„Eine klare Definition, was ein Kleines Schwarzes ist, gibt es nicht. Grundlegend ist es eng und körpernah geschnitten und maximal knielang. Gerade das ist seine Chance, denn damit ist es nach persönlichem Geschmack veränderbar.“ schrieb die „Welt“ in einem Artikel unter dem Titel „Die Wunderwaffe, die jede Frau besitzen sollte“.
Das „LBD“ (Abkürzung für „Little Black Dress“) wurde 1926 von der berühmten Modedesignerin Coco Chanel entworfen, was aus dem Blickwinkel damaligen Stilbewusstseins ein Skandal war. Heute hänge in jedem Kleiderschrank einer Frau ein Kleines Schwarzes behauptet eine Modezeitschrift, wobei sie nicht allzu falsch liegen dürfte. Das vor 95 Jahren entwickelte Kleidungsstück ist ein Designklassiker geworden und nachdem Karl Lagerfeld in den 80er-Jahren des 20. Jh. durch neue Kollektionen, jene damals etwas angestaubte Firma wieder zu neuem Glanz verhalf, mutierte sie zu einem weltumspannenden Imperium hochwertiger Mode mit einem Umsatz von jährlich über 9 Milliarden Euro.
„Stile und Materialien unterschieden sich für Tag und Abend. Abendversionen des “kleinen schwarzen Kleides”, das eher ärmellos war, bestanden häufig aus geschichteter Spitze oder Seidenchiffon mit asymmetrischen Säumen und Rundhalsausschnitten.“ Das TIME-Magazin wählte Coco Chanel zu den 100 einflussreichsten Personen des 20. Jahrhunderts, was sonst kein Designer in dieser Branche schaffte. 1913 eröffnete sie ihr erstes Geschäft im kleinen Dorf Deauville in der Normandie (Nordfrankreich), das damals bereits seit 1860 zu einem noblen Ferienort am Meer geworden war, mit Luxushotels, Casino und Pferderennbahn. Um diese Zeit entstanden dort die beiden Hotels „Le Royal“ und „La Normandy“, „die ein Symbol für Glamour, Pracht, Luxus und Eleganz“ (Deauville – Wikipedia) waren und den Ort bis heute noch charakterisiert.
Mannequin im Kleinen Schwarzen auf einer Seite des Hindsgaul-Kataloges von der Serie „Deauville“
1990 lancierte Hindsgaul eine Serie Schaufensterfiguren unter dem Namen „Deauville“, womit der Mannequinhersteller einen Bezug zum noblem Ort am Ärmelkanal herstellen zu wollen scheint (was äusserst naheliegend, wenn auch nicht ganz gesichert ist…). Im Gegensatz zu vielen SammlerInnen bin ich ein sehr begeisterter Deauville-Fan, der auch über die Tatsache hinwegsehen kann, dass Hindsgaul bei der Modellierung der beiden Kopfvarianten (Nummern 19 und 20) Gesichter auswählte die sehr polarisieren, zwischen Anhängern, die der Meinung sind sie sei hässlich und anderen, die finden, sie besitze einen stolzen und anmutigen Ausdruck.
Katalogseite mit vier Modellen (Posen) aus der Serie „Deauville “ von Hindsgaul
Ich finde die Posen sehr glamourös. Vor allem – das gefällt mir am meisten – ist die Deauville sehr wandelbar. Bei Massimo wirkt sie sehr sinnlich, verspielt und traumversunken…..
flickr Massimo. Link z.Z. nicht verfügbar
…; bei einem anderen Sammler wurde sie als strenge Nonne verkleidet:
Link wird zeitnah nachgeliefert…
Über meine Deauville’s werde ich einen eigenen Beitrag hier veräffentlichen (demnächst)….
Khadija war angeblich lange die Muse von Yves Saint Laurent (YSL), von einem der berühmtesten Modedesignern der Welt und „Koriphäe auf dem Gebiet der gehobenen, eleganten Damenmode“, wie es in Wikipedia heisst.
