Gerettet!!! Die spannende Geschichte von einem Hindsgaul-Mannequin mit der Nr. 8011, aus der Serie „On the seaways“

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Dieses Mannequin der Manufaktur Hindsgaul, aus der Serie „On the seaways“, mit der Nummer 8011, aus dem Jahre 1972, fand ich im Container einer Entsorgungsfirma

Der nachfolgende Text, den ich vor einigen Jahren im März 2018 in diesem Artikel hier veröffentlichte, wurde leicht angepasst und anhand meiner neusten Kenntnisse entsprechend abgeändert. Das Herstellungsjahr muss (nicht wie bis anhin mit 1968 angenommen) 1972 gewesen sein (16.04.2022).

Es ist nun schon einige Jahre her. Meine Sammlung von Schaufensterpuppen war noch viel kleiner als heute. Da erhielt ich einen Anruf einer Kollegin mit der Frage, ob ich so freundlich sei, ihr beim Entsorgen etlicher Waren aus dem Keller behilflich zu sein. Der Van war schnell gefüllt. Wir fuhren zur Kehrichtverbrennungsanlage und begannen den alten Hausrat in einen riesigen Container zu werfen, dessen Inhalt nachher geschreddert werden sollte. Da rief meine Kollegin mich plötzlich zu sich und zeigte mit der Hand auf einen Mannequin-Torso, der im Sperrgut lag. Wie elektrisiert grub ich weiter, als wäre ich bei einer archäologischen Fundstelle. Da die beiden Beine, hier noch ein Arm und dort noch ein Arm; ich spürte sämtliche Teile der Schaufensterpuppe auf. Diese befand sich generell in einem erstaunlich guten Zustand und als ich begann, sie aus dem Müll zu fischen, kam eine Mitarbeiterin des Recyclinghofes und wies mich in strengem Tonfall an, die Ware im Container zu lassen. Dies sei nun Eigentum der Firma und ich würde mit der Entnahme aus dem Abfall quasi Diebstahl begehen. Ohne überhaupt den Hersteller der Figur bereits nur schon zu erahnen, die ich soeben kurz vorher in den Händen hielt, spürte ich intuitiv, dass es eine alte, wertvolle sein musste, denn eine dieser modernen, asiatischen, dünnwandigen Billigpuppen, wäre bis dahin sicher schon in tausend Stücke zerbrochen. Die Stabilität und das Gewicht erinnerte mich eher an meine Almax aus den 80er-Jahren und so kämpfte ich wie ein Löwe um die Herausgabe dieses Mannequins. Als ich ihr erklärte, dass hier wichtiges, museumsreifes Kulturgut vernichtet werde, welches für das Verständnis unserer Menschheitsgeschichte notwendig sei, erklärte diese dann sehr nett gewordene Dame mir einen legalen Weg aus dem Container. Natürlich war ich neugierig und wollte wissen, wen ich da vor dem Schredder bewahrt hatte. Monatelang kam ich mit meinen Recherchen nicht weiter, liess es dann wieder bleiben, im Wunsch, eines Tages möge sich das Rätsel um diese geheimnisvoll lächelnde Figur lüften. Ich fand an ihr kein Label, keine Nummer, welche ihren Hersteller und die Serie hätte verraten können. Die eingestanzte Zahl am Hinterkopf mit zwei Buchstaben davor „NT 16“, war zu kurz, um im Internet fündig zu werden.

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Mit dieser am Hinterkopf eingravierten Nummer konnte ich zu Beginn meiner Recherchen nichts anfangen…

Anhand der beiden Kupplungen an den Schultern, sowie den Bajonettverbindungen an den Handgelenken, rückte die Firma Hindsgaul in den Fokus, alleine schon durch diesen, bei alten Figuren dieses Herstellers, noch vielfach typischen Gesichtsausdruck. So konnte ich sofort Adel Rootstein (Vierkantsteckverbindung an den Händen), New John Nissen (eigenes System bei der Beinkupplung), Jung-Figuren (konischer Bajonettbolzen), Moch  und weitere Manufakturen ausschliessen, fand aber im Internet unter den bekannten Figuren vor der Serie „International“ von Hindsgaul, kein vergleichbares Modell. Nach 1978 zu suchen war sinnlos, da von jenem Jahr an die Beine in der Mitte geteilt sind. Ich forschte mangels eindeutiger Ergebnisse nicht mehr weiter und beschloss zu warten, bis sich etwas Neues ergibt. Einige Monate später kaufte ich einen lachenden Torso mit dem Hindsgaul-Label auf der Rückseite, der die Seriennummer 8010 trug. Auch da kam ich monatelang nicht weiter (siehe Beitrag über die Hindsgaul „On the seaways“ 8010) und die Liste der Seriennummern auf der Hindsgaul-Fanseite verriet mir nur, dass die Figur vor 1972 hatte produziert werden müssen. Doch erst als ich in den Besitz der Hindsgaul mit der Nummer 8008 kam und umfangreiche Nachforschungen anstellte, kam ich der Lösung des Rätsels näher, bei dem sogar arrivierte Sammler, welche ich um Rat fragte, nicht weiter helfen konnten. Die Hindsgaul-Serie aus dem Jahr 1968 mit der Bezeichnung „On the seaways“ war den meisten unbekannt, da sie in Vergessenheit geriet. So sah ich mir die gerettete „Jeanne d’Arc“ mal genauer an und entdeckte auf der Oberseite von der Beinabschlussplatte, wo mittig der Verbindungsbolzen zum Torso angebracht ist, eine kleine, schwarz gestempelte Nummer „8011“. Das war sie, die Seriennummer, die ich suchte und die mich zur Lösung des Rätsels führte. Es ist eine „On the seaways“ aus dem Jahre 1972, nirgends gelistet, bisher den meisten völlig unbekannt und eine sehr seltene Schaufensterfigur, von der es vermutlich weltweit noch eine Hand voll Exemplare gibt, wenn überhaupt.

