Dianne de Witt von Adel Rootstein aus der Serie Lipstick & Compacts mit der Seriennummer LS 10 in zwei Hauttönen

Das erfolgreiche Model Dianne de Witt, welches von der Firma Adel Rootstein als Mannequin aus Fiberglas für die Ewigkeit angefertigt wurde, gab es in drei Posen mit den Seriennummern LS 5, LS 10 und LS11, wobei die LS10-Figur eine sitzende Position einnimmt.

Wie viele andere Schaufensterfiguren von Rootstein, aber auch von anderen Manufakturen, gab es die LS10 in zwei Grundfarben: hell und braungebrannt, bzw. „skandinavisch“ oder „mediterran“. Wenngleich beide Varianten die genau gleiche Form und Pose besitzen, wirken sie doch nebeneinander sehr unterschiedlich.

Über Rootstein’s Sam Curtis in der US-Komödie „Mannequin“ aus dem Jahre 1987 und andere in diesem Film vorkommende Schaufensterfiguren

Ich finde es immer besonders spannend, wenn ich versuche nicht deklarierte Schaufensterfiguren zu identifizieren. Dabei trainiere ich mein umfangreiches Wissen über Mannequins, lerne aber auch immer wieder Neues hinzu. So sehe ich mir wöchentlich dutzende Inserate im Internet an, ohne diese aber zu kaufen, einfach so aus Neugierde und einer Art Bildungshunger, den ich schon in meinen Kindertagen ausgeprägt entwickelte. Waren es vor 50 Jahren die sorgfältig gesammelten Briefmarken, welche ich in den Katalogen suchte und entsprechend den Serien und Ländern in die Bücher einsortierte, sind es heute Schaufensterpuppen, welche ich so gut wie möglich versuche zu identifizieren und damit einem Hersteller, bzw. in eine Serie zuzuordnen. Eine besondere Herausforderung, wie ich meine, ist die Bestimmung von Mannequins, die in Filmen vorkommen. Im Film „Mannequin“ aus dem Jahre 1987 stachen mir in erster Linie die beiden Figuren von Sam Curtis (X12) und Helen Greenwood (V09) – beide von Rootstein – ins Auge, was aber auch nicht unbedingt eine hohe Kunst bedeutet, da ich beide in meiner Sammlung habe.

Blogbeitrag über Sam Curtis

Rootstein’s Sam Curtis X12 im Film „Mannequin“ aus dem Jahr 1987

Mit diesem angewinkelten Arm und der gesamten Körperhaltung sticht Sam Curtis natürlich schon aus allen anderen Mannequins heraus, wodurch sie zumindest für Profis leicht wiederzuerkennen ist.

Die Hauptdarstellerin – hier noch im Lebendig-Modus – schreitet durch das Schaufenster und gesellt sich zu Sam Curtis X12 (rechts) und Helen Greenwood V09 (links im roten Kleid). Szene aus dem Film „Mannequin“ (1987)

Auch Helen Greenwood (V09) fällt sofort durch ihre eigentümliche Pose auf, mit den beiden vom Körper weggestreckten Armen (s. Link)

https://faszination-mannequins-schaufensterfiguren.blog/2018/02/21/helen-greenwood-adel-rootstein-mannequin-aus-der-serie-styles-for-places-spaces-no-v9/

Ein Einbrecher im Laden (Film „Mannequin“. Die Identifizierung ist schwierig….

Vermeintlich lebendig: eine Schaufensterpuppe im Film „Mannequin“ von 1987 gibt einem Einbrecher Rätsel auf. Doch nur der Hauptdarsteller kann sie als eine lebendige Frau sehen (zumindest vorerst). Nachts zum Leben erweckt, will sie mit Jonathan im Einkaufscenter, aber auch ausserhalb des Gebäudes viele gemeinsame Abenteuer erleben.

Sie düsen auf dem Motorrad zusammen durch die Gegend. Der Hauptdarsteller in „Mannequin“ und seine zeitweise lebendig werdende Freundin, die tagsüber unbeweglich als Schaufensterfigur im Laden steht.
Jonathan und Emma verlieben sich……
„Handgepäck“…. Schnell die Freundin unter den Arm geklemmt; Emma als Schaufensterpuppe (tagsüber).

