Hindsgaul Mannequin, vermutl. aus der Zeit von anfangs bis Mitte der 50er-Jahre…. noch ohne konkrete Identität

Mein kürzlich etwas aktualisiertes Bildarchiv über Mannequins umfasst 797 Ordner und 17’753 Bilddateien. Viele Schaufensterfiguren kenne ich auswendig. Andere erkenne ich an ihren typischen Merkmalen und wieder andere sind sehr alt, oder selten, sowie kaum dokumentiert, was Recherchen erschweren, aber für mich auch eine Herausforderung darstellt. Dabei wird mein Forschergeist geweckt und ich stöbere u.a. im Bildarchiv und im Internet nach brauchbaren Informationen, um sie hier im Blog zu publizieren und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Doch kürzlich erwarb ich eine Schaufensterfigur, die mir grosse Rätsel aufgab. Sie muss viel älter sein, als sämtliche Mannequins, die ich besitze und so selten, dass ich weder im Internet etwelche Spuren, noch in meinem Bildarchiv irgend eine vergleichbare Illustration gefunden habe. Das ist sonderbar und aussergewöhnlich, aber nicht weniger spannend.

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Beim Kauf der Schaufensterfigur fehlten die Hände, nicht unüblich bei uralten Vintage-Mannequins. Die gingen irgendwann mal verloren…. schade. Dann drehte ich die Puppe und sah ein rhombus-förmiges, aufgedrucktes Label im Kreuzbereich des Körpers, mit der Aufschrift „Hindsgaul“. Meine Stirnfalten kräuselten sich, denn von Hindsgaul bin ich mir runde (60er-Jahre) und rechteckige (von den 70er-Jahren bis heute) Aufkleber an derselben Stelle gewohnt. So etwas hatte ich zuvor noch nie gesehen. In der Mitte dieses Parallelogramms ist in Terracottafarben ein männlicher 3/4-Torso ohne Kopf abgebildet, der vom Namen der Manufaktur und dem des Hauptsitzes „Copenhagen“ in Dänemark überschrieben ist.

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Noch mehr erstaunt haben mich die Schulterkupplungen, dessen Metallteile verchromt sind. Offenbar wurde diese Veredelung mit Beginn der 60er-Jahre und später aufgegeben und damit vermutlich auch Herstellungskosten gespart. Von diesem Zeitpunkt an waren sie aus rostfreiem, sonst nicht veredeltem Stahl. Also eine ziemliche Überraschung für mich, als ich mal einen der Arme aus der Kupplung löste. In die verchromte Metallplatte ist der Hersteller „Hindsgaul“ eingraviert und der dänische Name der Hauptstadt in der Landessprache „Cobenhavn„. Am Oberarmansatz bei der Schulter ist die Nummer 18AA gestanzt, die Rätsel aufgibt. Darunter ist eine vierstellige Zahl in Rot gestempelt, die ganz in der Hindsgaul-Tradition steht. Sie waren und sind für Damen bis heute vierstellig und bis 1970 rot, danach schwarz. Man kann leider nur die mittleren beiden Ziffern gut lesen und ist bei den Endziffern auf ein gutes Vorstellungsvermögen und auf die Kenntnis der von Hindsgaul verwendeten Zifferformen angewiesen. Ich lese jedenfalls „8588“, obwohl eben die Endziffern unsicher sind.

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Beim zweiten Arm ist die beiden ersten Ziffern sehr gut lesbar „85xx“. Aussergewöhnlich ist der verchromte, kugelförmige Verbindungsbolzen in der Mitte der Kupplung, die auf eine sehr massive Konstruktion hinweist. Diese Form wurde später mehrmals geändert.

