Bemerkenswert

Die verträumte Grace aus der „Beauties“-Serie von New John Nissen mit der Seriennummer PW11 (und A12-Armen aus der „Liberty“-Serie)

Aus meiner Sicht ist sie eine der schönsten Figuren von allen jemals produzierten Mannequins. Unglaublich schön, diese hingebungsvolle Pose! Schon lange wollte ich die Grace aus der „Beauties“-Serie von New John Nissen. Dann entdeckte ich ein Inserat im Internet von der PW12, die kurz darauf meine Sammlung bereicherte und veredelte:

Blogbeitrag über die sitzende PW12 aus der „Beauties“-Serie von New John Nissen

Kurze Zeit später – ich traute meinen Augen nicht – war eine PW 11 aus der selben Serie zu kaufen, als Bestandteil eines Konvoluts von alten Schläppi’s und einer Arthema.

Konvolut New John Nissen / Schläppi und Arthema

Alle Figuren waren zum Teil schwer beschädigt, oder Teile fehlten. Die untere Abschlussplatte des Torsos bei der PW11 war erheblich eingerissen. Diese musste ich zuerst wieder verleimen, bevor ich sie reinigen und danach stylen konnte.

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Aber das Ergebnis ist phantastisch! Aber etwas fällt einem im Vergleich zum Originalbild im New John Nissen-Katalog sofort auf: die Arme sind horizontal weit ausgebreitet!

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Bei der Originalfigur sind sie etwas nach unten geneigt. Das rührt daher, weil der beim Kauf nur zwei Arme mit der Bezeichnung „A12“ dabei waren, welche an der Kupplung bei der Schulter aber kompatibel sind, obwohl sie aus der „Liberty“-Serie stammen.

Blogbeitrag über die Liberty-Serie von New John Nissen

Ich besitze aber eine „A12“ aus der „Liberty“-Serie mit falschen Armen und mit dem etwas schöneren „Belle“-Kopf, statt dem „Britt“-Kopf, wie im Originalkatalog. Diese hatte ich ca. 2008 aber mit den falschen Armen mit den Bezeichnungen „PW18“ und „PW21“ gekauft, damals nicht ahnend, dass sie aus der „Beauties“-Serie stammen. Teile aus diesen Serien sind untereinander meist kompatibel. Nun kaufte ich also kürzlich mit dem Konvolut die Originalarme für meine „Belle“ (A12) und hätte nun beim Tausch der Arme zwei „Beauties“-Arme für die PW11. Aber ich finde die Kombination „Grace“ mit den „A12-Liberty“-Armen einfach überwältigend schön!

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Weitere Bilder folgen bei Gelegenheit…..

 

 

 

 

 

Bemerkenswert

Mannequins / Schaufensterpuppen als Spiegel der Schönheitsideale im Wandel der Zeit

Haute Couture als zentrales Thema im Elternhaus

Die Hochglanz-Modezeitschriften und Magazine von Vogue und Harper’s Bazaar lagen in meinem Elternhaus teils stapelweise herum, wobei ich mir die innere Ordnung nie erschliessen konnte, denn chronologisch schienen sie kaum zu sein. Mir ist es bis heute also nicht vergönnt, auch rückblickend, ein System der Priorisierungen erkannt haben zu dürfen – das soll auch so sein, denn Schönheit, Ästhetik, Mode sind ganz persönliche Empfindungen, die von Formen und Farben, von Licht und Schatten beeinflusst sind. Es gab zwar Versuche aus Milliarden von menschlichen Individuen ein Schönheitsideal aus der breiten Masse hervorheben zu lassen und dies je nach Epoche immer wieder neu. In den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts wollten gewiefte Werbepsychologen dahinter kommen, nach welchen Kriterien unser Unterbewusstsein ein Schönheitsideal bewertet. Das Ergebnis war recht simpel: je symmetrischer ein Gesicht ist, desto schöner erscheint es dem Betrachter. Eine solche Erklärung kann aber nicht die breite Empfindungspalette abdecken, die Menschen in ästhetischer Hinsicht besitzen. Dennoch ist es rätselhaft, wie sehr Mode und Schönheitsempfinden dem jeweiligen Zeitgeist unterworfen sind und es eine erstaunliche suggestive Kraft gibt, die Trends zu fokussieren vermag. Jedenfalls kann ich mich schwach erinnern, das Wort Haute Couture so oft als Kind im Elternhaus gehört zu haben, dass es zu meinem Grundwortschatz im Vorschulalter gehörte.

Meine Tante war eine begnadete professionelle Schneiderin, sowie meine Grossmutter mütterlicherseits. Neben ihrer täglichen Arbeit, fertigten sie auch Kleider für meine Mutter an, die mit etwas über 1.80 Meter Grösse damals gültige Modellmasse besass. Ansatzweise lässt sich vermuten, dass nach der Reihenfolge der in Auftrag gegebenen Kleider auch die Hefte bereit lagen, die ich oft durchblätterte, sogar öfters als ein Spielwarenkatalog. Manche waren so dick wie die in ländlichen Gegenden damals gebräuchlichen Telefonbücher. Die Fotos in den Katalogen wurden in den berühmten Mode-Metropolen Paris, London, Mailand und New York gemacht – Grossstädte in denen Trends gesetzt wurden.

Ausbildung zum Werbe- und Modefotografen

Am Anfang begeisterte mich schon eher die Landschaftsfotografie, als ich das erste Mal mit 12 Jahren eine Nikon F Spiegelreflexkamera in die Hand nahm und im Alter von 15 die Dunkelkammertechnik erlernte. Ein Jahr später war mir klar, dass ich eine Lehre als Fotograf beginnen wollte und so arbeitete ich nach der Schule u.a. für Achille Weider, der in Zürich ein sehr bekannter Modefotograf war. Wenn während dem Fototermin die schlanken, sich wie Gazellen bewegenden, schönen Geschöpfe über das Parkett stakten, gab es am Anfang schon das eine oder andere Mal, dass mir beinahe die Augen aus dem Kopf fielen. Doch ich gewöhnte mich an die ein- und ausgehenden Supermodells und mit der Zeit war es nicht mehr so ausserordentlich aufregend. Aber es waren schon Wesen die mich zuweilen verzaubern konnten; betörend, in einer magischen Atmosphäre. Die Disco-Glitzerwelt von Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre war ohnehin magisch.