Ich habe mir einige Bilder (Stills) dieser Schaufensterfigur angesehen, die Emma darstellen soll. Leider ist es mir bis jetzt nicht gelungen die Manufaktur zu eruieren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mannequin_(1987)

Eine Schaufensterpuppe wird zeitweise lebendig – Emma….

Jonathan wählt diese Figur in der Herstellerfirma und weiss noch nicht, dass sie eines Tages lebendig wird…..

Die obigen beiden Fotos (Auskopplungen aus dem Video) zeigen das Mannequin, welches im Film lebendig und Emma heissen wird. Selbst wenn man viel von ihr sieht und im Hintergrund die Manufaktur sichtbar ist, gelang es mir bisher nicht, diese Figur einem Hersteller rund einer Serie zuzuordnen. Falls es ein US-amerikanischer Hersteller ist, käme noch D.G. Williams in Frage. Eine Rootstein ist es eher nicht….

Dies ist eindeutig eine Rootstein; doch den Seriennamen kenne ich nicht….

flickr New John Nissen Katalog Zsolt Poka

Aus meiner Sicht ergibt sich aus der Analyse beinahe zweifelsfrei, dass bei der Präsentation auf dem Bootsdeck im Film „Mannequin“ (1987) sich keine Figuren von Rootstein, sondern von New John Nissen befinden. 

Die Dame ganz rechts hinten an der Reling im blauen Kleid, die über die rechte Schulter schaut und den linken Arm in die Taille gestützt hat und der rechte Arm gerade ist, mit der Hand auf dem Oberschenkel und das rechte Bein leicht nach vorne gestellt, ist die Leslie von New John Nissen aus der Serie „Beauties“ mit der Seriennummer PW08 (siehe Katalog). 

Manche Figuren  sind mit einigen, kleinen Abweichungen baugleich; so ist die Leslie PW06 lediglich mit einem rechts auch mit einem in die Taille gestützten Arm ausgestattet (s. mein Beitrag über die PW06).

Blogbeitrag über Leslie PW06 von New John Nissen aus der Serie „Beauties“

Die beiden gelb und weiss gekleideten Mannequins links sind ebenfalls New John Nissen Figuren, möglicherweise Jenny PW 22 (links) aus der Serie „Beauties“ und Leslie PW 13 aus der selben Serie.

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Die Figur unter dem dem Disney-Logo im obigen Standbild ganz links, die eine Art Hosenanzug in orange-roter Farbe trägt, ist schwierig zu identifizieren, weil sie eine Haltung aufweist, die mindestens drei Figuren in einer ähnlichen Pose aufweisen und man leider keine wirklichen Details erkennen kann. Unbestreitbar ist es ein New John Nissen-Mannequin aus der „Beauties“-Serie; aber es könnte eine Leslie (PW07), oder eine Jenny (PW10), oder eine Grace (PW12) sein. Würde man das Gesicht sehen, wäre die Einschätzung einfacher….

Blogbeitrag über Grace PW12

Anne V aus der Serie „Supermodels“ von Adel Rootstein mit den Nummern AN01 und AN02

Selbstbewusst, durchtrainierter Körper, sportlich und doch sehr feminin. Dies sind nur einige der vielen Attribute, die mir zu Anne Vyalitsyna einfallen, zu einem der vor rd. 20 Jahren gefragtesten Supermodels der Welt. Die gebürtige Russin mit dieser enorm sinnlichen Ausstrahlung fühlt sich als Kosmopolitin, wie sie in Interviews immer wieder betonte und stand für die Manufaktur Adel Rootstein Modell. Es entstanden anfangs des neuen Jahrtausends zwei Figuren mit den Nummern AN01 und AN02, in zwei Posen.

Als „miss Lolita“ posierte sie halb nackt unter Palmen für Tommy Hilfiger…..

