Die Serie „International“ von Hindsgaul mit den Nummern 8701-8723 von 1978

„Nomen est omen“ ( dt. „Der Name ist Programm“) würden die alten Römer sagen, denn 1978 lancierte die Firma Hindsgaul mit der brandneuen Serie „International“ einen Hit und die Mannequins verkauften sich international sehr gut. Wenn auch über 40 Jahre alt, tauchen diese Schaufensterfiguren auf dem Markt immer wieder auf und werden von den Sammlern schon beachtet, aber zu Niedrigstpreisen gehandelt. Selten sind sie auch in einem guten Zustand, was den Wert massiv senkt und nicht jeder findet gefallen an ihr. Das mag zum Einen daran liegen, dass verschiedene Attribute nicht schön genug sind und zum Anderen besteht das Kriterium der Vollständigkeit der Originalteile. D.h. wie bei vielen Serien aus dieser Zeit sind die Schulterkupplungen kreisrund und die Arme untereinander kompatibel. Vor allem bei grossen Warenhäusern wurden wahllos Teile ausgetauscht. Für manche Sammlerin und Sammler ist es daher wichtig die Teile zu besitzen, die wie im Originalkatalog zur Figur passen und es werden Figuren priorisiert (wie mir auffiel), die diesen sinnlichen, halb offenen Mund mit den weissen Zähnchen aufweisen, wie zum Beispiel die Figur 8703. Im untenstehenden Katalogbild sieht man die 8703 mit dem Kopf geradeaus schauend und mit den Augen ein wenig nach rechts blickend, mit beiden Armen angewinkelt und mit den Händen in die Hüften gestützt.

Katalog Hindsgaul International 7.jpg

Ich kaufte meine „International“ von Hindsgaul mit der Nummer 8703 im Emmental auf einem Bauernhof. Sie wurde lange in einem Hühnerstall gelagert, entsprechend war ihr Geruch ein wenig streng. Gerüche in der Nutztierhaltung sind normal, doch bei einer Schaufensterpuppe doch eher störend, weshalb sie bei mir zuhause gleich abgeduscht wurde und im Keller vorübergehend in Quarantaine kam. Bei der Hüfte mussten noch Klebebandreste entfernt werden, was ziemlich aufwändig war. Aber bei einem Preis von CHF 20.- mit Standplatte kann man da nicht meckern.

20180701_090711.jpg

20180713_025101.jpg

Etwas später kam dann noch eine komplett restaurierte Hindsgaul „International“ hinzu (mit der Nummer 8703, od. 8710), die ich an Weihnachten 2018 als Wald-/Baumfee stylte.

20190102_022816 (2).jpg

Ebenso schön ist die Figur mit der Seriennummer 8718, die der Sammlerkollege Massimo besitzt (Katalogbild, rechts. Blick nach rechts).

katalog-hindsgaul-international-10.jpg

International_01 (Chee pow).jpg

flickr, Massimo, „Blondie“, Hindsgaul International 8718

Hindsgaul Fanseite – Serien Historie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mannequin von Hindsgaul aus der Serie „On the seaways“ mit der Nummer 8012. Des Rätsels Lösung.

Im Inserat stand nur „Schaufensterpuppe“, ohne Label, oder Angabe der Seriennummer. Aber anhand ihres Gesichtes (sie war in ein Abendkleid gehüllt und schlecht fotografiert) erkannte ich sie sofort: es war das selbe Gesicht, mit der selben Haltung wie diejenige, die ich wenige Wochen vorher gekauft hatte. Wie bereits in einem Beitrag geschrieben, wusste ich nicht hundertprozentig, ob meine Vermutung richtig ist, nach welcher es sich um eine Hindsgaul „On the seaways“ handeln müsste.