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Typisch für die Mannequins der damaligen Zeit, also auch bei vielen Konkurrenten, wie z.B. Moch, Siégel usw., war die Teilung des Torsos und der Beine auf Höhe der Taille. Erst später wurde sie auf Höhe der Hüften heruntergesetzt. Zudem äusserst typisch für diese Zeit: unteilbare Beine. Das war bis weit in die 60er-Jahre hinein nicht notwendig, da die Frauen noch keine Hosen trugen. Jupes, Röcke und festliche, bis zum Boden reichende Kleider bedurften keiner Trennung der Beine. Sie konnten über den Kopf gestülpt und von oben her angezogen werden. Erst mit der Emanzipation der Frau und den sich dadurch auch verändernden Modetrends, trugen Frauen vermehrt auch Hosenanzüge. „Erst Ende der 1960er Jahre wurden Frauenhosen gesellschaftlich akzeptiert.“

Wikipedia: „Hose“

Alleine schon anhand der Konstruktion und Teilung einer Schaufensterfigur, lässt sich ihr Alter ablesen, weil für Frauen das Tragen von Hosen erst vor 55 Jahren erlaubt war und die Mannequin-Manufakturen neue Techniken für die Teilung der Beine entwickeln mussten, um die neue Mode überhaupt präsentieren zu können. Dieses Thema wird in einem eigenen Artikel in diesem Blog noch vertieft behandelt werden. Diese Figur von Hindsgaul ist aufgrund der Indizien mit Sicherheit älter als 1960, zumal die Mannequins von Hindsgaul zwischen 1960 und 1965 vom Werk bereits modellierte Schuhe trugen, was vorher nicht der Fall war, sowie in den Jahren ab 1966.

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Wir finden an dieser Schaufensterfigur weitere Hinweise auf ihr Alter. Die Proportion der Schulterkupplung ist viel zu gross im Vergleich zum Körper dieses Teenagers, der sogar eher schmal und mädchenhaft wirkt. Der Detailreichtum wie z.B. bei einer „Revel“ von Hindsgaul aus den 80er-Jahren, wo man Schlüsselbein, Rückenwirbel usw. erkennen kann, ist hier noch nicht vorhanden. Die hochgezogenen, bogenförmigen Augenbrauen waren für die Zeit ganz im Stil von Marlene Dietrich gewählt und dann trat eine Diva im italienischen Film und in Hollywood auf, welche das Schönheitsideal der damaligen Zeit prägte: Sophia Loren.

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Sexy und selbstbewusst trat sie im Film „Zwei Nächte mit Cleopatra“ auf und dürfte wohl nicht nur Männerphantasien beflügelt haben (1953).

Film „Zwei Nächte mit Cleopatra“

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Sophia Loren

Die junge, schwarzhaarige Frau von Starregisseur Carlo Ponti, die auch Frauen mit ihren mandelförmigen, grossen Katzenaugen und dem ebenmässigen Gesicht in ihren Bann zog, wurde zur Filmdiva und zum Schönheitsideal der späten 50er- und der frühen 60er-Jahre. Inspiriert von der französischen Manufaktur „Siégel“, zogen auch „Hindsgaul“ und „Schläppi“ mit.

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etsy Siégel-Büste aus den 60er-Jahren

Die französische Firma „Siégel“ produzierte Ende der 50er- und anfangs der 60er-Jahre Mannequins mit mandelförmigen Katzenaugen und im Spitz zulaufende Gesichter, die sehr an das damalige Schönheitsideal Sophia Loren angelehnt waren.

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Da bei dieser Hindsgaulfigur noch keine Sophie-Loren-Gesichtszüge vorhanden sind, ist es nach meiner Einschätzung denkbar, dass sie vor 1955/56, also zwischen 1950 und 1954 produziert wurde. Wie bei den noch älteren Mannequins gleicht das Gesicht eher einer Puppe und ist im Vergleich zu realistischeren Figuren maskenhaft. Trotzdem gefiel sie mir auf Anhieb, vor allem die Stupsnase…. 😉

Mehr kann ich im Moment nicht dazu sagen; weitere Recherchen folgen.

 

 

 

Loutoff LM1 vs. Angie von Hindsgaul: „the BATTLE“ (dt. „die Schlacht“)!

