Artikel „Stehvermögen“ in der SZ (Süddeutsche Zeitung) vom 05.09.2014

Artikel „Stehvermögen“ in der SZ (Süddeutsche Zeitung) vom 05.09.2014

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Bildlegende, siehe Link zum Artikel oben: „Kevin Arpino ist der Kreativdirektor bei Adel Rootstein, einer der bekanntesten Manufakturen für Schaufensterpuppen mit Sitz in London. Arpino ist so etwas wie der Stardesigner der Branche. Seine Puppen werden zu Ralph Lauren, Tom Ford oder Harvey Nichols in die Welt geschickt.“

Natürlich war ich selber etwas verblüfft, während sich in den Anfangsjahren von meiner Sammelleidenschaft meine Kenntnisse über Schaufensterpuppen allmählich vertieften, als ich erfuhr, dass die meisten Mannequins von der Edelmarke Adel Rootstein Kopien von echten Models sind – in Kunstharz gegossen. Inzwischen besitze ich mehrere dieser Schönen, welche einst über die berühmten Laufstege der Welt stakten, u.a. Yasmin le Bon, die sich liegend auf meiner Empore räkelt.

Blogbeitrag über Yasmin le Bon

„Ralph hat wieder Yasmin bestellt. Schmaler Kopf, klassische Gesichtszüge, perfekte Brüste. Erst Mitte zwanzig, aber schon ihr ganzes Leben lang im Geschäft. Mal soll sie nur dastehen, mal die Hände in die Hüfte stemmen. Meistens hat sie lange Haare, manchmal trägt sie große Ohrringe, immer ist sie leicht gebräunt, Nuance »Macoccino«.“ heisst es im oben verlinkten Artikel der SZ. Mit „Ralph“ ist Ralph Lauren gemeint, ein berühmter Modedesigner aus den USA.

„Ralph ist der amerikanische Designer Ralph Lauren, und wenn er Anfang September eine neue Boutique in New York eröffnet, hat dort eine ganze Armada von Carolines und Yasmins zu stehen. Aufwendige Haare, natürliche Augen, volles Make-up – sie sehen wirklich fast aus wie echte Models. »Sie sind nur ein bisschen weniger zickig«, sagt Kevin Arpino mit einem Grinsen. Arpino, Anfang sechzig, ist der Kreativdirektor von Adel Rootstein, einer der bekanntesten Manufakturen für Schaufensterpuppen. Arpino hat Hunderte von ihnen entworfen. Modelliert werden sie nach dem Vorbild echter Models, nach Twiggy aus den Sechzigern oder Pat Cleveland aus den Siebzigern – oder, wie »Yasmin«, nach Yasmin Le Bon, dem britischen Topmodel der Achtziger, das mit Simon Le Bon verheiratet ist, dem Sänger von Duran Duran. Anschließend werden die Kopien aus Fiberglas in die Welt verschickt. Wo sie dann sieben Tage pro Woche in den Schaufenstern stehen, rund um die Uhr, ohne mit der Wimper zu zucken.“ (siehe Link)

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Echt und Kopie: gleiche Pose, gleiches Kleid und identische Schuhe (Bild oben). Nur die Haut- und Haarfarben differieren und lassen den Schluss zu, dass es sich links um die Schaufensterpuppe handelt.

„Was gilt denn in der Branche derzeit als schön, was für Puppen sind gefragt? »Mehr Make-up, mehr Haare, mehr Pose«, sagt Kevin Arpino, der sich damit selbst nicht besser beschreiben könnte. Er trägt das ganze Jahr gut gebräunten Teint, Undercut-Frisur, schwarze enge Jeans. Mit seiner durchgerauchten Stimme sagt er: »Die guten Mädchen müssen sich wieder abheben von all den gesichtslosen Puppen da draußen.« Denn bis vor Kurzem waren vor allem die »Abstrakten« gefragt, wie sie in der Branche heißen: Schaufensterpuppen ohne Gesichtszüge, ohne Ohren, ohne Haare. Sie sollten nicht ablenken von der Kleidung, sich jedem Stil anpassen. Nicht durch Hautfarbe und Körperform zu sehr einen Typ Kunden ansprechen – und andere abschrecken. Außerdem sparte man sich die ewigen Streitfragen: Zähne oder keine Zähne? Stilisierte oder echte Haare? Brustwarzen sichtbar: ja/nein?“ 