Ein wenig Nostalgie…. „the Golden Ages“…

Wenn ich also heute, 40 Jahre später, Schaufensterfiguren ansehe, schwingen schon nostalgische Gefühle an diese sehr spannende Zeit des Aufbruchs mit, als sich in der Werbung neue Horizonte eröffneten und die Schaufenster sich in Erlebniswelten verwandelten und der Begriff „visuelles Merchandising“ sich verbreitete. Ansprechend sollten sie sein, sympathisch, die Schaufensterpuppen, die potentielle Kundschaft in ihren Bann ziehen sollten. Die heutigen Sammler von Vintage-Mannequins sprechen von den „Golden Ages“, von den goldenen Jahren, als die in Europa führenden Hersteller, wie Adel Rootstein, Hindsgaul und New John Nissen die wunderschönen, naturalistischen Schaufensterfiguren auf den Markt brachten. Heute sind die „Eierköpfe“ nur noch von den Körpermassen dem Menschen ähnlich. Man glaubt, der Betrachter sei durch die Stilisierung der Figur mehr auf das Kleid konzentriert, was verkaufsfördernd wirke. Man vergass dabei, dass der Mensch das „Gesamtpaket“ unterbewusst beurteilt und ein ästhetisches Empfinden besitzt, in dem das Gefühl für Schönheit entwickelt wird. Und so sind die stilisierten Mannequins von heute vielen zu abstrakt und ich bin nicht alleine, wenn Menschen sich nach den „Golden Ages“ zurücksehnen.

Mannequins: Träume in Kunstharz / visuelles Marketing und Gebrauchskunst

Dutzende Sammlerinnen und Sammler weltweit kümmern sich um die Erhaltung von Mannequins, der speziellen Form von Werbeplastik. An dieser Schaufensterkunst aus mehreren Jahrzehnten, lässt sich die Entwicklung in Gesellschaft und Mode ablesen und sie ist ein Spiegel der Zeit, in der sich das Schönheitsideal immer wieder veränderte. Als ich die erste Schaufensterpuppe ca. 1994 in einem Brockenhaus kaufte, fungierte sie als Objekt für die Voreinstellung des Studiolichtes, um mit dem lebendigen Modell später keine unnötige Zeit dafür zu verschwenden. Noch konnte ich nicht ahnen, dass mich rd. 14 Jahre später die Leidenschaft erfassen würde, in der ich nun begeistert Mannequins sammle. Inzwischen sind es über 140 Figuren, welche ich mir vom Sommer 2008 in den letzten zehn Jahren erwarb.

Dieses Blog hat zum Ziel, dem interessierten Leser eines der am wenigsten erforschten Gebiete im Bereich visuelles Marketing und Gebrauchskunst näher zu bringen. Es ist äusserst spannend, wenn z.B. ein „Dachbodenfund“ im Internet angeboten wird. Über Mannequins gibt es keine Fachliteratur, kein Bestimmungsbuch, wie bei Pflanzen und Schmetterlingen. Von den ahnungslosen Verkäufern werden öfters keine Angaben über den Hersteller, sowie die Seriennummer usw. gemacht und oft sind Aufnahmen mit dem Handy in schlechter Qualität gemacht worden, wonach es einiges an Fachwissen braucht und Erfahrung, um zweifelsfrei vor dem Erwerb die Figur einordnen zu können. Diese Phase erzeugt ein wenig Goldgräberstimmung, wobei mir diese Herausforderung enorm Spass macht. So werden Artefakte einer Kunstform gerettet, die sonst in Vergessenheit geraten würden. In der zweiten Phase werden die Schaufensterfiguren von mir gestylt und wenn nötig restauriert. Durch eine fachkundige Bestimmung bekommen sie nicht nur ihre eigentliche Identität zurück, sondern sie erhalten nicht selten ein sog. „Make-over“, ein Face- und Bodylifting, das ihnen zu einem zweiten Leben verhilft.

Mein Blog „Faszination Mannequins“ stellt hier nicht nur einige meiner sehr schönen Exponate vor, sondern hier werden auch einige Informationen über dieses Thema der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, die u.a. auch in meinem Fachbuch erwähnt sind. Ich hoffe Sie also auch zum Staunen zu bringen; viel Spass!

Lachendes „Running girl“ aus der Serie „Viva Sports“ vom japanischen Hersteller KYOYA, mit der Nummer W 204

Natürlich verlangte auch die aufstrebende Wirtschaft Japans, Ende der 70er- und 80er Jahre, nach modernen Produkten in der Schaufensterdekoration. So entstand einer der bedeutendsten Hersteller von Mannequins für den Markt in Fernost: KYOYA. Diese Firma wurde in Europa durch die deutsche Manufaktur Jung Figuren vertreten, weshalb auch auf unserem Kontinent viele, vor allem weibliche Schaufensterpuppen, verkauft wurden, die da und dort nun immer wieder auf ebay zum Verkauf stehen. Doch sie sind sehr selten, wenn auch nicht unbedingt bei den Sammlern so beliebt wie Adel Rootstein Figuren.

