Traumwelten: Lynne Guerney in „Antarctica Parad-ice“. Adel Rootstein Mannequin aus der Serie „Point and Counterpoint“ mit der Nummer CP 07 schafft es ins Finale!

Ideen für meine Konzepte „Traumwelten“ habe ich viele, aber es ist eine wahre Herausforderung, innerhalb eines so begrenzten Raumes, auf dieser kleinen Fläche etwas zu gestalten, das mir am Ende wirklich gefällt. Ja anspruchsvoll bin ich auch noch; will immer das Beste von mir abverlangen. Natürlich ist mir bewusst, dass der „Flow“, in dem die Kreativität wie eine Quelle sprudelt, nicht mit dem Erzwingen des kaum Erreichbaren zum Ziel führt. Aber einfach in der Hängematte liegen und sich vorstellen, es würde sich dann schon so ergeben, wie man sich das ursprünglich vorgestellt hat, quasi von alleine: das geht nicht. Eine solche Traumwelt ist schliesslich auch etwas organisches. Es wächst, wie ein Pflänzchen, entwickelt sich – und am Anfang steht eine Idee, ein Konzept, das aber noch undeutlich ist, keine konkreten Konturen hat.

Natürlich wolle ich mit Lynne einmal ein Schaufenster machen. Sie ist so toll! Diese Dynamik in der Bewegung; tänzerisch. „Let’s Dance“ im Fernsehen. Ich schaue jede Staffel. Motsi, Jorge, Herr Llambi: Kult. Glitzerwelten pur, diese Bühnen phantastisch, die Kleider einfach umwerfend schön. Lynne Guerney von Adel Rootstein aus der Serie „Point and Counterpoint“ mit der Nummer CP 07 passt perfekt in diese Traumwelt hinein – und als ich mir überlegte, welche Schaufensterpuppe in meine „Antarctica Parad-ice“-Idee hineinpassen würde, gab es eine Vorauswahl von fünf, sechs Mannequins (aus rd. 400, die mir zur Verfügung stehen). Aber Lynne schaffte es ins Finale, selbst wenn sie eine von jenen Schaufensterpuppen ist, die ganz schwierig ist ohne fremde Hilfe zu bekleiden. Es gibt einen Trick, den muss man kennen. Sonst fällt sie um und erleidet Schaden.

Lynne Guerney von Adel Rootstein aus der Serie Point and Counterpoint mit der Seriennummer CP 07 ist eine äusserst seltene Schaufensterfigur, die durch ihre dynamische Haltung auffällt.

Sie besitzt keine Standplatte. Sie stützt sich mit der linken Hand auf dem Boden auf, mit gespreizten Fingern, was noch mehr Halt gibt, und die Stabilität mit dem rechten Knie, dem rechten Fuss und dem linken Fuss, des nach vorne hin ausgestreckten linken Beins, ergibt eine Drei-, bzw. Vierpunktberührung mit dem Boden. Dies reicht, um fest zu stehen. Es gibt, gab sie mit der offenen Hand und mit der „geschlossenen“, verbundenen Hand, wobei sie mit einer anderen, zweiten Figur in einer tänzerischen Bewegung verharrt.

Links Lynne Guerney CP 07 in tänzerischer Pose mit CP 06, rechts. Die Hände sind verbunden. (Original-Katalog, Adel Rootstein)
Aktueller Stand, anfangs Februar 2025; geplant sind noch einige Details als Ergänzung.
„Parad-ice“: zugefrorenes Polar-Eismeer mit steinigem Untergrund. Die blaue Farbe des LED-Lichtstrangs habe ich nachträglich den Farben auf dem Bild angepasst, welches ich mit KI (Künstliche Intelligenz) auf dem Computer anfertigte, bei Ifolor drucken liess und auf eine Spezialplatte aufzog. Es stellt eine glitzernde Unterwelt dar, mit einem Schloss aus Eis, Bergkristallen und einem teils zugefrorenen, unterirdischen See.
Natürlich hat auch der Pinguin seine eigene Eisscholle bekommen; das war ihm wichtig.
Bei der vorherigen Version ohne Bild, ohne Swarovski-Seerose aus Glas und mit anderen Positionen vom Pinguin und der Robbe, wirkt die Szenerie noch etwas provisorisch und leer. Das wird sich ändern
Youtube-Video, Szene 01, mit KI erstellt: Lynne steht auf und begleitet einen Pinguin zur Seite des Schaufensters.
Lynne zeiht sich Schlittschuhe an und springt aus dem Schaufenster auf ein Eisfeld in einem Eisstadion. Kurzvideo mit KI erstellt

Also zuerst war ich mir über die Wahl der Schaufensterpuppe im Klaren. Nach der engeren Auswahl schaffte es Lynne in das Finale und gewann.