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Endlich ein klarer Beweis, dass es sich um eine Hindsgaul „On the seaways“ handelt: die Seriennummer 8011 ist auf der oberen Abschlussplattform der Beine original gestempelt

Es handelt sich dabei um das Mannequin mit grauem Pullover und oranger Hose, die ganz klein (deshalb in der Ausschnittvergrösserung leider unscharf) im oberen Feld des damaligen Katalogs abgebildet ist (s. Bild unten):

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Auch wenn das Bild mangels genügender Auflösung unscharf ist. Die Kopf und Beinstellung, sowie die gesamte Haltung ist gut zu erkennen. Es handelt sich hier eindeutig um die Hindsgaul „On the seaways“ mit der Seriennummer 8011, aus dem Jahre 1972 (vgl. auch Bild unten)

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flickr, Serge O, Katalogseite Hindsgaul „On the seaways“, mit Originalbilder der Nr. 8008, Nr. 8010 und Nr. 8011

Nun dürften bei dieser kopflosen Figur vom russischen Sammler Serge O die Beine ohne Zweifel von einer Hindsgaul „On the seaways“ Nr. 8011 stammen. Doch die Muskulatur des Halses zeigt die Ausrichtung des ehemaligen und abgeschnittenen Kopfes über die Schulter nach rechts an (vgl. mein Beitrag über die lachende Hindsgaul, Serie „On the seaways“, Nr. 2010).

flickr, Serge O, Hindsgaul „On the seaways“ ohne Kopf (Nr. 2010 / 2011)

Ich habe ihm entsprechend geantwortet: „Hi serge o. The point is: the torso had before the laughing head from the hindsgaul mannequin „On the seaways“ (Nr. 8010), wich perfectly fit’s together with the legs, wich I have with the original torso. The legs are also from the „On the seaways“ -Serie. Mine are stamped with „8011“. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass der Vorbesitzer fatalerweise den Kopf abgeschnitten hat, von einer der seltensten Hindsgaulfiguren aus dieser Zeit!

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Zur Veranschaulichung habe ich meinen Torso mit der Seriennummer 8010 und die Beine der aus der gleichen Serie stammenden Hindsgaul „On the seaways“ zusammengebaut.
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Auf dem Prospekt von Hindsgaul aus dem Jahre 1972, hält die „On the seaways“ Nr. 8010 die Arme verschränkt. Allenfalls passen also die Arme von meiner Nr. 8011.

Je älter ein Mannequin ist und je kompatibler die Einzelteile untereinander sind, desto eher wurden, je nach Bedarf, von den Schaufensterdekorateuren Arme, Hände, oder Torsos ausgewechselt. 50 Jahre später ist es praktisch unmöglich eine Schaufensterfigur aus dieser Zeit in allen originalen Komponenten zu bekommen. Zudem ist erschwerend, dass selbst Kataloge rar sind. Die lachende Hindsgaul „On the seaways“ Nr. 8010, mit der Kappe und der schwarzen Umhängetasche, hat so weite (weisse) Hosen an, wonach man die Beinstellung nicht mehr rekonstruieren kann und das Foto auf Kniehöhe auch endet.

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Bei einer spektakulären Rettungsaktion auf einem Abfallentsorgungsgelände, wo dieses Mannequin bereits für den Schredder bereit lag, konnte ich dieser schönen, aus dem Jahre 1972 stammende Hindsgaul „On the seaways“, Schaufensterfigur ein zweites Leben und ein neues Zuhause schenken. Sie lächelt zufrieden; es scheint ihr zu gefallen.

Sitzendes Mannequin Nr. 8015 aus der Hindsgaul-Serie von 1972 „On the seaways“

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Der nachfolgende Text, den ich vor einigen Jahren im März 2018 in diesem Artikel hier veröffentlichte, wurde leicht angepasst und anhand meiner neusten Kenntnisse entsprechend abgeändert. Das Herstellungsjahr muss (nicht wie bis anhin mit 1968 angenommen) 1972 gewesen sein (16.04.2022).