Blogbeitrag über nummernloses Mannequin

Die baugleiche, neue Hindsgaul mit der Nummer 8012 ist definitiv aus der Serie „On the seaways“ und somit ist die Erste (siehe Link) auch eine 8012. Das neue Mannequin, das mir nun bei der Identifikation geholfen hatte, besitzt aber einen linken Arm ohne eine Nummer und der rechte Arm ist mit der Nummer 7109 versehen, wurde als vertauscht und gehörte ursprünglich einem Mannequin aus der Serie „Twenty2“.

20190514_222327.jpg

Seit gestern ist sie geputzt und neu gestylt. Ein wenig Sommerfeeling und Vintage mit dem Schlapphut und schon schaut sie sehr zufrieden wieder in die Welt….

20190514_232017.jpg

Die beiden Schwestern kommen prima miteinander aus…..

 

 

 

 

 

Ein Traum: Die sitzende „Angie“ von Hindsgaul mit der Nummer 5515

Die meisten Mannequins-Sammler weltweit kommen ins Schwärmen, wenn man ihren Namen nennt: „Angie“ von Hindsgaul, mit den Seriennummer 5501 bis 5525; gesamthaft 20 verschiedene Posen. Dieser Name wird „Einschii“ ausgesprochen, wo beim „E“ so der Kiefer ein wenig nach vorne geschoben wird, um anstelle des geschriebenen englischen Vokals „A“ phonetisch ein „Ei“ zu sprechen, um dann mit dem Konsonanten „n“ dann die erste Silbe abzuschliessen und die zweite Silbe phonetisch „schii“ anzuhängen. Der Name klingt am Ende gleich, wie in jener berühmten Rockballade von der Musikgruppe Rolling Stones, in welcher sie die wunderbare Schönheit einer „Angie“ besingen. Am Ende der zweiten Strophe heisst es: „Let me whisper in our ear, Angie, Angie“ (Lass mich in Dein Ohr flüstern: Angie, Angie).

Text, Lyrics vom Lied „Angie“, der Rockgruppe Rolling Stones

Genau so andächtig und voller Zärtlichkeit in der Stimme wird dieser Mannequinname ausgesprochen, flüsternd, andächtig, ehrerbietend: „Einschii“. Die drei Zeilen der letzten und vierten Strophe, dieses weltberühmten Liedes und Evergreens, haben eine solche Ausdruckskraft, dass sie sich in das Bewusstsein einer ganzen Generation eingegraben haben und sich als Spiegel der Flowerpower-Epoche zu ewigem Ruhm verhalf: „Angie, I still love you baby. Everywhere I look I see your eyes. There ain’t a woman that comes close to you.“ („Angie, ich liebe Dich immer noch. Überall, wo mein Blick umherwandert, sehe ich Deine Augen. Es gibt keine Frau, die an Dich heran kommt.“) Es stellt musikhistorisch eine der schönsten und gefühlvollsten Liebeshymnen dar, die je geschrieben wurden.

Vermutlich ohne eine Verbindung zum Lied der Rolling Stones zu beabsichtigen, stimmt Markus auf seiner Hindsgaul Fanseite mit seiner Begeisterung in den Reigen ein. Angie ist „eine Figur, die ihres gleichen sucht“ ist da zu lesen; eine regelrechte Hymne an die schönste aller Hindsgaul Schaufensterpuppen.

Hindsgaul Fanseite, „Angie ein Hindsgaultraum“

Das Mannequin, welches 1988 auf den Markt kam und einschlug, wie eine Bombe, nennt er einen Mythos, eine Puppenlegende. „Angie“ sei eine Figur wie aus dem Bilderbuch, wie in einem Traum. Eine solche Hommage hat sie redlich verdient, denn sie „ist eine selbstbewusste Lady, die weiss, wie sie alles bekommt“. Naja, es ist tatsächlich sehr schwer „Nein“ zu sagen, wenn sie etwas will; da gebe ich Markus recht.