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Reparatur und Headchange: drei sitzende Iras von Adel Rootstein werden erneuert, d.h. durch ein Make-Over wieder für ein Schaufenster aufgepeppt. Die zwei Figuren links tragen skulpturierte Haare, wonach keine Perücke mehr notwendig ist. Bei Sammlern sind solche nur sehr selten anzutreffen.

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Von einigen Sammlern sind speziell frisierte Hartschalenperücken von Adel Rootstein sehr beliebt. Im Bild wird ein Torso einer Ulla bei Rootstein mit einer Kurzhaarperücke gestylt. Weitere Informationen über Ulla van Zeller im Link unten:

Blogbeitrag über „Ulla van Zeller“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Violetta Sanchez, die legendäre Muse von Helmut Newton und YSL

Jeder Begriff kann auf verschiedene Weise ausgesprochen werden, wogegen der Tonfall und die dabei erzeugte Mimik im Gesicht ihm Nachdruck verleiht, vor allem Exklusivität vermittelt, wenn es um hochwertige Produkte, oder aussergewöhnliche Persönlichkeiten geht. Gerade in der französischen Sprache wird mit gewissen Betonungen auf Umstände hingewiesen, die lediglich einer bestimmten elitären Gesellschaftsschicht zugestanden werden, sozusagen der Bourgeoisie. Schon dieses Wort wird mit einem spitzen Mund und halb geschlossenen Augen, theatralisch und etwas arrogant wirkend ausgesprochen und man hebt das Kinn dabei etwas in die Höhe, während einer gekünstelten Streckung vom Hals. Adel verpflichtet. Man sagt ja in gehobenen, vornehmen Kreisen nicht: „ich habe beinahe die Fassung verloren“, sondern „ich habe beinahe die contenence verloren…… mais oui!“ Ein Couturier ist dann im Olymp der Modeschöpfer angekommen, wenn nur noch seine Initialen geschrieben werden müssen, um unzweifelhaft ihn als einer dieser Modezaren zu identifizieren, die Geschichte geschrieben haben. YSL, Yves Saint-Laurent war eine solche Koryphäe und meine Mutter hörte ich diesen Namen oft aussprechen, beinahe flüsternd, mit ehrfurchtgebietender Stimme, als sei er ein Heiliger. Man bestellt ja im Restaurant auch nicht lauthals einen Château Lafite-Rothschild 1990, so als wäre es ein Bier. Diese Flasche kostet im Internet mal knapp CHF 10’000.-. Diese Namen flüstert man. So verneigten wir Fotografen ende der 70er- und anfangs der 80er-Jahre uns vor Helmut Newton, einem Avantgardisten in der Mode- und Aktfotografie. Wir waren beindruckt von seinem künstlerischen Schaffen und von seiner Sichtweise der Frau, die ganz im Kontrast zum verblassenden Clichée der 50er- und beginnenden 60er-Jahre war. Wie Salvador Dali und andere Maler und bildende Künstler, liessen sich auch einige berühmte Fotografen von ihren Musen inspirieren. Dazu gehörte Helmut Newton mit seiner Muse Violetta Sanchez. 2008 wurde ein Fotoband von ihm bei Christie’s für US$ 43’000.- an einer Auktion aus einer Privatsammlung versteigert. Inhalt: Aktaufnahmen seiner Muse Violetta Sanchez, zwischen 1979 und 1997.