Im Verlaufe meiner Recherchen in Bezug auf die 50 Jahre alte Mannequin-Serie „On the seaways“ von Hindsgaul, die beinahe ganz und gar in Vergessenheit geriet, stiess ich auf dieses Schwarzweiss-Bild von einer Schaufensterfigur in einem Katalog, welche an einer Bar auf einem Hocker sitzt. Ihre Lippen sind verführerisch geöffnet, ihre ganze Haltung und der Gesichtsausdruck, sowie die Gestik, in welcher sie mit der Halskette zu spielen scheint, wirkt sogar etwas lasziv, wenn auch das edle Cocktailkleid mit dem Pelzmantel eher auf eine mondäne, elegante Dame schliessen lässt. Das Eine schliesst das Andere ja nicht aus und die Szene hinterlässt den Eindruck, als warte sie auf jemanden, den sie in Blickrichtung gerade kommen sieht, was auch der Barman mit weissem Smoking und Fliege soeben bemerkt. Wenn dieser linke Arm nicht so unnatürlich in der Luft hängen würde, wäre das Bild perfekt. Es hat sich in mein Gedächtnis gebrannt und ich fand die zweite Aufnahme aus dem Katalog auch sehr schön, trotz der komischen Armstellung:

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Einige Monate später sah ich wieder mal bei einer Online-Börse vorbei und entdeckte ein Inserat, mit dem Titel „Schaufensterpuppe sitzend“. Mehr stand nicht. Als ich das Foto studierte (siehe unten) fielen mir sofort die typischen Merkmale der Hindsgaul-Serien zwischen 1970 und 1972/1973 auf. Ich war mir zu fast 100% sicher, dass es eine Rarität aus der Serie „On the seaways“ sein musste, mit einer zu erwartenden 8000er-Seriennummer. Die 8008, die 8010 und die 8011 hatte ich bereits. So war ich auf die Nummer gespannt, weil sie weltweit niemand gelistet hat.

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Ich hatte mit dieser etwas lasziven Dame ein „Date“ und als Allererstes suchte ich ihre oberhalb des Po’s angebrachte Seriennummer. Freudig flüsterte ich zu mir selbst: „Es ist die Nummer 8015! Toll! Meine vierte Figur aus der selben Serie, was weltweit nur zwei Sammler besitzen (u.a. Serge O aus Russland).

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Vor kurzem fand ich im Internet zwei Bilder von Schaufenstern aus den 60er-Jahren, in denen die sitzende Hindsgaul 8015 „On the seaways“ zu sehen ist.

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Russisches Schaufenster 1973 (Quelle Serge O flickr)

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Auf dem Bild mit der Weihnachtsdekoration und der Überschrift in Kyrillisch, steht auf einem Banner die Jahreszahl 1973. Von allen Armstellungen, die ich bisher sah, macht jene auf dem unteren Bild mit Niki Lauda’s Formel 1 Fahrzeug im Hintergrund und beider vorderen der beiden auf den Strohballen sitzenden Damen am meisten Sinn: den rechten Arm ausgestreckt und die Hand auf das linke Knie gelegt und der linke Arm so, als würde sie sich bei einer Armlehne aufstützen. Das Gesicht ist dasselbe wie bei der Serie Maxime von 1976.

Erkennungsmerkmale: 1. sehr hoher und strichförmiger Augenbrauenbogen. 2. smoked Eyes (Make up). 3. Kreisrunde Schulterkupplung. 4. Leicht dunklere, angedeutete Höfe im Bereich der Brustwarze.

Mannequin von New John Nissen / Schläppi, aus der Serie Attitude, mit den Nummern F6 (Torso) und F5 (Beine) und dem Kopf von Maureen

 

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Der deutsche DUDEN erklärt Attitüde wie folgt: „Bewusst eingenommene [gekünstelte] körperliche Haltung, affektiert wirkende Geste.“ Diese Beschreibung einer Pose trifft bei der Schaufensterfigur vom belgischen Hersteller New John Nissen Nr. F6, aus der Serie mit dem bewusst gewählten Namen „Attitude„, absolut zu. Wenn auf dem Laufsteg von Topmodels die neuste Haute Couture von Starmodedesignern präsentiert wird, ist sie meist in eine Gesamtshow eingebettet. Zu einer Inszenierung, welche dem Betrachter eindrücklich in Erinnerung bleibt, gehört eine gewisse Theatralik, weshalb die Models oft exaltiert auftreten. Sinngemäss wurde beim Mannequin Attitude von der Manufaktur New John Nissen eine übersteigerte Momentaufnahme in Fiberglas gegossen und vielen Sammlern gefällt weder der viel zu lang gestaltete Hals, noch der arrogante Blick. Sie ist ihnen zu hochnäsig. Ich finde sie aus verschiedenen Gründen eine absolut tolle Figur.

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Nur wenige Mannequins von den über zwanzig allgemein bekannten, verschiedenen Hersteller, weisen so viel Liebe zum Detail auf. Bei der F6 sieht man die feinen Risse in den spröden Lippen. In den jeweils identischen Haltungen gibt es sie mit verschiedenen Köpfen. Meine besitzt den Kopf von Maureen.