Es heisst Khadija gehöre dem afrikanischen Stamm der Kikuyu an, spreche deren Sprache und Swahili, Somalisch, Englisch und etwas Arabisch. Sie sei halb Kenianerin, halb Somalierin, wie es ebenda heisst; wonach aber eine längere Diskussion über ethnische Zugehörigkeiten in diesem Forum (siehe Link) entbrannte.
Nach dem tragischen Unfalltod ihres Freundes Roland Ratzenberger, der im Formel 1-Training einen Tag vor dem Tod Ayrton Senna’s in Imola starb, soll sie sich etwas unrühmlich verhalten haben, wie in einem Artikel der Auto-Bild nachzulesen ist.
Im obigen Bild ist Khadija in einem knielangen Animal-Print-Kleid (was heute wieder total in ist) von Yves Saint Laurent auf einer Haute Couture Modenschau abgebildet, flankiert von den beiden Models Ludmila Isaeva und Sylvie Gueguen.
Mit einer goldenen Daunenjacke von der Edelmarke „Moncler“ war sie 1986 für ein Fotoshooting vor die Kamera getreten, das in der amerikanischen ELLE abgebildet war.
Khadija: eine wunderschöne Frau mit einer ganz speziellen Ausstrahlung.
Dieses Geheimnisvolle, das sie umgibt, mit der Exotik kombiniert, kommt im Haute Couture Kleid von Christian Lacroix (oben) von der Herbst / Winter-Kollektion 1988 / 1989 sehr schön zur Geltung. Sie wirkt wie eine zerbrechliche Blume.
Khadija Adam gibt es als Mannequin von Adel Rootstein, mit der Seriennummer S5, innerhalb der Serie „Solo“. Nachdem ich (wie angekündigt hier im Blog) die Khadija geputzt und eines an ihr repariert hatte, bekam sie von mir einige zu ihr sehr gut passende Kleider, wie diese traditionelle, arabische, goldene Bluse mit Stickereien, oder den sehr ansprechenden Safari-Look, ebenfalls mit einem Schal in Animal Print lässig um die Hüften gewickelt.
Ich habe heute auf Facebook einen US-amerikanischen Mannequinsammler kennengelernt, der einige Bilder seiner Khadija veröffentlichte, die ich euch hier nicht vorenthalten möchte. Er heisst Jun Doligosa (Copyright) und hat mir ausdrücklich zugesichert hier seine fantastischen Bilder zu veröffentlichen:
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten; so hat jede Sammlerin und jeder Sammler von Mannequins seine Lieblingsfiguren und bevorzugten Serien von bestimmten Herstellern. So soll es auch sein. Ich staune manchmal einfach über mich selber, wie sich Präferenzen auch verschieben und verändern können und mir plötzlich gewisse Schaufensterfiguren gefallen, für die ich zuvor kein Interesse zeigte. So ging es mir mit der Nr. 8813 von Hindsgaul aus der Serie „La femme“. Schon die Bezeichnung der Serie „La femme“, was schlicht soviel wie „Die Frau“ bedeutet, ist aus meiner Sicht zwar einprägsamer als andere Namen, aber ziemlich einfallslos. Da war sogar die Firma Hindsgaul selber zehn Jahre früher (1972) mit der Serie „Gazelle“ kreativer. Damit sind natürlich nicht nur diese flinken, schlanken und langbeinigen Tiere in der afrikanischen Serengeti gemeint, sondern auch die „Ghazala“, oder „Ghuzela“, wie sie je nach Dialekt im arabischen Raum genannt werden, d.h. die anmutigen, lieblich anzuschauenden weiblichen, zweibeinigen, wie Gazellen sich bewegenden Wesen dieser Gattung, welche wir Menschen nennen. „Ghazala“ ist im Arabischen ein Kosewort für eine besonders attraktive Frau. „La femme“ ist so nüchtern, so ohne Adjektiv.
