Karen Mulder. Ein Supermodell der 90er-Jahre ist auch als Mannequin bei Adel Rootstein erhältlich

Das holländische Supermodell Karen Mulder erlebte in den 90er-Jahren eine einzigartige Karriere, posierte vor der Kamera für die bekanntesten Modezeitschriften und lief auf dem Catwalk für die berühmtesten Modedesigner der Welt. Bereits im Alter von nur 16 Jahren gewann sie beim Elite-Model-Look Wettbewerb den zweiten Platz weltweit. Das ist aussergewöhnlich!

Karen Mulder, Wikipedia

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Volle Lippen, wie BB (Brigitte Bardot), grosse, blaue Augen, wie kleine tiefe Seen in einer Landschaft, ebenmässiges Gesicht, umrahmt von strohblondem Haar: das waren einige ihrer Markenzeichen. Damit nicht genug, denn sie hatte auch eine starke Ausstrahlung und eine atemberaubende Figur, weshalb sie auch eine Zeitlang für „Victoria’s Secret“ in Engelsmontur und sexy Unterwäsche über den Laufsteg stakte.

Victoria's Secret Fashion Show
Karen Mulder präsentierte für „Victoria’s Secret“ auf dem Laufsteg edle Unterwäsche und war mit weissen Engelsflügel gewandet.
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Victoria’s Secret Unterwäsche ist sehr exklusiv. Lediglich die berühmtesten Models dürfen sie auf dem Laufsteg (meist als Engel) und für den Katalog in sexy Pose erstmals präsentieren. Diese Ehre kam auch Karen Mulder zu.
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Titelseite der Modezeitschrift VOGUE, leider ohne Datumsangabe. Karen Mulder scheint hier ab Eber noch sehr jung zu sein.
Karen Mulder 1989 (Foto John Rutter)
Sinnlich, sexy und verspielt: Karen Mulder 1989 vor ihrer grossen Karriere. Foto: John Rutter
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Sinnlich, stark, selbstbewusst, verführerisch und doch geheimnisvoll reserviert (mit der „kalten“ Schulter, wie auf dem Bild treffend dargestellt); – einfach auf eine sagenhafte Weise attraktiv, blickt sie den Betrachter direkt und fast provokativ an. Karen Mulder erschuf ihr eigenes Image und ist 1995 dort angekommen, wo sie ziemlich zielstrebig hin wollte. Sie wurde ein Supermodell. Spanische ELLE-Ausgabe vom November 1995
Karen Mulder in Dior 1992
Anmutig wie eine Königin trägt hier Karen Mulder 1992 ein traumhaft schönes Kleid von Dior auf dem Laufsteg zur Schau. Was für ein grandioses Bild von einer so tollen Frau, die trotz hochgeschlossener Robe eine unbeschreiblich anziehende, erotische Ausstrahlung besitzt.

Heute ist es nicht mehr nötig den sprechenden Spiegel aus dem uns allen bekannten Märchen „Schneewittchen“ zu fragen: „…… wer ist die Schönste im ganzen Land?“ In der Zwischenzeit übernehmen dies die Medien, z.B. die Zeitschrift „Mirror“ (sinnigerweise bedeutet dies übersetzt „Spiegel“), der ihre Leser fragt: „Welches Victoria’s Secret Modell ist das erotischste aller Zeiten?“

Mirror: Sexiest Victorias Secret Model of all time

21 Top- und Supermodells stehen zur Auswahl, im November 2014, und neben Heidi Klum, Gisele Bündchen, Candice Swanepol, Eva Herzigova und andere weltberühmten Modells, ist natürlich auch Karen Mulder (Bild 16, siehe Link oben) dabei.

Auf der Webseite „fashionmodeldirectory“ zählt sie – ohne spezifisches Ranking – zu den 1000 schönsten Frauen der Welt und neben ihren Körpermassen und anderen Angaben zu ihrer Person, ist dort zu lesen, dass sie sechs Sprachen spricht, unter anderem Latein und Griechisch.

FMD, fashionmodeldirectory, Karen Mulder (viele Infos’s)

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Im „Trivia“-Teil der Webseite erfährt man auch, dass man nach ihrem Ebenbild eine kleine Spielzeugpuppe (Bild oben) produzierte und sie in dieser Hinsicht in den engsten Kreis der drei Auserwählten gehört, neben Claudia Schiffer und Naomi Campbell. Damit aber noch nicht genug der Ehre, denn es wurde sogar eine neue holländische Tulpe nach ihr benannt, aus der Gruppe „Triumph“ (Nomen est Omen!). Sie ist einfarbig, knallgelb und leuchtet in der Sonne wie ein helles, fröhliches Licht.