Die sitzende 5515 meinte eines Tages, sie wolle der englischen Bedeutung ihre Namens Rechnung tragen und sie brauche deshalb ein Engelskostüm mit Flügeln (Angie kommt von Angela, mit der Bedeutung „Engel“). Ihr Wunsch wurde erfüllt und so wurde aus der sitzenden „Angie“ ein wunderbarer Engel (siehe Fotos)

20190324_133723 (2).jpg

20190324_141504.jpg

20190324_134511.jpg

Hindsgaul Fanseite, Seriennummern

Hindsgaul „Angie“ Onlinekatalog

Hindsgaul Angie 15-02.jpg

Weitere Figuren aus dieser Serie werden in separaten Artikeln beschrieben….

 

 

 

„Black Gazelle“. Mannequin aus der Serie „Gazelle“ von Hindsgaul (1972)

20190226_114437.jpg

Ich habe die „Gazelle“ von Hindsgaul in diesem dunklen Hautton sonst noch nie gesehen; auch im Internet nicht. Sie ist ausdrucksstark, ohne Zweifel. Aber bei ihr scheiden sich die Geister. Entweder man liebt sie aufgrund von ihrer Aussergewöhnlichkeit, oder man meidet sie, weil man sie nicht schön genug findet, oder einige Figuren einfach zu viel Platz brauchen.

hindsgaul-gazelle-9.jpg

Auf der Standfläche einer Nr. 7013 z.B. (Bild oben) hätten zwei oder drei Mannequins Platz. Die grossen Augenlider und die heraus stehenden Nasenflügel sind ein eindeutiges Merkmal der „Gazelle“.

 

Hindsgaul Fanseite

Katalog Hindsgaul Gazelle (mannequindisplay, Blog)

 

Die bedeutende Rettung eines Hindsgaul-Mannequins aus der Serie „On the seaways“ mit der Nummer 8003

Keine fünf Jahre ist es her, als die rd. 50 Jahre alte Serie „On the seaways“ dem Schatten der Vergessenheit wieder entwich und einer weltumspannenden Sammlergemeinschaft wieder langsam zugänglich wurde. Die Liste der Seriennummern ist zurück bis 1972 auf der Hindsgaul-Fanseite beinahe lückenlos aufgeführt. Dort bricht sie ab und bei älteren Mannequins herrscht unter SammlerInnen oft Ratlosigkeit, weil zwischen den spärlich bestehenden Katalogseiten, welche man über Umwege im Internet heraussuchen kann und den Seriennummern bis 1972 oft keine wirkliche Klarheit darüber besteht, wie nun das Eine zum Anderen gehören könnte. Deshalb ist ein solcher Blog und der Ankauf von alten Schaufensterfiguren von enormem historischen Wert in Bezug auf die Kunstform von Visual Marchandising. Diese hier beschriebene Rettungsaktion einer Hindsgaul „On the seaways“ mit der Nummer 8003, darf mit Fug und Recht bedeutend genannt werden. Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn sie irgend in einer Ecke wieder verschwunden wäre, ohne ihr Identität preiszugeben. Noch ist sie beim Verkäufer. Ich bin erst seit gut einer Stunde rechtmässiger Besitzer. Aber ich bin mir zu 99,99% sicher dass es eine 8003 ist, trotzdem das einzige Foto, das mir zunächst zur Verfügung stand, nicht allzu viel von ihr preis gab. Die Perücke verdeckte über 90% des Gesichts, aber ich habe mich bereits so intensiv mit dieser Mannequin-Serie befasst, dass mir in den ersten paar Sekunden klar war, dass es sich um eine Hindsgaul „On the seaways“ 8003 handeln muss, über die ich bereits vor einem Jahr in diesem Blog einen Artikel geschrieben hatte.

Blogbeitrag über die Hindsgaul „On the seaways“ 8003 vor rd. einem Jahr

On the seaways 8003 01

Wie an anderer Stelle im Blog erwähnt, gibt es verschiedene typische Merkmale für die Figuren dieser Serie und da ich kürzlich ein Mannequin in einem für dessen Alter sehr guten Zustand mit dem selben Gesicht erwarb, reichte mir der obige Anblick, auch mit hinter Haaren verstecktem Gesicht, um ihre Identität festzustellen. Die neu erworbene 8003 ist in einem bedenklichen Zustand und mindestens ein Arm ist falsch.

