„Der Froschkönig“. Schaufensterdekoration an der Fläcke 21 in Beromünster

„Es war einmal eine schöne Prinzessin, die in einem grossen Schloss lebte….“. So beginnt das berühmte Märchen dieses unseligen Prinzen, der von einer Hexe in einen Frosch verwandelt wurde und der diesen Fluch nur aufheben konnte, indem er eine Nacht bei einer Prinzessin übernachten konnte und danach von ihr hatte geküsst werden müssen. Beim besten Willen erinnere ich mich nicht mehr, wie alt ich war, als ich zum ersten Mal diese Geschichte als kleiner Junge hörte. Ich kann mich nur daran erinnern, wie unsere Lehrerin mit uns an einem Weiher Froschlaich sammelte und wir in Naturkundeunterricht die Entwicklung der kleinen Kaulquappen beobachten konnten, was ich superspannend fand, aber auch etwas unappetitlich. Immerhin war ich mit meiner Anteilnahme ganz bei der Prinzessin, in diesem rührenden Märchen des Froschkönigs, denn so ganz freiwillig hätte ich dieses glitschige, schleimige Wesen auch nicht geküsst. Aber sie wollte ihren Vater nicht erzürnen; und ihm ging es letzten Endes einzig und alleine darum, dass man hält, was man verspricht. So hatte die Prinzessin dem Frosch versprochen ihn ins Schloss mitzunehmen, wenn er ihr im Teich die aufgrund ihrer Unachtsamkeit dort verlorene, goldene Kugel wieder finde und bringe. Das tat er. Aber sie brach ihr Versprechen und lief davon. Doch der Frosch blieb hartnäckig, klopfte an die Schlosstüre und bat um Einlass. Hier die schöne kurze Geschichte, natürlich mit Happy End! Denn nach dem Kuss wurde der Frosch zum wunderschönen Prinzen und sie heirateten und lebten glücklich bis an das Ende der Zeiten.

Wie bei allen meinen künstlerisch ambitionierten Dekorationen in meinem Schaufenster an der Fläcke 21 in Beromünster, stelle ich nicht nur einfach ein paar Schaufensterpuppen hin, sondern ich inszeniere eine Geschichte, die auch auf einem Märchen beruhen kann. Bei vielen schwingt immer eine gewisse Ironie mit, die man nicht erkennen muss, aber entdecken darf. Und Entdecken ist immer eine „Fahrt“ zu sich selbst: die goldene Kugel wird durch den grossen, goldenen Kreis symbolisiert. Sie ist das Symbol für die Kostbarkeiten des Lebens, im Sinne von jeglicher Form der Achtsamkeit.

Adela, ein Mannequin von Adel Rootstein aus der Serie „Position“, mit der Seriennummer P 11, habe ich für die Achtsamkeitsszene an der rechten hinteren Wand vorgesehen, die sich daran anlehnt, behutsam, aber darauf vertrauend. Für ihre Frisur habe ich eine moderne Pixie-Perücke gewählt und für das Outfit einen schwarzen Midi-Rock und ein Satin-Leibchen. Vor der goldenen Kugel sitzt ein Mädchen im rosa Prinzessinenkleidchen, aus der Hindsgaul-Serie „Children of the world“.

Adela, von Adel Rootstein, kurz nachdem ich sie nach dem Kauf aus der Folie ausgepackt hatte. Traumhaft schön und sinnlich!

Adela an der Schulter von Paulina (ebenfalls eine Rootstein-Figur), bei Testaufnahmen im Showroom.

Für den linken Teil des Schaufensters habe ich eine wunderschöne Patina V aus der Serie „Temptation“ gewählt und mit einem rosa Prinzessinenkleid versehen. Sie wirkt ebenfalls verträumt und in Gedanken versunken, also nimmt sie das Thema auf und spiegelt sozusagen die Atmosphäre, welche von Adela bereits raumgreifend verteilt wird. Natürlich passt eine halblange, braune Perücke mit rötlichen Haarsträhnen und ein Haarschmuck von Wicky Brautmoden in Beromünster gleich um die Ecke, wo ich verzückt von Kleider und Schmuck mich ab und zu mit dem Inhaber unterhalte.

Die kreisrunde Uhr mit „Ich liebe Dich“-Bekundungen in zwölf Sprachen, den zwölf Stundenanzeigen zugeordnet, nimmt das Thema der Kugel und der Liebe, dem Kuss auf und die weisse Vase ist als synchrone Gegenbewegung zur Pose von Adela gedacht; eine Art Tanz um die goldene Kugel. Nichts ist Zufall in meinen Installationen.

Das Hintergrundbild zum surfenden Frosch habe ich mit KI erstellt; und das „Happy Birthday“-Kärtchen mit kleinem Rähmchen habe ich zum Geburtstag von meiner besten Freundin bekommen. Unten am Bildrand die Prinzessin beim Umarmen des Froschs. Auch mit KI erstellt vor etwa einem Jahr.

Bilder aus dem Originalkatalog von Patina V, Serie „Temptation“. Die im Schaufenster ausgestellte Figur trägt die Seriennummer TM1.

Aber welchen Frosch soll man sich nun angeln und küssen? Der Eine im Boot ist bereits liiert……

…. ein anderer Frosch ist gerade in Yogastellung…..

….und ich glaube, die beiden „Ich will nichts hören“ / „Ich will nichts sagen“-Zwillinge sehen nicht ambitioniert genug aus die goldene Kugel für die Prinzessin zu holen….

Es folgen noch weitere Fotos vom nächtlich beleuchteten Schaufenster, sobald das Wetter besser wird. Das Schaufenster bleibt voraussichtlich bis Ende Woche, bis 16.05.2026.

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