Titelblatt des KYOYA Katalogs aus den 80er-Jahren „Viva Sports“, mit der rennenden Figur W 204 rechts im Bild

Gewisse Sportarten, mit denen sich Fitness und Spass verbinden liessen, sowie jedermann fast überall und jederzeit ausführen konnte, verbreiteten sich über die gesamte industrialisierte Welt der wirtschaftlich mächtigsten Länder des gesamten Erdballs. Jogging gehörte zum Lifestyle und signalisierte eine Form des neu zelebrierten Individualismus. Jung, sexy, dynamisch hiess die Losung, nachdem der Stern der Hippie-Epoche in den 70er-Jahren bereits wieder stark am sinken war.  Und was könnte aus dem „Land des Lächelns“ Japan anderes kommen als lachende Mannequins? Viele KYOYA-Schaufensterfiguren lassen sich an ihren lachenden und fröhlichen Gesichtern erkennen; und Sammler, die diese Ära lieben, denken oft etwas wehmütig an jene unbeschwerten Zeiten zurück, die im Grunde von vielen Menschen sicher nicht völlig unbeschwert erlebt wurden. Es gab Krieg, Naturkatastrophen, das Reaktorunglück in der russischen Stadt Tschernobyl usw. Doch in den Schaufensterauslagen herrschte das grundlegende Lebensgefühl vor, das die Stimmung in der Bevölkerung der zivilisierten Welt widerspiegelte. Mittendrin fröhliche Mannequins von KYOYA. Erst rd. zehn Jahre später wurden sie von kopflosen, abstrakten „Eierköpfen“ (Egg-heads) abgelöst; gesichts- und ausdruckslos. 

Viva Sports Katalog von KYOYA, anfangs der 80er- Jahre
KYOYA W 204 aus der Serie „Viva Sports“

Mit ausdrücklicher Genehmigung eines befreundeten Fotografen, Reinhold Bader, publiziere ich hier einige Bilder von der W 204, die er in seinem Studio in Deutschland gemacht hatte. 

KYOYA W 204 in sexy Unterwäsche
Dieses Lachen ist ansteckend….
Copyright: Franzisco Javier Martinez Irastorza

Auch bei einem weiteren Sammler in Spanien und Freund von mir befindet sich ein Exemplar der W 204.

https://www.facebook.com/groups/1421401701505882/posts/3034872473492122

Eine KYOYA W 204 in der Sammlung eines Kollegen in Neuseeland, (Copyright) Adam Raynbird.
Copyright supermannequin.com

Ein komplett restauriertes Exemplar befindet sich in den USA, in der Sammlung von „supermannequin.com“:

https://www.supermannequin.com/product-page/laughing-girl-by-kyoya-mannequins

Copyright supermannequin.com
Copyright supermannequin.com (siehe Link unten)

https://photos.google.com/share/AF1QipNbuotGehOFRZZmcXHD8cmIjbb-3Kivn7-IkoC2uh_gX2SIiCOR9jwEjHaLKhfjCg?key=dGZtVENKeTlnVl9iOWhKbWRRdmxzNEFUdnBrWFdB

Im obigen Link findet man eine umfangreiche Bildergalerie von dieser Figur.

KYOYA W 204, lachende Figur

Leider habe ich bisher nur den Torso gefunden und kaufen können (Bild oben). Immerhin ist nun aber jemand in meiner Nähe, die ausnahmslos sämtliche Witze von mir lustig findet (wie man im Bild oben sieht) = DD!

Cyrill Steiger wakes old mannequins from their „sleeping beauty“ (englische Übersetzung)

https://www.argoviatoday.ch/aargau-solothurn/cyrill-steiger-weckt-alte-schaufensterpuppen-aus-ihrem-dornroeschenschlaf-146533780?fbclid=IwAR32ztsikn7Bl6X_fZuLoeGd-4hUoCMVs2bGtDTWbV3pyOeKYcmDD-0tmlE

„A good friend of mine has gone bankrupt with his clothes shop,“ Cyrill Steiger explains to ArgoviaToday when his unusual hobby was born. „And then I bought a mannequin from him that he would have probably thrown away otherwise.“ Of course he wanted to do his colleague a favor with it, but – and Cyrill Steiger says this with a mischievous smile and a wink – this doll was strikingly similar to one of his past loves. A little later, a second and then a third mannequin was added. „At some point it became my passion to save them from destruction and to see them in terms of saving old cultural assets.“

Inspiration from a young age

Cyrill Steiger has fond memories of his paternal grandmother, who, as a sculptor, sometimes modeled life-sized people out of clay, from which bronze statues were ultimately cast. „The more I delved into the subject of mannequins, the more I was fascinated by them,“ he recalls.

His maternal aunt and grandmother were seamstresses. So he caught the flair of the French haute couture of the time early on – Dior, Yves or Saint Laurent. Cyrill Steiger is a fashion and advertising photographer by profession.

Sustainable «craftsmanship»

According to Steiger, old mannequins are always a reflection of the time in which they were produced and used in shops. One speaks of „utility art“, explains Cyrill Steiger and he wants to offer this cultural heritage, which would otherwise be forgotten, a place worthy of it. He refers to this place as a „pony yard,“ a life raft where they are meticulously cleaned, repaired when necessary, and makeup touched up. „If necessary, one can be cobbled together from two defective figures,“ he says. Because Cyrill Steiger knows his way around very well and can recognize the different manufacturers and their series, nothing is thrown away unnecessarily.

The styling as the end product

Hunters have their trophies stuffed and hang them on the wall. Groundhoppers enter the football stadiums they have visited in a list. „And what are you doing with the mannequins, Mr. Steiger?“ ArgoviaToday asked him. „Neither of them,“ he says, laughing. With him, the end product is a suitable styling, which can also change again and again. From this point of view, each mannequin is an overall work of art that is as appealing as possible. Cyrill Steiger obtains the clothes from second-hand shops and flea markets. There, a saleswoman looked at him questioningly: „Is that for the girlfriend?“ He replied: „Which do you mean? the ex? It’s gone – I sold it!“ What is meant, of course, is the doll.