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Die Hände besitzen auf dem Handrücken Adern und Venen und auf der Innenseite sind Handlinien zu erkennen. Lebensecht wirken auch die modellierten Brustwarzen, welche etwas dunkler eingefärbt sind.

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Anm.: der nachfolgende Text vom März 2018 wurde nachträglich teilweise geändert und ergänzt

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Von der Serie „Attitude“ wurden nur 8 verschiedene Figuren hergestellt, sowohl von der Manufaktur New John Nissen, als auch vom Lizenznehmer Schläppi in der Schweiz. Die hier abgebildete Schaufensterfigur aus meiner Sammlung ist aber nicht ganz original, wie im Katalog, denn der Torso trägt die Seriennummer F6 und die Beine sind mit F5 angeschrieben. Beim Blick in den Katalog erkennt man dies sofort (die beiden Figuren unten links).

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Es gab diese Schaufensterfiguren mit 3 verschiedenen Köpfen und 6 Make-up-Varianten. Bei meiner F6 Attitude handelt es sich um Maureen, mit dem Make-up Nr. 270/20 (siehe Bild unten). Dominic, Sigrid und Maureen sehen sich zum Verwechseln ähnlich, was die Identifikation erschwert.

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Schon seit geraumer Zeit, also über ein Jahr bereits, ist eine Schaufensterfigur aus der Serie Attitude von New John Nissen mit der Seriennummer F6 auf eBay für anfänglich EUR 400.- und jetzt noch EUR 355.- zu erwerben. Die Figur weist einen Riss auf und die rechte Hand sei nicht original (von Hindsgaul). Ich halte es für möglich, dass in einem unbeschädigten Originalzustand jemand für diese Rarität über EUR 320.- ausgibt. Aber beschädigt……?!

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eBay New John Nissen, Attitude, F6

Nach den Angaben des Verkäufers handelt es sich hierbei um eine Maureen. Im Text zum Inserat schreibt er u.a.: „Sie ist ein absolutes Highlight in jeder Sammlung! Eine Diva die dich um ihren Finger wickelt. Ihre wunderschönen Augen fesseln Dich und du bist in ihrem Bann.“

Genau diese Augen sind bei den New John Nissen Figuren aus den Serien Attitude, sowie Liberty und Beauties ein Schwachpunkt. Bei der Herstellung und Kolorierung wurde ein nicht UV-resistenter, durchsichtiger Lack verwendet. Das Augenweiss gilbt mit der Zeit nach, wenn die Mannequins zu lange dem Tageslicht, oder der direkten Einstrahlung der Sonne ausgesetzt waren. Findet man Originalfiguren mit beinahe intaktem Augenweiss, dann kann man davon ausgehen, dass sie über Jahre hinweg in einem Ausstellungsraum mit Kunstlicht, oder in einem Keller, bzw. auf einem dunklen Dachboden gestanden sind.

 

 

Wenn die Figuren komplett restauriert und wie im Beispiel unten mit Glasaugen versehen werden, dann finde ich den oben zitierten Satz absolut zutreffend!

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Selbstbewusst, stark und sexy: die Mannequins aus der Hindsgaul-Serie „Options & Assets“

Einen Nachtrag vom 02.06.18 hier vorangestellt: Meine Figur trägt die Seriennummer 660450. Eine entsprechende Nummer finde ich aber weder auf der Fanseite, noch im Internet. Die Stellung entspräche etwas der Figur mit der Nummer 6701. Dies ist schon etwas irritierend…!

Eher bieder und brav standen die Schaufensterpuppen vor 50 Jahren in den Auslagen, züchtig gekleidet und mit einer zurückhaltenden Gestik, für Kunden nicht irritierend. 27 Jahre später, 1993, brachte Hindsgaul eine Modellreihe mit der Bezeichnung „Options & Assets“ heraus. Diese weiblichen Mannequins sind provokant in ihrer Haltung und sexy. Die äusserst femininen, ovalen Köpfe mit den feinen, zarten Gesichtszügen bei anderen Hindsgaul-Serien sucht man hier vergebens. Markante Physiognomien herrschen vor, mit breiter Kinn- und hoher Wangenpartie. Die ganze Mimik mit den aufmerksamen, wachen Augen wirkt auf den Betrachter herausfordernd, provokativ und soll bei ihm Gefühle wecken. Die Gestik evoziert nicht nur Selbstbewusstsein, energisches Auftreten und Unabhängigkeit, sondern auch diese etwas kühle, unterschwellige Erotik, wie sie bei Frauen anzutreffen ist, die ihre Emotionen als beherrschbar erachten. Diese Clichées der emanzipierten „Raubkatze“ entdeckt man zuhauf in den Hollywoodfilmen, in denen sie am Ende dem unwiderstehlichen Charme des Mannes dann doch reihenweise erliegen, der sich fast jedes Mal very british mit: „Mein Name ist Bond, James Bond“ vorstellt. So könnte man demnach meinen, diese sexy Geschöpfe seien für Männer gedacht, die vor den Schaufenstern stehen bleiben und die betrachteten Kleider für ihre Frau zuhause, oder für eine geheime Liebhaberin kaufen. Kann sein, aber ich denke die Identifikation findet eher zwischen einer Frau und dem Mannequin statt. Ihr Selbstwertgefühl ist hier angesprochen, ihre Dignität, wodurch sie Klasse zu zeigen vermag und sie zu Wohlstand gekommen sein müsste (Vermögen und Kapital = engl. „assets“).