…oder lasziv mit Animal-Print-Oberteil in silbern glänzend, schimmernder Satinbettwäsche, so als würde sie im durchwühlten Bett die vergangene Stunde mit Mister X vor dem inneren Auge noch einmal Revue passieren lassen. Ihre Körperspannung ist grandios, die professionellen Posen perfekt. Wer sich die Zeit nehmen will einmal ihre umfangreiche Bildergalerie zu durchforsten, ist im unten stehenden Link bestens bedient…

https://www.imperiodefamosas.com/en/celebrity/Anne-Vyalitsyna/5

https://www.fashionmodeldirectory.com/models/anne_vyalitsyna/

(16) Anne V Captivating Model Profile | Sports Illustrated Swimsuit – YouTube

Mel Martin Z6 aus der Serie „Lazy Lizzy“ von Adel Rootstein

Vor über 40 Jahren – 1978 – lancierte Adel Rootstein eine wunderschöne Serie von Mannequins unter dem Namen „Lazy Lizzy“. Mit dabei waren drei Posen einer britischen Schauspielerin, Mel Martin; eine sitzende mit einem ausgestreckten Bein und einem angewinkelten, einer sitzenden auf einem Stuhl und einer stehenden Figur, die Z6. Seit ich sie das erste Mal im Internet auf einem Foto gesehen habe und dann live vor einer Z6 gestanden bin, wollte ich eine. Seit knapp einer Woche steht eine komplett restaurierte Z6 in meiner Wohnung. Fotos weiter unten.

Rehearsal for the new London Weekend television drama series „Love for Lydia“. Mel Martin who plays the role of Lydia. 16th December 1976.

Die junge Schauspielerin Mel Martin im Dezember 1976 (Bild link).In der TV-Drama Serie „Love for Lydia“spielte sie die Lydia

Mel Martin von Adel Rootstein Z6

Diese Figur war nun jahrelang auf meiner Wunschliste…..

„The 6 ft Goddess“ Lisa Butcher – Frieze RF08 Mannequin von Adel Rootstein

Manche Schaufensterfiguren sind schwer zu identifizieren, weil es kaum eine in Buchform, oder im Internet verfügbare Informationsquelle gibt. Viele Sammler weltweit schreiben mir, wie professionell und informativ dieses Blog hier über Mannequins sei. Vor wenigen Tagen überschritt die Zahl der Besucher 36’000! Vielen Dank für euer Interesse! Mich ehrt dies besonders, da ich kein Mitglied von Facebook, Twitter & Co. bin; absichtlich nicht, um hier wirklich denjenigen Menschen Zugang zu verschaffen, die mit gezielten Sachbegriffen sich Wissen aneignen wollen, so umfassend wie möglich. Dieses Blog nenne ich auch eher scherzhaft, mit einem Schuss Eigenironie: „Püppipedia“– ein Wikipedia über Schaufensterfiguren.

Aber selbst ich komme nicht selten ins Grübeln, wenn ich auf einer Plattform im Internet Fotos ohne genauen Beschrieb entdecke, oder wie im vorliegenden Fall den Namen „Jasmin“ bei einer Rootsteinfigur als eher verwirrend ansah. Durch die im Inserat angegebene Serienbezeichnung und die Seriennummer „Frieze RF08“ war meine Verblüffung noch grösser, ging ich doch davon aus, dass es von „Yasmin le Bon“ nur einen Kopf gebe, der für verschiedene Bodys verwendet wurde. Ratlosigkeit. Das Internet gab die Identität des Mannequins nicht her; und da mein Freund Ralf Bischoff vor zwei Jahren verstorben war, der mir sofort hätte Aufschluss geben können, wartete ich bis nach den Ferien von Hasan, der sich wie kaum ein anderer in der Branche auskennt und meiner Ungeduld endlich ein Ende bereiten konnte: „Lisa Butcher“ heisst die Schöne. Sie war in den 80er- und 90er-Jahren eines der gefragtesten, britischen Models, sowohl auf dem Catwalk (Laufsteg), als auch für Fotoshootings. Die 183 cm grosse, schlanke Powerfrau wurde von einem Hofberichterstatter der royalen Familie achtungsvoll „The 6 feet Goddess“ genannt; die „6 Fuss grosse Göttin“.

Lisa Butcher startete nach ihrer Modelkarriere, die sie mit 15 Jahren begann, als TV-Moderatorin durch und betreibt heute ein auf buddhistischen Grundätzen basierendes Heilzentrum in England, namens Sakti.

https://www.sakti.co.uk/about-contact/

Bei Gelegenheit werde ich hier noch mehr Text und Bilder anfügen….