Mannequin von New John Nissen / Schläppi aus der Serie „Attitude“, mit den Nummern F3 und F8

Eine neue „Attitude“ von New John Nissen hat den Weg zu mir gefunden. Über meine erste Figur aus dieser Serie (F06 Torso und F05 Beine) hatte ich bereits vor vier Jahren einen Artikel hier geschrieben:

Nun kommt eine weitere Figur hinzu, die zwar in ihrem bisherigen Leben einige Blessuren abbekam, vor allem im Gesicht. Aber dies lässt sich restaurieren. Mir ist es wichtig, dass sie gerettet wurde, denn wie ich vernahm, wäre sie beinahe zersägt worden.

Ich glaube man sieht es ihr förmlich an, als sie verträumt aus dem Seitenfenster meines Autos blickte (Bild 01), hoffnungsvoll in ihre neue Zukunft. Fast schon in royaler Geste winkte sie mir zurück, als ich als „Paparazzo“ ihre Ankunft in Bildern festhielt (Bild 02). Noch bevor sie richtig geputzt werden wird, hatte sie ihren ersten Fototermin im Atelier. Kurze Haare stehen ihr gut und lenken ein wenig von den „Kampfspuren“ aus vergangenen Tagen ab (Bild 03 und 04).

Ihr Torso trägt die Nummer F03, wie ihre Arme auch. Die Beine sind mit der Nummer F08 angeschrieben und in einem erstaunlich guten Zustand. 

Im Vergleich zu meinen Bildern ist ihr Originalzustand anhand vom Katalogbild ersichtlich (Bild oben). Nach der Restaurierung wird sie diesen Zustand wieder annehmen.

Hindsgaul „Twenty2“, Nummer 7102 – die ganze Story

Als ich meine erste Hindsgaul-Schaufensterpuppe aus der Serie „Twenty2“ kaufte (Nr. 7115), suchte ich nach dem Katalog im Internet und fand einige aufschlussreiche Seiten, auf denen das folgende Bild einer Hindsgaul-Figur aus der Serie „Twenty2“ auffindbar war. Es ist eine 7102, die mit einem dicken, roten Mantel in einem Waldstück unterwegs ist mit einer männlichen Figur und einem Hund, der echt ist.

Links die Hindsgaul nr. 7102 aus der Serie „Twenty2“

Ich war von diesem Bild so begeistert, dass ich dieses Gefühl nicht in Worte fassen kann. Es hat so etwas magisches! Es scheint ein Moment, ein Augenblick eingefroren zu sein, in dem zwei Menschen unbeschwert und glücklich auf einem Weg im Frühling durch den Wald spazieren gehen und sie scheinen sich zu mögen. Er achtet auf sie und sie strahlt über das ganze Gesicht; eine ganz tolle Szene, wie ich finde – und man darf nicht vergessen, für die damalige Zeit (1972) etwas völlig neues. Mit langem gestreckten Schritt geht sie neben ihm, selbstbewusst, modern (mit Hosen) und blond gelockt, sehr weiblich. Ich sagte in einem Telefongespräch zu einer Bekannten: „Die ist so wunderschön und hat eine so tolle Ausstrahlung! Ich wünschte mir, ich könnte irgendwann einmal so eine finden.“ Doch so alte Figuren sind extrem selten, selbst wenn diese Serie zu einen der grössten dieses Herstellers zählt. 15 Frauen und 10 Männer sind sie alle zusammen. Doch Hindsgaul hat dutzende von Serien mit hunderten von Figuren über Jahrzehnte produziert. Ich sah es ja bereits als grosses Glück an eine 7115 erwerben zu können. 

Dann entdeckte ich im Internet dieses Bild mit einer Schaufensterpuppe im Gegenlicht, mit einem Handy aufgenommen. Aber ich wusste natürlich sofort, das ist sie, die 7102, welche ich seit Jahren suche – und im ersten Augenblick wollte ich es kaum glauben, dass sie zum Verkauf stand, nur rd. 10 Minuten mit dem Auto von mir entfernt. Was für ein Glücksfall. Aber das Bein und die Arme waren kaputt und auch das Gesicht und die fahlen Augen zeugten von vielen Stunden, Wochen und Monaten, gar Jahren, in welchen sie einem direktem Sonnenlicht vermutlich ausgesetzt war. Sie war dreckig und hatte am Kopf ein riesiges Teppichband, womit man früher wohl Perücken festgeklebt hatte. Es gelang mir alles zu entfernen, sie sauber zu putzen und für die Restaurierung vorzubereiten.  

Die alten Wimpern sind ausgekratzt, die Leimspuren und Kleber alle entfernt und bevor ich sie auf die Reise zum Restaurator Hasan Akpinar schickte, gab es noch ein Selfie mit ihr zusammen und obwohl mir die Trennung schwer fiel, hatte ich ihr versprochen, dass sie die schönste „Twenty2“-Figur auf der ganzen Welt werden würde – und wie man sieht, freuten wir uns darauf. 

Das Makeup hatte ich mir ganz genau vorgestellt, wie es am Ende sein sollte. Doch liess ich Hasans Ideen und Vorschläge wie immer mit einfliessen, denn bisher hat er immer genau verstanden, was ich will und mit seinen Änderungen dann noch die Krone aufgesetzt. So wollte ich dieses freundliche Gesicht zum Strahlen bringen und sie sollte auf ihre Art Unbeschwertheit verkörpern, nicht luftig gedankenlos, schon erdverbunden, aber leicht, beschwingt, irgendwie sorglos, mit ansteckendem Lächeln. Gleichzeitig sollte es ein Makeup sein, das die beginnenden 70er-Jahre widerspiegelt, zeitgemäss bleibt, aber ebenfalls moderne Komponenten mit einfliessen lässt, als eine Art Interpretation auf die heutige Zeit adaptiert, in der seit kurzem die Mode der 70er-Jahre wieder voll im Trend liegt.