On the seaways Broschüre 08.JPG

Wie man anhand des Katalogfotos (oben) erkennen kann, könnte zumindest der linke Arm original sein und die Beine, mit dem breiten Stand, die man detailliert unter dem weiten Abendkleid nicht genau erkennt. Der rechte Arm gehört ziemlich eindeutig zur Figur 8010, die ich auch besitze und die sich vermutlich darüber freut, wieder ihren Arm von früher zu tragen (siehe Katalogbild unten). Doch die Hand ist nicht original, welche den halben linken Oberarm umfasst.

On the seaways Broschüre 13.JPG

Neben der 8008, der 8010, der 8011, der 8015 und der „nummernlosen“ Figur, ist die 8003 nun das 6. Mannequin, das ich aus dieser alten Serie „On the seaways“ besitze. Weltweit könnte dies die grösste Sammlung  in Bezug auf diese Serie sein.

Nachtrag 24.02.2019:

Seit gestern Abend gehört das Mannequin definitiv mir und hier gibt es exklusiv die ersten Bilder von ihr zu sehen (von der noch ungestylten Schaufensterfigur).

20190224_011447.jpg

Nun ist es zweifelsfrei, wie vermutet: eine Hindsgaul, „On the seaways“ von 1968 mit der Nummer 8003.

20190223_164059.jpg

20190224_011406.jpg

Wenn die wieder in neuem Glanz erstrahlt, wird diese Figur toll aussehen (sieht ja jetzt schon sehr schön aus)!

Sämtliche Figuren bräuchten irgend wann einmal ein sog. „Make over“, bei welchem die Mannequins komplett restauriert werden. Das kostet Geld. Meine Girls und ich suchen deshalb Sponsoren, Donatoren, oder andere Geldgeber (z.B. ist auch eine Patenschaft möglich), welche bei der Finanzierung der Unterkunft (Lager und Showroom),  sowie der Präsentation (ständige Ausstellungsräume mit Museumscharakter) und der allgemeinen, spezifischen Bearbeitung jeder Figur (Identitätsbestimmung, umfassende Recherchen als Vorbereitung diverser, öffentlich zugänglicher Publikationen in diesem Blog; Make-over, Restauration und Erhalt aus kunsthistorischer Sicht).

 

 

 

Hindsgaul Mannequin Serie „Revel“, Nr. 5001 – 5023

20190215_123307 (2).jpg

1985 wurde von Hindsgaul eine weitere Mannequin-Serie mit 24 verschiedenen Figuren auf den Markt gebracht. Es sollte eine der populärsten werden, weshalb man heute sehr viele Revel’s im Internet findet, die zum Verkauf angeboten werden.

Hindsgaul Fanseite, Historie

Mit ihrem speziellen Gesicht fällt sie sofort auf. Wenn jemand weiss, was man aus ihr herausholen kann, der hat eine extrem wandlungsfähige Schaufensterfigur vor sich und mag so staunen wie ich, als ich diese verschiedenen Stylings der Sammler entdeckt hatte.

13548729154_8782335930_o.jpg

Einmal jung, frisch, jugendlich, sexy, frech auf Rosa getrimmt.

flickr, Schaufensterlady, Revel

25019614308_d07e6f3088_o.jpg

Einmal in schwarzem (Kunst-)Leder, rockig, wild, sexy, ein wenig Rockerbraut mit dem Nierengurt in Glanzlackoptik und einer ungekämmten Rotschopf-Mähne. Eine ganz tolle Interpretation, muss ich sagen. Gratuliere!

flickr, Dolls Village, Revel

40273610482_bb6b55975f_o.jpg

Einmal (Figur links) eine Revel klassisch, elegant und zurückhaltend in einem Kleid von Nina Ricci, das extra für das Kabinenpersonal der Concorde von der Fluggesellschaft Air France entworfen wurde. Rechts daneben steht in einem beigen Kostüm eine Hindsgaul Deauville. Airline-Angels nennt sie ihr Besitzer.