Folgendes Bild. Ich kaufte also eine Lisa Butcher, die wunderbar in meine Sammlung passt von Tanja‘ Mannequins (Bild Coyright).

Königin „Neferet iti“, od. „Nofretete“ (dt. „Die Schöne ist gekommen“) inspirierte John Galiano (Dior). Wer steckt in diesem royalen Kostüm? Erin O’Connor!

1912 wurde von Ludwig Borchardt während einer Ausgrabung eine der bedeutendsten Funde seit der Forschungstätigkeit im Bereich der Altägyptischen Kultur gemacht: er fand die lebensgrosse Büste der Königsgemahlin von Echnaton, „Neferet iti“ (Nofretete). Das aus Kalkstein und Gips gefertigte Abbild dieser weltberühmten Pharaonin kann man im Mesum in Berlin bestaunen und gehört zusammen mit den Grabbeigaben von Tut Ench Amun zu den bedeutendsten Schätzen der Menschheitsgeschichte.

 

Nofretete (History today)

Schon ihr Blick, die Linien des Profils, ihre strengen und doch ästhetischen Gesichtszüge; sie war vielen Künstlern auch rd. 3’600 Jahre später eine Inspiration. John Galiano von Christian Dior kreierte ein opulente Modenschau zu diesem Thema und liess ein damals weltberühmtes Modell über den Laufsteg schweben (vgl. Fotos weitr unten).

 

 

 

 

 

Erin O’Connor als Königin „Nefertari“ (VOGUE, 24.11.2017)

Natürlich ist sie wie auf den ersten beiden Bildern oben kaum zu erkennen: Es ist Erin O’Connor, einer der Supermodels der 90er-Jahre. Auch sie ist der Firma Adel Rootstein für eine Kollektion Modell gestanden (im Schwarz-Weiss-Bild oben rechts, nebeneinander die echte Erin O’Connor und links ihr Ebenbild als Rootstein-Mannequin). Die eine Figur aus der Serie „Supermodels“ trägt die Nummer ER01 (mit derjenigen Pose, in welcher sie mit der rechten Hand sich an die Wange fasst). Wie eine Göttin, so schön ist sie…. (mehr Infos und Bilder hier demnächst….)

Chanell von der Serie „Body Gossip“ mit den Nummern X01, X04, X08 und X09, des Herstellers Adel Rootstein

Von der gesamten, 12-teiligen Produktepalette innerhalb der Serie „Body Gossip“ von Adel Rootstein, sind 4 Mannequins mit Chanell bezeichnet; zwei Stellungen davon sind in stehenden (X01, X04) und zwei davon in sitzenden (X08, X09) Körperhaltungen. Unter folgendem Link kann die ganze Serie betrachtet werden. Da findet man auch den zur Übersicht notwendigen Katalog:

Blogbeitrag mit Katalog von der Serie „Body Gossip“

Dort entdecken wir auch den damaligen Werbetext zu dieser Kollektion, welche für die Zeit anfangs der 80er-Jahre schon beinahe etwas revolutionär anmutet, denn in den 60er- und 70er-Jahren war das selbstbewusste Auftreten einer Frau noch nicht in dem Masse salonfähig und normal, wie in der darauffolgenden Epoche, in der nur noch in ultrakonservativen Gesellschaftskreisen das weibliche Wesen als „schwaches Geschlecht“ betitelt wurde. Die Emanzipation begann sich in der breiten Öffentlichkeit Geltung zu verschaffen und diesem Spirit begegnet man auch in der Mannequinserie „Body Gossip“ von Adel Rootstein, wo es heisst, es sei: „…eine Kollektion, dessen Körpersprache durch lange, dünne Linien, und schlanke, sinnliche Formen, selbstsicher, selbstbewusst, bestimmt und körperbetont ist. Selbst in ihrer Gemeinschaft, sind sie voneinander unabhängig, ihrer selbst bewusst, fast schon narzisstisch veranlagt… “.  Chanell steht ja in der Figur mit der Seriennummer X01 schon ziemlich provokant da, fast mit der identischen Haltung wie Victoria mit der Nummer X11 (s. Beitrag über Victoria):

