Das ist so eine Sache mit dem Daumen….

Bei den Zehen scheinen die Menschen noch eher zu wissen, wo der Grosse und wo der Kleine ist, was wohin gehört, vermutlich weil man eher Schuhe statt Handschuhe kauft. Aufgrund der Häufigkeit, im Verlauf des Lebens beim Schnäuzen oder Popeln an und sogar in die Nase zu fassen, finden wir intuitiv beim Schneemann den Ort mitten im Gesicht, wo stellvertretend für das Riechorgan die rote Rübe, die Karotte hingehört. Da lässt uns das Verständnis gegenüber der eigenen Anatomie nicht im Stich; aber wie war das schon wieder mit den Händen? Wo ist dieser verflixte Daumen schon wieder? Diese Frage zu beantworten scheint für einige unserer Mitmenschen sehr anspruchsvoll zu sein, denn sporadisch begegnen mir in den Mannequininseraten immer wieder Bilder mit komplett verkehrt zusammengesetzten Teilen. Eine Schaufensterpuppe besteht in der Regel aus 7, bzw. 8 Teilen: 1. Rumpf (Torso) mit Kopf, 2. zwei Beine, 3. zwei Arme und 4. zwei Hände (das 8. Teil am Oberarm nur bei älteren Almax-Figuren). Nun ist immer im Moment der Montage zu überlegen, welche Hand wohin gehört. Links ist der Daumen rechts und an der rechten Hand ist es umgekehrt. Denken und sich orientieren hilft beim Erkennen.

Vielfach sind es Inserenten, die auch sonst nichts über ihre Mannequins wissen, z.B. wie alt sie sind, oder aus welcher Manufaktur sie stammen und zu welcher Serie sie gehören. Da ich einige Figuren aus der selben Serie besitze, wie diejenige Figur im Bild unten aus einem Inserat auf dem Verkaufsportal „Anabis“, wusste ich sofort: es muss eine Almax aus der Serie Phase II sein, mit der Seriennummer 227 / E21 (?), ca. aus dem Jahre 1984.

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Almax, Serie Phase II., Nr. 227, entweeder mit E36. oder mit Head E21 (Quelle: Anabis). Unschwer zu erkennen, die falsch montierten Hände.

Die Physiognomien der Gesichter innerhalb einer Serie bei Almax und aber auch bei New John Nissen sind zum Teil so ähnlich, dass man sie kaum auseinander halten kann. Erst der eingravierte Stempel (bei dieser Figur) würde das Rätsel lüften, ob es sich hier bei der Nr. 227 um ein Mannequin mit E36- oder E21-Kopf handelt. Bei dem Foto sind die typischen Almax-Erkennungszeichen dieser alten Serien sichtbar:

  • Sog. „Smokey-Eye’s“ Makeup
  • Bemalte Fuss- und Fingernägel
  • Vom Werk her bemalte Brustwarzen
  • Kreisrunde Schulterkupplungen
  • Etwas „starke“ Oberarme, die mit den übrigen Proportionen nicht wirklich übereinstimmen
  • Kräftige Halsmuskulatur

Diese Figuren sind schwer und sehr robust, sind aber bei den Sammler nicht überaus beliebt. Der eigentliche Schwachpunkt und die „Achillesferse“ bei diesem Mannequin ist der Verbindungsbolzen für den Bajonettverschluss, mit dem man den Torso mit den Beinen koppelt. Er besteht aus nicht rostfreiem Stahl und weist bei rd. 75% der Figuren leichtere Flugrost-, oder gravierendere Rostschäden auf. Mit einer speziellen Stahlbürste und Rostschutzmittel, bringt man den Bolzen wieder einigermassen hin. Doch wenn der Rost schon zu sehr zugesetzt hat, ist die Figur praktisch wertlos. Original wird meist eine Metallstandplatte mitgeliefert, die der damaligen Zeit entsprechend eloxiert ist. Aber ist durch mechanische Einwirkung dieser Schutz beschädigt, hat auch dort die Feuchtigkeit Spuren hinterlassen und der Stahl zeigt überall Roststellen. Dies ist aber noch lange kein Grund eine Standplatte ins Alteisen zu werfen. Ich sammle so immer etwa 10-12 Platten und lasse sie professionell Sandstrahlen (so verteilen sich die Kosten). Danach sprühe ich sie mit einem transparenten Rostschutzlack ein, wonach sie wieder einsatzbereit sind.