Karen Mulder – Tulpe

Es gibt viele, wunderschöne Fotos von Karen Mulder im Internet…..

Karen Mulder, Fotos und Infos (engl.)

Karen Mulder (tumblr)

Karen Mulder (listal)

Karen Mulder, superior pics (Engelbilder)

Goldenes Kleid von Dior auf tumblr

Karen Mulder bei chickipedia (mademan), mit vielen Bildern

….., aber drei davon finde ich persönlich besonders schön, weshalb ich sie hier poste und kommentiere:

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Auf diesem Bild strahlt Karen Mulder eine sehr faszinierende Jugendlichkeit, Unbeschwertheit aus. Ihr Make-up ist sehr dezent und natürlich.
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Mit etwas Phantasie assoziiere ich zumindest bei diesem sexy Kleid ein Kettenhemd, Stärke, selbstbewusste Frau, wilde Entschlossenheit (wilde Frisur!), eine Kämpferin, Kriegerin; vielleicht sogar eine Anlehnung an die nordische Mythologie der Schildmädchen des Wodan, welche die tapferen Helden im Kampf aufsuchten und küssten, sie auf ihr Ross holten und sie zu Wodan, dem Gott des Krieges brachten, der sie mit allen Ehren empfing und sie – die Walküren des Wodan – (Zitat): „sich bemühten (den Helden) die Leiden der Erde vergessen zu machen.“ (Quelle Julius von Negelein 2014, zum Thema Walküre in „Germanische Mythologie“ Nachdruck von 1906). Tolle Vorstellung 😉
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Eines der schönsten Bilder ist jenes von Karen Mulder mit weissem Kopftuch und orientalisch angehauchtem Flair auf der Titelseite der VOGUE (Jahrgang nicht bekannt). Die Tiefe der Sinnlichkeit und die spirituelle Identität der Erotik liegt nicht in der Blösse, sondern in der Akzentuierung der Partien im Gesicht, in dem die meisten Botschaften der Seele, durch Mimik, Blicke und Worte kommuniziert werden. Auch Farben haben eine Signalwirkung. Meiner Meinung nach ist dieses Make-up und Styling für sie perfekt; einer Schönheitskönigin sehr wohl angemessen.

Adel Rootstein beauftragte ihren firmeninternen Bildhauer, von Karen Mulder mehrere Skulpturen anzufertigen, um nach ihren Ebenbildern Mannequins zu produzieren. Im Bild unten steht Karen Mulder neben einer ihrer fertigen Schaufensterpuppen (Serie „Seduction“ SD 08):

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Das Supermodel Karen Mulder (links) stützt sich auf der rechten Schulter von ihrem Ebenbild als Schaufensterfigur ab, die von Adel Rootstein angefertigt und mit der Seriennummer SD 08 (Seduction) in ihre Kollektion übernommen wurde.
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Mannequin von Adel Rootstein, Karen Mulder, Serie „Seduction“, SD 08

 

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Mannequin von Adel Rootstein, Karen Mulder, Serie „Seduction“, SD 08

Adel Rootstein, Karen Mulder, Serie „Seduction“, SD 08 (& SD 09)

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In einer Ausstellung in New York wurde neben dem modellierten Kopf des Bildhauers, auch die fertige Schaufensterfigur von Karen Mulder ausgestellt, anlässlich eines Jubiläums der Firma Adel Rootstein. Die Figur ist die SD 09.

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Es gibt nun einige Sammler, die ihre Mannequins komplett restaurieren. Manche werden auch von professionellen Firmen aufgefrischt, d.h. in einem sog. „Make-over“ werden schadhafte Stellen ausgebessert, die Figur danach komplett neu lackiert und ein frisches Make-up angebracht. Bei den ersten beiden der vier Bilder einer Karen Mulder aus der Serie „Seduction“, mit der Nummer SD 08, hat der amerikanische Sammler Ivan (ibnhouston) – ob bewusst, oder unbewusst – exakt die Augenfarbe und den Farbton vom Lippenstift übernommen, wie auf dem Bild mit dem weissen Kopftuch. Ivans Figur ist wirklich sehr schön und er versteht es auch, die Mannequins auf beeindruckende Art zu stylen.