Blogbeitrag zu Victoria X11

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Die Körpersprache einer französischen „Siégle“ -Vintage-Schaufensterpuppe aus den 50er-Jahren ist zurückhaltend. Die Form des Körpers mit Wespentaille, mit den breiteren Hüften und den weiblichen Rundungen, steht im Gegensatz zu den geraden Linien und dem muskulöseren Eigenschaften in der „Body Gossip“-Serie von 1983. Die etwas ältere Siégle besitzt ein liebliches, lächelndes Gesicht und so eine ernste, fast etwas hochmütig scheinende Miene wie die Chanell.

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Chanell mit der Seriennummer X04 hat im Gegensatz zu den Posen bei X01, bei X02 und X03 (Kim Harris), bei X11 (Victoria) und X05 (Jonny), nicht nur einen Arm angewinkelt von der Seite her (einmal links oder rechts) in die Taille gestützt, sondern beide Arme sind mit hochgezogenen Schultern symmetrisch angewinkelt, wobei mit den geballten Fäusten (ein Erkennungszeichen für Figuren aus dieser Serie) eine noch provokantere Haltung eingenommen wird.

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Wie unterschiedlich Signale durch die Körperhaltung interpretiert werden können, zeigt ein Artikel mit dem Titel „Körpersprache: so (miss)interpretieren Sie.“ (Online-Artikel: Alles über Interviews).

Artikel: Körpersprache deuten

Aber ich bin mir sicher, dass bei der Konzeption der Serie „Body Gossip“ von Rootstein, die Designer ganz bewusst die Modelle gewisse Haltungen haben einnehmen lassen, um bei den Kundinnen die Assoziation zu Stärke, Willenskraft, Dominanz, Selbstsicherheit, Stolz, Souveränität und weitere Eigenschaften zu erzeugen, um deren Unabhängigkeit als suggestiven Nährboden für die aufkeimende Emanzipation vor Augen zu führen. Damit wurden sicher auch deren positiven Entwicklungsprozesse unterstützt, wie sie auf dem Weg zu einer Gleichberechtigung von Mann und Frau unbedingt nötig sind, worin auch ein unabdingbares Selbstbewusstsein raumgebend für ein Selbstverständnis sein darf, in dem Unterdrückung in aller Hinsicht kein Platz mehr hat. Doch mit der Kampfansage an die Männerwelt vor vierzig Jahren, ging die Idee einher, im Konkurrenzverhalten jener Gleichstellungsproblematik zu begegnen. D.h. man bediente sich maskuliner Tugenden von offensiven Handlungsweisen, wozu auch beim männlichen Geschlecht, durch die Evolutionsgeschichte, ein potentiell aggressiveres Auftreten gehört, das sich die Frauen in den Fokus ihres Strebens nach Selbstbestimmung auf die Fahnen schrieben. Ob nun mit diesem Vorgehen die erklärten Ziele erreicht wurden, wage ich zu bezweifeln, denn: „Gleichberechtigung und weibliche Emanzipation können doch nicht daraus bestehen, dass wir das weibliche Prinzip — die polaren Eigenschaften, die man dem Weiblichen zuordnen kann — einfach abschalten, verleugnen, verdrängen, vergessen und verunglimpfen, …. Alle Menschen vereinen alle Facetten in sich, und sie dürfen sie leben. Die Wiederentdeckung der weiblichen Kraft in Frau und Mann versöhnt die Geschlechter. Ohne sie ist ein Frieden in der Welt nicht möglich.“

Quelle: Rubikon: „Die falsche Emanzipation“

Indem die Frauen versuchen die „besseren Männer“ zu sein, verlieren sie den Kampf gegen sich selbst. „Das Frausein ist etwas Wunderbares und zutiefst Kraftvolles – auf seine eigene Art. Es steht auf der gleichen Ebene wie das Mannsein. Eine innere Veränderung, der immer eine Veränderung im Außen folgt, ist das Wahrnehmen und die Selbsterlaubnis, das eigene, vollständige weibliche und männliche Prinzip zu leben.“