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bellazon.com _ Aktfoto von Violetta Sanchez (Bild Helmut Newton)

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Violetta Sanchez (links) in der selben Pose, wie die nach ihrem Vorbild als Model gemachten Schaufensterfigur von Adel Rootstein, BB12. Foto: Helmut Newton

bellazon.com _ Violetta Sanchez mit Schaufensterfigur. Bild Helmut Newton

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The two Violettas in bed. Helmut Newton, Paris 1991

Die Bildkompositionen in Schwarz & Weiss von Helmut Newton zeigen Violetta Sanchez in einer Pose, wie bei einer durch Adel Rootstein von ihr gemachten Schaufensterfigur, oder „face to face“ im Bett liegend, mit demselben Mannequin-Double aus Kunststoff.

In beeindruckenden Fotos wird Newton’s Muse zu seinem Modell, ob nackt, oder angezogen. Violetta Sanchez tritt auch für YSL, sowie für Thierry Mugler und für viele andere vor die Kamera und wird so weltberühmt.

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1991. Violetta Sanchez trägt Haute Couture von Yves Saint Laurent. Fotos: Helmut Newton

bellazon.com _ Violetta Sanchez, YSL (Fotos Helmut Newton)

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bellazon, Violetta Sanchez vor dem Spiegel im Spielfilm „Tränen in Florenz“.

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ wird sie vielleicht gedacht haben…. Wer weiss. Schon manche Frauen liessen sich eine solche Nase operieren, die dem Gesicht ein gewisses markantes Profil gibt, wie bei Violetta Sanchez. Diese macht sie unverwechselbar und sie wurde zu ihrem Markenzeichen, neben dem enormen Charisma, welches ihre gesamte Erscheinung umweht.

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Violetta Sanchez, Yves Saint Laurent. Foto Helmut Newton, 1982

facebook, Violetta Sanchez für YSL, Foto Helmut Newton

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Foto Helmut Newton

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facebook, Violetta Sanchez, Mannequin

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Violetta Sanchez aus der Serie Barbelles von Adel Rootstein wurde von David (dashndazzle) komplett überarbeitet und restauriert. Man nennt dies ein sog. „Makeover“. Sehr schön gemacht und sehr stimmig mit dem Stil einer Flamencotänzerin.

flickr, Violetta Sanchez, Dashndazzle

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Violetta Sanchez gibt es in zwei Posen: als Barbelles BB12 (bzw. BB32), oder als Barbelles BB06, bei der sie sich auf einer quer liegenden Stange in extravaganter Haltung aufstützt.

 

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Annie aus der Serie „Girl Thing“ von Adel Rootstein mit der Nummer AR01, in drei Varianten

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flickr Jim J. Annie, Rootstein, Girl Thing, AR 01 B

Schon Jahre bevor dieses Bild einer Annie von Adel Rootstein im Internet zu sehen war, kannte ich die Serie „Girl Thing“ und war von ihr begeistert. Doch als ich diese Annie von Jim entdeckte, haute es mich fast vom Hocker. David von dashndazzle in den USA hat sie komplett restauriert; ein wahrer Künstler!

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Annie von Adel Rootstein gibt es auch in einer komplett restaurierten Version von Dashndazzle. Makeup von David Costa (USA).

flickr, dashndazzle, Annie, Adel Rootstein

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Ob mit Stirnfransen, Seitenscheitel, blonden, oder roten Haaren: Annie kann man in sehr unterschiedlichen Arten stylen – und sie sieht immer toll aus! Sogar in einem Dirndl!

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Annie mit feschem Dirndl am Münchner Oktoberfest

flickr, Jim J., Annie, Rootstein, Dirndl, Oktoberfest

Die Annie gibt es in drei verschiedenen Posen, wobei der Unterschied minim und nur auf den linken Arm beschränkt ist. Bei der Seriennummer AR01 ist der Arm am Torso anliegend und die Hand auf den Oberschenkel gestützt, während bei der AR01 A + B die Arme vom Körper abstehen und zwei verschiedene Handhaltungen erkennbar sind.