Etwas mondän wirkt meine Schöne Hindsgaul aus der Serie „Options & Assets“ durch die in einem Brockenhaus gekaufte Vintage-XL-Sonnenbrille der 80er-Jahre. Die Perücke, mit den gewellten, langen Haare, soll etwas das eher breite Gesicht verschmälern und ihr ein vorwiegend femininen Look verleihen. Das enge Kleid mit Leopardenfellmuster soll das „Raubkatzen“-Clichée bedienen und ihre atemberaubende Figur betonen….

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Hindsgaul-Katalog, Serie „Options & Assets“ 1993

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Die sitzende Schaufensterfigur aus der Serie „Options & Assets“ von Hindsgaul, mit der Nummer 6714, ist mit schwarzem Satin-Morgenmantel und sexy Unterwäsche bestückt und scheint während einer Kaffeepause auf jemanden zu warten….. Sie ist mit einem Ninna-Kopf ausgestattet (s. Liste weiter unten).

flickr, Preusse1, Hindsgaul, Serie „Options & Assets“ 6714 Kopf Ninna

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Ebenso sexy ist die Hindsgaul-Figur Nr. 6711 aus der Serie „Options & Assets“, hier mit dem Kopf von Mai. Sie ist in provokanter Körperhaltung vornüber gebeugt und mimt die Geste, wie wenn sie sich auf einer Stange, oder einem Sims abstützen würde. Für diese Figur braucht man viel Platz und am besten ein Sofa, wo sie von der Rückenlehne her sich darauf abstützen kann.

eBay-Inserat von 2015, Hindsgaul 6711, Options & Assets, Kopf Mai

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Im Vergleich die selbe Haltung der Hindsgaul-Figur 6711 aus der Serie „Options & Assets“, mit dem Kopf von Ninna.

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Dieses Hindsgaul-Mannequin aus der Serie „Options & Assets“ hat ein sehr markantes Gesicht, mit einem etwas runderen Kinn, als bei der Ninna. Es ist der Kopf von Julia. Auffallend sind die etwas volleren Lippen und der noch strengere (Kontroll-)Blick. Der Sammler bei Dolls-Village machte aus ihr eine „Stewardess“.

flickr, Dolls-Village, Hindsgaul „Options & Assets“, Kopf von Julia

 

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Acht verschiedene Köpfe gibt es zur Hindsgaul-Serie „Options & Assets“. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber meine Figur hat den Kopf von Anna.

Liste: Anna (50), Ninna (51), Maria (52), Mai (53), Josephine (54), Claudia (78), Catherine (79) – s. auch Bild unten – und Julia (99).

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Verkauf einer Rarität: Rootstein Knabe aus der Serie „Maytime Playtime“ mit der sehr seltenen Haltung und Nr. AJ5B

 

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Ich verkaufe hiermit eine absolute Rarität von Adel Rootstein! Es ist eine ganz tolle Figur, auch wenn sie einige Gebrauchsspuren aufweist. Es handelt sich hier um die Nr. AJ5B aus der Kinderserie „Maytime Playtime“ und ist seltsamerweise nicht im Katalog neben AJ5A und AJ5C aufgelistet (siehe unten)

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Man könnte allenfalls auch ein Mädchen daraus machen….

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Copyright UniqueEwe. Dieses Mädchen stammt auch aus der Maytime Playtime Serie von Adel Rootstein und sieht meinem Knaben doch sehr ähnlich. Dies Figur wurde aber von Dashndazzle komplett überarbeitet (mit Glasaugen!).

Zur Zeit steht gerade das Kind A3 zum Verkauf bei eBay, für Euro 259.-:

eBay Inserat: Adel Rootstein Kind, Maytime Playtime, Knabe A3

Mein Knabe AJ5B ist im Zustand wie auf den Fotos, ohne Standplatte, für EUR 159.- zu kaufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Serie Deauville von Hindsgaul und ihre Schwachstelle bei der Gleitleiste

In der Regel besteht eine Schaufensterfigur aus 7 Teilen, aus einem Torso (Oberkörper mit Kopf), zwei Armen, zwei Händen und zwei Beinen, die je nach Hersteller in diversen Arten voneinander getrennt, bzw. zusammengebaut werden. Wie bei diversen anderen Konsumgütern, gibt es auch bei den Konstruktionen von Mannequins keinen Standard. Je nach Marke, treffen wir sehr unterschiedliche Systeme für deren Zusammenbau an. Der Verbindungsmechanismus der einzelnen Komponenten ist selbstverständlich ein Verkaufsargument, da nicht nur die Stabilität gewährleistet werden muss, sondern auch ein einfaches Handling. Dabei soll ein Innen- oder Schaufensterdekorateur möglichst alleine und speditiv die Bekleidung vornehmen können. Während bis zu den 60er-Jahren die Trennung zwischen den Beinen und des Oberkörpers noch nicht notwendig war, entwickelte sich danach – durch die Emanzipation der Frau hervorgerufen –  ein veränderter Bekleidungsstil, bei dem auch Hosen getragen wurden. Dieser Umstand zog die Lösung eines technischen Problems nach sich, welches die Firma Hindsgaul ab 1976 und der Serie „International“ mit einer sehr eigenwilligen Konstruktion bewerkstelligte (Beispiel Revel 5001, siehe Bild Hindsgaul Revel 5001).