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Der Begriff „the Battle“ im Titel ist natürlich eine Persiflage. Nein, keine Angst, bei mir geht alles friedlich über die Bühne. Was zunächst aussieht wie ein Lichtschwert aus dem Film „Star Wars“, ist in Wirklichkeit der leuchtende sog. „Stock“ eines Schirm, worin eine bläulich-weissliche Leuchtstoffröhre eingebaut ist. Da gibt es bei den beiden Schönen keinen Konkurrenzkampf und keinen Schlachtruf an der Verteidigungslinie, selbst wenn sie um die letzte Rose kämpfen müssten, wie die Finalistinnen in der TV-Serie „Bachelor“, denn sie wissen beide: ich bin durch und durch ein Fan der Hindsgaul-Schaufensterfigur mit dem Seriennamen „Angie“. Das hat viele Gründe. Zunächst dürfte der Name selbst bei mir einige Assoziationen in Verbindung mit meiner wilden, rebellischen Jugendzeit auslösen, als sich Verliebtheit noch so anfühlte, als verzehre einem im Innern ein Meer von Flammen, manchmal ungestillt und immer dürstend nach dem Erwidern seitens der Angebeteten – und egal, welchen Namen sie trug, sie war per se immer ein Engel, also so gesehen immer eine „Angie“. Da war noch dieses Lied, süss und traurig zugleich, das aus alten Kofferradios trällerte, oder im Hintergrund schon knisterte, weil die Single mit der wohl herzzerreissensten Ballade der „Rolling Stones“ schon tausend Mal von der Nadel des alten Plattenspielers abgegriffen wurde. „Welch störungsfreier Hörgenuss heute, mit i-Pad & Co.“ denke ich manchmal. Aber es gibt zum Glück für Vintage-Enthusiasten ein digitales Plugin für den Sixties-Sound-Freak mit Kratz- und Knackgeräuschen, bei dem zumindest virtuell in das Ambiente dieser Zeit eingetaucht werden kann. Den Rest von den rückwirkend so verklärten Partystimmungen der Hippiegeneration kann man sich als Zeitgenosse vermutlich noch lebendig in die Gegenwart holen, selbst wenn die wie ein Dampfschiff rauchende Wasserpfeife und die um sie herum liegenden Studenten, aus dieser enormen zeitlichen Entfernung nur noch schattenhaft erkennbar sind.

„Angie“ ist ein Serienname der dänischen Mannequin-Manufaktur „Hindsgaul“ und die Figuren kamen 1988 mit 22 unterschiedlichen Posen auf den Markt.

Hindsgaul Fanseite, „Angie“ 1988

Hindsgaul „Angie“-Katalog, history of mannequins

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Sie war eine der beliebtesten Hindsgaul-Schaufensterfiguren, weshalb heute noch nach 30 Jahren viele im Umlauf sind. Ich kenne keinen Sammler, der nicht eine „Angie“ in seinem Repertoire hat und deren Vorteile geniesst, denn sie lässt sich höchst individuell stylen. Diese Popularität mag auch der Grund gewesen sein, dass die Firma Loutoff (aus Fernost) vor einigen Jahren eine Schaufensterfigur produzierte, die der „Angie“ wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Sie wird unter der Bezeichnung LM1 vertrieben und ist im Internet bestellbar. Auf dem Foto mit dem Schirm (oben / unten) sind meines Wissens, das erste Mal weltweit, beide Figuren nebeneinander dargestellt.

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Als ich eine Loutoff LM1 kaufte, gebraucht und sehr günstig, während ich bei der selben Inserentin vor allem Kleider besorgte, wurde dies von einer Hand voll Sammler danach schon entsprechend „kommentiert“. Natürlich sind die Qualitätsunterschiede enorm und im Grunde misst man in einem direkten Vergleich mit unterschiedlichen Massstäben. Es ist letztlich auch Geschmackssache. Wer aber eine „Angie-like“-Schaufensterpuppe haben möchte, der trifft im Billigproduktionssegment eine gute Wahl, denn wem fällt von den Laien-Sammlern und Kunden im Kleiderladen schon der Unterschied auf: niemandem. Doch der anspruchsvolle Profi-Sammler, der betrachtet dies aus einer anderen Warte.

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Amazon, LM1 von Loutoff (ähnlich wie „Angie“)

Ein markanter Vorteil der Loutoff-(„Angie“) LM1 ist die Glasstandplatte mit Wadendorn, wonach schnell und schadlos Schuhe an die Füsse montiert werden können. Sie ist viel leichter als das Original, aber auch weniger stabil. Sie ist schneller auf- und abgebaut als die Hindsgaul „Angie“, ist aber an den Verbindungsstücken gefährdeter für Risse.