Bereit für den Umzug. Lynne in meinem Atelier / Showroom, bereit für ihren Einsatz im Schaufenster
Lynne zusammengesetzt, angekleidet und in Position gebracht. Schuhe und Perücke fehlen noch.
Wie der schon kuckt: Herzensbrecher Nr. 01, der Pinguin
Herzensbrecher Nr. 02: die Robbe, hier auf meinem Beifahrersitz, kann ihren ersten Einsatz im Schaufenster kaum erwarten.
Noch sieht niemand hinein. Das Fenster im Fenster (Seitenblache von einem Festzelt) war doch eine gute Idee….
Passt: Plexiglasplatte beim Jumbo gekauft… Daraus entstehen die „Eisplatten“, die ich auf den Millimeter genau ausgemessen hatte und vom Schreiner zuschneiden liess
Mein Lasermessgerät von Bosch kommt zum Einsatz. Es geht um Millimeter… Schneematten von der Weihnachtsdekoration und Tannennadeln liegen noch herum….
Die Bodenplatte für das Eismeer mit dem Kiesbett (Design auf Klebefolie) entsteht. Auch hier ist Präzision gefragt und ich kann zum Glück auf meine Erfahrungen auf dem Bau zurückgreifen….
Testserie, um den perfekten Abstand zwischen der Plexiglasplatte, deren Struktur gefrorenes Eis nachahmt, und der Platte mit dem Kiesbett zu finden. Je näher, desto unnatürlicher wirkt die Tiefe des Sees und je weiter weg die Eisplatte vom Kies ist, desto weniger sieht man durch die entstehende Unschärfe, was sich am Boden befindet. Very tricky!!!
Natürlich wie immer, die Liebe zum Detail. In der nahen Papeterie kaufte ich ein Block mit trübem Transparentpapier, um (in eckige Teile zerrissen) die trüben, zugefrorenen Stellen auf der Oberfläche des Sees nachzuahmen. Die Masse passen perfekt; jetzt kommt die Beleuchtung.
Fensterseitig musste natürlich auch noch eine Plexiglasscheibe abgebracht werden, bevor dann die LED-Lichterschlange ausgelegt wurde und der Holzkubus links mit Folie bespannt wurde, die an einen Granitblock erinnern soll.
Die Bearbeitung verschieden dicker Styroporplatten, sodass die Bruchkanten, die auch noch mit dem Teppichmesser bearbeitet werden mussten, tatsächlich wie Abbruchkanten von echten Eisschollen aussahen, brauchte etwas Erfahrung im Umgang mit dem Material….
Jetzt fehlen nur noch die Schatten und grünlichen Stellen, die ich mit wasserlöslichem Lack anbrachte. Die Robbe musste sich etwas gedulden, bis die Eisplatten trocken waren.
Auf einer Samtunterlage positionierte ich die Swarovski-Seerose aus Kristallglas, die ich mit einem Spot zur Geltung brachte.
Die weisse Trauerweide mit Lichterketten vom Landi im Ausverkauf bringt mit viel Licht und Glitzer einen zusätzlichen Glanz in die gesamte Atmosphäre. Blick von der Rückseite des Schaufensters während der Installation….
So gesehen fehlte nur noch ihr Zuhause, der Palast der Eisprinzessin, den ich mittels KI gezeichnet hatte und ausdrucken liess. Er ist wirklich mega-toll geworden!

Dianne Brill, Teil 01 „Shape of the 90s“ – Auswahl der Perücke für eine meiner Brill-Schaufensterfiguren von Adel Rootstein

So erlebte ich es als Jugendlicher, der gerade im Begriff war Berufsfotograf zu werden und aus einer Künstlerfamilie stamme: es war eine Aufbruchstimmung in Kunst und Kultur und mit der Erfindung der Pop-Art setzte Andy Warhol in den USA ein Zeichen, stellvertretend für alle Visionäre und Avantgardisten. In dieser Zeit war New York einer der Zentren; und so ist diese ewig pulsierende Megacity mit Andy Warhol verbunden. Als er damals die Pop- und Stilikone Dianne Brill kennenlernte, nannte er sie „Shape of the 90s“, bezogen auf ihre unübersehbaren, sehr femininen Kurven – die als eine Art Gegenentwurf für Twiggy ins Licht der grellen Scheinwerfer geführt wurde. Strickjacken waren wieder out, die Hippieszene verblasste. Schrill, grell und aufsehenerregend war angesagt. Nie enden wollende, nächtliche Partys…. Supermax‘ „Love Machine“ im Morgengrauen, nach durchgetanzten Disconächten am Ende der Feier, gab das Zeichen dafür, dass man das Lokal verlassen sollte. Ich erinnere mich gut!

Dann kamen die 90er-Jahre; Thierry Mugler, die Haute-Couture Kollektion „Les Insects“. Seine bereits seit vielen Jahren für ihn arbeitende Muse Dianne Brill, mit ihrer Sanduhrfigur, wie geschaffen.

Bereits ende der 80er-Jahre stand Dianne Brill dem Bildhauer John Taylor Model, der einen überwiegenden Teil der Skulpturen jener Zeit für einen der marktführenden Hersteller arbeitete: Adel Rootstein. Die Serie DB 01 – DB 03 (eine eigene Serie mit drei Posen von Dianne Brill) wurde 1990 an der Messe in Düsseldorf vorgestellt.

Screenshot aus dem Youtube-Video „Dianne Brill on One Hour with Jonathan Ross“. Dianne Brill sitzt in dieser TV-Sendung vom 03. September 1990 in der Talk-Show neben einer ihrer Schaufensterpuppen
Heute am 03.02.25 fand ich beim Recherchieren zum Thema dieses absolut umwerfend lustige Video auf Youtube, mit einer schlagfertigen Dianne Brill aus dem Jahr 1990, wobei sie in dieser Talkshow von ihrer Schaufensterpuppe, von ihrem Eebenbild (einer Adel Rootstein-Figur) begleitet wird! Must see!!!
Dianne Brill mit üppiger Oberweite verteilt im Studio kleine Brill-Figuren aus Schokolade, wobei die Zahlen 9 und 0 (für 1990) den beiden Brüsten vorstehen. Sehr lustig!
Dianne Brill (rechts) mit Stardesigner Thierry Mugler (links) ca. 1997 bei einer Modenschau. Quelle Instagram Dianne Brill: https://www.instagram.com/p/CZKhp2QpMR-/?img_index=1
Dieses wunderbare Bild von Dianne Brill fand ich auch auf ihrer Instagram-Seite, das offenbar im Zusammenhang mit einem Zeitungsartikel mit dem Titel „No one said Stop!“ in London publiziert wurde: Quelle: https://www.instagram.com/p/CVS_h_-NqKm/

„Keiner hat Stop gesagt!“ („No one said Stop!“) Diese beeindruckende Frau hat sich immer wieder neu erfunden und ihren Look geändert… vor zehn Jahren:

Dianne Brill erfindet sich immer wieder neu. Quelle Instagram Dianne Brill: https://www.instagram.com/p/BK54zuighdD/
Dianne Brill live (ganz rechts) präsentiert an der Messe 1990 die neue Kollektion von Adel Rootstein DB 01 – DB 03. Drei Posen in einer eigens ihr gewidmeten Serie „Dianne Brill“. Quelle Instagram Dianne Brill: https://www.instagram.com/p/yCrhhySN8q/?utm_source=ig_embed

