Donna aus der Serie „Swoon“ von der amerikanischen Manufaktur Patina V, mit der Nummer SW9 / DP

Der Serienname „Swoon“ (dt. „die Verzückung“) trifft so ziemlich genau mein Gefühl der Begeisterung für dieses Mannequin, als ich sie zum ersten Mal sah. Sie sass in der Ecke von einem Lager an einem Pult des Verkäufers in der Nähe von Stuttgart, der sie noch nicht im Internet ausgeschrieben hatte, dies aber beabsichtigte. Das kam für mich nicht in Frage und ich kaufte die Dame gleich vom Pult weg. Zwar sah ich, dass sie nur mit einer braunen Farbschicht neu koloriert und vorher hellbeige war, wonach auch nur der kleinste Abplatzer sichtbar werden würde. Egal, diese feurige Latina mit den langen, schwarzen Haaren kam mit, auch wenn mir nicht jedes Detail an der Figur gefiel. Ich hätte natürlich auch noch gerne gewusst, von welchem Hersteller sie stammte. Denn nirgends war die Seriennummer zu finden. Der Verkäufer meinte, er wisse es nicht und so hatte ich über Jahre hinweg nur den Verdacht, es könnte eine Patina V sein. Sowohl das Gesicht schien mir typisch, als auch jene dünne, vierkantige Bolzenverbindung an den Handgelenken mit den beiden Kügelchen zur Arretierung, technisch von höchster Qualität. Bis vor wenigen Tagen war ich mir unsicher, bis ein Sammlerkollege mich über die wahre Identität aufklärte. „Donna“ heisst sie und stammt aus der Serie „Swoon“ von Patina V und trägt die Seriennummer SW9 / DP, die an einem Handgelenk noch ganz schwach und sehr undeutlich zu lesen ist.

Da die Augen beim Make-over des Vorbesitzers etwas klein und zu gelblich geraten sind, klebte ich welche in einer Bernsteinfarbe hinein, die aus einem 3D-Drucker stammten.

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Auf mich wirkte sie wie eine altägyptische Pharaonin, weshalb ich ihr einen goldenen Thron kaufte und einen passenden Halsschmuck mit Skarabäen umhängte. Bis dahin wusste ich ihren wahren Namen nicht. Obwohl keine meiner Figuren einen durch mich verliehenen Namen trägt, machte ich bei ihr eine Ausnahme und taufte sie Djet-cheb-neb-iret-nes, entsprechend einem altägyptischen Frauenname, was so viel bedeutet wie: „Die etwas sagt, was man dann für sie ausführt.“ Dieser fast 4’000 Jahre alte, kraftvolle Name passt zu meiner (la) „Donna“ (ital. „Frau“).

Der Körper mit der Seriennummer SW9 stammt aus der „Swoon“-Kollektion…..

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Sitzende Figur aus der „Swoon“-Serie von Patina V

…. und der Kopf ist derselbe wie Donna aus der Serie „The Look“.

 

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„Dangerous“-Woman! Patina V, DG 05 vs. Figuren Jung SX-21

Wie bereits in einem anderen Beitrag über die Kopie von der Figur SR11 von Patina V aus der Serie „Siren“ erwähnt, liess sich die Firma Figuren Jung in Deutschland ab und zu auch einmal von einer Konkurrenzmanufaktur inspirieren und brachte die beinahe baugleiche SX-21 auf den Markt, die geringfügige Abweichungen zum Original aufweist.

Die gesamte „Dangerous“-Serie von Patina V ist atemberaubend schön! Die DG01 zum Beispiel eine wahre Augenweide! Aber auch die DG 05 ist sehr speziell, in ihrer Haltung und im gesamten Ausdruck, weshalb ich sie schon seit Jahren in den Top-Ten auf meiner Wunschliste hatte. Die amerikanische Originalversion ist praktisch nicht zu finden. Die Figuren Jung-Kopie SX-21 schon eher.

Patina V Dangerous, Katalog 01 (Pinterest)
Titelseite des Katalogs von der Serie „Dangerous“ des Herstellers Patina V aus den USA. Die leicht gebückte Figur links, mit der Nummer DG 05, gibt es auch als Kopie von der Firma Figuren Jung mit der Nummer SX-21.
Patina V Dangerous, Katalog 03 (Pinterest)
Die Figur Nr. DG 05 von der Firma Patina V aus den USA (Serie „Dangerous“) dürfte für das Mannequin SX-21 von Figuren Jung, durch die auffällige Ähnlichkeit, inspirierend gewesen sein.
Anm.: leider ist der Link zu diesen Katalogseiten im Internet nicht mehr aktiv!

