Meine Almax Schaufensterfigur im Glückskäferchen-Kostüm

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Einige der Sammlerinnen und Sammler von Schaufensterpuppen bekommen gleich eine Gänsehaut, wenn man das Wort „Almax“ in den Mund nimmt und man nota bene vom Hersteller der bekanntesten Mannequins aus Italien spricht. Zu Unrecht, wie ich meine, herrscht allgemein eine gewisse Abneigung dieser Figuren gegenüber, es sei denn, die Sammler stammen aus dem Land, in welchem die in Frankreich geschützte Bezeichnung „Haute Couture“ schlicht „Alta Moda“ genannt wird. Die italienischen Designer, sind nicht minder berühmt, als jene in Paris. Mailand und Rom gelten geradezu als Mekka für die kreativsten Künstler im Schneiderhandwerk. Giorgio Armani, Gianni Versage, Laura Biagiotti. Wer kennt sie nicht, die klangvollen Namen dieser Designer, welche Damen und Herren in den edelsten Zwirn hüllten. Die am weitesten verbreitete Mannequin-Marke in den späten 70er und 80er-Jahre in Italien war die „Almax“. Während Adel Rootstein in England und Hindsgaul in Dänemark bereits äusserst naturalistische Figuren auf den Markt brachten, wirkten die von „Almax“ noch ziemlich puppenhaft und etwas stiefmütterlich. Die Gesten jener aus den frühen Serien wirken verkrampft, die Proportionen waren nicht lebensecht, um nicht zu sagen etwas utopisch. Auch die technischen Aspekte waren nicht ausgereift, was sich nun rd. 40 Jahre später zeigt: ich habe einige Vintage-Puppen von „Almax“, deren Bolzen bei der Bajonettverbindung zwischen dem Torso und den Beinen rostig geworden ist, auch wenn das Mannequin nicht besonders hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt war. Zudem ist in den Handgelenken ein eingearbeitetes Stück PVC, welches den Metallgewindebolzen im Innern umschliesst. Es ist von so schlechter Qualität, dass es mit der Zeit an Festigkeit verliert und wie alter Zwieback in zum Teil winzigen Stücken herausbröckelt. Serien aus jüngerer Zeit wurden massiv nachgebessert. Dennoch gibt es einzelne Figuren, wie z.B. die „Gabriella“, die ich superschön finde. Ich werde in einem separaten Beitrag auf sie zurückkommen. Die hier abgebildete „Almax“ war eine meiner ersten Figuren in meiner Sammlung und als diese grösser wurde, erhöhten sich parallel dazu unweigerlich meine Ansprüche. Daraufhin wollte ich mich von einer meiner ersten „Almax“ wieder trennen, was mir schon etwas schwer fiel. Bei der Firma Bolli in Winterthur konnte ich sie gegen eine lachende Figur tauschen, die mir eindeutig besser gefiel. Die Vintage-„Almax“ war schwer einzukleiden und mir gingen nach einigen erfolglosen Versuchen die Ideen aus, was mir praktisch nie passiert. Knapp zwei Jahre später schlenderte ich die Steinberggasse hinunter, vorbei an den Schaufenstern der Firma Bolli. Die „Almax“ verbracht ihre bisherige Zeit im Innern des Geschäfts. Umso mehr freute ich mich, sie nun im Schaufenster zu entdecken, zwar immer noch bocksteif und etwas unnatürlich verkrampft wirkend, aber in einem sehr gelungenen Outfit: ein knallrotes Minnie-Maus-Kleid mit schwarzen Punkten darauf. Das Kostüm sollte einen Glücks-Marienkäfer darstellen, mit dem Hinweis auf viele Utensilien für die Fastnacht, die dort angeboten werden.

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Mein Almax-Mannquin stand nach meinem Tausch als Marienkäferchen im Schaufenster der Firma Bolli in Winterthur