Ivan, Karen Mulder auf flickr

Das dritte Bild, die Profilaufnahme von Adel Rootstein’s Karen Mulder mit schwarzen Haaren und Pferdeschwanzfrisur, ist auch sehr schön gestylt. Es stammt von Lester Jones.

Lester Jones, Karen Mulder auf flickr

Das letzte Bild mit Karen Mulder mit den blonden Haaren, stammt vom Sammler Danny Letton. Wunderschönes Mannequin, toll restauriert! Dazu einen Auszug aus den in flickr geposteten Kommentare: Wes „Rootstein did a fabulous job capturing one of the great beauties of the Supermodel Era!!! With this makeup she looks just like the real thing!“ Wonderful Electric: „I would kill to find this mannequin for sale… I’ve been searching for her for almost 10 years!“

Karen Mulder, Danny Letton (flickr)

Es gibt sie bei Rootstein noch zu kaufen…..neu..! Auf eBay ist sie kaum noch auffindbar. Sie sind sehr selten, die Karen Mulder-Mannequin’s „Seduction SD 08 und SD 09. Ich habe beide; eine sogar in einer Sonderserie für „Escada“.

 

 

 

 

 

 

Mannequins / Schaufensterpuppen als Spiegel der Schönheitsideale im Wandel der Zeit

Haute Couture als zentrales Thema im Elternhaus

Die Hochglanz-Modezeitschriften und Magazine von Vogue und Harper’s Bazaar lagen in meinem Elternhaus teils stapelweise herum, wobei ich mir die innere Ordnung nie erschliessen konnte, denn chronologisch schienen sie kaum zu sein. Mir ist es bis heute also nicht vergönnt, auch rückblickend, ein System der Priorisierungen erkannt haben zu dürfen – das soll auch so sein, denn Schönheit, Ästhetik, Mode sind ganz persönliche Empfindungen, die von Formen und Farben, von Licht und Schatten beeinflusst sind. Es gab zwar Versuche aus Milliarden von menschlichen Individuen ein Schönheitsideal aus der breiten Masse hervorheben zu lassen und dies je nach Epoche immer wieder neu. In den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts wollten gewiefte Werbepsychologen dahinter kommen, nach welchen Kriterien unser Unterbewusstsein ein Schönheitsideal bewertet. Das Ergebnis war recht simpel: je symmetrischer ein Gesicht ist, desto schöner erscheint es dem Betrachter. Eine solche Erklärung kann aber nicht die breite Empfindungspalette abdecken, die Menschen in ästhetischer Hinsicht besitzen. Dennoch ist es rätselhaft, wie sehr Mode und Schönheitsempfinden dem jeweiligen Zeitgeist unterworfen sind und es eine erstaunliche suggestive Kraft gibt, die Trends zu fokussieren vermag. Jedenfalls kann ich mich schwach erinnern, das Wort Haute Couture so oft als Kind im Elternhaus gehört zu haben, dass es zu meinem Grundwortschatz im Vorschulalter gehörte.

Meine Tante war eine begnadete professionelle Schneiderin, sowie meine Grossmutter mütterlicherseits. Neben ihrer täglichen Arbeit, fertigten sie auch Kleider für meine Mutter an, die mit etwas über 1.80 Meter Grösse damals gültige Modellmasse besass. Ansatzweise lässt sich vermuten, dass nach der Reihenfolge der in Auftrag gegebenen Kleider auch die Hefte bereit lagen, die ich oft durchblätterte, sogar öfters als ein Spielwarenkatalog. Manche waren so dick wie die in ländlichen Gegenden damals gebräuchlichen Telefonbücher. Die Fotos in den Katalogen wurden in den berühmten Mode-Metropolen Paris, London, Mailand und New York gemacht – Grossstädte in denen Trends gesetzt wurden.

Ausbildung zum Werbe- und Modefotografen

Am Anfang begeisterte mich schon eher die Landschaftsfotografie, als ich das erste Mal mit 12 Jahren eine Nikon F Spiegelreflexkamera in die Hand nahm und im Alter von 15 die Dunkelkammertechnik erlernte. Ein Jahr später war mir klar, dass ich eine Lehre als Fotograf beginnen wollte und so arbeitete ich nach der Schule u.a. für Achille Wieder, der in Zürich ein sehr bekannter Modefotograf war. Wenn während dem Fototermin die schlanken, sich wie Gazellen bewegenden, schönen Geschöpfe über das Parkett stakten, gab es am Anfang schon das eine oder andere Mal, dass mir beinahe die Augen aus dem Kopf fielen. Doch ich gewöhnte mich an die ein- und ausgehenden Supermodells und mit der Zeit war es nicht mehr so ausserordentlich aufregend. Aber es waren schon Wesen die mich zuweilen verzaubern konnten; betörend, in einer magischen Atmosphäre. Die Disco-Glitzerwelt von Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre war ohnehin magisch.