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Ab 1976 verwendete Hindsgaul eine komplett neue Konstruktion für die Montage der beiden Beine.

In der Mitte der beiden genau in der Hälfte geteilten Beine sind senkrecht zwei C-Profile aus Metall symmetrisch angebracht, wobei der schmale Teil der sog. Kunststoffgleitleiste längs in das Profil bis zum Einrastpunkt bündig zur Oberkante hineingeschoben werden muss. Die beiden Öffnungen links und rechts erleichtern das Handling. Der bei früheren Serien in der Mitte angebrachte Bolzen für die Bajonettverbindung zum Torso musste so auf die Seite weichen. Innerhalb des Zylinders befindet sich eine Stellschraube mit einer Feder und einem kleinen Kügelchen, das in einer kleinen Vertiefung des Querbolzens ruht, um ihn zu arretieren. Die Gleitleiste ist auf der breiten Seite mit dem Bein durch zwei Schrauben verbunden. Die schmale Seite wird ins C-Profil eingeführt. Nun ist dieses Kunststoffteil bei fast allen Serien von 1976 an identisch und kann ausgetauscht werden, ausser bei der Serie „Deauville“. Dort ist die Dicke der Gleitleiste viel geringer, wobei sie infolge einer zu grossen Belastung eher bricht, als bei den übrigen Modellen. Das ist eine „Achillesferse“ bei allen „Deauville“-Schaufensterfiguren, weshalb ich dringend rate, bei der Montage, bzw. Demontage besonders vorsichtig zu sein.

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Das Bein einer „Angie“ contra „Deauville“. Beim flüchtigen Hinsehen bemerkt man den Unterschied kaum.

 

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Die sog. Kunststoffgleitleiste in den C-Profilen der geteilten Beine bei Hindsgaul-Mannequins sind ausser bei der Serie Deauville alle identisch. Auf dem Bild eine viel dünnere Gleitleiste bei Deauville, was sie sehr viel anfälliger macht, auf einem Transport z.B., oder beim Demontieren der Beine kaputt zu gehen.
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Hier ist bei einem Beispiel am Bein einer Angie die viel dickere Kunststoffgleitleiste zu sehen, die wesentlich stabiler ist. Sie ist in sonst allen Modellen von Hindsgaul ab 1976 (Serie „International“) eingebaut und kann gut ausgetauscht werden, dient also auch als Ersatzteil.

Die Kunststoffgleitleiste ist bei der Deauville-Serie von Hindsgaul (Detailaufnahme oben) fast halb so dick wie bei allen übrigen Modellen, wie beispielsweise bei der Angie (Bild darunter).

Als ich eine meiner beiden Deauville’s 6424 kaufte, wusste ich dies noch nicht. Erst als ich zuhause war, entdeckte ich den Schaden, der mir der Verkäufer verheimlichte und ich vertrauensselig das Mannequin transportierte. Erst zuhause erkannte ich, weshalb er beim Verlad plötzlich nervös wurde und mir riet zur Schonung die Beine zusammen zu lassen. Offenbar sind auch andere Kunden in ähnlicher Art dort hereingefallen, was in einer relativ kleinen Community sich schnell herumspricht….

Tipp 1: Bei defekten und ausrangierten Hindsgaul-Beinen lohnt es sich immer die oben erwähnten Teile herausnehmen und als Ersatzteile zu verwenden, wenn nötig.

Tipp 2: Beim Kauf einer Deauville von Hindsgaul rate ich, den Zustand der Gleitleiste nachzufragen. So ist man vor unliebsamen Überraschungen verschont.

 

 

 

 

Die süsse Hindsgaul Young Look 8424

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Hindsgaul, die dänische Herstellerfirma von Schaufensterpuppen, lancierte 1981 eine Serie, die bei Sammlern sehr begehrt ist. Es sind allesamt Teenager, mit fröhlichen und sehr fein modellierten Gesichtern, in sehr schönen Posen. Obwohl ich mehrere Figuren dieser Serie besitze, hat es mir eine ganz speziell angetan, die sitzende 8424.

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Die linke, auf dem Boden sitzende Schaufensterfigur ist die Hindsgaul Young Look mit der Seriennummer 8424.

flickr Danny Letton, Hindsgaul Young Look 8424

In einem anderen Prospekt ist sie von vorne sichtbar, leider etwas undeutlich.