Nun war mir lange nicht ganz klar, bei dieser enormen Wandlungsfähigkeit von Dianne Brill, für welche Frisur im mich entscheiden würde. Dutzende Fotos, wenn nicht über hundert Bilder, suchte ich mir im Internet zusammen, verglich und beurteilte, fand alles toll…; aber erst als ich auf Youtube ein Schwarzweiss-Video von einem ihrer Auftritte bei Thierry Mugler gesehen hatte, welches noch in einer sehr schlechten Aufnahmequalität war, machte es „klick“ und mir war sofort klar: diese Frisur MUSSTE ich haben! Ich besprach also alles mit meiner Kollegin, die ein Coiffeurgeschäft führt. (Später noch ein Farbfoto gefunden: Quelle Instagram Dianne Brill https://www.instagram.com/p/BQyBShLjMQ3/

Danke Angie!!! Eine Kollegin mit einem Coiffeurgeschäft hat für mich diese sensationelle Perücke angefertigt, speziell für eine meiner Dianne-Brill-Schaufensterfiguren. Ich stellte mir ein ganz nahe am Original liegendes Hairstyling vor, welches sie anlässlich einer Modenschau für Thierry Mugler trug
Erste Bilder der neuen Perücke an einem meiner Dianne Brill-Torsen…..

Weitere werden folgen… Ich bin gespannt..!

New John Nissen, aus der Serie „Fashionable“ mit der Nummer MW 16. Marlene mit den treuherzigen, blauen Augen

New John Nissen, „Fashionable“, MW 16, Marlene (Inseratfoto)

„Sehr schönes Gesicht… ästhetisch gealtert…. rissige Hautstellen…. viele Hicke…. Schaufensterpuppe ca. 30-40 Jahre alt….“: so las sich das Inserat auf der Schweizer Verkaufsplattform im Frühling 2020, als ich trotz gebrochenem Sprunggelenk, immer wieder mal im Internet die Fühler ausstreckte, um nachzusehen, was noch in meine umfangreiche Mannequinsammlung gehören müsste. Und genau so wünscht man sich ein Inserat von Schaufensterpuppen, in dem akkurat die Schäden und der Zustand angegeben wird, wodurch man bereits im Vorfeld sich darauf einlassen kann, was einem erwartet, wenn man sie kauft und vor Ort abholt. Leider wird immer häufiger gemauschelt und betrogen, werden gar keine, oder falsche Angaben gemacht. Hier war alles völlig transparent, verdeutlicht durch aussagekräftige Fotos von den (vor allem von Laien) erkennbaren Schäden. Dabei unterscheide ich zwischen zwei Arten von Schäden: den augenscheinlichen und jenen, welche lediglich von Profis festzustellen sind. Da bin ich bei einem Kauf oft dann nachsichtig, wenn ich grundsätzlich hehre Absichten des Verkäufers erkennen kann. Das war hier der Fall; ein sehr nettes, junges Paar.

Ein aussagekräftiges Foto von den Schäden bei einer alten Schaufensterpuppe sagt viel über den Allgemeinzustand und den Wert der Figur, aber auch viel über die Ehrlichkeit des Verkäufers aus. Nicht selten werden Schäden nicht deklariert und in manchen Fällen verheimlicht. Beim Verkäufer dieser Figur war es genau umgekehrt: sehr transparent. Lackabplatzer und altersbedingte Haarrisse an Oberarmen und im Bereich der Brustpartie und angrenzende Zonen (Bild).

Über die Ästhetik einer Patina lässt sich natürlich streiten. Solche Haarrisse sind auch bei alten Gemälden vorhanden, die man ja extra so belässt. Kann man natürlich bei einer Schaufensterpuppe auch schön finden. Doch nach dem Kauf dieser wunderbaren und sehr seltenen New John Nissen-Figur aus der Serie „Fashionable“ mit der Nummer MW 16 und dem klangvollen Namen „Marlene“, wurde mir schnell klar, dass je nach Lichteinfall die Schäden im Brustbereich inakzeptabel für tolle Fotos sind und ich sie eines Tages nach eigenem Konzept professionell restaurieren lassen würde.

Je nach Lichteinfall können auch Haarrisse zu unerwünschten Schatten führen. Erste Fotos von „Marlene“ nach dem Kauf waren enttäuschend. So war die Idee geboren sie restaurieren zu lassen.

Der grosse Lackschaden am linken Fuss war zwar im Inserat nicht explizit erwähnt und ganz offensichtlich. Doch er war durch den Gesamtzustand erwartbar und vom Verkäufer nicht verheimlicht worden. Was dieser aber vor allem als Laie nicht erkennen konnte, dass das Modegeschäft, von dem er die Schaufensterpuppe vor Jahrzehnten gekauft hatte, die falsche rechte Hand montierte (siehe Bild), die nicht nur am Handgelenkt defekt war, sondern auch im Gesamtbild nicht wirklich ansprechend aussah.

Laien können nicht erkennen, dass – wie in diesem Fall – bei meiner Figur die rechte Hand von MW 13 („Rosalyn“) aus der selben Serie montiert wurde. Doch eine korrekte Hand, wie im Originalkatalog zu finden, ist nach rd. 45 Jahren eine grössere Herausforderung.

„Marlene“ (rechts im Bild oben / Originalkatalog) mit dem Seriencode MW 16 stützt ihre rechte Hand aus dem angewinkelten Arm heraus in ihre Hüften.

In meinem doch umfangreichen Ersatzteillager fand ich schliesslich die rechte Hand von „Barbara“ mit der Seriennummer MW 11 („Fashionable“), die meiner Meinung nach gut ins Gesamtkonzept der MW 16 passt. Und so wurde die Farbe für den Hautton gesucht, die gesamte Figur geschliffen und gespachtelt. Zuletzt kam das Makeup, wobei aber die Originalaugen von New John Nissen belassen wurden.

Ich fand diese Lippenfarbe von „Marlene“ im Originalkatalog nicht schön und hatte die Idee, ihr diese natürliche Frische der deutschen Schauspielerin Elke Sommer zu verleihen, die damals sehr berühmt war und ich in meiner Jugend natürlich kannte.