Ein weiteres Beispiel zum Thema „Das ist so eine Sache mit dem Daumen….“ bietet die Revel Nr. 5013 von Hindsgaul, die ich vor einigen Jahren kaufte. Die Vorbesitzerin kam mit den Händen irgendwie nicht zurecht und hatte sie falsch montiert. Natürlich muss man hier etwas mehr studieren als bei der Phase II-Almax; aber man kriegt dies hin.

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Meine Hindsgaul Revel 5013 vor dem Kauf. Auf den ersten Blick fällt die falsche Montage der Hände nicht auf. „Irgend etwas ist komisch, irritierend…“ denkt man, bis der Blick in den Katalog des Rätsels Lösung ist.

Beide Arme sind von hinten in die Hüfte gestützt, wobei die Daumen der Hände nach vorne schauen (s. Bild Katalog).

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Das Mannequin mit der Nummer 5013 aus der Serie Revel von Hindsgaul hat eine spezielle Armstellung. Die Hände sind in die Hüften von hinten so eingestützt, dass die beiden Daumen nach vorne schauen. Dass kann für einige Besitzer zu einer Herausforderung werden.

Die Jeanette, eine Sammlerin aus Deutschland, hat eine sehr schöne Hindsgaul Revel 5013 fotografiert und auf flickr hochgeladen.

Hindsgaul Revel 5013 von Jeanette auf flickr

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Eine Hindsgaul Revel 5013 mit korrekter Pose. Die Hände sind mit dem Daumen nach vorne in die Hüften eingestützt.

Alessandra Signorelli aus der Serie Lipstick & Compact von Adel Rootstein mit den Seriennummern LS7 und LS8

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Dieses Mannequin sticht aus hunderten von Schaufensterpuppen heraus, hat einen hundertprozentigen Wiedererkennungswert: die LS7 von Adel Rootstein, mit ihrer typischen linken Hand am Kopf, an der Stirn, der Blick etwas nach oben, der Mund leicht geöffnet, so in der Pose, wie wenn wir uns gerade an etwas erinnern würden. Schlüssel vergessen? Oder ist es doch eine kleine Migräne? Ernsthafte Sammler hören den Begriff nicht so gerne, den man ihr inoffiziell gibt: „The headache mannequin“ (Das Mannequin mit Kopfweh). Ich muss schmunzeln; Schaufensterpuppen sammeln darf nicht bierernst sein und Humor ist in allen Bereichen das „Salz in der Suppe“, also auch hier. Alessandra Signorelli, ein ehemaliges italienisches Fotomodell, präsentiert sich sowohl in der LS7-, wie in der LS8-Figur besonders exaltiert, wie es Posen auf dem Laufsteg erfordern. Stolz, mit beiden Armen in die Hüften gestützt, mit leicht gesenktem Blick, arrogant wirkend, findet sie unter den Sammlern viele Anhänger, weil sie perfekt Haute Couture Kleidung tragen kann und ein Hauch dieser abgehobenen Glitzerwelt von Macht und Glamour verströmt. Natürlich ist das meist manierierte Gehabe vollkommen überzeichnet, bis fast theatralisch. Unumstritten gehören Alessandra Signorelli, Dianne de Witt und Simone, aus der Rootstein-Serie Lipstick & Compact, zu den Glanzlichtern jeder Sammlung und wenn das Make-Up bei der Alessandra gut gemacht ist, sieht sie natürlich top aus. Die Alessandra von Lester Jones (Bild unten) finde ich atemberaubend schön! Das Kleid ist einfach ein Traum!

