sicher eine halbe Tonne wog. Er gehörte noch zu jenen Figuren, die sie vor ihrer künstlerischen Phase anfertigte, als Alberto Giacometti sie mehr und mehr inspirierte. So wurden diese wohlgeformten Frauen und Männer immer dünner und dünner und entsprechend leichter. Abstraktion hat auch seine ganz konkreten Vorteile. In der Bildmitte im Hintergrund (oben) ist das Atelier zu erkennen, das an den zentralen Wohnraum angrenzt. Mit dem wabenförmigen Grundriss, den mein Grossvater entwarf, sollte der räumliche Eindruck von Weite und Offenheit entstehen, wodurch selbst grosse Plastiken (s. diejenige im Atelier > Foto oben) nicht allzu wuchtig wirken.

Wohnung mit Atelier, Bergstrasse Zürich

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Völlig offen und frei auch der Blick nach Osten ins Grüne, so als wäre das Blattwerk der nahen Bäume die Kulisse, welche an den bühnenartigen Balkon angrenzt. 1987 habe ich auch einmal für kurze Zeit im linken Zimmer gewohnt, wo eingebaute Falttüren einem etwas Privatsphäre garantierten. Nachts drang durch die geöffnete Glasschiebetüre nach innen das beruhigende Rauschen des nahen Baches, der gesäumt ist von hochstämmigen Bäumen.

Wohnung Bergstrasse Zürich, Blick nach Osten

Links im Bild ist eine kleine, dunkle Plastik auf einem runden Betonsockel zu erkennen. Dies war die Gipsstudie zur später entstandenen Bronzeplastik in menschlicher Grösse. Damit das Modell nicht mehr als notwendig posieren musste, hatte meine Grossmutter die kleine Figur angefertigt, welche als Vorlage diente. Ich war schon als Kind von der Schönheit dieser Frau fasziniert, von dieser enorm ästhetischen Haltung. Sie erinnert mich ein wenig an die Posen der Mannequins, die inzwischen dutzendweise in meiner Wohnung stehen.

Es ist ein heisser Sommer, das Korn ist geschnitten. Die goldenen Halme ragen aus dem trockenen Boden; und ich hatte kürzlich die Idee, die Gipsstudie während der goldenen Stunde im Stoppelfeld zu fotografieren, so als wäre sie eine nackte Garbenbinderin nach getaner Arbeit….?! Ich lasse die Bilder sprechen…

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Professionelle Mannequin-Fotografie: Adel Rootstein von Poka Zsoltmann

 

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Adel Rootstein, Serie „Secrets“, Samuel & Tillie

Leere, von viel Tageslicht durchflutete, alte Fabrikgebäude: welcher Modefotograf hat nicht schon von solchen Locations geträumt und dort seine kreativen Ideen umgesetzt. Welcher dieser Profis war noch nicht nervös, wenn die Models, Visagisten und Stylisten, sowie Assistenten sich im Trubel vor der abendlichen „goldenen Stunde“ gegenseitig auf die Füsse treten und zwischen dem emsigen Treiben ‚mal eine gellende Anweisung mit mehrmaligem Echo durch die Hallen ertönt, vom Chef persönlich, dem Fotografen, der die gesamte Verantwortung trägt? Dieses obige Foto erinnert mich an solche Momente, die ich als junger Mode- und Werbefotograf erlebte, diese unbeschreibliche Atmosphäre erleben durfte. Poka Zsoltmann hat sie perfekt eingefangen, statt mit richtigen Models, mit Mannequins von Adel Rootstein aus Fiberglas.

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Adel Rootstein, Serie „Secrets“, Samuel & Tillie

Ausser bei der linken Hand der Frau, mit der sie seitlich den Kopf des Mannes hält, wäre sonst nur schwer erkennbar, dass es sich nicht um echte Menschen handelt, so echt und nahe an der Realität wirken diese Schaufensterfiguren. Sie sind vom Profifotografen in ein perfektes Licht gestellt worden, welches in beeindruckender Weise der Figur Geltung verleiht. Die Szene ist sehr gut gewählt, phantastisch arrangiert und fotografiert. Das ist hohe Kunst!