Freche, anziehende Ausstrahlung: so habe ich Elke Sommer in Erinnerung. Aber Virna Lisi schien mir während den wochenlangen Recherchen eine noch bessere Wahl zu sein. Ich tüftelte und sprach mich mit dem Restaurator ab. Ich wollte eine sinnliche Komponente hineinbringen, den Charme einer „Femme Fatale“, die einem mit ihren Reizen, mit dem Blick verführt. Dies mit einem Typus von Elke Sommer zu kombinieren und stets das Original von New John Nissen nicht aus den Augen zu verlieren, d.h. diese Ursprünglichkeit mit einzubeziehen, ist eine ziemliche Herausforderung. Das macht aber unheimlichen Spass, weil ich in dieser Zeit auch mal kurz von Virna Lisi abwich, dutzende Fotos von ihr im Internet fand und schliesslich auf sie zurückkam.

Virna Lisi in verführerischer „Femme Fatale“ Pose. Man erliegt ihrem Charme, verliert sich in ihren blauen Augen, die wie zwei kleine Seen am Fusse eines Gletschers einem darin versinken lassen, unendlich trunken, magisch. Aber ich wollte einen sinnlicheren, etwas modernere Lippenstift-Farbton, etwas weg von den damaligen Farben in den 70er-Jahren. Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen. Gestern habe ich sie beim Restaurator abgeholt und die ersten Fotos gemacht.

Virna Lisi

Eines der coolsten Bilder, die ich von Virna Lisi im Internet fand! Eine klare Botschaft an die Männer der späten 70er-Jahre, die mehrheitlich üppige Körperbehaarung besassen und Bärte trugen.

Der Fund im Internet, der geradezu danach „schrie“ meine „Marlene“ MW 16 von New John Nissen restaurieren zu lassen: Broschüre mit „Marlene“ auf dem Bild, hinter einer männlichen Schaufensterpuppe mit Schnauzbart; typisch für diese Zeit damals – und sie schaut ihn argwöhnisch an.

Adel Rootstein’s Ira Bezroukova von der Serie „Girl Thing“

Ira Bezroukova von Adel Rootstein, Foto „flickr“ Anette (Sammlerin)

Als ich im Januar 2017 beim googeln (ich glaube zum ersten Mal) auf dieses Bild stiess, verschlug es mir beinahe den Atem. Ich entdeckte dieses auf „flickr“, wo ich mich angemeldet hatte, um auch selber Aufnahmen hochzuladen. Als ich aber dieses Bild von meiner Sammlerkollegin Anette sah, wusste ich: ich MUSS um jeden Preis eine solche Schaufensterfigur aus der Serie „Girl Thing“ von Adel Rootstein namens Ira Bezroukova haben. Kurz darauf sah ich ein Inserat einer sitzenden Ira, dann kam eine stehende Ira hinzu und noch eine…. Seit wenigen Wochen nun besitze ich die vollständige Serie mit den Seriennummern AR 06 – AR 10.

Ira Bezroukova von Anette (flickr)

Etwas später entdeckte ich auf „flickr“ ein Portrait einer Ira mit Glasaugen. Sie wurde von der Firma „Dash-N-Dazzle“ in den USA komplett restauriert. Da habe ich mich dabei ertappt, dass ich den Mund vor Erstaunen kaum mehr zu brachte:

Ira Bezroukova von Adel Rootstein; restauriert und mit Glasaugen versehen von der Firma „Dash-N-Dazzle“ in den USA

Ira Bezroukova von Adel Rootstein; restauriert von Dash-N-Dazzle (flickr)

Eine wirklich sehr schön gestylte Ira (AR 10) habe ich vor wenigen Tagen auf der Homepage von James Doiron entdeckt, der sie im H&M New York (USA) fotografierte.

 

Ira Bezroukova in H&M New York, 2004 (Foto James Doiron, SmugMug.com)

New John Nissen „Campus“ Y 08

New John Nissen Campus Y 08

Unter Sammlern spricht man beinahe etwas andächtig und leise über diese sehr beliebte Serie namens „Campus“ von New John Nissen. Gepriesen, fast wie ein heiliger Gral, wird ihr lebensechtes Äusseres, welches mit einer eindrücklichen Raffinesse, auch mit sehr viel Detailverliebtheit, immer wieder für „Wouww“-Effekte sorgt. Manche Posen sind etwas „gewöhnungsbedürftig“, da auf den ersten Blick etwas seltsam. Aber dies ist ja genau das, was John Nissen-Figuren so aussergewöhnlich machen: sie fallen auf, man schenkt ihnen einen zweiten Blick, vielleicht noch mehr Beachtung, als bei einer Schaufensterpuppe eines anderen Herstellers. Ich habe dieses Bild auf der Smug-Mug-Webseite von James Doiron, einem Freund von mir aus Kanada gefunden, welches aus den 90er-Jahren zu stammen scheint.

Scans Photos late 1990’s 2000’s 12

New John Nissen Campus Y 08

Bild aus Originalkatalog: New John Nissen Campus Y 08

Der Hersteller hat damals auch einen Katalog produziert, in welchem kunstvoll die angebotenen Mannequins abgebildet waren, in Schwarz-Weiss und mit einem möglichst neutralen Hintergrund. Die Massangaben sowohl in Inches, wie auch in Zentimeter sollten den Käufern, vorwiegend Dekorateure, dadurch die Möglichkeit geben, bereits beim Erstellen von Konzepten die passenden Schaufensterpuppen zu besorgen. 

Die kreativen Möglichkeiten von KI (Teil 02) – New John Nissen A12 aus der „Liberty“-Serie als Grace im Filmepos „Titanic“

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11 Oscars hat James Cameron’s Filmepos gewonnen und die Szene auf dem Bug mit Jack (Leonardo di Caprio) und Rose (Kate Winslet) ging in die Geschichte ein, vor allem,  als sie die Arme weit ausstreckt, so als würde sie fliegen wollen und er sie von hinten festhält. Freiheit, sich fallen lassen, Vertrauen haben. Das berührt fast jeden, weshalb diese Pose in die Filmgeschichte einging und man beim Begriff „Titanic“ zuerst diesen romantischen Moment vor Augen hat. Ja, mal Jack sein, dürften sich einige Männer gewünscht haben, aber auch Frauen würden sicher gerne in vielerlei Hinsicht wie Rose fliegen können.