Natürlich ist die Gleichberechtigung heute viel fortgeschrittener wie damals. Dennoch sollte es einen kritischen Blick zulassen, vor allem angesichts des in diesem Blog immer wieder gestellten Themas sich zu fragen, welche Aufgabe Schaufensterfiguren in Bezug auf ihre Botschaft an unser Konsumverhalten besassen und darüber hinaus, welchen Einfluss nahmen sie auf unser Unterbewusstsein, in dem Samen von Ideen und Idealen gepflanzt und gesetzt wurden, die weitreichende kulturhistorische Entwicklungen nach sich zogen. Mannequins sind immer ein Spiegel ihrer Epoche und geben einen Zeitgeist ihres industrialisierten Umfeldes wider. Ich glaube den Wandel, vom Frauenbild des bis Ende der 70er-Jahre allgemein in der Gesellschaft geltenden „schwachen Geschlechts“ im Wunsch zum unabhängigen und selbst bestimmten, weiblichen Wesen, in den Figuren von Adel Rootstein in der Serie „Body Gossip“ erkennen zu können, weshalb sie für mich gesehen ein Zeitdokument darstellen. Schon Chanell’s offensive, provokative Haltung in beiden sitzenden Posen (X08 und X09) finde ich beachtenswert!

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Consultingfirmen raten dringend davon ab, bei Bewerbungsgesprächen, oder Versuchen in einem Gespräch mit dem Vorgesetzten mehr Lohn zu erwirken, solche, oder ähnliche Körperhaltungen einzunehmen, wie Chanell (besonders in den sitzenden Positionen), da das fordernde Signal auf Ablehnung stossen könnte.

cvk_Consulting_Körpersprache (Sitzposition rechts oben in der Grafik)

Die X04 (Chanell) im Goldkleid, mit langen, blonden Haaren von „frauenzimmer1409“ ist aus meiner Sicht die bisher schönste Figur mit dieser Seriennummer (Bild unten).

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eBay: Adel Rootstein, „Body Gossip“ Nr. X04

Ein Mannequinhändler aus Holland besitzt eine etwas angeschlagene Chanell, „Body Gossip“, X09 (Bild unten):

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flickr, etelagenpoppenhuis.nl, Rootstein, „Body Gossip“, Chanell, X09

Dieser Sammler (Bild unten) besitzt auch eine X09. Mit schwarzen Lackstiefeln und in schwarzem Leder gekleidet mit Peitsche und ernster Miene, sieht die Chanell – trotz dem Ohrensessel mit Blumenmuster und Teddybär – ziemlich fordernd aus. Die sagt, wo’s lang geht, denke ich ;-).

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Schau-ein-fenster, Preusse1, Rootstein, „Body Gossip“, Chanell, X09 (bis „Chanel“ scrollen)

 

 

Kim Harris von der Serie „Body Gossip“ mit den Nummern X02 und X03, des Herstellers Adel Rootstein

Die Schauspielerin Kim Harris spielte in einer Nebenrolle bei der Sitcom „Friends“ an der Seite von Jennifer Aniston einige Mal mit. Das reichte zwar nicht für einen „Oscar“-Preis, aber für eine Anfrage von Adel Rootstein Modell zustehen, um als Schaufensterpuppe in der Serie „Body Gossip“ als Merchandisingprodukt zu dienen. Im Werbetext heisst es:

Es ist „eine Kollektion, dessen Körpersprache durch lange, dünne Linien, und schlanke, sinnliche Formen, selbstsicher, selbstbewusst, bestimmt und körperbetont ist.“

Katalogseiten „Body Gossip“-Serie von Rootstein und Sam Curtis X12

Kim Harris gibt es in zwei verschiedenen Posen: X02 mit dem rechten Arm angewinkelt nach oben und X03 mit dem rechten Arm angewinkelt nach unten, die Faust in der Taille gestützt, bei der X02 berührt sie seitlich das Kinn:

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flickr Katalogbilder Philip Porter

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Adel Rootstein „Body Gossip“, Kim Harris, Nr. X02 und X03 nebeneinander..

flickr Eric Z, Rootstein, „Body Gossip“, X02 und X03, Kim Harris

In der Sitcom „Friends“ spielte sie neben Jennifer Aniston (Kim ganz rechts im Bild) eine Nebenrolle.