Vor über fünf Jahren kaufte ich mir günstig meine erste „La femme“ im Internet und als ich sie bei mir zuhause genauer unter die Lupe nahm, hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Der Blick wirkt auf mich leicht hypnotisch, fern, wie abwesend und die Nasenflügel erinnern mich ein wenig an die Nüstern eines Pferdes. Diese haben ja auch eine Körpersprache, was hiesse: Alarmzustand, bereit zur Flucht!
Während eine Sammlerkollegin mir wenig später von der „La femme“ in den schwärmerischsten Worten über die Schönheit dieser Figuren deren Vorzüge aufzeigte, war ein Kollege der selben Meinung wie ich, meinte sogar zynisch und ziemlich trocken, dass die asiatische Kopie der Billigmarke Loutoff von der Hindsgaul „La femme“ Nr. 8812 sogar schöner sei als das Original… (siehe Link).
Im hier verlinkten Blogbeitrag ist der ROS2-Klon dem Original von Hindsgaul (Nr. 8812) gegenübergestellt.
Vor rd. zwei Jahren sah ich ein Insert im Internet und ich erkannte auf dem Bild sofort, dass es eine „La femme“ sein musste – durch die Merkmale von Augen, Nase, Mund natürlich unverkennbar! Als ich dann bei der Verkäuferin in Basel vor der Figur stand, entdeckte ich plötzlich etwas, was ich vorher nicht gesehen hatte und ich auch kaum in Worte fassen kann (siehe weiter unten).
Die Figur von Hindsgaul „La femme“ mit der Seriennummer 8813 (links im Bild der Katalogseite, siehe oben) nimmt eine faszinierende, ausdrucksstarke Pose ein. Das rechte Bein angehoben, auf einem Quader abgestützt, mit einem Blick, welcher das gewonnene Selbstbewusstsein der Frau der frühen 80er-Jahre repräsentiert. Das war genau das Signal, die Botschaft und das Entscheidende, im Unterschied zu sämtlichen Serien der damaligen Vergangenheit. Die Frau im neuen Jahrzehnt durfte cool, unnahbar, eigenständig und unabhängig sein. Die noch angepasste, stille Prinzessin Diana, Gemahlin von Prinz Charles, heiratete 1981. Sie wurde später für viele Frauen zur Identifikationsfigur, worin auch der Anspruch nach Gleichberechtigung, d.h. Emanzipation und Mündigkeit sich in einer ganzen Kette an neuen Bedürfnissen widerspiegelte. Die „La femme“, die souverän über die Schulter schaut, den Blick abwendet, strahlt erstmals diese Unnahbarkeit aus, welche sich von zuvor produzierten Schaufensterfiguren aller Marken unterscheidet. Die „La femme“ ist sodann stellvertretend für eine Zeitenwende, nach welcher die Frau sich innerhalb unserer Gesellschaft anders und mit viel mehr Gewicht (sprich Mitspracherecht) einbrachte; und wenn man aus diesem Blickwinkel den Artikel „La“ auf der ersten Silbe betont und gross schreibt, heisst es eben nicht „Die Frau“, sondern „DIE (unabhängige) Frau!“ Es ist das Signal für einen Lebensentwurf, mit völlig neuen Perspektiven, in denen das bis zu jenem Zeitpunkt so genannte „schwache Geschlecht“ (die Frau am Herd) plötzlich erstarkt, sich aus der antiquierten, konservativen Vorstellung erhebt. Die „La femme“ ist nicht einfach nur eine Puppe aus Fiberglas, sondern sie verkörpert die Morgenröte eines gesellschaftlichen Umdenkprozesses, der inzwischen weit fortgeschritten, wenn auch noch nicht abgeschlossen ist. Die Hindsgaul „La femme“ ist die allererste Schaufensterfigur, die in einer Haltung verharrt, in der sie ein zusätzliches Accessoire – in diesem Fall einen Kubus am Boden – benötigt, um ihr in ihrer Pose die nötige Aufmerksamkeit zu verleihen (natürlich auch, um den Blick auf die zum Verkauf stehende Mode zu richten).