Sie heisst Britt, hat eine Spannweite von 1,67, wurde in den 80er-Jahren von der belgischen Firma New John Nissen hergestellt und trägt die Seriennummer A12. Die Serie selbst heisst „Liberty“ (dt. „Freiheit“). Diese Pose steht für vieles; auch für Befreiung von Konventionen, was vermutlich die Botschaft gewesen sein dürfte, als New John Nissen lange vor „Titanic“ die A12 produzierte. 

Seit sehr vielen Jahren besitze ich eine A12, aber mit dem Gesicht von Belle.

Zudem hat sie die falschen Arme; und ohne diese ausgestreckten Arme verliert die Figur natürlich den Sinn der Pose „Freiheit / Fliegen“. Also wünschte ich mir, eines Tages die korrekten A12-Arme kaufen zu können. Und siehe da: ein paar Jahre später kaufte ich ein Konvolut an Mannequin-Teilen und zu meiner Überraschung waren in einer Kartonschachtel zwei A12-Arme, die ich nun bei meiner A12 montieren konnte. 

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Danach kam die Idee auf, eines Tages mit meiner A12 die weltberühmte Szene auf dem Bug von „Titanic“ nachzustellen: ich quasi als Jack und meine Belle als Rose. Im Sommer 2023 war es dann endlich soweit. Ich ging mit einer Kollegin und meiner Belle zu einem Piratenschiff auf einem verlassenen Spielplatz und hatte bereits im Kopf, wie ich dieses Bild später in KI umsetzen könnte.

Aber vom Ergebnis bin selbst ich überrascht, als ich gestern ein paar Stunden fand, um an diesem kleinen Projekt zu arbeiten und zu experimentieren. In den mir zur Verfügung stehenden Programmen, die mit künstlicher Intelligenz KI die selber erstellten Bilder generieren, kann man auch mit ausgeklügelten sog. „promps“ (Befehlsketten bei der Eingabe von Begriffen zur Komposition von Bildelementen und ganzen Szenen) diese Pose von Rose nicht genau erzeugen. Hingegen ist es im Programm tengr.ai möglich auf zum Beispiel eigene Bilder zuzugreifen und diese nachher verändern. Mit Schiebereglern ist es möglich den Grad der Veränderung zu bestimmen, was das Programm schliesslich selber erledigt, aber mithilfe von je nach dem präzisen Angaben im prompt lässt sich das Ergebnis beeinflussen und steuern. Das ist der schlussendlich entscheidende, kreative Prozess. Je besser die Beschreibung und die Keywords sind, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit dieses Resultat zu erhalten, das man sich gewünscht hat. Wenn also KI aufgrund einer Vorlage, wie im hiesigen Beispiel anhand der A12, die Grundstruktur der Pose von Rose anhand der Pose von der New John Nissen „Liberty“ schon als Hauptberechnungsmerkmal vor sich hat, muss man sie nicht mehr in den Prompt mit aufnehmen und man kann sich dort auf andere wichtige Details durch präzise Begriffswahl konzentrieren. In meinem Fall in einer etwas tieferen Modifikationsstufe zunächst einmal die Änderung der Darsteller: also ich werde durch Leonardo di Caprio ersetzt und Belle durch Kate Winslet:

In einer weiteren Stufe, bei der man an den Schiebereglern Hand anlegt, kann man wie ein DJ in der Musik, ein quasi Feintuning bei der Erzeugung der Bilder vornehmen. 

So lässt sich zum Beispiel auch ein Hintergrund individuell gestalten, oder aber die Wahl der Kleider, wobei die ursprüngliche Farbgebung der Vorlage bleibt, so lange man keinen Befehl für eine Farbänderung im Prompt eingibt. In diesem Fall dieses hellblaue Kleid von meiner A12. In einer weiteren Stufe kann man noch mehr Emotionen in das Gesamtbild packen…..

….oder schliesslich völlig losgelöst von der ursprünglichen Vorlage, ohne diese Pose mit den ausgestreckten Armen, Jack und Rose per KI einen romantischen Moment schenken, in dem es nur so knistert!

Ehrlich gesagt: ich wäre gerade gerne Jack…! Nein, halt: ich bin Jack, denn ich habe meine Belle, meine A12, die neben meinem Pult im Büro steht, mit ihren ausgebreiteten Armen und mich täglich daran erinnert, was Freiheit bedeutet und mich auffordert jeden Moment des Lebens im Augenblick zu geniessen, wie Rose im Film „Titanic“. 

Englisch text: 

James Cameron's film epic won 11 Oscars and the scene on the bow with Jack (Leonardo di Caprio) and Rose (Kate Winslet) went down in history, especially when she stretched her arms out wide, as if she wanted to fly and he did holding her from behind. Freedom, letting yourself go, having trust. This touches almost everyone, which is why this pose has gone down in film history and why you first think of this romantic moment when you hear the word “Titanic”. Yes, some men might have wanted to be Jack, but women would certainly also like to be able to fly like Rose in many ways.

It's called Britt, has a wingspan of 1.67, was manufactured in the 80s by the Belgian company New John Nissen and has the serial number A12. The series itself is called “Liberty”. This pose represents many things; also for liberation from conventions, which was probably the message when New John Nissen produced the A12 long before "Titanic".

She also has the wrong arms; and of course without those outstretched arms the figure loses the meaning of the "freedom/flying" pose. So I wish I could buy the correct A12 arms one day. Lo and behold: a few years later I bought a collection of mannequin parts and to my surprise there were two A12 arms in a cardboard box that I could now mount on my A12.
Then the idea came up to one day recreate the world-famous scene on the bow of "Titanic" with my A12: me as Jack and my Belle as Rose. In the summer of 2023 the time had finally come. I went with a colleague and my Belle to a pirate ship in an abandoned playground and already had in mind how I could later implement this image in AI.
But even I was surprised by the result when I found a few hours yesterday to work and experiment on this little project. In the programs available to me, which use artificial intelligence (AI) to generate the self-created images, you cannot accurately pose Rose in this pose, even with sophisticated so-called "promps" (chains of commands when entering terms for the composition of image elements and entire scenes). generate. On the other hand, in the tengr.ai program it is possible to access your own images and change them afterwards. With sliders it is possible to determine the degree of change, which the program ultimately does itself, but with the help of precise information in the prompt, the result can be influenced and controlled. This is the ultimately crucial creative process. The better the description and keywords are, the greater the likelihood of getting the result you wanted. So if AI already has the basic structure of Rose's pose based on the pose of the New John Nissen "Liberty" as the main calculation feature based on a template, as in the example here using the A12, it no longer needs to be included in the prompt You can concentrate on other important details through precise choice of terms. In my case, in a slightly deeper level of modification, first of all the change in the actors: I am replaced by Leonardo di Caprio and Belle by Kate Winslet:
In a further stage, where you work on the sliders, you can, like a DJ in music, fine-tune the creation of the images.
So lässt sich zum Beispiel auch ein Hintergrund individuell gestalten, oder aber die Wahl der Kleider, wobei die ursprüngliche Farbgebung der Vorlage bleibt, so lange man keinen Befehl für eine Farbänderung im Prompt eingibt. In diesem Fall dieses hellblaue Kleid von meiner A12. In einer weiteren Stufe kann man noch mehr Emotionen in das Gesamtbild packen.....