flickr, Dolls Village, Revel und Deauville in Nina Ricci Kostüm

20190215_121301 (2).jpg

Die Silhouette meiner Revel 5018 oben ist wirklich beeindruckend schön, wobei dieses markante Profil sie sofort erkennen lässt. Ein weiteres Merkmal ist das hervorstechende Schlüsselbein. Beim Übergang dieser Clavicula zum Brustbein endet der Knochen in der Extremitas Sternalis – natürlich symmetrisch -, was bei der Revel überdeutlich zu sehen ist. Überhaupt gleicht die Revel in ihrer schlanken Statur jenem Schönheitsideal Mitte der 80er-Jahre, dem mit eisernem Willen entgegengehungert wurde. Plötzlich wurde das Bestreben nach einer idealisierten körperlichen Beschaffenheit zur Krankheit erklärt und das Schlagwort in den Medienberichten hiess Bulimie und Anorexie. Die Modewelt wurde durch die länger andauernde, öffentliche Schelte zum Umdenken gezwungen und als die ersten Todesfälle von völlig abgemagerten, ausgehungerten, jungen Fotomodellen publik wurden, fand schliesslich der Wandel auch statt, hin wieder zu wohlgeformteren und vor allem gesunden Körpern. Das Joggen verbreitete sich, wie auch das Aerobic, das kontrovers diskutiert wurde: Aber beide Sportarten und Fitnessprogramme setzten sich durch und TV-Sendungen wie „Enorm in Form“ (ZDF) und VHS-Kassetten mit Übungen für zu Hause boomten.

Sodann gibt es ein Haupterkennungsmerkmal bei den Revel-Mannequins von Hindsgaul: man sieht von hinten her betrachtet ganz deutlich die hervorstehende Wirbelsäule an einigen Stellen des Rückens, sowie die abstehenden Schulterblätter. Das Schlüsselbein, wie bereits erwähnt, zeugt auch von Unterernährung, gar Magersucht, wonach einige Sammler aus diesem Grunde ungern Revels in ihre Kollektion aufnehmen. Mich stört es nicht besonders; man schaut die Damen ja in der Regel von vorne an. Aber wenn z.B. die Seriennummer (schwarz gestempelt) fehlt und man ihre Identität bestimmen muss, gilt bei der Revel immer zuerst der Blick auf den Rücken zu werfen. Bei den meisten sind die Dornfortsätze der Wirbel beim Rückgrat sehr gut sichtbar.

20190215_130118.jpg

Beim Fotografieren kann man diese heute unerwünschten Details mit einer gekonnten Lichtführung, wie sie z.B. Jeanette bei ihrer 5007 einsetzte, kaschieren.

Hindsgaul Revel 5007_02 (Jeanette).jpg

flickr, Jeanette, Revel 5007, Rückenansicht

Manche haben mit der Anatomie der Figur 5013 etwas Mühe. So sah die eine Figur, die ich von der Seriennummer 5013 besitze, aus, als ich sie in einem Inserat sah und kaufte:

848753050_3_Big.jpg

Es sieht ja schon generell komisch aus, wenn die Hände vertauscht sind.

Hindsgaul Revel 5022_02 (Jeanette).jpg

Daumen nach vorne und die Hände in die Hüften gestützt.

flickr, Jeanette, Revel 5013

So wie bei Jeanette ist die Pose korrekt (siehe Katalogbild der 5013 unten).

Hindsgaul Revel 8 02.jpg

Dieser Artikel wird bei Gelegenheit ergänzt

 

 

Hindsgaul Mannequin aus der Serie Options & Assets, The Core Collection, mit der Nummer 6724 (Head 51, Ninna)

 

Die Options & Assets von Hindsgaul mit der Nummer 6724-51 (Ninna-Kopf) ist meiner Meinung nach eine jener Figuren, aus der man eine riesige Portion Sinnlichkeit und Erotik herauskitzeln kann, wenn sie schön geschminkt und passend gestylt ist. Bereits das Titelblatt des Hindsgaul-Kataloges von dieser 1993 auf den Markt gebrachten Serie „schreit“ ja geradezu danach, wonach ästhetisches Empfinden für einen wohlgeformten Frauenkörper einem den Atem rauben kann, spärlich bedeckt und leicht verhüllt, wie eine griechische Statue.