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Meine Annie AR01 B aus einem Dekorationsgeschäft, welches schliessen musste, hat leichte Lackschäden, leider auch an der Lippe. Dafür kostete sie mit der Standplatte (Wadendorn) zusammen nur rd. EUR 40.-. Da kann man wirklich nicht meckern. Sie besitzt die Originalkolorierung von Adel Rootstein im Hauttyp „Scandinavian“ und auch das Original-Makeup, welches oft von Sammlern modifiziert wurde, um dem Gesicht einen leicht markanteren, stärkeren Ausdruck zu verleihen.

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Sie besitzt für mich einen ganz persönlichen, speziellen Wert, denn sie war eine der am Ende der Verkaufsaktion in einem Dekorationsgeschäft noch verbliebenen Mannequins und bei ihr war eine falsche, rechte Hand irrtümlicherweise montiert worden. Von über 170 Figuren war sie noch eine der rd. zwölf übrig gebliebenen Schaufensterpuppen. Die anderen waren alle weg. Ich hatte damals bereits einige Rootstein, Hindsgaul, New John Nissen und Bonami angekauft. Als Rest verblieben etwa 5 Rootsteinfiguren, davon zwei Sile MG3’s und die Annie mit falscher Hand….. Ich kaufte eine von diesen Sile’s, bat die Verkäuferin darum, in einem etwas von diesem Geschäft entfernten Holzschuppen nach der Originalhand zu suchen. Die blickte mich nur etwas verwirrt an: „Originalhand?“. Aufgrund des Katalogbildes wusste ich, wie sie auszusehen hatte, befürchtete aber diese kaum mehr in diesem staubigen Aussenlager aufzufinden. Dort standen mal über 150 Figuren, die zum Teil mit falschen Teilen an- und entsprechend fehlerhaft ausgeliefert wurden. Meine Face line (Rootstein) von dort hat auch zwei „falsche“ Arme. Nun gab es dort noch drei Schaufensterpuppen von Rootstein, wobei zwei komplett defekt waren und bei der dritten Figur Teile fehlten…..; am Handgelenk rechts aber fiel mir eine Hand unmittelbar auf, welche mir bekannt vorkam, diejenige von Annie 01 B. Ich ging mit dieser Hand zum Laden zurück, tauschte an der Annie die rechte Hand und so war es wie ein kleines Wunder, dass doch noch sämtliche Originalteile zueinander gefunden hatten. Dieses Jahr kam nun noch eine Annie 01 B dazu, diejenige von Ralf Bischoff, wie man unschwer am wunderschönen, selbstgemachten Makeup von ihm sofort erkennen kann. Auch die Kolorierung der Brustwarzen gehörte bei ihm zum sog. „Makeover“, zur sanften Restaurierung. Eine gute Bekannte hatte Geburtstag; nun steht sie dort und ist inzwischen auch gestylt worden (Fotos folgen).

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Sam Curtis von der Serie „Body Gossip“ mit der Nummer X12, des Herstellers Adel Rootstein

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Auf dem Foto ist ein Bildhauer aus dem Hause Rootstein zu sehen, dem gerade eine Frau Modell steht. Originalgetreu wird aus Lehm das Gesicht nachmodelliert.

Die Adel Rootstein-Serie „Body Gossip“ von 1980, besteht aus 12 Figuren, die 6 Personen verkörpern: Chanell, Kim Harris, Jonny, Joan Colins, Victoria und Sam Curtis.

Den Seriennummern zugeordnet (vgl. Katalogbilder unten) ergibt sich folgende Liste:

X01: Chanell / X02: Kim Harris / X03: Kim Harris / X04: Chanell / X05: Jonny / X06: Joan Collins / X07: Joan Collins / X08: Chanell (sitzend) / X09: Chanell (sitzend) / X10: Victoria / X11: Victoria / X12: Sam Curtis

 