Nachdem ich mich entschieden hatte, die 8813 definitiv in meine Sammlung zu integrieren, entdeckte ich eines Tages in einem Brockenhaus (Gebrauchtwaren) einen transparenten Plastikkubus mit Innenlicht und ohne zuerst auszumessen wusste ich intuitiv sofort, dass er für sie perfekt sein würde. Passt perfekt!
Wie man relativ gut erkennen kann, differieren die Armstellungen im Katalog weiter oben. D.h. durch die kreisrunde Schulterkupplung sind sämtliche Arme untereinander passgenau austauschbar – sogar über diese Serie hinaus, aber nur in dieser Produktionsepoche (dazu gehört z.B. „International“).
Als Nächstes entdeckte ich in ihrem Profil und in der Körperhaltung etwas sehr nachdenkliches, melancholisches. Ja, sie schien mir unnahbar, irgendwo in Gedanken weit in die Ferne schweifend, wenn nicht gerade entrückt aus dieser Welt. Erst als dieses rötlich-orange Licht, wie im Widerschein eines Feuers, ihre eigentlichen Gesichtszüge zeigte und sich die Falten des bordeauxroten Kleides aus Satin um ihren Körper schmiegten, als wäre sie einem Bild des italienischen Kunstmalers Michelangelo Merisi da Caravaggio entsprungen, verstand ich in einem noch erweiterten Bereich, welch unaussprechliche Schönheit in diesem Mannequins verborgen ist, die man entdecken und mit einem akkuraten Styling herausarbeiten kann. Mit dem Gestaltungsmittel des sog. Chiaroscuro-Effektes, kann man ausdrucksvolle Stimmungen erzeugen, was sehr gut zu dieser Figur passt.
Mit dieser Hindsgaul „La femme“ 8816 bringt der US-amerikanische Sammler Tommy das was ich nicht erschöpfend in Worte fassen kann auf den Punkt. Weil einige „La femme“-Figuren eher exaltiert wirken und die 8816 in überzogener Weise entspannte Ratlosigkeit verkörpert, will man die so in einer Zeitkapsel eingefrorenen Augenblicke mitmachen, durch Adaption von Mimik und Gestik etwas mehr von der Ausstrahlung verstehen. Die ewige Frage „Wer bin ich?“ überträgt sich da in einem fast ironischen Unterton: „Wer ist diese Schöne hier, dieses Mannequin?“ Vom Russen Serge O bekam er Antwort, denn er wusste wirklich nicht, dass er neben einer Hindsgaul „La femme“ 8816 sitzt.
Es erinnert mich ein wenig an den sog. Mannequin-Challenge Hype, der sich vor einigen Jahren über die sozialen Medien rund um den Globus ausbreitete.
Das neue „GALA“-Magazin vermeldet die Pleite und den Verkauf von einem der unter jungen Modebewussten bekanntesten britischen Labels mit dem Titel: „Die Party ist leider vorbei.“
Keine Geringere als das Supermodel Kate Moss, eine Laufsteg-Ikone seit den späten 80er-Jahre, entwarf 14 verschiedene Kollektionen für TOPSHOP, einem Geschäft mit über 500 Filialen weltweit. Nun ist die Firma pleite und angeblich für 300 Millionen Euro verkauft worden. Aber als Sammler von Mannequins und Besitzer einiger wunderschöner Rootstein-Figuren, ist mir die blonde Schöne links im Bild im roten Kleid (Kate Moss) nicht einmal zuerst aufgefallen. Mein Blick richtete sich sofort auf die liegende Schaufensterpuppe, welche unter dem Schriftzug aus lila Neonröhren „TOPSHOP“ in einem Londoner Schaufenster am Oxford Circus 2007 präsentiert wurde. Es ist eine Rootstein RF 05 Yasmin le Bon, mit heller Hautfarbe. Sie ist meiner Meinung nach eine der schönsten Figuren aus dem Hause Rootstein.