Ein wenig Nostalgie…. „the Golden Ages“…

Wenn ich also heute, 40 Jahre später, Schaufensterfiguren ansehe, schwingen schon nostalgische Gefühle an diese sehr spannende Zeit des Aufbruchs mit, als sich in der Werbung neue Horizonte eröffneten und die Schaufenster sich in Erlebniswelten verwandelten und der Begriff „visuelles Merchandising“ sich verbreitete. Ansprechend sollten sie sein, sympathisch, die Schaufensterpuppen, die potentielle Kundschaft in ihren Bann ziehen sollten. Die heutigen Sammler von Vintage-Mannequins sprechen von den „Golden Ages“, von den goldenen Jahren, als die in Europa führenden Hersteller, wie Adel Rootstein, Hindsgaul und New John Nissen die wunderschönen, naturalistischen Schaufensterfiguren auf den Markt brachten. Heute sind die „Eierköpfe“ nur noch von den Körpermassen dem Menschen ähnlich. Man glaubt, der Betrachter sei durch die Stilisierung der Figur mehr auf das Kleid konzentriert, was verkaufsfördernd wirke. Man vergass dabei, dass der Mensch das „Gesamtpaket“ unterbewusst beurteilt und ein ästhetisches Empfinden besitzt, in dem das Gefühl für Schönheit entwickelt wird. Und so sind die stilisierten Mannequins von heute vielen zu abstrakt und ich bin nicht alleine, wenn Menschen sich nach den „Golden Ages“ zurücksehnen.

Mannequins: Träume in Kunstharz / visuelles Marketing und Gebrauchskunst

Dutzende Sammlerinnen und Sammler weltweit kümmern sich um die Erhaltung von Mannequins, der speziellen Form von Werbeplastik. An dieser Schaufensterkunst aus mehreren Jahrzehnten, lässt sich die Entwicklung in Gesellschaft und Mode ablesen und sie ist ein Spiegel der Zeit, in der sich das Schönheitsideal immer wieder veränderte. Als ich die erste Schaufensterpuppe ca. 1994 in einem Brockenhaus kaufte, fungierte sie als Objekt für die Voreinstellung des Studiolichtes, um mit dem lebendigen Modell später keine unnötige Zeit dafür zu verschwenden. Noch konnte ich nicht ahnen, dass mich rd. 14 Jahre später die Leidenschaft erfassen würde, in der ich nun begeistert Mannequins sammle. Inzwischen sind es über 140 Figuren, welche ich mir vom Sommer 2008 in den letzten zehn Jahren erwarb.

Dieses Blog hat zum Ziel, dem interessierten Leser eines der am wenigsten erforschten Gebiete im Bereich visuelles Marketing und Gebrauchskunst näher zu bringen. Es ist äusserst spannend, wenn z.B. ein „Dachbodenfund“ im Internet angeboten wird. Über Mannequins gibt es keine Fachliteratur, kein Bestimmungsbuch, wie bei Pflanzen und Schmetterlingen. Von den ahnungslosen Verkäufern werden öfters keine Angaben über den Hersteller, sowie die Seriennummer usw. gemacht und oft sind Aufnahmen mit dem Handy in schlechter Qualität gemacht worden, wonach es einiges an Fachwissen braucht und Erfahrung, um zweifelsfrei vor dem Erwerb die Figur einordnen zu können. Diese Phase erzeugt ein wenig Goldgräberstimmung, wobei mir diese Herausforderung enorm Spass macht. So werden Artefakte einer Kunstform gerettet, die sonst in Vergessenheit geraten würden. In der zweiten Phase werden die Schaufensterfiguren von mir gestylt und wenn nötig restauriert. Durch eine fachkundige Bestimmung bekommen sie nicht nur ihre eigentliche Identität zurück, sondern sie erhalten nicht selten ein sog. „Make-over“, ein Face- und Bodylifting, das ihnen zu einem zweiten Leben verhilft.

Mein Blog „Faszination Mannequins“ stellt hier nicht nur einige meiner sehr schönen Exponate vor, sondern hier werden auch einige Informationen über dieses Thema der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, die u.a. auch in meinem Fachbuch erwähnt sind. Ich hoffe Sie also auch zum Staunen zu bringen; viel Spass!