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Die Gestik und Mimik umfasst einen Teil der Körpersprache. Mit ihr werden Botschaften vermittelt, die nicht in Worte gefasst sind, manchmal auch nicht durch sie ausgedrückt werden können. Durch die äussere Haltung, signalisieren wir eine innere Einstellung. Anfangs der 80er-Jahre fand diesbezüglich eine Wandlung statt, durch welche Frauen zu mehr Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit aufgerufen wurden; von Frauen und auch von Männern, im Sinne der Gleichberechtigung. „Emanzipation und Gleichberechtigung der Frau bedeutet, dass die Frau in der Gesellschaft endlich die gleichen Chancen für die zwanglose Entfaltung ihrer Persönlichkeit erhält, wie die Männer (s. Link Ars Femina).“

Ars Femina. Die Frau: „Das sogenannte schwache Geschlecht“

Das damals noch häufig so genannte „schwache Geschlecht“, damit war die Frau ganz generell gemeint, stand häufig gesellschaftlich und politisch im Schatten der Männer. Sie traten in ihren Bedürfnissen zurück und fühlten sich so unterdrückt. Doch es regte sich Widerstand. Die „Body Gossip“-Serie von Adel Rootstein verkörpert diesen Anspruch auf Selbstverwirklichung in den verschiedenen Posen, aus welchen mit der Körpersprache, in einer herausfordernden, selbstsicheren Haltung auch Unabhängigkeit geäussert wird. Der Werbetext auf der letzten Seite des „Body Gossip“-Katalogs erteilt über die Absichten von Adel Rootstein genauer Auskunft, mit welchem Konzept diese Kollektion entwickelt wurde (s. Bild am Anfang des Beitrags und meine Übersetzung unten):

Es ist „eine Kollektion, dessen Körpersprache durch lange, dünne Linien, und schlanke, sinnliche Formen, selbstsicher, selbstbewusst, bestimmt und körperbetont ist.“

So heisst es weiter unten im Text: „Sie gruppieren sich neu, zu einer herausfordernden weiblichen Haltung; dem nicht attraktiv sein zu trotzen…. von ihnen angezogen, was sie tragen und wie sie es tragen.“

Suggeriert wird Eigenständigkeit, aber gleichzeitig ein Zusammengehörigkeitsgefühl: „Selbst in ihrer Gemeinschaft, sind sie voneinander unabhängig, ihrer selbst bewusst, fast schon narzisstisch veranlagt… Sie haben Kontakt zueinander, berühren sich, harmonieren… es gibt etwas, was sie (untereinander) wissen…“

Es soll ja auch in aller Munde sein, durch Klatsch und Tratsch verbreitet (deshalb der Begriff „Gossip“ = dt. „Tratsch“): „Ein kleiner Skandal, eine kleine Bosheit….“

Nicht ohne Grund wurde die mit dem Golden-Globe Filmpreis ausgezeichnete Joan Collins modelliert und in die „Body Gossip“ Mannequin-Kollektion aufgenommen. In der Serie „Denver Clan“ verkörperte sie eine rachsüchtige Intrigantin.

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Joan Collins (80er-Jahre)

Scala Regia: Joan Collins

Wenn man jemanden als „Gossip“ (Substantiv) beschreibt, meint man einen Menschen, der es liebt über die privaten Dinge (Affären) anderer Personen zu sprechen.

Collins Dictionary: Gossip

Im oben erwähnten Werbetext von Adel Rootstein heisst es am Schluss: „Heutigen Frauen gefällt eine Sprache, die bereits sein Jahrhunderten bekannt ist.“ 

Die „Klatschtanten“ erlebten ein Revival und viele TV-Serien, wie „Friends“ oder „Gossip girl“ erfreuten sich grosser Beliebtheit. Es gibt sogar ein Ranking der beliebtesten Zitate aus der „Gossip girl“-Serie (ab 2007) – wobei wir wieder beim Kernpunkt der Thematik um die wunderschönen Mannequins angelangt sind: „Mode ist die mächtigste Kunst. Es ist Bewegung, Design und Architektur in einem. Es zeigt der Welt, wer wir sind und wer wir sein möchten.“ 