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Lester Jones (Sammler) / flickr: LS8, Alessandra Signorelli

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Der Mannequin-Sammler Ivan (ijbhouston) interpretiert die Alessandra eher provokativ, mit einem auffälligem Make-Up und knallroten Lippen, zu einem grünen Kleid, was ein ebenso auffälliger Kontrast in den Komplementärfarben bietet (erstes Bild unten). Im zweiten Bild weiter unten sieht sie Ivan elegant mit goldenem, bestickten Abendkleid, sowie schlicht und sexy (zuunterst).

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Ivan flickr, Rootstein Alessandra Signorelli LS8

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Ivan, flickr, Alesandra Signorelli LS8 (Adel Rootstein)

Dieselbe Figur von Ivan anders eingekleidet, elegant und sexy: ganz toll gemacht.

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Ivan, Flickr, Alessandra Signorelli, sexy

Tolle Studie von der Sammlerin Jeannette, die sie eher knapp und sexy bekleidet. Sehr schön mit den aufgesteckten Haaren und dem Schmuck:

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flickr, Jeannette, Alessandra Signorelli LS8

Ich besitze die sehr seltene Variante dieser Figur mit der Seriennummer LS8 A, mit dem Kopf von Dianne de Witt und der identischen Körperhaltung:

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Meine LS7 (Alessandra Signorelli) wird einmal ein neues Make-Up bekommen. Sie gefällt mir sehr, aber im Vergleich zu den Bildern von restaurierten Mannequins im Internet, würde sie eine neue Kolorierung vertragen….. (Bild oben)

Ein paar schöne Studien von Alessandra’s LS7 (Bilder unten)

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Foto: Tim D

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Foto: Ivan (ijbhouston)

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Auch wieder Rot-Grün-Kombi bei der Sammlerin Jeanette…… Sehr schön gemacht.

 

 

 

Adel Rootstein, Serie Glamorous and gorgeous, GG 05 – mit Laiana-Kopf.

Aufgrund von Hinweisen eines Sammlerkollegen, welche diese Figur betreffen, wird hier entsprechend dieser Text abgeändert.

Nach den bisherigen mir zur Verfügung stehenden Informationen, habe ich hier über Marla geschrieben. Im Zusammenhang mit der Rootstein-Serie „Glamorous and gorgeous“ und der Seriennummer GG05 ist dies grundsätzlich nicht falsch, denn gemäss Katalog, der mir beim Verfassen des Artikels nicht zur Verfügung stand, handelt es sich standartmässig um Marla (siehe Bild oben). Über diese Serie findet man im Internet leider sehr wenig.

Einige Figuren wurden mit einem anderen Kopf hergestellt und ausgeliefert. Ob es sich dabei um spezielle Wünsche im Zusammenhang mit Kundenaufträgen handelte, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls handelt es sich bei meinem Mannequin um eine seltene Sonderanfertigung mit einem Laiana-Kopf. Der folgende Text wurde entsprechend angepasst und umgeschrieben (01.11.21).

Kurz nachdem ich Laiana aus dem Karton ausgepackt hatte, war ich fasziniert von ihrer Schönheit. Die 178 cm grosse Grazie, in der Pose von Marla GG05 aus der Serie „Glamorous and gorgeous“ von Adel Rootstein verströmt eine zurückhaltende Sinnlichkeit.

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Marla ist zusammengebaut und bereit für Perücke und Garderobe…..

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New John Nissen / Schläppi – Mannequin aus der Serie „Act 1“, Nr. L9 mit dem Kopf von Judith

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Von der Firma Schläppi (Schweiz) wurden die belgischen New John Nissen-Figuren in Lizenz hergestellt, wie ich in einem anderen Blogbeitrag bereits erwähnte, so auch die L9 aus der Serie „Act 1“. Mir gefällt an diesem Mannequin die ungewöhnliche Haltung mit der Arm- und Handstellung, die in einer Bewegung „eingefroren“ scheint. Zufällig entdeckte ich die L9 vor einigen Jahren auf der Webseite eines Verkäufers. Erst gestern aber führten wir Verhandlungen über den Preis, danach kaufte ich sie.

Ich hatte nicht genug Zeit sie gleich noch zu stylen.