....or finally, completely detached from the original template, without this pose with the outstretched arms, give Jack and Rose a romantic moment via AI that just sizzles!
To be honest: I would like to be Jack right now...! No, wait: I'm Jack, because I have my Belle, my A12, who stands next to my desk in the office, with her arms outstretched and reminds me every day what freedom means and asks me to enjoy every moment of life in the moment, like Rose in the movie "Titanic".

 

Mannequin-Kataloge

Mein kanadischer Sammlerkollege James Doiron war Jahrzehnte lang Chefdekorateur und besitzt ein riesiges Archiv von Fotos seiner über die Jahre hinweg angesammelten Fotos, die er auch immer wieder auf Facebook präsentierte. Zu eher seltenen Mannequins postete er ab und zu auch mal ein Katalogbild dazu, was einige wenige aber auch sehr schätzten und uns bei ihm bedankten, da bis dahin für die meisten Sammlerinnen und Sammler Kataloge kaum mehr verfügbar waren. So kam es, dass er einmal die Frage in die Runde warf (das war etwa anfangs 2022), ob nicht nur einzelne Personen Interesse an Original-Katalogen in digitaler Form hätten, sondern eine grössere Gruppe. Ich schrieb ihm sofort zurück, ich würde es bereits schon aus einem historischen Aspekt begrüssenswert finden, da doch selbst für Kenner und Profis auf diesem Gebiet seltene Mannequins schwierig zu bestimmen sind, bezüglich Hersteller, Serie, Alter usw., insbesondere wenn an der Schaufensterpuppe selber keinerlei Hinweise und Informationen zu finden sind. Nicht für alle, aber für viele in unserer Community ist die Identifikation sehr wichtig, zumal manchmal von Laien aus Unkenntnis falsche Teile angebracht werden, wie ein Beispiel (aus aktuellen Anlass) hier aufgezeigt werden kann. Fast zur gleichen Zeit damals meldeten sich viele Kollegen und schrieben James, er soll doch seine Kataloge online stellen. Es sprach sich herum, es schrieben ihm immer mehr und die meisten waren überaus dankbar und er richtete eine dafür geeignete Webseite ein, mit einer weltweit einzigartigen Sammlung, ja Enzyklopädie wertvoller Kataloge, wodurch viele Informationen zur Verfügung stehen. Grossartig! Ganz toll! Noch zu Zeiten der Gründung dieses Blogs, musste man stundenlang im Internet Daten zusammensuchen und recherchieren, weshalb ich auch mit diesem Blog „Faszination Mannequins“ versuche alles etwas zu bündeln und an einem Ort fachkundig und thematisch breit gefächert anzubieten. Da ich weiss, dass James‘ Scanner über Monate hinweg täglich über Stunden von ihm mit viel Enthusiasmus und Hilfsbereitschaft bedient wurde und er uns eine Schatztruhe öffnete, möchte ich ihm dafür hier in aller Form DANKE sagen! Thank you very much, James Doiron for this! Inzwischen hat er tausende Besucher auf diesem Blog, den ich hier verlinke (damit ich ihn auch schneller zur Hand habe).

Mannequin-Kataloge von James Doiron auf smugmug

Nun das Beispiel: auf der Internet-Verkaufsplattform „Ricardo“ ist zur Zeit eine liegende, männliche Schaufensterpuppe zu verkaufen:

https://www.ricardo.ch/de/a/schaufensterpuppe-maennlich-liegend-g78-1248640840/

Es fehlen Informationen zum Hersteller, zur Serie und zu den Seriennummern einzelner Teile und als ich vorhin das Inserat entdeckte, wusste ich gleich, dass es sich um eine New John Nissen M06 aus der „Attitude“-Serie handelt, konnte aber nicht genau sagen, ob nun der an der Schulter nicht ganz bündig montierte rechte Arm tatsächlich der Originalarm für den M06 ist. Die Stellung schien mir schon etwas komisch; und mit falschen Teilen bedeutet dies eine erhebliche Wertminderung. Hier kann man also im Katalog auf James‘ Seite nachschauen und erkennt sofort: der rechte Arm mit der Hand ist nicht originalgetreu, wie im Katalog:

 

KI in Bildern – kreativer Einsatz von künstlicher Intelligenz

https://www.bing.com/images/create?FORM=GDPGLP

Selbstverständlich habe ich mir über KI schon viele Gedanken gemacht, Zweifel gehegt, mich selbst gefragt, wieviel Kontrolle ich bereit bin abzugeben, diese einer Maschine überlassend, welche für mich Entscheidungen fällt und ich im besten Fall entspannt die Zeitung lesend in selbst fahrenden Vehikeln sitze. Es ist aber beunruhigend, sich vorzustellen, eine Maschine mache sich ganz von alleine auf, um etwas zu tun, was man nicht mehr unterbinden kann; wenn die KI, die künstliche Intelligenz, nicht mehr nur das macht, was man ihr von der Programmierung her eingegeben hat, sondern sie eines Tages selbst lernend sein könnte. Schon jetzt nerve ich mich öfters, wenn ich mein Handy aus dem Halfter am Gurt nehme, mit einem Finger auf den Touchscreen komme und dann ungewollt das neuste Youtube-Video abgespielt wird. Ich kann zwar da noch eingreifen, mit zwei Klicks die Geräusche abwürgen – aber wenn nicht?