Lieblingszitate aus der Serie „Gossip girl“

Neben Joan Collins, Victoria, Chanell und Kim Harris gehört noch eine weitere, attraktive Frau zur „Body Gossip“-Serie von Adel Rootstein: Sam Curtis. Die Figur X12 mit der speziellen Pose und der Stellung des linken Armes, so als würde sie sich mit dem Ellenbogen auf die Schulter eines anderen Mannequins stützen, ist eine Seltenheit.

flickr, Philip Porter, Rootstein-Katalog, Body Gossip, Sam Curtis X12

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Ein User auf flickr schrieb sogar: „Ich würde meinen rechten Arm dafür geben, wenn ich eine vollständige, komplette X12 bekäme. Ich liebe diese Stellung so sehr!“

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Ganz toll gemacht: Styling von Sam Curtis aus der Serie „Body Gossip“ von Adel Rootstein, Nr. X12

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instazu, Rootstein, Body Gossip, Sam Curtis X12

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flickr, Chase Connery, Rootstein Mannequin, „Body Gossip“, Sam Curtis X12

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Sam Curtis komplett restauriert (nur Torso) von Dash-n-dazzle in den USA

flickr, dashndazzle, Rootstein, „Body Gossip“, Sam Curtis X12 (Portrait, nur Torso)

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Hier im Zwischenlager wartete meine neu in meine Sammlung aufgenommene Sam Curtis auf die Reinigung und das spätere Styling von mir.

Inzwischen ist sie geputzt, sowie neu gestylt und hat schon eine Freundin gefunden, an dessen Schulter sie sich anlehnen darf:

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Khadija von Adel Rootstein, aus der Serie „Solo“, mit der Nummer S5

Khadija ist ein sehr häufiger arabischer Vorname unter Frauen. Dies rührt daher, weil die erste Ehefrau des Propheten und Religionsgründer Muhammed Khadija hiess, mit der er 25 Jahre lang verheiratet war.

Bedeutung des namens „Khadija“

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flickr Jeffrey Mayer Khadijas

Wirklich sehr schön, die Khadija!

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So sieht sie kurz nach dem Erwerb aus. Vor dem Styling muss sie noch an der rechten Schulter allenfalls repariert und gesamthaft gereinigt werden. Fotos folgen….

„Serena“ (die Freundliche) aus der Serie „Images“ von Adel Rootstein mit der Nummer MG5

Weltberühmt ist das Lächeln von Mona Lisa bei einem Gemälde des italienischen Kunstmalers Leonardo da Vinci. Schon seit mehreren Generationen wird gerätselt, ob diese Frau auf einem der wertvollsten Bilder der Welt wirklich lächelt, oder eben nicht. Bereits als Kind – ich war sehr kunstinteressiert und hielt als 12-jähriger Vorträge über den Impressionismus des 19. und 20. Jh. – irritierte mich diese Mimik der Mona Lisa, so ihr Blick und ihr Mund, der zu lächeln scheint, je nach Betrachtungsweise. Die Fachwelt erkannte auch diese Zweideutigkeit und bezeichnet sie als „geheimnisvolle Unschärfe“.

Süddeutsche Zeitung; „Geheimnisvolle Unschärfe“ (Das Lächeln der Mona Lisa)

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„Psychologen wollen ihr Rätsel nun gelöst haben“ titelte 2010 die Süddeutsche Zeitung den Artikel „Geheimnisvolle Unschärfe“, worin auch die Vermutungen der Neurobiologin Margaret Livingstone von der Harvard Medical School in Boston erwähnt sind, die von einer ganz bestimmten Maltechnik des Künstler ausgeht, die er angewandt haben dürfte und somit diesen Effekt erzielte, der sich „Sfumato“ nennt. Allerdings konnte bis jetzt die Livingstone-Theorie nicht belegt werden. Der Psychologe Florian Hutzler, von der Uni Salzburg wird wie folgt zitiert: „Gerade wenn ich schauen möchte, ob sie wirklich lächelt, dann entgleitet mir ihr Lächeln wieder“. Vielleicht übt da Vincis Meisterwerk gerade deshalb eine solche Anziehungskraft auf Menschen aus.