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flickr, serge o, Hindsgaul Young Look 8424flickr, serge o, Hindsgaul Young Look 8424

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Vermutlich aus fototechnischen Gründen hat man für das Titelblatt des Prospektes für die Young Look Serie das ursprüngliche Bild gespiegelt. Die 8424 schaut original über die linke Schulter, nicht über die rechte (siehe vorne rechts unten im Bild).

Meine hat strahlend blaue Augen und ein aussergewöhnlich schönes Make-Up. Ich habe ihr eine blonde Perücke angezogen. Ich lasse mal die Bilder sprechen. Sie ist wirklich ein ganz süsses Mannequin

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Hindsgaul Fanseite

 

 

 

 

 

Adel Rootstein, Serie Runway GEO Fiona Hamilton M2

 

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Fiona Hamilton Rootstein-Mannequin. Foto: Massimo (siehe Link)

Als ich vor längerer Zeit dieses monochrome Bild (oben) von einem der faszinierendsten Mannequins, die es gibt, im Internet gesehen habe, war ich völlig sprachlos. Einerseits ist der vom Fotografen umgesetzte, leichte Chamois-Farbton perfekt, um den Vintage Look zu implizieren. Er umfängt die Fotografie mit dem Hauch des Verborgenen, welche die Vergangenheit naturgemäss in sich birgt und verleiht dem Gesichtsausdruck dieser in sich vergessen scheinenden, älteren Schaufensterpuppe mit dem verträumten Blick, eine geheimnisvolle Kraft. Diese ungekämmte Kurzhaar-Perücke, wild, ungebändigt, entfacht in mir das Gefühl, länger mit den Augen auf dem Bild ruhen zu wollen. Das Hemdchen, das sie trägt, ist schlicht und einfach. Nichts lenkt mich von diesen Augen ab, welche von Sehnsucht erfüllt wirken. Geborgenheit, Liebe, Freiheit, ich ertappe mich dabei, dass ich dieses Bild nicht konsumiere, sondern es erzeugt Emotionen. Grazie, Massimo!

flickr, Massimo, Rootstein, Runway GEO, Fiona Hamilton M2, s/w-Bild im Chamois-Farbton

Diese grossen fragenden Augen, dieser Gesichtsausdruck: dies prägte sich tief in mein Gedächtnis ein, sowie das Grübchen am Kinn, welches meines Wissens nur bei diesem Mannequin von Adel Rootstein zu sehen ist. Ihre Haltung, in welcher sie die Schultern etwas nach vorne gedrückt hält, ist speziell und einprägsam (s. Bild unten, Mitte M2).

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Erste Seite des Katalogs von Adel Rootstein’s Serie „runway GEO“, von M1-M3

Es ist die Fiona Hamilton mit der Nummer M2, aus der Serie „Runway GEO“ von Adel Rootstein; und ich setzte sie auf meine Wunschliste.

Katalogseite von Adel Rootstein, Runway GEO, M1-M3 bei flickr (Chase Connery)

Kürzlich schaute ich ins Internet und sah dieses Bild (unten), mit dem schlichten Text im Inserat: „Schaufensterpuppen“.

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Ganz links „meine“ Jung-Figur, in der Mitte die Fiona mit falschem, rechten Arm und rechts eine Figur mit Fiona’s Arm….

„Ach Hallo!?!“ dachte ich. „Da steht doch links meine Jung-Schaufensterfigur, die ich vor einem Jahr verkaufte.“ Das Mannequin in der Mitte mit dem grünen Kleid ist kaum zu erkennen. Ich habe sie vorgestern gekauft. Es ist eine Fiona Hamilton M2 aus der Serie Runway GEO, einfach mit dem falschen, rechten Arm! Die Figur rechts ist bereits verkauft! Die Verkäuferin hat – typisch für Laien – ziemlich sicher die Arme vertauscht. Die Figur rechts hat nach meiner Einschätzung den rechten Arm, mit falsch montierter Hand (180° Grad verkehrt herum) von Fiona; und ich vermutlich den Arm jener Figur.

Ich habe von Fiona, die unüblich, aber vorteilhaft für Fotos, von ihr aus gesehen nach links, statt nach rechts in Richtung Schulter schaut (siehe Katalog) ein paar erste Bilder gemacht, bis ich vielleicht doch noch in den Besitz des Originalarms komme.

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Meine Fiona habe ich zuerst mit einem reich verzierten, sehr schönen Eye-Catcher-BH in der Grösse 75A ausgestattet und im Kontrast mit einer schwarzen Satinbluse der Marke „tout feu tous femme“ ergänzt. Lange Haare, entsprechend der braunen Augenfarbe, mit den hellen Strähnen, unterstützen den sehr femininen Look und lassen die Hautfarbe in einem helleren Teint erscheinen. Fiona wirkt scheu, etwas zerbrechlich. Ihr Blick ist wie bei der Schaufensterpuppe von Massimo verträumt, fast sehnsüchtig. Eine tolle Figur.

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Fiona als „Piratenbraut“. Sie blickt verträumt…. vermutlich von einer fernen Schatzinsel !?