Dies bedeutete also helle, graublaue Augen, pastellfarbene Töne und nicht zu kräftige Lidschatten, wie dies in den 80er-Jahren aufkam. Ich wollte für die Lippen eine jugendliche, frische Farbe, die daran erinnert, dass „Twenty2“ – übersetzt „Zweiundzwanzig“) – von Hindsgaul eine Serie im Hinblick auf junge Käuferinnen und Käufer war. Twen’s eben, d.h. solche die schon nicht mehr im Teenageralter sind. Perlmutt Lipgloss war genau das Richtige, wie ich fand und ich war schon etwas überrascht, als ich las, dass dieser Style anfangs der 70er-Jahre tatsächlich total angesagt war.

Entscheidend war die Wahl der Farbe für den Lidschatten, den Lidstrich und die Brauen. Ich orientierte mich am dezenten 70er-Jahre Makeup, mit dem noch aussen im Spitz ausgezogenen Lidstrich.

Im ersten Foto unten sind die beiden Zeichnungen links gemeint. Das Makeup aus dem Jahr 1973 (Bild unten in der Mitte) hat zwar für die Zeit authentische Brauen, doch sie passen nicht zum Gesicht der Schaufensterpuppe. Rechts im Bild unten das typische 60er-Jahre Makeup von Jean Shrimpton. Das war mir zuwenig zeitgerecht. 

Der Bewegungsspielraum war also ziemlich schmal und der Balanceakt in der Wahl der Vintage-Komponenten mit moderner Interpretation herausfordernd.

Sowohl die unteren drei Bilder waren für mich enorm inspirierend, die aus den frühen 70er-Jahren stammen…….

…als auch folgendes, modernes Makeup, das durch die Vintage-Komponente der 70er-Jahre einen faszinierenden, anziehenden Aspekt erhalten sollte. Mit dem Vorschlag von Hasan für den Lidschatten die lila Fliederfarbe mit weichem Rouge vermengt zu benutzen, klang für mich einfach überzeugend und perfekt. Und heute 12.03.2022 bekam ich von ihm bereits die ersten Bilder der noch nicht ganz vollendeten Figur zugeschickt. Ich bin so gespannt, wie sie am Ende nach den kleinen kosmetischen Feinheiten, die nun noch dazu kommen aussehen wird. Was für eine Verwandlung! 

Copyright Hasan Akpinar, SanVision GmbH, 2022

75’000 Besucher /Visitors of this unique blog, dieses einzigartigen Blogs

Dear visitor of this blog, lieber Besucher von diesem Blog (please use Google translate for the text; thank you. Enjoy the articles):

Für alle bisherigen und zukünftigen Spenden, mit denen Sie die aufwändige Arbeit, die hinter dem Aufbau dieses Mannequin-Informationstools steckt, unterstützen, bedanke ich mich ganz speziell. So ist der freie Zugang ohne Mitgliederbeitrag, sowie die Nutzung ohne Werbebanner – zumindest bis jetzt – möglich (bitte benutzen Sie den Spendebutton / please use the donatonbutton).

Thank you very much, merci beaucoup, grazie mille, vielen Dank für das rege Interesse an den Inhalten und Artikeln, sowie Bildern und Information in diesem in dieser Form weltweit einzigartigen Blog über Schaufensterfiguren „Faszination Mannequins“

Wie die Blogstatistik verrät, besuchen diese Seite natürlich schon überwiegend deutschsprachige Interessierte, aber auch Menschen aus der ganzen Welt, von Neuseeland über ganz Europa den USA bis Südamerika. Die Beliebtheit kann ich aus allen diesen positiven Zuschriften ableiten, die ich von Sammlern, aber auch Laien erhalte, die mich vor allem über Google-Suche finden, da ich in den meisten sozialen Medien, wie Twitter, ausser Facebook, nicht vertreten bin (also keinen Account besitze). 

„Wenn man sich über Schaufensterpuppen informieren will, kommt man an Ihrem Blog nicht vorbei! Super gemacht…. dort haben wir auch schon oft gestöbert.“ (Juni 2020, Tanja’s Mannequins). Nun, eines der Motive, welches für mich im Vordergrund steht dieses Blog zu publizieren ist, in einem Informationspool möglichst viele Daten zu sammeln, die ich in stundenlangen Recherchen im Internet (es gibt keine Fachliteratur!), oder in persönlichen Gesprächen mit Sammlern zusammengetragen habe. Irgendwann, in zehn, zwanzig Jahren ist das Wissen sonst verloren und die „goldene Ära“ der Mannequins nur noch als matt und fahl wirkende Erzählungen im Geschichtsbewusstsein der Menschen präsent, wenn überhaupt. Mit diesem Blog möchte ich die Geschichte lebendig behalten, den Laien diese Gebrauchskunst näher bringen, von der eine ganz spezielle Form der Ästhetik ausgeht, die Zeitzeugen von Modetrends, ja sogar von sozialen Strukturwandeln sind. Mannequins aus Kunstharz sind in ihrer Form und in ihrem Ausdruck als industrielles Erzeugnis dem Menschen, d.h. ihrem Schöpfer am ähnlichsten.

Aufgrund aktueller Ereignisse habe ich etwas wenig Zeit gefunden in den letzten paar Monaten weitere Artikel zu schreiben. Themen und Ideen habe ich genug. Die Nachfrage nach Informationen ist sehr gross.

WICHTIG / IMPORTANT: Besonders bei sehr alten Schaufensterfiguren ist es oft kaum mehr möglich absolut genau Informationen zu erhalten. Recherchen sind sehr aufwändig und für die hier gemachten Angaben übernehme ich keine Gewähr. Entdeckte Fehler werden zeitnah geändert und ernst zu nehmenden Hinweisen gehe ich unmittelbar nach. Danke für Ihr Verständnis.

