Die Serie „International“ von Hindsgaul mit den Nummern 8701-8723 von 1978

„Nomen est omen“ ( dt. „Der Name ist Programm“) würden die alten Römer sagen, denn 1978 lancierte die Firma Hindsgaul mit der brandneuen Serie „International“ einen Hit und die Mannequins verkauften sich international sehr gut. Wenn auch über 40 Jahre alt, tauchen diese Schaufensterfiguren auf dem Markt immer wieder auf und werden von den Sammlern schon beachtet, aber zu Niedrigstpreisen gehandelt. Selten sind sie auch in einem guten Zustand, was den Wert massiv senkt und nicht jeder findet gefallen an ihr. Das mag zum Einen daran liegen, dass verschiedene Attribute nicht schön genug sind und zum Anderen besteht das Kriterium der Vollständigkeit der Originalteile. D.h. wie bei vielen Serien aus dieser Zeit sind die Schulterkupplungen kreisrund und die Arme untereinander kompatibel. Vor allem bei grossen Warenhäusern wurden wahllos Teile ausgetauscht. Für manche Sammlerin und Sammler ist es daher wichtig die Teile zu besitzen, die wie im Originalkatalog zur Figur passen und es werden Figuren priorisiert (wie mir auffiel), die diesen sinnlichen, halb offenen Mund mit den weissen Zähnchen aufweisen, wie zum Beispiel die Figur 8703. Im untenstehenden Katalogbild sieht man die 8703 mit dem Kopf geradeaus schauend und mit den Augen ein wenig nach rechts blickend, mit beiden Armen angewinkelt und mit den Händen in die Hüften gestützt.

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Ich kaufte meine „International“ von Hindsgaul mit der Nummer 8703 im Emmental auf einem Bauernhof. Sie wurde lange in einem Hühnerstall gelagert, entsprechend war ihr Geruch ein wenig streng. Gerüche in der Nutztierhaltung sind normal, doch bei einer Schaufensterpuppe doch eher störend, weshalb sie bei mir zuhause gleich abgeduscht wurde und im Keller vorübergehend in Quarantaine kam. Bei der Hüfte mussten noch Klebebandreste entfernt werden, was ziemlich aufwändig war. Aber bei einem Preis von CHF 20.- mit Standplatte kann man da nicht meckern.

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Etwas später kam dann noch eine komplett restaurierte Hindsgaul „International“ hinzu (mit der Nummer 8703, od. 8710), die ich an Weihnachten 2018 als Wald-/Baumfee stylte.

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Ebenso schön ist die Figur mit der Seriennummer 8718, die der Sammlerkollege Massimo besitzt (Katalogbild, rechts. Blick nach rechts).

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flickr, Massimo, „Blondie“, Hindsgaul International 8718

Hindsgaul Fanseite – Serien Historie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adel Rootstein, Serie Runway GEO Fiona Hamilton M2

 

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Fiona Hamilton Rootstein-Mannequin. Foto: Massimo (siehe Link)

Als ich vor längerer Zeit dieses monochrome Bild (oben) von einem der faszinierendsten Mannequins, die es gibt, im Internet gesehen habe, war ich völlig sprachlos. Einerseits ist der vom Fotografen umgesetzte, leichte Chamois-Farbton perfekt, um den Vintage Look zu implizieren. Er umfängt die Fotografie mit dem Hauch des Verborgenen, welche die Vergangenheit naturgemäss in sich birgt und verleiht dem Gesichtsausdruck dieser in sich vergessen scheinenden, älteren Schaufensterpuppe mit dem verträumten Blick, eine geheimnisvolle Kraft. Diese ungekämmte Kurzhaar-Perücke, wild, ungebändigt, entfacht in mir das Gefühl, länger mit den Augen auf dem Bild ruhen zu wollen. Das Hemdchen, das sie trägt, ist schlicht und einfach. Nichts lenkt mich von diesen Augen ab, welche von Sehnsucht erfüllt wirken. Geborgenheit, Liebe, Freiheit, ich ertappe mich dabei, dass ich dieses Bild nicht konsumiere, sondern es erzeugt Emotionen. Grazie, Massimo!