Hindsgaul Options The Core Collection + Assets 1.jpg

Mannequin-History, Katalog von Hindsgaul Options & Assets, The Core Collection

Hindsgaul Options The Core Collection + Assets 15.jpg

Trotz der etwas herben, leicht kantigen, maskulinen Gesichtszüge der Ninna (Kopf 51), die ihr etwas Provokatives verleihen, kann man mit einer gelungenen Lichtführung ihr sehr viel Weiblichkeit verleihen, in einer zurückhaltenden, erotischen Ausstrahlung. Als heute, nach einigen Tagen trüben Winterwetters, die kräftige Sonne im blauen Meer des Himmels stand und über die Dachluke ins Badezimmer schien, entschied ich mich für ein spontanes Fotoshooting mit der Options & Assets 6724 (siehe auf der Katalogseite oben, unten rechts), welches ihr sichtlich Spass machte. Sie bekam von mir eine blonde Perücke mit gewellten Haaren, in welcher das grelle Licht von draussen golden wirken sollte; und das trägerlose Paillettenkleid steht ihr sowieso sehr gut.

20190125_132435 (2).jpg

20190125_124959 (2).jpg

20190125_125509 (2).jpg

20190125_132600 (2).jpg

Hier noch eine „David Hamilton-Style“-Variante mit brauner Perücke:

20181226_152844 (2).jpg

20181226_153137.jpg

 

 

 

Happy Birthday, Hindsgaul 6808! Mein neues Groupie ist 50 Jahre alt geworden!

Wenn man vom „Mannequins-Virus“ angesteckt ist, bedeutet „Freizeit“ jene Zeit, in der man zur „Entspannung“ im Internet surft. Surfen ist ja auch eine sportliche Betätigung ;-). Bei der Denkleistung werden ebenso Kalorien verbraucht, ähnlich wie beim Joggen im Wald. Nur dort verbrennen sie die Muskeln und man befreit den Kopf; und beim surfen im Internet entwickelt man Strategien, um an die wertvollen, teilweise versteckten, sehr schwer zugänglichen Informationen heran zu kommen. Das ist Arbeit, ganz besonders in einem Wissensgebiet, in welchem das Spektrum durch weitgehendst fehlende Literatur sehr eingeschränkt ist. Dieses Blog will ja diesem Mangel entgegenwirken.

In der Zwischenzeit habe ich gelernt, wie man sich in diesem riesigen Informationspool, welcher das Internet anbietet, zurecht findet, um Informationen über Mannequins zu erhalten. Selbst wenn man immer wieder bereits bekannten Bilderreihen begegnet. sind auf den „zweiten Blick“ Dinge zu entdecken, die beim „ersten Blick“ übersehen wurden.

So ging es mir mit diesem Schwarzweiss-Foto aus einer Broschüre von der Hindsgaul-Serie „Group2“ von 1968:

3371553640_a1418edd37_o.jpg

flickr, Serge o., Hindsgaul Broschüre von 1968, Serie „Group2“

Die etwas zu geometrisch angeordneten Blüten am Boden mögen noch nicht an die wilde Zeit der 68er erinnern. „Flowerpower“ bedeutete „Ausbrechen aus den Konventionen von Erziehung und Alltag“. Doch auch diese aus heutiger Sicht „braven“ jungen Männer mit ihren Gitarren waren cool und „outlaws“, selbst mit Krawatte und in Bundfaltenhosen gekleidet, womit sich heute nicht einmal mehr Sonntagsschüler in die Kirche getrauen würden. Die Texte wurden provokanter, die Musik schräger. In den darauffolgenden Jahren kam Hard- und Metallrock auf und Alice Cooper u.a. schrieben Musikgeschichte.  Die Bärte und Haare der Musiker wurden länger und länger; die „gepuderte Nase“ bekam eine zusätzliche Funktion usw. Beim zweiten Blick sah ich auf dem Foto die Herrenfigur mit der Bierflasche in der rechten Hand und im Mund steckt tatsächlich eine Zigarette! Eine solche Broschüre wäre heute völlig undenkbar! Von den „braven“ Mädchen auf dem Bild, die damals artig und zufrieden lächelnd Zuhörerinnen verkörperten und sie nicht als Teil der Band verstanden werden sollten – soweit war die Gleichberechtigung noch nicht fortgeschritten -,  fiel mir die Kniende ganz rechts im Vordergrund der Annonce zur Ausstellung „Euroshop 1968“ besonders auf. Die Haltung ist speziell und das Gesicht wunderschön, mit diesen zarten Gesichtszügen und den treuherzigen Rehaugen. Hier eine Vergrösserung:

3371553640_a1418edd37_o3.JPG

Genau die wollte ich! Nur, wie kommt man zu einer solch tollen Figur, die nicht mehr als der Name des Herstellers und die Bezeichnung der Serie („Group2“) preisgibt, sowie die spezielle Haltung die Suche etwas einzuschränken vermag, denn kniende Mannequins sind sehr selten, im Gegensatz zu sitzenden, liegenden und vor allem stehenden Figuren.

3371566444_2a0cabe536_o

flickr, Serge o., Artikel „Rückblende“ bezüglich der EUROSHOP 1968 in Düsseldorf

Nach dieser Ausstellung „Euroshop 1968“ wurde eine kurze Rückblende veröffentlicht, in der es heisst: „Nicht nur wegen des grossen und bestechend schönen Mannequin-Angebots, sondern wegen der hervorragenden Aufmachung.“ sei der Hindsgaulstand von einigen EUROSHOP-Besuchern hoch gelobt worden. „Ganz in weiss gehalten waren Stand und Mannequins. Farbiges Licht und das Make-up der Mannequins betonten die Schönheit des Weiss.“ Diese Beschreibung fordert nun unsere Fantasie, weil lediglich dieses eine Bild des Hindsgaulstandes in Schwarz-Weiss aufzufinden ist.

Letzte Woche entdeckte ich dieses  einzige Handybild (siehe weiter unten) auf einer Verkaufsplattform und ich wusste sofort, mit 99,9%-iger Sicherheit, dass es die Kniende aus der „Group2“-Serie sein musste und kaufte sie sofort. Die eine Schulter hat einen Riss, überall sind Abplatzer und der eine Arm fehlt, während der vorhandene rechte Arm von einer anderen Figur stammt. Das war mir egal. Ich suchte seit Jahren diese Kniende von der Hindsgaul-„Group2“-Serie und hatte die Chance eine zu erwerben. Bei der Abholung in Zürich konnte ich sie dann zu 100% identifizieren

Bild 01.jpg

 

20181219_145526.jpg

Nun ist von der knienden Schaufensterfigur aus der „Group2“-Serie von Hindsgaul auch die Seriennummer erstmals bekannt, da in Archiven nichts mehr auffindbar ist. Es ist die Nr. 6808.

20181219_150714.jpg

Dieses typische Blau des Lidschattens, das man in den 60er-Jahren verwendete, kann bei der Identifikation einer Schaufensterfigur helfen. Dieses sog. „Smokey-eyes“-Make-up muss man sich also vorstellen, wenn in der zitierten Rückblende von der EUROSHOP 1968 „farbiges Licht und das Make-up“ erwähnt wird, welches das Weiss unterstützt habe. Es ist also zu 100% ein Original-Make-up, 50 Jahre alt und in einem guten Zustand. Die Puppe muss jetzt gereinigt werden, bekommt bei Gelegenheit ein Make-over und wird wieder in altem Glanz erstrahlen.