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Hier trägt Fiona ein sehr schönes, weinrotes Satinkleid – ich habe es mir beinahe gedacht – in der Grösse XS! Passend dazu die strohblonde Perücke.

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Das festliche Satinkleid, das ich in einem Brockenhaus fand, ist raffiniert geschnitten und wird oben von einem Neckholder fixiert.

 

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Ein Grübchen am Kinn, sowie etwas eingefallene Schultern und schmalbrüstig (75A): das sind die typischen Erkennungszeichen von Fiona als M2-Mannequin bei Adel Rootstein.

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Die dunklen Haare passen auch sehr gut zum edlen Kleid. Hier sind sie aber über die linke Schulter drapiert.

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Ohne Neckholder fällt der obere Teil, der wie ein Latz designt ist, herunter. Oouups..!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Helen Greenwood – Adel Rootstein-Mannequin aus der Serie „Styles for places & spaces“, No. V9

 

Im Internet entdeckte ich eine Adel Rootstein Schaufensterpuppe, die ich zunächst keiner mir bekannten Serie zuordnen konnte. Ihre Stellung ist auch sehr speziell und ich überlegte mir natürlich zuerst, ob ich mit dieser aussergewöhnlichen Geste wirklich die Fotos umsetzen könne, die mir in meinem Kopf vorschwebten. Als ich einen Termin zur Besichtigung mit der Verkäuferin vereinbarte, stand ich vor dieser über 1,80 m grossen, imposanten Figur. Sie hat ein „leises“, verschmitztes Lächeln auf den auffordernden, in knalligem Rot markant gezogenen Lippen. Breitbeinig und selbstbewusst steht sie da, die Arme seitwärts ausgestreckt, so als würde sie sich passiv an einer Wand abstützen, oder aktiv etwas zur Seite schieben. Gross war erwartungsgemäss die Nummer V9 in den Kopf eingraviert, was mir zunächst nicht viel sagte, da ich nur die V1 kannte. Danach kontrollierte ich sie auf Abplatzer, Risse u.ä., fand aber keine wirklich nennenswerten Schäden. Das Hauptproblem bei diesen Figuren mit der Doppeleinrastfunktion bei der Hüftverbindung von Adel Rootstein sind die Standschäden bei älteren Mannequins. Es ist der durch Eindringen von Feuchtigkeit sich ansetzender, leichter Rost, der diese eigentlich genial konzipierte Mechanik blockieren, oder schwergängig machen lässt. Nach der Begutachtung war dies der Fall und ich empfahl etwas WD 40 einzusprühen, ein ganz feines Maschinenöl. Dann war alles tiptop und ich wusste danach, dass sie in meine Sammlung gehört, also standen nur noch Preisverhandlungen an.

Die ersten Bilder:

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Karen Mulder – Sonderanfertigung eines Mannequins aus der Serie Seduction von Adel Rootstein, Nr. SD 08, für „Agent provocateur“ in einer goldenen Lackierung

Viele interessante Details über ihre Person findet man in diesem Blog in einem eigenen Artikel über das Supermodel Karen Mulder, sowie über die Mannequinproduktion bei Adel Rootstein von ihrem Ebenbild:

Artikel über Karen Mulder

Normalerweise ist die SD 08 von Adel Rootstein, also das Mannequin Karen Mulder aus der Serie „Seduction“ hautfarbig. Ich hatte das Glück, eine in einem metallisch glänzenden Gold kolorierte Karen Mulder zu erwerben, die nur für das Modelabel „Agent provocateur“ hergestellt wurde.

>> Hier wurden Textabschnitte nach den neusten Kenntnissen abgeändert und aktualisiert!

Karen Mulder und ihr Mannequin 01
Sehen aus wie Zwillinge: Karen Mulder (links) neben ihrem Ebenbild, einem Mannequin aus der Manufaktur Adel Rootstein, mit der Nr. SD 09 (Serie „Seduction“)
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Bild aus dem Adel Rootstein-Katalog. Karen Mulder, Seduction, SD 08.

Adel Rootstein, Karen Mulder, Serie „Seduction“, Nr. SD 08

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Wunderschön restaurierte Karen Mulder von Adel Rootstein. Danny Letton ist ein Sammler und glücklicher Besitzer dieser Schaufensterfigur (Serie „Seduction“, SD 08).

Karen Mulder von Sammler Danny Letton

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Perfekt in Luftpolsterfolie verpackt, kam Karen Mulder mit goldener Kolorierung bei mir an. Noch ist der wahre Glanz dieser Figur durch die Verpackung hindurch noch nicht erkennbar. Die Spannung stieg!.
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Ein wahrhaft wunderschönes Gesicht enthüllte sich, als ich die Verpackung entfernte. Leider hat sie hinten am Gesäss einen kleinen Schaden, was sich erst im Nachhinein, also nach Ankunft, nicht beim Kauf herausstellte.
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Die blonde Original-Adel-Rootstein-Perücke gab’s noch dazu und wie sich herausstellte, fertigte die Firma diese Perücke extra nur für die SD 08 an.