Yasmin le Bon von Adel Rootstein aus der „Frieze“-Serie mit der Seriennummer RF 05 bekam nach dem Kauf eine orignale Hartschalenperücke von Rootstein mit dem Aufdruck RF 05; also eine, die extra für dieses Mannequin hergestellt wurde.
Yasmin ist atemberaubend, Man kann sie noch in der etwas dunkleren Version mit mediterranem Teint bewundern:
Gedränge von Pressefotografen und Fans vor dem Schaufenster von TOPSHOP 2007. Ganz rechts am Rand des Bildes erkennt man eine liegende Schaufensterfigur: die Yasmin le Bon RF 05 von Adel Rootstein aus der „Frieze“.Serie.
Vor diesem, oben erwähnten Schaufenster von TOPSHOP kam es beim Auftritt von Kate Moss zum Massenauflauf.
British model Kate Moss wears clothes in her Kate Moss clothing range collection at a window of the Top Shop clothing store in central London April 30, 2007. (REUTERS/Toby Melville (BRITAIN)
Die schöne Kate im roten Kleid, welches ebenfalls aus ihrer eigenen Kollektion stammt, posiert für die Pressefotografen auch neben einem anderen schönen Rootstein-Mannequin, die ich aber nicht eindeutig identifizieren kann (sie stammt womöglich aus der „Pizzazz“-Serie).
Wesentlich einfacher sind die beiden Rootstein-Figuren aus der „Girl Thing“-Serie zu identifizieren: links die AR 08 mit dem gestützten linken Arm auf der Handfläche des rechten Arms und die AR 07 (rechts) mit den beiden Händen auf den Oberschenkeln – beides Ira’s. Sie standen 2012 in einem Schaufenster von TOPSHOP zum Thema „Ferien“.
Eine weitere Installation in einem Schaufenster von TOPSHOP konnte man mit grösster Sicherheit (Datum unbekannt) im Ausverkauf der Frühlings- und Sommermode 2011 (?) bewundern (s. Link: Beitrag vom Jan. 2012)
Es handelt sich hier um ein und die selbe Schaufensterfigur, welche im Dutzend unterschiedlich gekleidet nebeneinander stehen. Sie gehört auch zu einer der schönsten Mannequins von Rootstein, selbst wenn ich ihre Pose nun nicht so speziell „aufregend“ finde. Es handelt sich hier um die Rachel, aus der Serie „Partners“, mit der Seriennummer PA 06.
„Du musst Grenzen setzen, du musst lernen, dein Selbstwertgefühl zu finden” schreibt die berühmte Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez in ihrem Buch „True love“, in welchem sie u.a. zugibt, jeden Tag etwas erwachsener zu werden. Mir sind Menschen grundsätzlich sehr sympathisch, die ihre eigene Wahrheit als ein aus sich heraus entwickeltes, nicht unumstössliches Gebäude betrachten, es nie doktrinär verteidigend und offen gegenüber dem Ziel sind, stets der eigenen Mitte Schritt für Schritt ein wenig näher zu kommen. Innere Stärke bedeutet deshalb den Mut aufzubringen, immer wieder neue Facetten innerhalb des eigenen Charakters unbeirrbar zu erkunden, um sie zu entfalten. Mit einer gesunden Portion Eigenironie bezeichnet JLO, wie Jennifer Lopez auch genannt wird, sich selbst als WIP, was mithin auch etwas persiflierend auf den Begriff VIP (Very important person / sehr wichtige Person) sein dürfte. Denn je näher man jenem erstrebenswerten Gral innerer Zufriedenheit und Vollkommenheit kommt, in welcher man sich immer deutlicher sieht und begegnet, desto mehr verschieben sich die althergebrachten Werte, die sich wandeln, neu formieren und in Bezug auf die eigene Bedeutsamkeit innerhalb einer Gemeinschaft stark verändern können. Diese Entdeckungsreise richtet das Scheinwerferlicht auf die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. WIP bedeutet „work in progress“ und in diesem Zusammenhang „eine fortschreitende Arbeit (an sich selbst)“.