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Was die Mimik im Gesicht anbetrifft, ist die Mundpartie erstaunlich übereinstimmend. In Betrachtung der Anatomie, gibt es dort einen ovalen Muskel namens „orbicularis oris“, der bei „Angie“ schön und naturgetreu modelliert wurde, aber auch bei der LM1 deutlich hervortritt, vor allem an den Mundwinkeln, weshalb bei beiden ein leichtes „Schmollen“ feststellbar ist, je nach dem, wie man die Mimik interpretieren will.

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flickr, preusse1, Hindsgaul „Angie“ 5507

Zum Vergleich eine „Angie“ (Nr. 5507) von einem Sammlerkollegen im „Wedding-look“, aber mit Peitsche (schwarze Lasche), für die Bestrafung, wenn die anderen Girls im SM-Studio für Wet-Look-Fetischisten (Glanzlack und Kunstleder) gerade in der Kaffeepause sind…..

5260262263_901e000f38_o.jpg  flickr, Preusse1, Hindsgaul „Angie’s“, Wet-Look-Fetisch

….. oder eine andere „Angie“ etwas chillen möchte.

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Schon die andere Körperspannung, das Anmutige und die gesamte Proportion der Figur, sowie diverse Details wie das Handgelenk und die naturalistisch modellierten Hände, machen den feinen, aber wesentlichen Unterschied zur LM1 aus. Den detailverliebten Sammler stört es, wenn die Füsse klumpig wirken, oder die Brustwarzen fehlen. Solche Mängel hat man bei der Angie nicht zu beklagen. Egal was man ihr anzieht: sie scheint es mit grosser Lust und Freude zu präsentieren, während ihr quasi „Ebenbild“ eher lustlos wirkt, so im Stil „ich-habe-grad-nichts-anderes-zu-tun-also-ziehe-ich-es-an“.

 

 

Die Serie „Junior“ von New John Nissen / Schläppi, Nr. CT1 – CT23

Beim näheren Hinsehen und beim vergleichen der Seriennummern erkennt man sofort, dass die Serie von New John Nissen / Schläppi mit der Bezeichnung „Junior“ mit jener mit dem Namen „Jeunesse“ identisch sein muss. Beide Begriffe meinen sinngemäss „Jugend“ und ich finde unter der Nummer CT6 im „Junior“-Katalog sogar meine neu erworbene Schaufensterfigur wieder:

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Blogbeitrag New John Nissen, Serie „Jeunesse“

Tom (flickr), New John Nissen Juniors

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Nun ist auch noch die sitzende CT15 in meine Sammlung gekommen:

Wenn sie geputzt ist gibts hier mehr Text und Bilder…..

Die Serie „Jeunesse“ von New John Nissen / Schläppi (mitte 70er-Jahre)

„Jeunesse“, die Jugend – die wollen, sollten wir uns auch teilweise bewahren. Fröhlich und unbeschwert, lachend, emotional: so wirken die Mannequins von dieser Serie vom Hersteller New John Nissen, die auch bei der Firma Schläppi in Lizenz hergestellt wurden.

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Heute im neuen Heim angekommen, mit Beinen und nur einem Arm. Zuerst geht’s zum Wellness….

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Die linke Figur im new John Nissen Katalog von 1976 (?) ist mit grösster Sicherheit das von mir heute gekaufte Mannequin (Die Angaben der Seriennummer folgt).

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Sehr schön die restaurierte (identische) Figur von Dash-N-Dazzle in den USA (Bild oben).

flickr, Dash-N.Dazzle, New John Nissen Mannequin, Jeunesse

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Oben habe ich zwei Beispiele aus dem New John Nissen Katalog angehängt, damit man einen Eindruck von der emotionalen Ausstrahlung bekommt

history Blog

Stehendes Mannequin von New John Nissen / Schläppi aus der „Junior16“-Serie mit der Nummer DG 16 E1610

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Leider hat die Schaufensterfigur von New John Nissen, aus der Serie „Junior16“ einige schwerwiegende Defekte, wie Risse und grossflächige Abplatzer (am Po). Das Gesicht ist abgesehen von einigen Kratzern und einem kleinen Schaden auf der Nasenspitze sonst o.k. Sie gehört in die selbe Serie wie die sitzende New John Nissen / Schläppi, welche die Nummer DG 16A E168 besitzt (s. Link)

Sitzendes Mannequin von NJN, Nr. DG 16A E168

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Sie hat beim Verkäufer jahrelang im Keller gestanden und bekam ein Wellnessweekend von mir. Sie war stellenweise fast schwarz vor Dreck…..; danach erstrahlte sie in ihrem originalen, hellbraunen Farbton.