flickr, Massimo, Rootstein, Runway GEO, Fiona Hamilton M2, s/w-Bild im Chamois-Farbton

Diese grossen fragenden Augen, dieser Gesichtsausdruck: dies prägte sich tief in mein Gedächtnis ein, sowie das Grübchen am Kinn, welches meines Wissens nur bei diesem Mannequin von Adel Rootstein zu sehen ist. Ihre Haltung, in welcher sie die Schultern etwas nach vorne gedrückt hält, ist speziell und einprägsam (s. Bild unten, Mitte M2).

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Erste Seite des Katalogs von Adel Rootstein’s Serie „runway GEO“, von M1-M3

Es ist die Fiona Hamilton mit der Nummer M2, aus der Serie „Runway GEO“ von Adel Rootstein; und ich setzte sie auf meine Wunschliste.

Katalogseite von Adel Rootstein, Runway GEO, M1-M3 bei flickr (Chase Connery)

Kürzlich schaute ich ins Internet und sah dieses Bild (unten), mit dem schlichten Text im Inserat: „Schaufensterpuppen“.

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Ganz links „meine“ Jung-Figur, in der Mitte die Fiona mit falschem, rechten Arm und rechts eine Figur mit Fiona’s Arm….

„Ach Hallo!?!“ dachte ich. „Da steht doch links meine Jung-Schaufensterfigur, die ich vor einem Jahr verkaufte.“ Das Mannequin in der Mitte mit dem grünen Kleid ist kaum zu erkennen. Ich habe sie vorgestern gekauft. Es ist eine Fiona Hamilton M2 aus der Serie Runway GEO, einfach mit dem falschen, rechten Arm! Die Figur rechts ist bereits verkauft! Die Verkäuferin hat – typisch für Laien – ziemlich sicher die Arme vertauscht. Die Figur rechts hat nach meiner Einschätzung den rechten Arm, mit falsch montierter Hand (180° Grad verkehrt herum) von Fiona; und ich vermutlich den Arm jener Figur.

Ich habe von Fiona, die unüblich, aber vorteilhaft für Fotos, von ihr aus gesehen nach links, statt nach rechts in Richtung Schulter schaut (siehe Katalog) ein paar erste Bilder gemacht, bis ich vielleicht doch noch in den Besitz des Originalarms komme.

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Meine Fiona habe ich zuerst mit einem reich verzierten, sehr schönen Eye-Catcher-BH in der Grösse 75A ausgestattet und im Kontrast mit einer schwarzen Satinbluse der Marke „tout feu tous femme“ ergänzt. Lange Haare, entsprechend der braunen Augenfarbe, mit den hellen Strähnen, unterstützen den sehr femininen Look und lassen die Hautfarbe in einem helleren Teint erscheinen. Fiona wirkt scheu, etwas zerbrechlich. Ihr Blick ist wie bei der Schaufensterpuppe von Massimo verträumt, fast sehnsüchtig. Eine tolle Figur.

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Fiona als „Piratenbraut“. Sie blickt verträumt…. vermutlich von einer fernen Schatzinsel !?

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Hier trägt Fiona ein sehr schönes, weinrotes Satinkleid – ich habe es mir beinahe gedacht – in der Grösse XS! Passend dazu die strohblonde Perücke.

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Das festliche Satinkleid, das ich in einem Brockenhaus fand, ist raffiniert geschnitten und wird oben von einem Neckholder fixiert.

 

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Ein Grübchen am Kinn, sowie etwas eingefallene Schultern und schmalbrüstig (75A): das sind die typischen Erkennungszeichen von Fiona als M2-Mannequin bei Adel Rootstein.

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Die dunklen Haare passen auch sehr gut zum edlen Kleid. Hier sind sie aber über die linke Schulter drapiert.

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Ohne Neckholder fällt der obere Teil, der wie ein Latz designt ist, herunter. Oouups..!