Die vom „People“-Magazin zur schönsten Frau der Welt gekürte Jennifer Lopez verriet in einem Interview, dass sie für ihre Schönheit viel tun müsse und viel Zeit und Arbeit dahinterstecke. Das wirkt auf mich wenig überraschend; aber selbst ein „Focus“-Magazin „muss“ dies schreiben, um alle diejenigen Gemüter zu beruhigen, die allen Ernstes glauben, die ewig jung aussehende JLO verfüge über ein Gen, wonach sie im Alter von 50 Jahren sogar noch weiblicher und attraktiver wirkt, als 20 Jahre zuvor, ohne Workout und im besten Fall noch in der Hängematte liegend.
Laszive Pose. Jennifer Lopez als Femme fatal im Film U-Turn (1997)
Im verstörenden Thriller „U-Turn – Kein Weg zurück“ spielt sie 1997 neben Filmgrössen wie Sean Penn und Nick Nolte eine überzeugende „Femme fatal“ in allen Facetten: erotisch, manipulativ, machtbesessen.
JLO kennt man mit langen Haaren, gestreckt, oder gewellt, blondiert, braun und schwarz, offen tragend, oder auch zu einem Pferdeschwanz gebunden. Die Styles variierten sehr stark – und 1987 trug sie mit keckem Blick untermalt eine Kurzhaarfrisur, was damals sehr trendy war.
Jennifer Lopez wird derzeit ihrem WIP-Motto gerecht, erfindet sich derzeit neu und präsentiert sich – weil Vintage-Mode, Vintage-Make up und -Hairstyle aus den 80er-Jahren gerade absolut angesagt sind (ende 2020 und aktuell 2021) – in einem atemberaubenden Look mit Pixie-Frisur.
Zum 30-jährigen Jubiläum der Zeitschrift „Allure“ erscheint Jennifer Lopez auf dem Cover mit ihrem neuen Pixie-haircut; im Prinzip Vintage, aber irgendwie doch sehr modern, wild und ihr Selbstbewusstsein unterstreichend.
Im Zusammenhang mit Angie Hill, die von Hindsgaul als ganze Serie von Posen in Form einer Schaufensterfigur ende 80er-Jahre auf den Markt gebracht wurde, schrieb ich im Mai 2019 hier einen Blogbeitrag unter dem Titel: „Die Pixie- und Buzzfrisur von Angie Hill, einem Supermodell aus den 80er-Jahren, ist wieder cool und trendy.“
Das erfolgreiche Model Dianne de Witt, welches von der Firma Adel Rootstein als Mannequin aus Fiberglas für die Ewigkeit angefertigt wurde, gab es in drei Posen mit den Seriennummern LS 5, LS 10 und LS11, wobei die LS10-Figur eine sitzende Position einnimmt.
Wie viele andere Schaufensterfiguren von Rootstein, aber auch von anderen Manufakturen, gab es die LS10 in zwei Grundfarben: hell und braungebrannt, bzw. „skandinavisch“ oder „mediterran“. Wenngleich beide Varianten die genau gleiche Form und Pose besitzen, wirken sie doch nebeneinander sehr unterschiedlich.
Ich finde es immer besonders spannend, wenn ich versuche nicht deklarierte Schaufensterfiguren zu identifizieren. Dabei trainiere ich mein umfangreiches Wissen über Mannequins, lerne aber auch immer wieder Neues hinzu. So sehe ich mir wöchentlich dutzende Inserate im Internet an, ohne diese aber zu kaufen, einfach so aus Neugierde und einer Art Bildungshunger, den ich schon in meinen Kindertagen ausgeprägt entwickelte. Waren es vor 50 Jahren die sorgfältig gesammelten Briefmarken, welche ich in den Katalogen suchte und entsprechend den Serien und Ländern in die Bücher einsortierte, sind es heute Schaufensterpuppen, welche ich so gut wie möglich versuche zu identifizieren und damit einem Hersteller, bzw. in eine Serie zuzuordnen. Eine besondere Herausforderung, wie ich meine, ist die Bestimmung von Mannequins, die in Filmen vorkommen. Im Film „Mannequin“ aus dem Jahre 1987 stachen mir in erster Linie die beiden Figuren von Sam Curtis (X12) und Helen Greenwood (V09) – beide von Rootstein – ins Auge, was aber auch nicht unbedingt eine hohe Kunst bedeutet, da ich beide in meiner Sammlung habe.