Im Gegensatz zur DG 05 von Patina V, die einen ernsten Gesichtsausdruck hat, hat die Figur von Jung ein anziehendes Lachen. Auch die linke Schulterpartie zum Kopf hin, ist etwas mehr nach oben gezogen und die Arme so gestaltet, dass beide gewölbten Hände auf das leicht gebeugte, rechte Knie passt. So gesehen ist es keine identische Kopie, aber die DG 05 dürfte Ideenpatin gewesen sein.

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Fast die selbe Haltung erkennen wir bei der Jung-Figur aus Deutschland mit der Nr. SX.21, welcher vermutlich das amerikanische Mannequin DG 05 aus der Serie „Dangerous“ von Patina V als Vorlage gedient haben muss. Doch der Gesichtsausdruck ist anders, sowie die parallele Armstellung und die etwas mehr gegen das Kinn hin hochgezogene, linke Schulter. Natürlich ist auch die Technik bei der Schulterkupplung und bei der Verbindung von Torso und Beinen komplett anders, wodurch auch ohne Seriennummer, oder sonstige Bezeichnungen die Identifikation sofort möglich ist.

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Bilder: Jeanette Wonneberger

flickr, Jeanette, 2016-05-07 (Jung, SX-21)

 

>> demnächst wird dieser Artikel noch mit eigenen Bildern ergänzt und Links eingefügt, wo möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei Almax Mannequins aus der Serie „Americana“, Nr. 243, im Original- und im überarbeiteten Zustand (Make over)

Wenn man im Internet Mannequins auf amerikanischen Verkaufsplattformen (wie z.B. auf „eBay“) antrifft, sind es vorwiegend gebrauchte, oft defekte Figuren von Herstellern aus den USA, oder von Adel Rootstein. Es ist eher ungewöhnlich einer Almax aus Italien zu begegnen und erst recht einer überarbeiteten Version der Schaufensterpuppe aus der Serie „Americana“ mit der Seriennummer 243.

Meines Wissens ist diese Serie etwa 40 Jahre alt, wurde also anfangs der 80er-Jahre auf den Markt gebracht. Ihre Posen („positions“) sind locker und lässig („casual“) und ihre Gesichter mit einem frischem Ausdruck versehen („fresh looking“) und hübsch („and pretty“), heisst es auf der Frontseite des Almax-Kataloges von der Serie „Americana“.

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Frontseite des Almax-Katalogs von der Serie „Americana“ Hinweis: Der Link zu diesem Bild existiert nicht mehr!

Die Serie umfasst 7 Figuren und ist mit der Serie „Phase II“ verwandt (z.T. baugleich). Die Nummer 243 kommt aber nur in der „Americana“-Serie vor (Bild unten: 7 Posen in der Serie „Americana“ / Katalogbilder).

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Katalogseite von der Almax-Serie „Americana“ mit 7 Figuren. Nr. 243 ist oben links die Erste.

Ein Sammler in den USA hat diese Figur komplett restaurieren lassen und schreibt sie zur Zeit auf eBay zum Verkauf aus; für $ 590.-.

“Incredible quality with amazing attention to details. Perfect, high fashion pose to showcase any look.“ (dt. „unglaubliche Qualität mit tollem Augenmerk für Details. Perfekte Haute couture-Pose für jeden Look, bzw. jede Art von äusserer Erscheinung“), steht da im Inserat:

ACHTUNG / Attention: der folgende Link zum eBay-Inserat ist nicht mehr gültig / the link down here to eBay is not valid anymore!!!

eBay-Inserat in den USA: Almax „Americana“, Nr. 243 restauriert

Unter Einhaltung der Kopierrechte, verlinke ich hiermit die Webseite des Autors der untenstehenden 5 Bilder „Supermannequin“ aus den USA (persönlicher Name nicht bekannt, da kein Impressum vorhanden ist). The folowing five pics are copyright by supermannequin, see link (website)

supermannequin USA, Almax

Almax americana by supermannequin USA (verkauft / sold)

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Restaurierte Almax „Americana“ Nr. 243

Diese Figur wurde teilweise neu koloriert (gemalte Brustwarzen) und geschminkt.

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Für einige leichte Schäden an den Armen und Farbabweichungen am Rücken würde ich nie das Prädikat „perfekt“ verleihen…. „In sehr gutem Zustand“ würde reichen.