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Lachender Mannequin-3/4 Torso von der Manufaktur Jung-Figuren

Lachende Mannequins sind sehr selten. Jene die Emotionen zeigen bereichern jede Sammlung. Aus Platzgründen war sie lange eingelagert. Nun ist sie in meiner Wohnung und bereit für ein Styling. Noch ist sie im „Eva-Kostüm“, wird aber bald erotische Wäsche tragen. 3/4-Torsos wurden genau zu diesem Zweck extra so hergestellt, weil sie nicht für die lange Garderobe gedacht sind. 3/4 Torsos wurden auf einem Podest, oder über den Wühltischen oder sonstigen Auslagen von Mieder und Unterwäsche aufgestellt. So wird meine „Maus“, die aus den frühen 80er-Jahren stammt und extrem rar ist, einen guten Logenplatz mit verführerischer Unterwäsche bekommen……

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Eines der typischen Erkennungsmerkmale einer Jung-Figur ist ein Vierkantsteckbolzen, der an der Schulterverbindung schräg nach unten in die Öffnung am Torso eingelassen wird. Bei älteren Serien ist die Montageblende und entsprechend das Profil des Armes an der Verbindung kreisrund, wie dies in jener Herstellerperiode auch bei Hindsgaul und Almax üblich war. Dies hatte den in diesem Blog schon erwähnten Vorteil, dass auch von anderen Figuren die Arme kompatibel sind und ausgetauscht werden konnten. Doch mit dem Nachteil ist der heutige Sammler von Mannequins konfrontiert, wenn nämlich die Arme einer Figur nicht mehr dem Original entsprechen und dies eine massive Einbusse in Bezug auf den Wert der Schaufensterpuppe bedeutet.

 

Malea von der Manufaktur Patina V, aus der Serie Fusion, mit der Nummer FS 3b

„Meine neue Patina V“ (Alter Titel von diesem Beitrag vom 07.05.2018). Danke Hasan! Seit heute weiss ich endlich den Seriennamen und die Seriennummer dieses schönen Mannequins von Patina V, die mir trotz etwas wulstigen Lippen und der dominierenden Nase im Gesicht sehr gefällt, vielleicht weil sie eben gewisse Besonderheiten aufweist, die positiv überraschend wirken. Malea: was für ein schöner Name!

Vom letzten Besuch in einem Dekorationsgeschäft in Bülach (Schweiz) hatte ich noch in Erinnerung, dass da noch eine Barbelle und zwei MG3 (Sile’s) herumstanden, sowie zwei Bonami’s. Zuvor waren in deren Lagerraum etwa 170 weibliche, sowie 120 männliche Mannequins zu bewundern, mehrheitlich von Rootstein, aber auch von Hindsgaul, bis zu New John Nissen. Praktisch alle wiesen leichte, bis gravierende Defekte auf, waren aber ausschliesslich in der Originallackierung erhältlich. Bis auf einige wenige waren also alle weg (wobei schon ein paar in meiner Sammlung „landeten“), weshalb ich perplex vor der Patina V stand, die ich zuvor nie gesehen habe, ansonsten hätte ich sie schon früher gekauft. Sie sei aus einer Vermietung zurückgekehrt, hiess es. Keine drei Sekunden war sie in meinem Besitz. Dabei musste ich jedenfalls nicht lange überlegen, zumal ich an jenem Tag Geburtstag hatte und ich mir zu diesem Anlass ein kleines Geschenk machen wollte. Sie stand da, so als hätte sie auf mich gewartet. Ich finde sie sehr speziell; das Gesicht, der Ausdruck, die Haltung, die vollen, grossen Lippen.

Erst zuhause während meiner Recherchen fand ich zu meiner Freude heraus, dass es sich um eine Patina V handelt, bei der das Herstellungsdatum gestanzt ist: 16.01.1989.

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Mein Geburtstagsgeschenk an mich selber; man gönnt sich ja sonst nix…. 😉

Patina V, Fusion Katalog:

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Malea mit der Nummer FS 3b.