Die atemberaubende „Leslie“ mit der Seriennummer PW03 aus der Serie „Beauties“ von new John Nissen

Jenny, Leslie und Grace sind die drei Kopfvarianten innerhalb der Serie „Beauties“ von New John Nissen. Über die verträumte Grace habe ich bereits einen Artikel geschrieben: 

Lady Caroline Percy aus der Serie „Aristocrats“ von Adel Rootstein mit der Seriennummer AG01

Aufgrund der weltweiten Vernetzung über die sozialen Medien und Kontakte zu vielen professionellen Sammlerinnen und Sammler von Schaufensterpuppen, rund um den Globus, erhielt ich von einem in der Branche sehr bekannten US-Amerikaner im Juli 2021 den Hinweis, dass es sich bei dem von mir gezeigten Mannequin der Firma Adel Rootstein, aus der Serie „Aristocrats“ mit der Seriennummer AG01 nicht um Lady Jacqueline Rufus Isaacs handeln kann, wie ursprünglich angenommen. Bei der Identifikation verwendete ich eine Liste aller Rootstein-Serien, mit den dazu gehörenden Nummern und Namen, wobei einige der Nummern mit dem in rot geschriebenen Vermerk „not identified“ (nicht identifiziert) gekennzeichnet sind. Von einigen dutzend Serien, sowie einigen hundert verschiedenen Figuren, sind gerade einmal zwei Serien („Go Go“ von 1960 und „Aristocrats“ von 1968) und ein knappes Dutzend Namen von diesem Umstand betroffen. Sie gehören zu den ältesten Serien von Adel Rootstein – über 50 und bis zu 60 Jahre alt – , da kann es verständlicherweise zu Fehlern bei der Identifikation kommen. In der mir zur Verfügung stehenden, offiziellen Liste steht bei der Serienbezeichnung „Aristocrats“ unter Nummer AG01 Lady Jacqueline Rufus Isaacs, weshalb ich umfangreiche Recherchen über diese Person anstellte und am 12.06.2021 hier publizierte (siehe Link unten, bald auch mit der korrigierten Fassung).

https://faszination-mannequins-schaufensterfiguren.blog/2021/07/

Diese Figur war kein „Schläppi“-, sondern ein Rootstein-Mannequin, mit der Seriennummer AG01 aus dem Jahr 1968.

Bereits beim Ankauf des Mannequins war ich am Anfang etwas irritiert, da der Verkäufer im Inserat schrieb, es handle sich um eine Figur von der Schweizer Firma Schläppi und ich mir dazu keinen Reim machen konnte. Zu verschieden sind die typischen Merkmale. Bei der Abholung war mir schnell klar, dass es eine Rootstein-Figur war und nachdem ich die Seriennummer ablesen konnte, begann ich mit den Nachforschungen. Dazu gesellte sich die Hilfe von zwei Sammlerkollegen, David Williams und Zsolt Poka, welcher mir sogar einige Seiten des originalen Katalogs zuschickte; ein unverzichtbares Instrument, bei der Identifikation einer Schaufensterpuppe (siehe Bilder unten). 

Titelseite des Rootsteinkatalogs der Serie „Aristocrats“ aus dem Jahr 1968
Lady Caroline Percy mit der Seriennummer AG01 von Adel Rootstein, Serie „Aristocrats“.
Bild der real lebenden Lady Caroline Percy https://www.flickr.com/photos/fawbs/7494216402

Mir fiel natürlich schon auf, dass meine neu erworbene Schaufensterpuppe eine andere Gesichtsphysiognomie besass als Lady Jacqueline Rufus Isaacs. Doch ich vertraute der oben genannten Liste, in der Lady Caroline Percy nicht enthalten war. Doch Letztere stand für die Figur AG01 Modell – und somit kann von den „not identified“-Figuren eine zweifelsfrei zugeordnet werden.

Wie in meinem Blog hier schon an anderer Stelle beschrieben, sind bei diversen Herstellern (Rootstein, Hindsgaul, New John Nissen usw.) innerhalb einer Serie die diversen Teile (Arme, Beine, Torsen) untereinander austauschbar, da die Verbindungen absichtlich so konstruiert wurden. Manchmal waren die Teile sogar serienübergreifend kompatibel. Sofort fällt auf, dass meine Caroline nicht die selben Beine hat, wie im Katalog. Sie besitzt die Beine von der Figur AG12 (siehe Bild) und die Arme sind auch von anderen Posen zusammengestellt worden. 

Manchmal wurden innerhalb einer Serie von Schaufensterfiguren die untereinander kompatiblen Einzelteile (Arme, Beine und Torsen) individuell zusammengestellt, nicht „streng“ nach Massgabe des Kataloges. Bei meiner neuen Lady Caroline Percy mit der Nummer AG01 (Torso), sind die Beine von der Pose AG12 und die Arme auch von anderen Posen innerhalb der Serie.

Lady Caroline Percy ist am 03.05.1947 in England als Tochter des 10. Duke of Northumberland (Hugh Percy) und der Duchesse of Northumberland (Elizabeth Diana Percy) geboren (Quelle: peoplepill.com).  In der Serie „Aristocrats“ sind einige britische Berühmtheiten der damaligen Zeit repräsentiert: Lady Mary Gaye Curzon, Lady Caroline Percy, Lady Jacqueline Rufus Isaacs und  Mrs Laurie Newton Sharp. Die Serie wurde 1968 gefertigt (siehe Link).

https://www.rootstein.com/collections/aristocrats

Meine Lady Caroline Percy geputzt und neu gestylt…..
„Hand made“: 1968 wurden die Schaufensterfiguren noch von Hand und mit dem Pinsel bemalt, weshalb bei diesen alten Mannequins die Struktur sichtbar ist und eine moderne Restaurierung diese zerstören würde….