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Fleckiger Teint. Stellenweise wurden die Lackschäden am Rücken nur ausgebessert.
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Ausbesserung von Lackschäden auch am Po. Sonst guter Allgemeinzustand; aber der Preis eindeutig zu hoch…, auch wenn Sammler in den USA im Durchschnitt 30-40% mehr zahlen als Europäer…

Und über folgende Fasching-Perücke kann man sicher geteilter Meinung sein…..

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Das Mannequin aus der Manufaktur von Hans Boodt mit der Nr. F4201 aus der Serie „Blend“

Blättert man zurück in der Filmgeschichte, dann erkennt man als Protagonistin im Film „Alien“ von 1979 die Schauspielerin Sigourney Weaver als (Zitat) „Blaupause für harte Hollywoodheldinnen“. In einem Spiegel-Interview vom 16.09.2004 wurde sie so genannt, da später sich in den 80er-Jahren das Frauenbild entscheidend wandelte. Zitat aus „1980er Jahre: das Supermodell“: „Sie alle waren groß, athletisch und berühmt für ihre langen Beine. Gesunde Kurven waren wichtig für die Amazonen der 80er und damit auch für normale Frauen realisierbar. Sport wurde essentiell, um an die neue Traumfigur zu kommen, am liebsten mit den Aerobic-Videos von Jane Fonda.“ (Zitat aus The stylebook – Das Schönheitsideal im Wandel der Zeit ) „Elle „The Body“ Macpherson wurde mit ihren 182 cm Körpergröße zum Model-Favoriten.“ 

Starke Frauen erschienen auf den Kinoleinwänden, sowohl in Hollywood, als auch in Frankreich, wo einer meiner Lieblingsregisseure Luc Besson, 1990 den Film „Nikita“ herausbrachte und seine besondere Qualität als Avantgardist unter Beweis stellte. Einen Vorgeschmack auf sein Frauenbild, erhält man bereits im Film „Subway“ mit Isabelle Adjani in der weiblichen Hauptrolle, aber im Film „Nikita“ wird die Frau selbstbewusst, kämpferisch und stark, hingegen auch erotisch, zerbrechlich und mit allen Bedürfnissen zur Weiblichkeit dargestellt. Einerseits war man von dieser Frauenpower angetan, doch andererseits zerstörte sie manche Vorstellung von herkömmlichen Geschlechterrollen, in denen bis spät in die 70er-Jahre hinein Weiblichkeit mit „schwach“ assoziiert wurde. Als der Siegeszug der Emanzipation die Frauen auf ihre Positionen der Gleichberechtigung setzte, mag der eine oder andere Mann schon gedacht haben, die mythische Xanthippe sei in einigen dieser kämpferischen Wesen erwacht. Solch erstrittene Unabhängigkeit war gewöhnungsbedürftig. Doch bereits emanzipierte Männer sollten keine Angst vor starken, selbstbewussten Frauen haben, was uns ebenfalls Luc Besson in seinem Kultfilm „Das fünfte Element“ vor Augen führen will. Die weibliche Hauptrolle Leeloo wird von Milla Jovovich gespielt, einem Topmodel der 90er-Jahre. Das Drehbuch entstand bereits 1990. Der Film kam 1997 in die Kinos. Besson lässt den Pater sagen: „Wecken Sie sie auf. Ich bin gleich wieder da. Aber bitte seien Sie vorsichtig. Sie ist das wertvollste, was die Menschheit besitzt. Sie ist einfach perfekt.“ Leeloo ist das Konglomerat von Macht, sowie Sex-Appeal, verbunden mit etwas Mysteriösem; ist eine geballte Ladung Frauenpower, in der eben perfekten Mischung. Nadja Atwal durfte sich „die schönste Powerfrau der USA und aller Zeiten“ nennen, als sie vom berühmten US-Mode- und Schönheitsmagazin „Viva Glam“ entsprechend gekürt wurde und namhafte Grössen wie Gisela Bündchen und Heidi Klum hinter sich liess (Die Welt – Interview mit Nadja Atwal ).

Nun bedeutet das englische Wort „blend“ dieses Mischungsverhältnis, welches sich auch auf die miteinander verschmelzenden, unterschiedlichen Eigenschaften eines Menschen beziehen kann, wie einerseits Powerfrau und andererseits weiblich, sowie sexy sein und  Familienmensch bleiben. „Ihren Erfolg sieht Atwal auch in ihrer Familie begründet, die einen sehr hohen Stellenwert für sie hat. „Ich bin eine glückliche Geschäftsfrau“, sagt sie. „Aber ich bin eine noch glücklichere Ehefrau und Mutter.“ Und das mache für sie auch eine wirkliche Powerfrau aus.“ Genau diesen Typ Frau will die Firma Hans Boodt mit ihrer Mannequins-Serie „Blend“ sinngemäss, wie oben erklärt ansprechen.