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Ergänzungen vom 24.01.2019

Pinterest: Fusion Katalog, Titelblatt

Pinterest: Patina V realistic collection

Pinterest: Patina V, Fusion Katalogseite 01

Pinterest: Patina V, Fusion Katalogseite 02

Pinterest: Patina V, Fusion Bilder, u.a. Malea (mitte oben)

 

 

Hindsgaul Mannequins, Serie „Young ones“ von 1988, mit den Nummern 8501-8504

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Flickr Serge O. Katalog Hindsgaul Young Ones

Wer die Entstehung der Hindsgaul-Serie „Young Ones“ in der Produktionsperiode aller übrigen, mit dem Begriff „Young“ beginnenden Serien vermutet, sucht in den Katalogen vergeblich. Sie wurde erst 1988, also zeitlich 7 Jahre nach „Young Look, Young Latin und Young Team“ hergestellt und ins Programm aufgenommen. Mit den Seriennummern 8501 – 8504 ist man auch versucht in der Tabelle auf der Fanseite in der ersten Rubrik „Damen“ zu suchen, ohne Erfolg. Die Figuren gelten als Teenager und sind demgemäss in der dritten Spalte rechts, bei 1988, aufgeführt.

Hindsgaul Fanseite, Serien History

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Mannequin Histiory Blog, Hindsgaul, Young Ones

Von den oben abgebildeten Figuren besitze ich die beiden komplett neu restaurierten Mannequins mit den Nummern 8501 und 8504, sowie die 8503 in einen einwandfreien Zustand.

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Window Mannequin, 22 Urban, LC5

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Viele Sammler beschränken sich auf Vintage-Schaufensterfiguren aus den 60er- bis zu den 90er-Jahren, wobei sie den Fokus auf die berühmtesten Manufakturen Rootstein und Hindsgaul, sowie New John Nissen legen. Diejenigen welche sich für Almax Mannequins, Jung-Figuren, oder Patina V aus den USA interessieren, sind eher in der Minderheit. Ist eine französische „Windows“ im Internet zum Kauf ausgeschrieben, dann wiegelt man ab. Einige Serien sind ebenfalls realistisch und werden neben Abstrakten und Eggheads im aktuellen Katalog angeboten. Die Window 22 Urban LC5 ist noch bei der Manufaktur in Frankreich erhältlich:

Window, 22 Urban, LC5

Window, Serie 22 Urban (realistic)

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Die Aura ist schon völlig anders und modern, aber einige Figuren sind wirklich schön. Ich entschied mich die LC5 zu kaufen, meine erste „Window“, weil mich interessierte, wie ich sie stylen könnte, denn sie ist definitiv kein Haute-Couture Modell und merklich kleiner, als eine Rootstein, mit teilweise über 180 cm Grösse. Die LC5 ist „nur“ 172 cm gross und trägt XS/S. Sie ist ein jugendlicher, sportlicher Typ, weshalb ich ihr ein enges T-Shirt in einem knalligen Orange verpasste, was sehre gut und kontrastiert zur Haut passt, die sonnengebräunt aussieht. Das Profil ist hammerschön, die Lippen wunderbar modelliert. Beim genaueren Hinsehen entdeckt man sogar die kleinen Sommersprossen im Gesicht (s. oben).

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Die Window 22 Urban LC5 eignet sich gut für die Präsentation von sportlicher Kleidung für junge Leute, oder für Lingerie.

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Die drei Grazien. Rootstein’s Liz, Joanna und Sliwka aus der Serie „Walk & Talk“, T7-T12

 

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Zur gesamten Serie „Leisure Pleasure, Walk & Talk“ von Adel Rootstein gehören sechs Figuren in zwei Dreiergruppen mit den Nummern T7-T9 und T10-T12. Die Mannequins schauen einander nicht nur an, sondern halten und umarmen sich gegenseitig, während sie miteinander gehen und offensichtlich miteinander plaudern (Walk & Talk). Die zwei Gruppen für sich gesehen, erinnern mich ein wenig an die griechischen Chariten, bzw. an die drei Grazien in der altrömischen Mythologie. Schönheit, Anmut und Festesfreude sollen sie den Göttern und den Menschen gebracht haben. Sie waren Untergöttinnen von Hermes, Apollon und Aphrodite und waren Töchter des Zeus  Euphrosyne, Thalia und Aglaia, was soviel wie „Die  Frohsinnige, die Blühende und die Strahlende“ bedeutet. Das Bild der drei Grazien von Raffael ist weltberühmt.