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Die echte Kim Harris in „Friends“, ganz rechts

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Kim Harris 100

Nun ein paar Beispiele von Kim Harris bei diversen Sammlern:

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flickr, Ivan, Kim Harris

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flickr, James@studio136, Kim Harris

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flickr, Doll’s Village, Kim Harris

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flickr, Preusse1, Rootstein, Kim Harris

Und David (Dash-n-dazzle) in den USA wieder mit einer atemberaubenden Version von Kim Harris (X03), komplett restauriert und mit Glasaugen versehen (links Original, vor der Verwandlung; rechts nach dem sog. „Make-over“). Einfach hinreissend!

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flickr, dashndazzle, Kim Harris (Make-over)

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Meine Kim (X03) steht neben dem Eingang und macht Besucher unmissverständlich darauf aufmerksam, wenn sie eintreten: „Bitte, keine Bilder machen!“ Sinnigerweise ist das Leibchen mit der goldenen Aufschrift halb transparent. Aber es wirkt!

Diese Kim Harris bekommt einmal eine neue Perücke, frische Wimpern und bei einem künftigen Fotoshooting ein neues Outfit. Schwarzes Leder, strenge Brille, oder doch irgend ein elegantes Abendkleid?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Victoria“ von Adel Rootstein aus der Serie „Body Gossip“ mit der Nummer X11

Victoria ist eine der sechs Frauen, die bei Adel Rootstein für die Serie „Body Gossip“ Modell gestanden sind. Die Serie umfasst insgesamt 12 Figuren. Unter folgendem Link können die Informationen zur gesamten Gruppe angesehen werden, sowie die Katalogseiten, mit den Bildern aus der Epoche Ende 70er-, anfangs 80er-Jahre.

Rootstein-Katalog „Body Gossip“ und Sam Curtis X12

Auf der letzten Katalogseite werden zur dieser Kollektion einige Erklärungen abgegeben. Hier ein Auszug: es sei „eine Kollektion, dessen Körpersprache durch…. schlanke, sinnliche Formen, selbstsicher, selbstbewusst, bestimmt und körperbetont ist.“

Victoria gibt es in zwei verschiedenen Posen, mit den Nummern X10 und X11. In einem separaten Beitrag (auch mit eigenen Bildern) ist die X10 behandelt:

Blogbeitrag: „Victoria“ von Rootstein mit der Nummer X10

In der zweiten Stellung hat Victoria den linken Arm ausgestreckt und den rechten Arm angewinkelt, mit der geschlossenen Faust in die Taille gestützt. Die linke Hand neigt sich bei der Seriennummer X11 nach unten (siehe Bild):

Victoria X11 (hand unten)
Victoria von Adel Rootstein, aus der Serie „Body Gossip“, mit der Nummer X11 (Hand unten).

Zum Vergleich: bei der Seriennummer X01 ist die linke Hand nach oben angewinkelt und beim näheren Hinsehen, erkennt man auch etwas andere Gesichtszüge. Der ganze Ausdruck in der sehr selbstbewussten Haltung bleibt derselbe. Es handelt sich da um das Mannequin Chanell.

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Chanell von Adel Rootstein aus der Serie „Body Gossip“ mit der Nummer X01 (Hand nach oben gestreckt; ansonsten dieselbe Haltung wie X11.

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Diese Victoria X11 mit Po-Dorn (die Haltestange reicht von der Standplatte hinauf bis zum Gesäss), ist derzeit beim bekannten Mannequinsammler in den USA „Mannequin-Madness“ zum Verkauf ausgeschrieben (für satte $ 470.-! – aber in Amerika sind die Preise massiv höher als hier…)

Victoria von Adel Rootstein, Nr. X11 bei „mannequin madness“ in den USA

Sie steht hier (Foto unten) links neben einer zweiten Victoria X11 (sieht man an beiden Schulterstellungen), die aber falsche Arme hat (die komisch abstehen…)

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Noch fataler, die in unten aufgeführten Buch (mit Link) publizierten Victoria X11…., die eigentlich gar keine ist! Vermutlich weist nur gerade der linke Arm die Bezeichnung X11 auf der Innenseite der Schulterkupplung auf (gestreckter Arm, mit Hand nach unten). Der Rest stammt von anderen Figuren (siehe „Fashion in the 1970s“ von Daniel Milford-Cottam).