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Ich bekam von einem Sammlerkollege die Bilder des Kataloges zugeschickt, mit der darauf verzeichneten Seriennummer.

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Diese Serie wurde etwa 1976 produziert.

Wenn die Figur repariert ist erfolgt das definitive Styling und die Publikation der Fotos, Danke für die Geduld.

 

 

„Black Gazelle“. Mannequin aus der Serie „Gazelle“ von Hindsgaul (1972)

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Ich habe die „Gazelle“ von Hindsgaul in diesem dunklen Hautton sonst noch nie gesehen; auch im Internet nicht. Sie ist ausdrucksstark, ohne Zweifel. Aber bei ihr scheiden sich die Geister. Entweder man liebt sie aufgrund von ihrer Aussergewöhnlichkeit, oder man meidet sie, weil man sie nicht schön genug findet, oder einige Figuren einfach zu viel Platz brauchen.

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Auf der Standfläche einer Nr. 7013 z.B. (Bild oben) hätten zwei oder drei Mannequins Platz. Die grossen Augenlider und die heraus stehenden Nasenflügel sind ein eindeutiges Merkmal der „Gazelle“.

 

Hindsgaul Fanseite

Katalog Hindsgaul Gazelle (mannequindisplay, Blog)

 

Sarah mit der Nummer 423, von der Firma Moch-Figuren in Deutschland

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Sie haben längst keine Löcher im Rücken, oder Feststellschrauben mehr, die Figuren aus der Mannequin-Schmiede und Traditionsfirma „Moch-Figuren“ in Deutschland. Es sind keine Gelenkbolzen in den Schaufensterfiguren mehr eingearbeitet, welche individuelle Neigungen des Torsos zulassen. Eine solche technisch-innovative Konstruktion ist heute nicht mehr gefragt. Alle konkurrierenden Hersteller warteten damals mit einfacheren Lösungen auf. Entsprechend eingeschränkter war der Bewegungsspielraum, was bei der Konkurrenz eigentlich niemand störte. Hände, Arme und mindestens ein Bein mussten abnehmbar sein und der Torso sollte von den Beinen separiert werden können. In der heutigen Sammlerwelt sind die Vintage-Moch-Figuren nicht gefragt. Bei einem Kollegen sah ich eine dieser Figuren:

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Das nummernlose Mannequin aus der Hindsgaul-Serie „On the seaways“

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Bei diesem Mannequin ist weder ein Label, noch eine Seriennummer auffindbar. Aber es handelt sich ohne Zweifel um eine Figur aus der Hindsgaulserie „On the seaways“. Nachdem Kauf bekam sie ein umfangreiches Wellness-Weekend, das erste nach rd. 50 Jahren, wonach sie wieder in altem Glanz erstrahlte, nachdem der Dreck beseitigt war.

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Ein Mannequin von Hindsgaul aus der Serie „On the seaways“ mit der Nummer 8003

Der nachfolgende Text, den ich vor einigen Jahren im Februar 2019 in diesem Artikel hier veröffentlichte, wurde leicht angepasst und anhand meiner neusten Kenntnisse entsprechend abgeändert. Das Herstellungsjahr muss (nicht wie bis anhin mit 1968 angenommen) 1972 gewesen sein (16.04.2022).