Es macht wenig Sinn sich gegen etwas zu wehren, was ohnehin kommen wird und wir uns am Ende nur einen Gefallen tun, die technische Entwicklung mit allen Herausforderungen anzunehmen. Auch wenn ich vor Kurzem gegenüber einem Bekannten monierte, KI könne niemals auf hohem Niveau formulieren und Artikel schreiben, da er inzwischen alles Schriftliche – auch Schreiben an Behörden und Ämter – dieser künstlichen Intelligenz überlässt, muss ich seit heute Abend zugeben, dass diese wirklich in kreativer Weise zu nutzen viele Vorteile beinhaltet. D.h. ich habe mich an das Image-Creator-Programm in „bing“ herangewagt, in dessen Befehlszeile seit Oktober 2023 rd. 100 Sprachen verstanden werden, also auch Deutsch. Anhand der eingegebenen Begriffe, oder sogar der umschreibenden Sätze, sucht dies das Programm im Internet die verfügbaren Bilder zusammen und lässt in deren Verschmelzung völlig neue entstehen. Ich bin so also nicht mehr dem „Bildimperialismus“ der weltweit die Eigentums- und Bildrechte vereinnahmenden Agenturen unterworfen und bei Millionen von Bildern daran gehalten die Nutzungsrechte zu klären, sondern ich besitze als Schöpfer die Bildrechte meiner Kreationen mit KI! Toll! Das gibt mir einen grossen Bewegungsspielraum. Ein Beispiel:

Seit ich mich bereits als Kind für Kunst interessierte, vor allem von den grossen Impressionisten (Monet, Manet, Turner usw.), aber auch von den Surrealisten, wie Salvador Dali, begeistert war, hatte ich immer ein besonderes Faible für dieses berühmte Bild von Dali, wo sich im Spiegelbild des Sees drei Schwäne in Form von Elefanten zeigen. Es ist ein Bild voller Mystik und Symbolik und man kommt nicht umhin, bei der Betrachtung unserer Realität, welcher wir immer und in jedem Augenblick begegnen und wir darüber entscheiden, ob wir bereit sind unsere Betrachtungsweise für einen Moment zu verlassen, um derjenigen unseres Gegenübers einen vorübergehenden Vorrang zu gewähren, damit wir ihn verstehen können, es zumindest versuchen, wenn es nicht klappen sollte. Wir können die Gegebenheiten drehen und wenden wie wir wollen: es ist so wie bei den drei Quarks „up“, „down“ und „charme“ (Elementarteilchenphysik). Zerstören wir eines dieser Teilchen, vernichten wir gleichzeitig alle. Vernichten wir – im übertragenen Sinne – das Spiegelbild des Schwans, den Elefanten, ist auch dieses Symbol der Transzendenz verloren. „Krafttier Schwan – Seelenvogel der Schönheit für Innen und aussen“ heisst der Artikel in folgend verlinkter Internetseite, auf der es um schamanische Krafttiere geht. Feinsinnigkeit, Intuition und Grazie wir ihm zugeschrieben….

https://www.questico.de/magazin/spiritualitaet/schamanismus/krafttier-schwan

Der Elefant ist das Symbol für Stärke, Güte, Frieden, Grösse und Weisheit, also auch ein Krafttier.

Das schamanistische Krafttier für Schönheit in Verbindung mit dem Elefant, wie es symbolisch auch in einem der surrealistischen Bilder von Salvador Dali vorgestellt wird. Heute mit KI (künstlicher Intelligenz) erschaffen.

Heute Abend habe ich also KI mit meinen Vorstellungen von einer Verbindung von Schwan und Elefant eingegeben, auch mit jenem Bild eines Schwans im Gedächtnis, welches im 2019 am Pfäffikersee im Abendlicht gemacht hatte. Was dabei herauskam ist faszinierend! 

Gewisse Dinge und Begebenheiten sind auch nicht in Worte zu fassen, weshalb die Kunst auch durch Bild und Ton einen umfassenderen Raum anbietet, um sich auszudrücken. Am 23.12.2021 fuhr ich durch eine komplett verschneite Landschaft nachts nach Hause, durch Wälder und serpentinenartigen Strassen durch Schluchten, Täler, vorbei an Hügeln, kleinen Dörfern. Mein Navi spielte etwas verrückt und ich hielt kurz an, um mich zu orientieren. Danach fuhr ich wieder los, mit normaler Geschwindigkeit auf vom Schnee geräumten Strassen. Als ich mich einer kleinen Siedlung näherte, hörte ich plötzlich eine innere Stimme, warnend, in deutlicher Dringlichkeit, ich solle nach der Abzweigung nach rechts bei der kleinen Häusergruppe unbedingt langsam fahren. Zu oft machte ich in meinem Leben die Erfahrung, wonach diese innere Stimme stets recht behielt, sodass ich getreu der Mahnung nur noch mit etwa 30 km/h weiter fuhr, mich kurz fragend, weshalb ich dies tue, denn auf solche Fragen gibt die Stimme keine Antwort. Dann ging es blitzschnell! Von links aus dem Wäldchen sprangen mehrere Rehe auf die Strasse und ist schneebedeckte Wiesland rechts vom Strassenrand und im Scheinwerferlicht des Autos sah ich ein Rehkitz, das keinen halben Meter vor der Kühlerhaube am Kotflügel vorbei huschte, als ich bereits eine Vollbremsung machte und alle Rehe wohlbehalten die Überquerung überstanden. Mit dieser äusserst geringen Geschwindigkeit war der Bremsweg auch enorm kurz, bis ich stillstand und mir bewusst wurde, dass ich mindestens ein Reh getötet hätte, wenn ich normale Geschwindigkeit (80 km/h) gefahren wäre. Diese Eingebung kurz zuvor muss eine Engelsstimme gewesen sein, das bin ich mir sicher. Es war ein Wunder, ein Weihnachtswunder; unvergesslich für mich, eben kaum in Worte zu fassen, denn meine Dankbarkeit, dass nichts passierte ist unendlich gross – und heute habe ich KI mit meinen Gedanken dazu gespiesen. Dieses grandiose Bild dieses knienden Engels und dem Rehkitz sind dabei herausgekommen:

Mit künstlicher Intelligenz (KI) heute erstelltes Bild, durch die Eingabe der Begriffe im Zusammenhang mit der am 23.12.2021 erlebten Situation, die im Text beschrieben ist, mit dem Weihnachtswunder!

