Königin „Neferet iti“, od. „Nofretete“ (dt. „Die Schöne ist gekommen“) inspirierte John Galiano (Dior). Wer steckt in diesem royalen Kostüm? Erin O’Connor!

1912 wurde von Ludwig Borchardt während einer Ausgrabung eine der bedeutendsten Funde seit der Forschungstätigkeit im Bereich der Altägyptischen Kultur gemacht: er fand die lebensgrosse Büste der Königsgemahlin von Echnaton, „Neferet iti“ (Nofretete). Das aus Kalkstein und Gips gefertigte Abbild dieser weltberühmten Pharaonin kann man im Mesum in Berlin bestaunen und gehört zusammen mit den Grabbeigaben von Tut Ench Amun zu den bedeutendsten Schätzen der Menschheitsgeschichte.

 

Nofretete (History today)

Schon ihr Blick, die Linien des Profils, ihre strengen und doch ästhetischen Gesichtszüge; sie war vielen Künstlern auch rd. 3’600 Jahre später eine Inspiration. John Galiano von Christian Dior kreierte ein opulente Modenschau zu diesem Thema und liess ein damals weltberühmtes Modell über den Laufsteg schweben (vgl. Fotos weitr unten).

 

 

 

 

 

Erin O’Connor als Königin „Nefertari“ (VOGUE, 24.11.2017)

Natürlich ist sie wie auf den ersten beiden Bildern oben kaum zu erkennen: Es ist Erin O’Connor, einer der Supermodels der 90er-Jahre. Auch sie ist der Firma Adel Rootstein für eine Kollektion Modell gestanden (im Schwarz-Weiss-Bild oben rechts, nebeneinander die echte Erin O’Connor und links ihr Ebenbild als Rootstein-Mannequin). Die eine Figur aus der Serie „Supermodels“ trägt die Nummer ER01 (mit derjenigen Pose, in welcher sie mit der rechten Hand sich an die Wange fasst). Wie eine Göttin, so schön ist sie…. (mehr Infos und Bilder hier demnächst….)

Die eindrucksvollen Bronceplastiken von Flora Steiger-Crawford, einer begnadeten Bildhauerin

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Sie standen sowohl im Garten und als auch in der von Licht durchfluteten Wohnung, die mehrheitlich riesigen, überlebensgrossen Plastiken meiner Grossmutter väterlicherseits. Sie waren aus Bronze gefertigt und dem entsprechend schwer. Bruno, ein Hüne, war ein  stattlicher Mann, der sicher eine halbe Tonne wog. Er gehörte noch zu jenen Figuren, die sie vor ihrer künstlerischen Phase anfertigte, als Alberto Giacometti sie mehr und mehr inspirierte. So wurden diese wohlgeformten Frauen und Männer immer dünner und dünner und entsprechend leichter. Abstraktion hat auch seine ganz konkreten Vorteile. In der Bildmitte im Hintergrund (oben) ist das Atelier zu erkennen, das an den zentralen Wohnraum angrenzt. Mit dem wabenförmigen Grundriss, den mein Grossvater entwarf, sollte der räumliche Eindruck von Weite und Offenheit entstehen, wodurch selbst grosse Plastiken (s. diejenige im Atelier > Foto oben) nicht allzu wuchtig wirken.

Wohnung mit Atelier, Bergstrasse Zürich

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Völlig offen und frei auch der Blick nach Osten ins Grüne, so als wäre das Blattwerk der nahen Bäume die Kulisse, welche an den bühnenartigen Balkon angrenzt. 1987 habe ich auch einmal für kurze Zeit im linken Zimmer gewohnt, wo eingebaute Falttüren einem etwas Privatsphäre garantierten. Nachts drang durch die geöffnete Glasschiebetüre nach innen das beruhigende Rauschen des nahen Baches, der gesäumt ist von hochstämmigen Bäumen.

Wohnung Bergstrasse Zürich, Blick nach Osten

Links im Bild ist eine kleine, dunkle Plastik auf einem runden Betonsockel zu erkennen. Dies war die Gipsstudie zur später entstandenen Bronzeplastik in menschlicher Grösse. Damit das Modell nicht mehr als notwendig posieren musste, hatte meine Grossmutter die kleine Figur angefertigt, welche als Vorlage diente. Ich war schon als Kind von der Schönheit dieser Frau fasziniert, von dieser enorm ästhetischen Haltung. Sie erinnert mich ein wenig an die Posen der Mannequins, die inzwischen dutzendweise in meiner Wohnung stehen.

Es ist ein heisser Sommer, das Korn ist geschnitten. Die goldenen Halme ragen aus dem trockenen Boden; und ich hatte kürzlich die Idee, die Gipsstudie während der goldenen Stunde im Stoppelfeld zu fotografieren, so als wäre sie eine nackte Garbenbinderin nach getaner Arbeit….?! Ich lasse die Bilder sprechen…

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