Keine fünf Jahre ist es her, als die rd. 50 Jahre alte Serie „On the seaways“ dem Schatten der Vergessenheit wieder entwich und einer weltumspannenden Sammlergemeinschaft wieder langsam zugänglich wurde. Die Liste der Seriennummern ist zurück bis 1972 auf der Hindsgaul-Fanseite beinahe lückenlos aufgeführt. Dort bricht sie ab und bei älteren Mannequins herrscht unter SammlerInnen oft Ratlosigkeit, weil zwischen den spärlich bestehenden Katalogseiten, welche man über Umwege im Internet heraussuchen kann und den Seriennummern bis 1972 oft keine wirkliche Klarheit darüber besteht, wie nun das Eine zum Anderen gehören könnte. Deshalb ist ein solcher Blog und der Ankauf von alten Schaufensterfiguren von enormem historischen Wert in Bezug auf die Kunstform von Visual Marchandising. Diese hier beschriebene Rettungsaktion einer Hindsgaul „On the seaways“ mit der Nummer 8003, darf mit Fug und Recht bedeutend genannt werden. Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn sie irgend in einer Ecke wieder verschwunden wäre, ohne ihre Identität preiszugeben. Die Perücke verdeckte über 90% des Gesichts, aber ich habe mich bereits so intensiv mit dieser Mannequin-Serie befasst, dass mir in den ersten paar Sekunden klar war, dass es sich um eine Hindsgaul „On the seaways“ 8003 handeln muss, über die ich bereits vor einem Jahr in diesem Blog einen Artikel geschrieben hatte.

Blogbeitrag über die Hindsgaul „On the seaways“ 8003 vor rd. einem Jahr

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Wie an anderer Stelle im Blog erwähnt, gibt es verschiedene typische Merkmale für die Figuren dieser Serie und da ich kürzlich ein Mannequin in einem für dessen Alter sehr guten Zustand mit dem selben Gesicht erwarb, reichte mir der obige Anblick, auch mit hinter Haaren verstecktem Gesicht, um ihre Identität festzustellen. Die neu erworbene 8003 ist in einem bedenklichen Zustand und mindestens ein Arm ist falsch.

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Wie man anhand des Katalogfotos (oben) erkennen kann, könnte zumindest der linke Arm original sein und die Beine, mit dem breiten Stand, die man detailliert unter dem weiten Abendkleid nicht genau erkennt. Der rechte Arm gehört ziemlich eindeutig zur Figur 8010, die ich auch besitze und die sich vermutlich darüber freut, wieder ihren Arm von früher zu tragen (siehe Katalogbild unten). Doch die Hand ist nicht original, welche den halben linken Oberarm umfasst.

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Neben der 8008, der 8010, der 8011, der 8015 und der „nummernlosen“ Figur, ist die 8003 nun das 6. Mannequin, das ich aus dieser alten Serie „On the seaways“ besitze. Weltweit könnte dies die grösste Sammlung  in Bezug auf diese Serie sein.

Nachtrag 24.02.2019:

Seit gestern Abend gehört das Mannequin definitiv mir.

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Wenn die wieder in neuem Glanz erstrahlt, wird diese Figur toll aussehen (sieht ja jetzt schon sehr schön aus)!

Sämtliche Figuren bräuchten irgend wann einmal ein sog. „Make over“, bei welchem die Mannequins komplett restauriert werden. Das kostet Geld. Meine Girls und ich suchen deshalb Sponsoren, Donatoren, oder andere Geldgeber (z.B. ist auch eine Patenschaft möglich), welche bei der Finanzierung der Unterkunft (Lager und Showroom),  sowie der Präsentation (ständige Ausstellungsräume mit Museumscharakter) und der allgemeinen, spezifischen Bearbeitung jeder Figur (Identitätsbestimmung, umfassende Recherchen als Vorbereitung diverser, öffentlich zugänglicher Publikationen in diesem Blog; Make-over, Restauration und Erhalt aus kunsthistorischer Sicht).

Hindsgaul Mannequin Serie „Revel“, Nr. 5001 – 5023

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1985 wurde von Hindsgaul eine weitere Mannequin-Serie mit 24 verschiedenen Figuren auf den Markt gebracht. Es sollte eine der populärsten werden, weshalb man heute sehr viele Revel’s im Internet findet, die zum Verkauf angeboten werden.

Hindsgaul Fanseite, Historie

Mit ihrem speziellen Gesicht fällt sie sofort auf. Wenn jemand weiss, was man aus ihr herausholen kann, der hat eine extrem wandlungsfähige Schaufensterfigur vor sich und mag so staunen wie ich, als ich diese verschiedenen Stylings der Sammler entdeckt hatte.