Almax International, Serie „Mavis“ mit der Seriennummer 3700 – 3720

Vor gut 30 Jahren (1992) hat Almax , eine italienische Manufaktur für Mannequins, welche damals auf allen Kontinenten vertreten war, die Serie „Mavis“ auf den Markt gebracht. Sie taucht in den diversen Sammlungen von Schaufensterfiguren rund um den Globus selten bis gar nicht auf. Zu sehr sind die drei Marken Adel Rootstein, Hindsgaul und New John Nissen im Fokus, wonach Figuren von Almax untervertreten sind, oder ganz fehlen. Von der Serie „Mavis“ wüsste ich spontan niemand, der diesen Figuren noch Aufmerksamkeit schenkt, aus mir nicht näher bekannten Gründen. Umso wichtiger erscheint mir, sie hier zu erwähnen, auch wenn ich selber die Gesichtsphysiognomie nicht als wirklich „grossen Wurf“ bezeichnen würde. Aber dieser Ausdruck ist so eigen und speziell, dass er – vor allem dem etwas geübten, geschulten Auge – sofort auffällt; und das ist und war auch das Ziel, ein Wiedererkennungswert mit einem Mannequin so zu verknüpfen, wonach auch die von ihr getragene Mode im Unterbewusstsein damit assoziiert wird. Jedenfalls brauchte ich nicht mehr als ein paar Sekunden beim erstmaligen Betrachten des Inserates (Bild unten) von einem Dekorationsgeschäft, in dem einige Schaufensterpuppen zum Verkauf standen, um von den Damenfiguren die „Mavis'“ zu identifizieren (die dritte von links, vorne und die zweite von rechts, hinten).

Mein Verdacht, dass es beim Entfernen des Plastiks, der als Staubschutz diente, eine Überraschung geben könnte, bestätigte sich zwar teilweise. Die schwarzen Klebebänder haften äusserst hartnäckig und sind nur mit viel Geschick sowie Übung in nützlicher Zeit zu entfernen. Immerhin waren die beiden Figuren, die ich kaufte (von insgesamt 4 Damenfiguren von der Serie „Mavis“, welche zum Verkauf standen) unbeschädigt. Doch die Arme waren falsch montiert, was bei praktisch einheitlichen Schulterkupplungen noch schnell passieren kann. Oft stehen den Besitzern keine Kataloge zur Verfügung….. 

Titelseite, Almax Katalog „Mavis“ (Link leider nicht mehr verfügbar; Foto aus meinem Archiv).

Cool, lässig, frisch, dynamisch, modern – 30 Jahre her; Beginn der 90er-Jahre. Das Gesicht trägt schon lange nicht mehr dieses typisch Weibliche, was damals bis anhin geschlechtsspezifisch hervorgehoben wurde. Enge Hose, Stiefletten, kurze, stylische Lederjacke, welche auf die Taille geschnitten und mit kurzen Ärmeln als Blouson etwas Maskulines und Urbanes, Rebellisches an sich hat. Zufällig oder nicht, steht unscharf im Bild hinten rechts ein Motorrad. Das VOGUE-Lexikon verrät uns etwas mehr über die Geschichte und Bedeutung dieses noch bis heute mit einem leichten Stigmata behafteten Kleidungsstück.

https://www.vogue.de/mode/mode-trends/lederjacken

„Der Geschichte der Fliegerjacke zum Trotz kann sie mit ihrer Blouson-Silhouette sowohl von Männern als natürlich auch von Frauen getragen werden. Dabei eignet sie sich perfekt für frische Herbsttage sowie warme Wintertage.“ 

Portrait aus dem „Mavis“-Katalog von Almax. https://artsandculture.google.com/exhibit/almax-mannequins-between-craftsmanship-and-technology/aQKSfar4FgW0Jw

Es mag also durchaus sein, dass die Firma Almax mit der Serie „Mavis“ schon damals auf den frühen Trend reagierte, der sich heute ganz selbstverständlich in die aktuelle Begrifflichkeit einordnet, wobei sowohl männliche als auch weibliche Attribute im Zusammenhang mit der Genderdiskussion mehr und mehr ineinander verschmelzen. Ob diese Intention bei der Gestaltung des Gesichtes eine Rolle gespielt hat, entzieht sich meiner Kenntnis, ist also rein spekulativ, aber ein interessanter Standpunkt.

Das weltberühmte Model Kate Moss im Leder-Blouson https://www.pinterest.de/pin/322640760785239870/

Die Stilikone Kate Moss trägt schon seit Beginn der 90er-Jahre Lederjacken, wie dieses coole, kurzgeschnittene Blouson, wie es ähnlich die „Mavis“ auf dem Titelblatt der Almax-Serie trägt.

Almax International, Serie „Mavis“, Nr. 3700 (rechts) und 3708 (links), kurz nach dem Kauf und vor dem Verlad, bzw. dem Nachhauseweg. Einen Teil der schwarzen, silbernen und anderen Klebebänder habe ich bereits entfernt. Später hat eine Bekannte die Figuren mit viel Geduld sauber geputzt.

Die zwei gekauften Almax-Figuren aus der Serie „Mavis“ besitzen nun ihre adäquaten Arme, was unschwer einer Überprüfung mit dem Katalog standhält (Bilder unten).