Müsste ich aus psychologischer Sicht Mona Lisa’s Lächeln deuten, oder interpretieren, dann würde ich am ehesten die Adjektive verstohlen, klammheimlich, verschwiegen dazu verwenden. Es ist ja nicht ein eigentliches Grinsen, sondern eher der Ausdruck über ein erhabenes, verborgenes Wissen, mit der wortlosen, passiv-freundlichen Aufforderung des Rätsels Lösung zu suchen, um das Geheimnis zu lüften. Vielleicht sitzt sie ja am Ende eines Spaliers ebenfalls sitzender Menschen und schaut am Betrachter vorbei in diese womöglich noch jubelnde (Ahnen)-Reihe hinter dessen Rücken – für ihn unsichtbar. Könnte sie die letzte Bastion vor einem imaginären „Tor“ zu einer Verheissung sein? Will Leonardo da Vinci in der Verborgenheit des Lächelns, quasi transzendent, den Weg zu unserem persönlichen Zufluchtsort zeigen? Ist diese Berglandschaft ein Hinweis darauf? Ich gebe zu: dies ist reine Spekulation! Ich weiss nur, dass Adel Rootsteins „Serena“ (die Freundliche) ebenfalls dieses unauffällige, verstohlene Lächeln besitzt, wie die Mona Lisa von Leonardo da Vinci.

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Besitzt irgendwie dieses verstohlene Lächeln der Mona Lisa von Leonardo da Vinci: „Serena“ von Adel Rootstein (MG5)

Aus der Rootstein-Serie „Images“ kennen die meisten Sammler die „Sile“ (MG3 und MG4) mit dem speziellen Gesichtsausdruck. Als ich Serena das erste Mal sah und innerhalb der Schulterkupplung die Seriennummer MG5 las, war ich wirklich überrascht, so ein sehr fein modelliertes, freundliches Gesicht in dieser Serie vorzufinden.

Im Katalog hat sie eine eher gewöhnungsbedürftige Rootstein-Haartracht; mit diesen langen, blonden Haaren (s. Bild weiter unten) gefällt sie mir viel besser!

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Adel Rootstein’s „Nina“ von der Serie „Frieze“ mit der Nummer RF7.

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Neben Ardelle ist die Nina (RF7) aus meiner Sicht eine der schönsten Afrikanerinnen aus dem Hause Rootstein.

Als ich vor über 30 Jahren mit dem Studium der altägyptischen Kultur beschäftigt war, bin ich von den Pyramiden in Gizeh, der Goldmaske Thut Ench Amuns und den riesigen Säulen des Luxortempels hingerissen gewesen – Historisches, das fast jeder kennt, der sich für Kunst interessiert, oder eine gute Schulbildung genossen hat. Weit weniger bekannt sind Überlieferungen des Alltags und wiederkehrende Rituale, wie z.B. Feste, an denen ausgelassen gefeiert und getanzt wurde. Wie bei allen Kulturen spielte Musik dabei eine wichtige Rolle und so wurden u.a. hübsche, junge Frauen damit beauftragt mit der Harfe, oder Flöte zu spielen.

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Wie ein Gemälde im Grab des Nacht (TT 52) zeigt, waren sie entweder nackt, oder mit einem weissen, durchsichtigen Kleid angezogen, reich geschmückt mit Haarbändern, breiten Colliers und Armreifen. Was muss das für eine Augenweide gewesen sein!

Die mandeläugigen, dunkelhäutigen und schlanken Musikerinnen stammten vermutlich aus dem Süden des damaligen Reiches unter der Herrschaft der Ramessiden, aus dem heutigen Nubien.

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Ich liess mich von diesen Wandbildern im Grab des Nacht inspirieren und designte Nina entsprechend….