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Adel Rootstein, Serie „Secrets“, SE24 Maria

Das Styling ist von der Scheitel bis zur Fusssohle genau durchdacht und abgestimmt. Bravo!

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Grandioses Arrangement: Adel Rootstein, Pizzazz PEZ08, Eva
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Adel Rootstein, Pizzazz PEZ08, Eva
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Adel Rootstein, Temptation, Ailar

Zsolt Poka, Flickr (Fotos)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jenny: ein Mannequin aus der Serie „Beauties“ von New John Nissen mit der Nummer PW22

Ein wenig herrisch wirkt sie schon, die Jenny, in der PW22-Pose von New John Nissen, dem belgischen Hersteller von Mannequins. Sässe man etwas tiefer vor ihr, würde sie auf einem herab blicken, dominant, mit in die Hüften gestützten Armen, so als wollte sie einem zur Rede stellen. Ich finde diese spezielle Haltung in der Serie „Beauties“ äusserst spannend und sehr attraktiv. Es scheint, als würde sie gleich sagen: „Du Kleiner, pass mal auf: ich sag‘ Dir schon wo’s lang geht…!“.

 

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New John Nissen, Beauties, PW22, Jenny (Zsolt Poka, flickr)

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Jenny aus einer tieferen (Sitz-)Position aus gesehen. Aus dieser Perspektive wirkt sie schon dominant und so, als wollte sie eben sagen: „Pass ‚mal auf Kleiner….!“

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Eine zweite Jenny PW22 von New John Nissen aus der Serie „Beauties“ ist stark beschädigt und nur mit einem Arm ausgestattet.

 

 

 

Die vier „B’s“: Betty, Belle, Bonnie und Britt aus der New John Nissen / Schläppi-Serie „Liberty“, mit den Nummern A01 bis A18

Betty, Belle, Bonnie und Britt heissen die Damen in Kunstharz, die zusammen in einer Serie namens „Liberty“ von New John Nissen und Schläppi auf den Markt gebracht wurden. Achtzehn Figuren in verschiedenen Stellungen sind es insgesamt. Man konnte sie mit vier verschiedenen Kopfformen bestellen……

Frei sein, frei denken wollen und dürfen – Freiheit im erweiterten Sinne auch als eine Befreiung und Emanzipation gedacht. So dürfte dieses Schlagwort der 70er und 80-er Jahre bei der Konzeption dieser Mannequinserie „Liberty“ von New John Nissen / Schläppi bewusst eingesetzt worden sein. Während Schaufensterfiguren aus den 50er- und 60er Jahren eher steif und wie Litfasssäulen dastanden, präsentierten sich damals die Mannequins der neuen Zeit entsprechend in emotionalen Posen. Die Figur Nr. A12 von der Serie „Liberty“ ist ein perfektes Beispiel, wie Gesten auf das Unterbewusstsein des Betrachters einwirken sollten. Hinter Glas, in den Schaufenstern, standen doch die Trägerinnen jener schönen Kleidung, welche Sehnsüchte auszulösen hatten. „The heart will go on…“ singt Céline Dion in einer der romantischsten Szenen der Filmgeschichte, während Kate Winslet die Arme ausbreitend am Bug der „Titanic“ steht und sich von Leonardo di Caprio haltend in sicheren Händen wähnt.

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Kate Winslet im Film „Titanic“ mit der berühmten Geste

Frei sein wie ein Vogel! Die A12 hat gemäss Katalog eine (Flügel-)Spannweite von 1,67 Meter.

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Nun ist eine meiner Figuren in der Schulterkupplung mit „A12“ angeschrieben. Die selbe Beinstellung finden wir bei der A01, A05 und A06. Die Ausrichtung des Kopfes ist bei der A05, A06 und A12 geradeaus, während der Blick bei der A01 etwas nach links gedreht ist. Für jede Stellung gibt es vier verschiedene Köpfe. Während die A12 im Katalog den Kopf von Britt besitzt, wurde meine A12 mit dem Kussmund von Belle ausgestattet. Doch die Arme sind falsch.

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Links wurde ein Arm einer PW 18 oder PW 04 Figur aus der Serie „Beauties“ eingesetzt.