Die drei Grazien (Chariten) – Wikipedia

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Die Schaufensterpuppe von Adel Rootstein, aus der Serie „Leisure Pleasure, Walk & Talk, mit der Nummer T9 ist Liz und kann auch alleine ohne die anderen aufgestellt werden….:

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Flickr, Jeanette, Rootstein, Liz T9

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die liegende Maddy von Adel Rootstein mit der Seriennummer T2 aus der Serie „Leisure Pleasure“

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Sie verrät sich selber, durch eine der aussergewöhnlichsten Gesten, die ein Mannequin von Adel Rootstein je eingenommen hat. Ich könnte die Maddy mit der Nummer T2 aus der Serie „Leisure Pleasure, Walk & Talk“ sofort erkennen, selbst wenn sie von einen Tuch, oder von einem Kleid fast vollständig verhüllt wäre, wie auf einem Foto im Buch „Theater im Schaufenster“. Sie liegt dort in einem Bett, zugedeckt von einem Laken (Bild oben). Natürlich hilft das Spiegelbild an der Decke sie zu identifizieren, in dem auch ihr Gesicht und etwas mehr von ihrem Oberkörper zu sehen ist.

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Auf dem Foto im Originalprospekt (Bild oben) räkelt sie sich im Bikini in der Sonne an einem Swimming-Pool. Ein Freizeitvergnügen (Leisure Pleasure) liesse sich wohl kaum treffender darstellen. Vollkommen entspannt scheint Maddy in sonnenanbetender Pose das Leben zu geniessen, das kalte Getränk griffbereit. Wer würde nicht gleich sofort mit ihr tauschen wollen! Sliwka mit der Nummer T3 aus der selben Serie, scheint es rechts neben ihr genauso zu ergehen. Links im Hintergrund am weissen Tisch sitzt Louise T1, mit übereinandergeschlagenen Beinen und wartet… auf ein Date?

Flickr, Chase Connery, Maddy T2

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Flickr, Mannequins Style

Das Foto oben von Erdal, eines mir bekannten Sammlers in Deutschland, ist wirklich sehr schön und zeigt eine restaurierte, makellose Maddy T2 im Chamoisfarbton. Was aber Kollege Massimo mit den Aufnahmen von Maddy hingezaubert hat, entzündete in mir das Feuer, welche alle Fotografen beflügeln, wenn ihre Ideen und Fantasien gerade „galoppieren“…. Bravo, Bravissimo Massimo!

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Flick, Massimo, Rootstein Maddy T2

Auch Zsolt Poka, ein Sammler, hat eine wunderschöne Interpretation von der Maddy T2 publiziert:

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Flickr, Zsolt Poka, Rootstein Maddy T2

Bild unten von Chase Connery (flickr)

maddy1 | Chase Connery | Flickr

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Maddy smoking, flickr (pictosh).jpg

Während die drei ersten Aufnahmen von Massimo weiter oben einen sakralen Touch besitzen, selbst wenn die Figuren fast nackt sind, haben sie etwas andächtiges an sich. Die Interpretationen in den nachfolgenden Fotos oben sind extrovertierter.

Flick, Pictosh, Rootstein, Maddy smoking

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Maddy T2 beim Fischen: sehr witzige Variante von 1976.

Blog Mannequin history, 1976, Part 1

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Katalogseiten der Serie „Leisure Pleasure, Walk & Talk“ von Adel Rootstein.

Flick, Chase Connery, Leasure Pleasure Katalogseiten

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Meine Rootstein Maddy T2 war bei meiner Vorbesitzerin vermutlich in Räumen, welche sehr hohen Temperatur-und Luftfeuchtigkeitsschwankungen unterworfen waren. Dies führt bei den Mannequins (speziell bei älteren Rootstein) zu Haarrissen in den Farben. Sie benötigt also dringend ein komplett neues Make-Up und allenfalls eine völlig neue Körperkolorierung.