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Das Vintage-Mannequin „Julia“ vom britischen Hersteller Adel Rootstein mit der Nummer H8, aus der Serie „Classy lady long legs“

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Rootstein-Katalog von der Serie „Classy lady long legs“

Imgrum: Rootstein-Katalog „Classy lady long legs“ (auf der Seite etwas scrollen)

Sucht man im Internet Informationen zu dieser Serie, dann begegnet man oft der Figur mit dem Namen „Gisela Mindt“ (H4), oder den beiden unter Sammlern sehr beliebten „Sascha’s“, wobei die Eine sitzt und die andere mit ausgestreckten Beinen liegt. Natürlich eignen sich beide beispielsweise sehr gut für eine Strandszene. Drei der insgesamt zwölf Figuren halten beide Arme hoch und stützen sich auf einen stielartigen Gegenstand, oder aber auf der Schulter einer anderen Schaufensterfigur mit beiden Händen ab. Ich hatte den Eindruck, dass zum Beispiel die „Julia“ (H8) ebenso einfach im weltweiten Netz von Informationen relativ einfach zu finden wäre. Das war nicht der Fall, denn sie scheint eher eine Rarität zu sein. Leider habe ich keinen Zugang zu einem Originalkatalog.

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Ihr Gesicht finde ich wunderschön und ihre Haltung fantastisch. Sie eignet sich perfekt für eine Gruppe.

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USA Inserat gebrauchte mannequins (Rootstein, Classy lady long legs)

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Foto oben: Meine neue „Julia“ gleich nach dem Kauf. Sie musste zuerst geputzt werden, damit sie für das Styling bereit war. Hier nun die neusten Fotos:

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Mercy Starzewski von Adel Rootstein aus der Serie „The high life“, mit der Nummer LIF 4. Ein Traum!!!

„Merci“, sagen die Franzosen dutzende Male am Tag und meinen „Danke“ (deutsch); und wie bei vielen oft gebräuchlichen Worten haben wir längst den tieferen Sinn vergessen. Doch bemühen wir Wikipedia, dann entdecken wir den etymologischen Kern des Wortes und erkennen u.a. eine tiefer liegende Bedeutung des ursprünglich lateinischen Begriffs, den offenbar auch der römische Imperator Julius Cäsar verwendet haben soll, wenn er jemanden begnadigte. Im Englischen scheint die Grundbedeutung eindeutiger überlebt zu haben: „Mercy“ (phonetisch „mörssii“) heisst „Gnade“, oder „Barmherzigkeit“.

Wikipedia „Merci“ (Wort)

Welch schöner Name!!!

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Phantastisch diese Anmut und Sinnlichkeit! Als ich im Internet dieses Bild das erste Mal sah (ca. 2015), wusste ich: diese Mercy muss ich haben. Bei diesem Blick würde ich wie ein Raclette-Käse schmelzen. Sie ist DIE Verführung schlechthin. Extravagant, das „high life“ repräsentierend, zieht sie ihre Betrachter in ihren Bann!

Diese Schaufensterfigur, pardon, dieses edle Mannequin strahlt Grazie aus. Toll! 2017 begann ich Bilder von ihr zu sammeln.

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Mercy Starsewski von Rootstein in einem Nicole Miller Cocktailkleid.

Er nennt sich Ivan (auf „flickr“) ist in den USA zuhause und hat einige wahrhafte „Perlen“ in seiner Mannequin-Sammlung. Dazu gehört die Mercy Starkowski von Adel Rootstein, aus der Serie „The high life“ mit der Nummer LIF 4. Er liess sie bei David (Dashndazzle in den USA) komplett überarbeiten und restaurieren. Wer David’s Bilder von den Figuren aus seiner Werkstatt kennt, der kommt zuweilen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Er ist ein wahrer Künstler!

Mercy Starzewski in einem Nicole Miller Kleid

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Es gibt zwei Posen von Mercy…..; rechts die LIF 4 und links die LIF 7 (?)

Seit gestern ist nun eine Mercy (LIF 4) bei mir einquartiert!

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Frisch geputzt und gestylt sieht sie natürlich schon wunderschön aus!!!

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