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Auf dem rechten Arm steht ziemlich unleserlich PW 21. Dieser stammt ebenfalls aus der Serie „Beauties„.

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Meine zweite Schaufensterfigur aus der Serie „Liberty“ von New John Nissen / Schläppi weist seitlich die Bezeichnung „A05“ auf, die aber durchgestrichen scheint. Es ist mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit eine A05 mit Belle-Kopf.

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Bei diesem rechten Arm wurde die Bezeichnung in rot „A5“ durchgestrichen; hingegen weist die Gravur „A6“ auf die ursprüngliche Bezeichnung hin.

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Beim linken Arm wurde alles durchgestrichen und nur noch die Gravur „D9“ zeigt, dass es sich hier um einen Arm aus einer anderen (mir unbekannten) Serie handelt.

Wie schon an anderen Stellen hier im Blog erwähnt, haben die Dekorateure damals die Komponenten ausgetauscht, weil sie grundsätzlich innerhalb einer Serie, oder mehreren Serien, untereinander kompatibel waren.

Die New John Nissen / Schläppi Figur „Liberty“ A05 hält den linken Arm mit gespreizten Fingern in einer eher seltenen Pose hoch, weshalb bei meiner A05 ein komplett anderer Arm verwendet wurde. Im Katalog ist die A05 mit Britt-Kopf abgebildet. Das Mannequin von mir besitzt einen Belle-Kopf, wie bei jener Schaufensterpuppe von Dolls‘ Village.

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Dolls‘ Village, flickr, New John Nissen A05 mit Belle-Kopf

Der gesamte „Liberty“-Katalog ist bei Zsolt Poka (flickr) abrufbar:

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Zsolt Poka, flickr, New John Nissen Katalog „Liberty“

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Stehende „Sarah“, aus der Serie „Chic“ von der Manufaktur New John Nissen / Schläppi mit der Nr. BG 1

Nach längeren, ziemlich aufwändigen Recherchen habe ich heute nun eines der Rätsel um meine Mannequins gelöst, die teilweise namenlos bei mir im Lager stehen. Oft ist es vor allem bei älteren Schaufensterfiguren enorm schwierig den Hersteller, die Serie und die Seriennummer zu eruieren. Bei alten New John Nissen Figuren, die in Lizenz von der Firma Schläppi in der Schweiz ebenfalls herstellt wurden, offenbart sich diese Suche als eine ziemliche Herausforderung, da es im Internet kaum Informationen gibt. Findet man einen Online-Katalog, in welchem die eigene, gesammelte Figur abgebildet ist, dann hat man schon grosses Glück, weil ein Sammler so nett war die Bilder ins Netz zu stellen. Da vielfach Dekorateure beim Ein- und Auslagern der Schaufensterpuppen die Arme und Hände vertauschten, sind manchmal die Figuren nicht mehr mit ihren Originalteilen versehen, was ihren Sammlerwert mindert und dies auch zu skurrilen Posen führen kann. Umso mehr freut man sich über ein originalgetreues Mannequin, selbst wenn die Schäden gross sind.

Im Header von diesem Blog ist die liegende BG17 aus der Serie „Chic“ von New John Nissen / Schläppi mit Sarah-Kopf abgebildet und nun konnte ich gestern zweifelsfrei eine meiner Figuren  dieser Serie zuordnen. Es ist die BG01, ebenfalls mit Sarah-Kopf.

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Im Katalog ist sie mit dem Kopf von Daphne abgebildet (BG 01, links). Meine Version ist mit dem Sarah-Kopf ausgestattet.

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Nachruf zum Tod von Ralf Bischoff