Unfassbar schön!

Da ich mich jahrelang mit Ägyptologie befasste, speziell mit der Periode des Pyramidenbaus im Alten Reich, kenne ich viele Texte, in denen es um den Aufstieg des göttlichen Pharaos in den Himmel als Horusfalke geht. Ich habe aber nicht nur dies versucht bildlich darzustellen, sondern auch die Vorstellung, dass die Pyramiden als eine Art Treppen ins Jenseits gegolten haben. „Möget ihr aufgehen im Lichtland, wo es euch wohl ist…“ heisst es in einem der alten Schriften.

Leslie von New John Nissen mit der Seriennummer PW03, vor und nach der kompletten Restaurierung.

Sie stehen oder standen oft hinter Glas in übergrossen Vitrinen, am Rande von dröhnendem Verkehrslärm, in welchem man auch unter lebenden Menschen hatte laut reden oder gar schreien müssen, um sich zu verständigen: dabei spreche ich von Mannequins, die wortlos Mode präsentieren und trotzdem die Aufgabe hatten eine Botschaft zu vermitteln, ein Gefühl zu transportieren, mit dem Ziel bei Kunden Aufmerksamkeit zu erregen. Die Körpersprache ist dabei ein wesentliches Merkmal der Kommunikation – und Leslie von der Firma New John Nissen, aus der Serie „Beauties“ mit der Nummer PW 03 ist ein schönes Beispiel dafür.

Plattencover von „It’s a beautiful day“ von 1969

In einem Brockenhaus (Antik-Laden) kaufte ich eine Schallplatte aus dem Jahre 1969, alleine des Cover-Bildes wegen, weil die schöne, junge Frau in ihrer Geste mit verschränkten Händen hinter dem Kopf eine bestimmte Anziehungskraft auf mich ausübte. Sie steht auf einem Felsen, trägt einen Sommer-Sonnenhut und eine leichte Brise lässt ihr Kleid im Wind wehen. Unbeschwertheit, ist das erste Wort, welches ich mit diesem idyllischen Bild in Verbindung bringe; was sich natürlich auch im Titel „It’s a beautiful day“ widerspiegelt. Sind wir nicht auch schon in dieser Pose auf einer Strandliege gelegen, völlig entspannt, mit den Armen hinter dem Kopf verschränkt und haben selbstgefällig dabei gedacht: „Hier bin ich restlos glücklich, im ewigen Jetzt angekommen, wo ich nie mehr freiwillig weggehen würde…“? Die Wissenschaft sagt, dass diese Pose etwas mit Offenheit zu tun habe, ein Signal sich in der Gegenwart eines anderen Menschen sicher und unbedroht zu fühlen. Man zeige den Körper ungeschützt, die Arme nicht in Abwehrstellung und dennoch deutlich eine Überlegenheit in Bezug auf die Situation. D.h. mit dieser Geste wird unter anderem auch eine gewisse Dominanz präsentiert – man macht sich breit, auch etwas unnahbar.

Eines Tages entdeckte ich das Inserat von dieser Schaufensterpuppe (Bild) und wusste natürlich gleich, dass ich sie haben musste. Ich fuhr nach Bern und sah sie staubig und etwas unansehnlich in einem dreckigen Bretterverschlag, neben alten kaputten Möbeln und einem Leiterwagen stehen. „Du musst ein neues Zuhause haben, dringend!“ dachte ich, zerlegte sie und nahm sie mit nach Hause.

Eine New John Nissen „Beauties“ PW03 in einem Kellergewölbe, kurz nachdem ich sie gekauft hatte.

In ihrem neuen Heim angekommen, erhielt sie natürlich, wie fast jede meiner Puppen zunächst eine Dusche. Doch es wusch im Gesicht gleich die oberste Farbschicht weg und darunter erschien eine weisse Schicht mit Ölfarbe, die irgend welche Vorbesitzer aufgetragen hatten.

Beim waschen der Schaufensterpuppe, verlor sie die oberste Farbschicht aus (wasserlöslichem) Acryl und darunter kam eine weisse Schicht mit Ölfarbe zum Vorschein.

Mit viel Aufwand schliff ich diese Farbe weg, damit die Oberfläche wieder glatt war und das Mannequin restauriert werden konnte.

Dann machte ich mich auf die Suche nach einer passenden linken Hand, die ja am Ende dennoch nicht optisch, oder fototechnisch ins Gewicht fällt, da ich ohnehin davon ausging – wie im originalen Katalogfoto -, dass die beiden Hände bei der fertig restaurierten und gestylten Figur von der Perücke verdeckt werden würden.  

Mir schwebte aufgrund dieses Bildes eine sinnliche Göttin vor, ein venusartiges Wesen, die eben nicht breitbeinig dasteht, weshalb ich nicht die Originalbeine genommen habe (die ich an Lager gehabt hätte), sondern die Beine, welche ich mit der Puppe kaufte, die eine für mich treffendere Botschaft implizierte. Es sind PW16-Beine aus der selben Serie. 

Es vergingen Wochen und ich tüftelte an einem Make-Up herum, das in diese Richtung (Foto) gehen musste. Verträumte Geste, pure Sinnlichkeit, auch ein wenig Selbstverliebtheit….

Und gestern habe ich die Schöne fertig restauriert abgeholt und mit einer rötlichen Perücke ausgestattet, wie einst Botticelli bei seinem Bild „Die Geburt der Venus“….

Die zweite goldene Karen Mulder aus der Serie „Seduction“ (SD 08) von Adel Rootstein ist bei mir eingezogen

Erst kürzlich schrieb ich einen Artikel über die goldene Karen Mulder von Adel Rootstein, mit einem Bild von einem tollen Schaufenster von der Fa. „Agent Provocateur“ mit einer solchen Figur ausgestellt:

Goldene Karen im Schaufenster von Agent Provocateur

Und kurze Zeit später entdeckte ich ein Inserat und konnte eine zweite goldene Karen erwerben! Tolle Sache!