Almax-Katalogseite der Serie „Mavis“. Im unteren Rechteck rechts (im Bild) erkennt man die Pose mit der Nr. 3700 und der Kopfnummer E 68.
Almax „Mavis“, die Figur oben rechts mit der Nr. 3708 ist die Figur links auf dem Foto oben der beiden gekauften Mannequins
Almax „Mavis“ 3700 im Zwischenlager, vor dem „Wellness-Weekend“….
Almax „Mavis“ Nr. 3700 geputzt und bereit für das Fotoshooting.
Almax „Mavis“ Nr. 3700
Almax „Mavis“ Nr. 3708

Lady Jacqueline Rosemary Margaret Rufus Isaacs von Adel Rootstein, in der Serie „Aristocrats“ von 1968

ACHTUNG / ATTENTION: Aufgrund der neusten Recherchen sind diese Angeben in diesem Artikel in Bezug auf die Figur mit der Seriennummer AG01 nicht mehr korrekt und dieser Beitrag wird entsprechend angepasst (vgl. „Lady Caroline Percy“

Lady Caroline Percy aus der Serie „Aristocrats“ von Adel Rootstein mit der Seriennummer AG01

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1968. Adel Rootstein entschliesst sich, eine junge, schöne und begehrte Frau in der aristokratischen High Society in ihre damals neue Mannequin-Kollektion aufzunehmen: Lady Jacqueline Rosemary Margaret Rufus Isaacs hiess sie mit vollem Namen – kurz Jackie – , die durch eine angebliche Affäre mit dem Gemahl der Prinzessin Margaret, Lord Snowdon, sowie den entsprechenden Storys auf den Titelseiten der Boulevardpresse berühmt wurde. Antony Charles Robert Armstrong-Jones – kurz Tony (Lord Snowdon) – lernte Jackie bereits im Alter von 14 Jahren kennen, da ihre Eltern (Lord and Lady (Margot) Reading in der Nachbarschaft wohnten. Als Jackie 21 Jahre alt war, begann die Affäre mit dem berühmten Fotografen, der aber Hausverbot erhielt, als diese aufflog, bzw. der dringende Verdacht aufkam, da könnte ein Skandal die königliche Familie in Ungnade bringen. (Quelle, siehe Link)

PressReader.com – Zeitungen aus der ganzen Welt

Lady Jacqueline Rufus Isaacs mit Lord Snowdon (ca. 1971) Quelle: Lord Snowdon: Final part of Anne De Courcy’s biography | Daily Mail Online

By 1968, at the age of 21, she was a favourite of the gossip columns – slim, blonde, sexy, well-educated and sharp-witted, a model and an acknowledged beauty.“  Im Jahr 1968, im Alter von 21, war sie bevorzugt in den Klatschspalten (der Presse) erwähnt – schlank, blond, sexy, gebildet und scharfsinnig, ein Model und eine anerkannte Schönheit. (Quelle: The Lady & The Lord: Lord Snowdon & Lady Jacqueline Rufus Isaacs | The Esoteric Curiosa )

Schlank, blond, sexy und gebildet…. Lord Snowdon erlag dem Charme der jungen, 21-jährigen Lady Jacqueline Rufus Isaacs. Irgendwie verständlich 😉

Im März 1969 wurden die neuen Mannequins von Adel Rootstein in den USA präsentiert, mit dem zutreffenden Seriennamen für die neue Kollektion „Aristocrats“, wie auch einem Zeitungsauschnitt zu entnehmen ist (Quelle: (1) Vintage mannequins : Rootstein announces The Aristocrats line, March 1969. | Facebook)

Neben Lady Jacqueline Rufus Isaacs gehören Lady Carolyn Percy, Lady Mary Gaye Curzon und Laurie Newton Sharp in diese Serie von 1968.

Titelbild de Originalkatalogs von 1968 der Serie „Aristocrats“ von Adel Rootstein. (Quelle: (1) Facebook) > Adel Rootstein
Ein wirklich aussergewöhnliches Zeitdokument (Screenshot aus einem Video / Copyright Pathé-film, England): Freundlich, aber bestimmt, richtet Adel Rootstein persönlich den Kopf von der jungen, schönen Lady Jacqueline Rufus Isaacs so aus, dass ihre Haltung ihrem Ebenbild – links neben ihr – als Mannequin entspricht. (Quelle: (101) Debs Model For Display Dummies (1969) – YouTube)

In einem „tumblr“-Blogbeitrag fragt ein gewisser „lieutenant-sommers“, ob der Autor etwas mehr Informationen über Jeremy Brett liefern könne, der ebenfalls von Adel Rootstein als Schaufensterfigur produziert wurde. In diesem Zusammenhang fällt der Name Lady Jacqueline Rufus Isaacs (Quelle: …my healthy holmes obsession… — Can I ask you about the Brett Rootstein… (tumblr.com)

Jeremy Brett mit einer Schaufensterfigur unter dem Arm….. (siehe Link oben). Anhand der Beinstellung und dem Gesicht, gehe ich davon aus, dass es sich um die Figur Lady Jacqueline Rufus Isaacs, mit der Seriennummer AG 1 handeln muss.

Auf einem Foto trägt der echte Brett eine Schaufensterpuppe unter dem Arm. Es handelt sich dabei mit grösster Wahrscheinlichkeit um die Figur aus der Serie „Aristocrats“ mit der Nummer AG 1, d.h. um eine Pose mit parallel stehenden Beinen und einem leicht zur linken Schulter geneigten Kopf, was letztlich zur Identifikation von Lady Jacqueline Rufus Isaacs führt.

Meine neue Adel Rootstein Schaufensterfigur aus dem Jahre 1968 mit der Seriennummer AG 1, aus der Serie „Aristocrats“ – eine Lady Jacqueline Rufus Isaacs… Sie muss zuerst noch gereinigt und gestylt werden (Foto vom Verkäufer / eigene Fotos folgen). Möglicherweise ist der linke Arm nicht original…

Zur Serie „Aristocrats“ gehört noch die Figur (die Figuren) einer älteren Lady mit dem Namen Laurie Newton Sharp (siehe Bild unten).

Laurie Newton Sharp von der Serie „Aristocrats“ mit den Seriennummern AG 7, AG 8 und AG 9.

„Jackie“ Isaacs damals und heute (vor rd. 10 Jahren):

Foto Peter Sellers
Foto WSPA (Quelle Wild for WSPA committee member Lady Jacqueline Rufus-Isaac… | Flickr)