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Fachbuch „Fashion in the 1970s“ mit Abb von einer unvollständigen Victoria X11

Victoria X11 (falsch) 01
Gemäss Bildlegende handelt es sich bei dieser Figur um eine Adel Rootstein, Victoria. Doch die Teile sind anders als im Katalog…., also falsch (ausser der linke Arm).

Victoria X11 (falsch) 02
Dieses Ensemble von Patti Searle, inklusive eines Adel Rootstein Mannequins, wird in der Ausstellung „British Fashion for Winter 1979“ im Victoria and Albert Museum gezeigt. Von der Schaufensterpuppe (Victoria X11) ist gerade einmal der linke Arm original…..

Durch ihren ausgestreckten Arm ist schon angezeigt, dass Victoria X11 wenn möglich, wie auf diesem Bild in einem Rootstein-Showroom, nicht alleine, sondern mit anderen Kolleginnen eine Gruppe bildet (Link z.Z. nicht verfügbar), wo sie auch eine andere Schulter zum aufstützen findet. Links Kim Harris…

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Victoria von Adel Rootstein, aus der Serie „Body Gossip“ mit der Nummer X11 – komplett und vollständig, mit allen Originalteilen und in einem guten Zustand!)

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Dieser Beitrag wird bei Gelegenheit noch vervollständigt und ergänzt….

 

xx

 

 

 

 

 

 

Mercedes mit der Seriennummer MAN D4 von Adel Rootstein aus den 80er-Jahren

Es handelt sich für einmal nicht um eine der vierrädrigen Edelkarossen aus Deutschland, mit dem wohlklingenden Namen „Mercedes“ von Karl Benz, sondern um ein Mannequin aus der führenden Manufaktur aus England, Adel Rootstein. Schon längst ist diese Figur vergriffen und nur noch über einen Händler von Vintage-Schaufensterpuppen erhältlich – und ich vermute, dass da auch in irgend welchen Dachböden, oder Kellern wohl keine „Mercedes“ mehr verstaubt vor sich hinvegetieren und entdeckt werden wollen. Diese Serie stammt meines Wissens aus den frühen 80er-Jahren und ist sehr selten, womöglich weil der etwas strenge Gesichtsausdruck nicht unbedingt ein breites Publikum ansprach.

Der russische Sammler Serge O. meinte in einem Kommentar zu dem untenstehenden Foto: „The dog is really similar to the mistress :)) especially in a profile!“ („Der Hund sieht der Dame ziemlich ähnlich :)) speziell im Profil!“)

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flickr, Serge O. Adel Rootstein, Mercedes mit Hund

Was natürlich witzig gemeint ist, wenn auch wenig schmeichelhaft klingt, relativiert ein anderer Sammler wieder: „Wonderful combination!“ („Wundervolle Kombination!“). Es handelt sich hier um „Mercedes“ von Adel Rootstein, die es in mehreren Posen gab, ich aber leider keinen Katalog besitze, um zweifelsfrei auch die Seriennummer hier nennen zu können.

Tief liegende, mandelförmige Augen, hohe Wangenknochen, spitzes Kinn und eine sehr markante Nase sind ihr Markenzeichen. „Mercedes“, wie unten auf dem Foto von James in England, ist unverwechselbar.

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flickr, James @studio136, Adel Rootstein, Mercedes

Mir persönlich gefällt „Mercedes“ in der Version mit leicht geöffnetem Mund am besten. Es gelang mir eine MAN D4 von einem Bekannten von Ralf Bischoff anzukaufen, die er meines Wissens zu Lebzeiten auch selber restauriert und geschminkt hatte, was durch sie mich an ihn erinnert. Das Makeup ist markant, genau so wie ihr Gesichtsausdruck.

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Ganz selbstverständlich trägt sie schlichte Haute Couture, mit Sommerhut und lächelt mit dunklen, knallig-roten Lippen einem zu, etwas lasziv leicht die Zähne zeigend.

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Vorübergehend trägt meine „Mercedes“ ein schwarzes Cocktailkleid, was sehr gut zu ihr passt, wie ich finde.