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Einmal jung, frisch, jugendlich, sexy, frech auf Rosa getrimmt.

flickr, Schaufensterlady, Revel

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Einmal in schwarzem (Kunst-)Leder, rockig, wild, sexy, ein wenig Rockerbraut mit dem Nierengurt in Glanzlackoptik und einer ungekämmten Rotschopf-Mähne. Eine ganz tolle Interpretation, muss ich sagen. Gratuliere!

flickr, Dolls Village, Revel

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Einmal (Figur links) eine Revel klassisch, elegant und zurückhaltend in einem Kleid von Nina Ricci, das extra für das Kabinenpersonal der Concorde von der Fluggesellschaft Air France entworfen wurde. Rechts daneben steht in einem beigen Kostüm eine Hindsgaul Deauville. Airline-Angels nennt sie ihr Besitzer.

flickr, Dolls Village, Revel und Deauville in Nina Ricci Kostüm

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Die Silhouette meiner Revel 5018 oben ist wirklich beeindruckend schön, wobei dieses markante Profil sie sofort erkennen lässt. Ein weiteres Merkmal ist das hervorstechende Schlüsselbein. Beim Übergang dieser Clavicula zum Brustbein endet der Knochen in der Extremitas Sternalis – natürlich symmetrisch -, was bei der Revel überdeutlich zu sehen ist. Überhaupt gleicht die Revel in ihrer schlanken Statur jenem Schönheitsideal Mitte der 80er-Jahre, dem mit eisernem Willen entgegengehungert wurde. Plötzlich wurde das Bestreben nach einer idealisierten körperlichen Beschaffenheit zur Krankheit erklärt und das Schlagwort in den Medienberichten hiess Bulimie und Anorexie. Die Modewelt wurde durch die länger andauernde, öffentliche Schelte zum Umdenken gezwungen und als die ersten Todesfälle von völlig abgemagerten, ausgehungerten, jungen Fotomodellen publik wurden, fand schliesslich der Wandel auch statt, hin wieder zu wohlgeformteren und vor allem gesunden Körpern. Das Joggen verbreitete sich, wie auch das Aerobic, das kontrovers diskutiert wurde: Aber beide Sportarten und Fitnessprogramme setzten sich durch und TV-Sendungen wie „Enorm in Form“ (ZDF) und VHS-Kassetten mit Übungen für zu Hause boomten.

Sodann gibt es ein Haupterkennungsmerkmal bei den Revel-Mannequins von Hindsgaul: man sieht von hinten her betrachtet ganz deutlich die hervorstehende Wirbelsäule an einigen Stellen des Rückens, sowie die abstehenden Schulterblätter. Das Schlüsselbein, wie bereits erwähnt, zeugt auch von Unterernährung, gar Magersucht, wonach einige Sammler aus diesem Grunde ungern Revels in ihre Kollektion aufnehmen. Mich stört es nicht besonders; man schaut die Damen ja in der Regel von vorne an. Aber wenn z.B. die Seriennummer (schwarz gestempelt) fehlt und man ihre Identität bestimmen muss, gilt bei der Revel immer zuerst der Blick auf den Rücken zu werfen. Bei den meisten sind die Dornfortsätze der Wirbel beim Rückgrat sehr gut sichtbar.

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Beim Fotografieren kann man diese heute unerwünschten Details mit einer gekonnten Lichtführung, wie sie z.B. Jeanette bei ihrer 5007 einsetzte, kaschieren.

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flickr, Jeanette, Revel 5007, Rückenansicht

Manche haben mit der Anatomie der Figur 5013 etwas Mühe. So sah die eine Figur, die ich von der Seriennummer 5013 besitze, aus, als ich sie in einem Inserat sah und kaufte:

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Es sieht ja schon generell komisch aus, wenn die Hände vertauscht sind.

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Daumen nach vorne und die Hände in die Hüften gestützt.

flickr, Jeanette, Revel 5013

So wie bei Jeanette ist die Pose korrekt (siehe Katalogbild der 5013 unten).

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Dieser Artikel wird bei Gelegenheit ergänzt