Eine der schillerndsten Persönlichkeit unter den Sammlern von Schaufensterfiguren ist am 31. Mai 2018 von uns gegangen. Die Nachricht hat mich erschüttert, nachdem ich sie gestern von einer Kollegin erfuhr. Es war nicht ungewöhnlich, dass wir über Tage, oder einige Wochen lang keinen Kontakt hatten, während es wiederum Phasen gab, wo wir uns praktisch täglich Bilder schickten und Informationen austauschten. Ralf wusste viel über Mannequins und arbeitete früher rd. 10 Jahre lang für einen der Marktführer in der Branche, für Adel Rootstein. Er war ein Perfektionist; in diesem Punkt waren wir uns in gewisser Weise ähnlich und er stylte seine Schaufensterfiguren sehr aufwändig. Wenn ich in unseren Gesprächen den Begriff „Schaufensterpuppe“ verwendete, zischte er „das sind keine Puppen… Das sind Mannequins!“, wobei er das „..uins..“ deutlich hervorhob. Als er bemerkte, dass ich ihn ab und an mit dem Begriff etwas necken wollte, gab er es auf mich zu korrigieren. Für ihn gab es einerseits die Laien und andererseits die Profis; und es störte ihn manchmal, dass ich als professioneller Sammler wie ein Laie den Begriff „Puppe“ verwendete. Natürlich gehört eine distinguierte Ausdrucksweise in die Branche der Schönen und Reichen, wo die bestbezahltesten Modells Gazellen gleich herumlaufen; und selbstverständlich wären diese Damen, welche von Rootstein kopiert und aufwändig in Kunstharz gegossen wurden, nicht sehr erfreut nur als „Doll“ (= Puppe) bezeichnet zu werden. Aber in der Schweiz hat sich der Begriff „Mannequin“ für Schaufensterpuppen noch nicht so herumgesprochen. Diese Geschichte hier verdeutlicht einen Charakterzug von Ralf, der ein deutliches Wesensmerkmal von ihm war. Je mehr man sein Vertrauen gewinnen konnte und je besser man ihn kennenlernen durfte, desto eher zeigte er auch langsam seine verwundbarste Seite. Korrektheit war ihm sehr wichtig. Zudem besass er einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Manchmal lauschte ich seinen Anekdoten, die er aus der Zeit bei Adel Rootstein zu erzählen wusste, wonach ich ihm vorschlug, er möge doch diese alle aufschreiben, um sie später in meinem Mannequin-Blog zu publizieren. Nun, nachdem er gestorben ist, mache ich mir ein wenig Vorwürfe, nicht mehr darauf gedrängt zu haben, denn die Geschichten waren spannend, manchmal sehr amüsant und allgemein unterhaltsam. Unlängst erklärte er mir am Telefon, anlässlich des Besuchs von Dianne Brill in Zürich diesen Frühling, wie er in den Besitz seiner Figur von Dianne Brill gekommen war. Leider kann ich diese tolle Geschichte nicht in der selben Authentizität und Frische wiedergeben, wie er es vermochte. Als er als junger Mann bei Adel Rootstein arbeitete, war er natürlich auch immer an den diversen Präsentationen von Neuheiten eingeladen. So war er auch an einer Veranstaltung anlässlich der Markteinführung der Schaufensterfigur von Dianne Brill, an welcher sie persönlich anwesend war. Sie stand wie ein Hollywood-Star im Mittelpunkt der Party und für viele war es schon ein Erfolg, ein Autogramm bekommen zu haben. Nachdem Ralf die begehrte Unterschrift erhalten hatte, schien sich diese umschwärmte Dame für den jungen Angestellten von Rootstein zu interessieren, von seinem Charme so angetan, dass sie am Ende ihm ein Mannequin von ihr schenkte (ich weiss aber nicht mehr, ob sie diese auch signierte), welche dann zu jenen Figuren verständlicherweise in seiner Sammlung avancierte, die er niemals und für kein Geld der Welt hergegeben hätte. Da gibt es auch diese Geschichte, wonach ein Designer mit dem möglichst realitätsnahen Szenario einer Pool-Situation beauftragt wurde. Dieser nahm dies so wörtlich und liess einen echten Swimming-Pool mit Wasser im Ausstellungsraum bauen, dass er das Budget um ein Mehrfaches überschritt, wonach er gefeuert wurde. Als Ralf mir erzählte, er sei in London bei einem Event einmal Rachel, der echten, 178 cm grossen, jungen Frau in Begleitung ihrer Mutter begegnet, machte er mich schon ein wenig neidisch….. (siehe meinen Beitrag zur Rachel im Blog).