So heisst es im Begleittext zu dieser Serie von Hans Boodt auf ihrer Webseite: „Unsere realistische Schaufensterpuppen BLEND Kollektion zeigt auf ganzer Linie eine selbstbewusste Ausstrahlung, die städtischen Chic und Robustheit mit einem urbanen Look kombiniert und gleichzeitig einen Touch von High-Society ausstrahlt.“

 

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So einfach ihre nicht exaltierte Pose wirkt: als ich zum ersten Mal vor der F4201 stand, wurde ich sofort in ihren Bann gezogen und mit ihren 185 cm Körpergrösse, sowie ihren wohlproportionierten Körper, wirkte sie genau auf diese Weise wie oben beschrieben: stark, selbstbewusst, weiblich und sexy – eben „blend“.

Sigourney Weaver wurde nach dem Thema gefragt überaus deutlich: „Angelina (Jolie) ist eine tolle Schauspielerin, aber ihre Rolle (in Lara Croft) beschränkt sich darauf, das Böse mit simpler Waffengewalt zu bekämpfen. Ich finde es ziemlich schade, dass man einer Schauspielerin vom Kaliber einer Angelina Jolie nicht mehr Spielraum lässt, um diesen Charakter Lara Croft mit einem Hauch mehr Intelligenz zu gestalten. Man hat sie zu sehr reduziert auf die Figur aus dem gleichnamigen Videospiel. Dicke Brüste, enge Shorts und eine Knarre in der Hand, das allein reicht in meinen Augen noch nicht, um einen weiblichen Hero zu kreieren.“

1977 begegnete ich einer strohblonden, grossen Holländerin. Sie war sexy, weiblich und sehr selbstbewusst und vor allem ausserordentlich sportlich. Marthe L. wurde Dritte in den Europameisterschaften im Eisschnelllauf der Frauen. Nach meiner Erinnerung war es die erste wirkliche Powerfrau und Amazone, welcher ich in meinem Leben begegnete! Nein, ich habe keine Angst vor starken Frauen, auch von der F4201 nicht, die mich sehr an Marthe und an ihre Zwillingsschwester Alide L. erinnert.

 

 

 

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Patina V-Mannequin aus der Serie „Belle Monde“ mit der Nummer BLM7 MP – Martina (Head)

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Kürzlich habe ich mir eine BLM7 (Belle Monde, übers. „Schöne Welt“) mit dem Kopf von Martina (MP) gekauft. Sie ist wirklich eine sehr schöne Schaufensterfigur.

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Der Martina habe ich mal vorläufig mein Sofa freigemacht. Da fühlt sie sich sichtlich wohl.

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Auf der metallenen Innenplatte des Armes, neben dem Bolzen der Schulterkupplung, steht die Seriennummer „BLM7“ und die Bezeichnung für den Kopf „MP“ (für „Martina“).

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Sie bekam von mir eine Zopffrisur von New John Nissen und ein leicht transparentes Oberteil mit Leopardenmuster auf violett eingefärbtem Stoff, was sehr gut zu ihrem Teint, Make-up und zu der gesamten Erscheinung passt.

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Ich finde die gesamte Körperhaltung sehr faszinierend; sie impliziert Aufmerksamkeit und totale Präsenz, wenn auch in einer entspannten Pose. Typisch Patina V eben; eine Augenweide!

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Wie auch immer man „Zufall“ definieren mag; ich fand im Internet ein Bild von Emma Watson, der britischen Schauspielerin, die man aus den Harry-Potter-Filmen her kennt. Sie posiert 2013 für das „Wonderland magazine“ und nimmt die beinahe selbe Haltung ein wie Martina. Die Blickrichtung, der gesamte Ausdruck, die Handstellungen und wie die Beine übereinander gelegt sind. Man könnte meinen, der Fotograf habe im Internet die BLM7 bei Patina V gesehen und sein Model so posieren lassen. Faszinierend!

Interview von Emma Watson mit Derek Blasberg

The Bloom of the wallflower (Interview und Bild)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Patina V-Mannequin aus der Serie „Adagio“ mit der Nummer AD4A KK, also mit Karen-Head.

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Es handelt sich um die Figur unten links.

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Ich fand das Kleid (unten) doch viel besser…….

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Karen und Shannon… Da haben sich zwei Freundinnen gefunden 😉