Nun hat der Wind seine Worte, seine Erzählungen hinweg getragen und uns bleiben die Erinnerungen an einen hilfsbereiten Menschen, der (wenn man es brauchte) auch mal ein offenes Ohr und Verständnis für ein persönliches Anliegen hatte. In diesem Sinne wünsche ich ihm den verdienten Frieden und seinen Angehörigen viel Kraft den Verlust eines geliebten Menschen zu überwinden.

In aufrichtiger Anteilnahme

Todesanzeige von Ralf Bischoff

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Ralf schickte mir am 20.05.2018 dieses Bild mit der Zypressenallée im Hintergrund und mit drei seiner Mannequins…… alle in Schwarz gekleidet… Eine Blonde, eine Rothaarige und die Angie in einer schwarzen Kurzhaarfrisur…

Hindsgaul Mannequins aus der Serie Options & Assets mit den Nummern 6707 / 6708 / 6714 (Head 51, Ninna)

Sie standen etwas einsam und verlassen in der Ecke eines leergeräumten Schaufensters, fernab vom Rummel der Grossstadt, auf dem Lande, an der Hauptstrasse eines Dorfes im Emmental. Das Internet zollt Tribut; das Bekleidungsgeschäft muss verkleinern und die etwas abgelegene Filiale aufgeben. Als ich letzte Woche auf dem Weg zu einer Abholung an den drei nackten Damen hinter Glas vorbei fuhr, traute ich meinen Augen kaum: da sass doch tatsächlich die unverwechselbare 6714 von Hindsgaul, aus der Serie Options & Assets. Diese Figur war schon länger auf meiner Wunschliste, seit ich sie beim Sammler „Preusse“ gesehen hatte. Nahebei standen noch zwei weitere Figuren mit den Nummern 6707 und 6708 aus der selben Serie. Selbstverständlich interessierten diese mich auch, obwohl ja zu diesem Zeitpunkt eine 6708 von mir in Deutschland von Jeanette bereits bestellt und bezahlt war. Der Geschäftsinhaber und ich wurden nach einer Weile harter Verhandlungen um den Preis uns einig und so gehören die drei Hübschen seit nunmehr drei Tagen zu meiner Sammlung. Lange war mir nicht klar, ob sie 51-er Köpfe mit dem Namen „Ninna“ tragen, weil die Züge um das Kinn und die Mundwinkel etwas weicher und feiner schienen, als bei denen, die ich kannte. Es sind „Ninna“-Köpfe.

Hindsgaul Options and Assets, Varianten der Köpfe

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Beim Kauf von Hindsgaul Schaufensterfiguren geht man die übliche Checkliste durch:

  • sitzen die Arme und Hände an ihren Verbindungen satt und bündig, das heisst mit minimalem Abstand fest verankert, aber doch gut beweglich in den Kupplungen.
  • lassen sich die Beinhälften gut voneinander trennen. Beim Zusammenbau müssen sie wieder mit einem „Klick“ einrasten und das Plastikprofil in der T-Schiene darf nicht gebrochen sein. Bei der 6708 war es gebrochen und der Besitzer hatte noch ein Ersatzteil parat, das ich mit ein paar Handgriffen auswechselte.
  • Gebrauchsspuren überprüfen, vor allem an den später gut sichtbaren Stellen, die nicht von Kleidern bedeckt sind. Haarrisse im Lack, Löcher, Kerben und Risse sind preismindernd.
  • im Notfall mit dem Katalog abgleichen (wenn man es nicht auswendig weiss), ob alle Teile original sind. Bei dieser Hindsgaulserie ist die Metallabschlussplatte der Beinverbindung, sowie die Manchette armseitig der Schulterkupplung mit einer vierstelligen Seriennummer gestempelt. Zudem gibt eine Plakette hinten auf der unteren Seite des Torsos den Hersteller, die Seriennummer und die Kopfnummer preis. In diesem Fall (siehe Foto oben) habe ich kurz vor der Abholung bemerkt, dass der linke Arm vertauscht war. Derjenige von der rechten Figur gehört jener links.

Nun sind die Mädels bei mir zuhause und bekamen gestern ihr erstes Outfit, inklusive Original-Hindsgaul Perücke (Kurzhaar).

Hindsgaul Options and Assets Katalog

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