Rootstein’s Sam Curtis X12 im Film „Mannequin“ aus dem Jahr 1987
Mit diesem angewinkelten Arm und der gesamten Körperhaltung sticht Sam Curtis natürlich schon aus allen anderen Mannequins heraus, wodurch sie zumindest für Profis leicht wiederzuerkennen ist.
Die Hauptdarstellerin – hier noch im Lebendig-Modus – schreitet durch das Schaufenster und gesellt sich zu Sam Curtis X12 (rechts) und Helen Greenwood V09 (links im roten Kleid). Szene aus dem Film „Mannequin“ (1987)
Auch Helen Greenwood (V09) fällt sofort durch ihre eigentümliche Pose auf, mit den beiden vom Körper weggestreckten Armen (s. Link)
Ein Einbrecher im Laden (Film „Mannequin“. Die Identifizierung ist schwierig….
Vermeintlich lebendig: eine Schaufensterpuppe im Film „Mannequin“ von 1987 gibt einem Einbrecher Rätsel auf. Doch nur der Hauptdarsteller kann sie als eine lebendige Frau sehen (zumindest vorerst). Nachts zum Leben erweckt, will sie mit Jonathan im Einkaufscenter, aber auch ausserhalb des Gebäudes viele gemeinsame Abenteuer erleben.
Sie düsen auf dem Motorrad zusammen durch die Gegend. Der Hauptdarsteller in „Mannequin“ und seine zeitweise lebendig werdende Freundin, die tagsüber unbeweglich als Schaufensterfigur im Laden steht. Jonathan und Emma verlieben sich……„Handgepäck“…. Schnell die Freundin unter den Arm geklemmt; Emma als Schaufensterpuppe (tagsüber).
Ich habe mir einige Bilder (Stills) dieser Schaufensterfigur angesehen, die Emma darstellen soll. Leider ist es mir bis jetzt nicht gelungen die Manufaktur zu eruieren.
Eine Schaufensterpuppe wird zeitweise lebendig – Emma…. Jonathan wählt diese Figur in der Herstellerfirma und weiss noch nicht, dass sie eines Tages lebendig wird…..
Die obigen beiden Fotos (Auskopplungen aus dem Video) zeigen das Mannequin, welches im Film lebendig und Emma heissen wird. Selbst wenn man viel von ihr sieht und im Hintergrund die Manufaktur sichtbar ist, gelang es mir bisher nicht, diese Figur einem Hersteller rund einer Serie zuzuordnen. Falls es ein US-amerikanischer Hersteller ist, käme noch D.G. Williams in Frage. Eine Rootstein ist es eher nicht….
Dies ist eindeutig eine Rootstein; doch den Seriennamen kenne ich nicht….
Aus meiner Sicht ergibt sich aus der Analyse beinahe zweifelsfrei, dass bei der Präsentation auf dem Bootsdeck im Film „Mannequin“ (1987) sich keine Figuren von Rootstein, sondern von New John Nissen befinden.
Die Dame ganz rechts hinten an der Reling im blauen Kleid, die über die rechte Schulter schaut und den linken Arm in die Taille gestützt hat und der rechte Arm gerade ist, mit der Hand auf dem Oberschenkel und das rechte Bein leicht nach vorne gestellt, ist die Leslie von New John Nissen aus der Serie „Beauties“mit der Seriennummer PW08 (siehe Katalog).
Manche Figuren sind mit einigen, kleinen Abweichungen baugleich; so ist die Leslie PW06 lediglich mit einem rechts auch mit einem in die Taille gestützten Arm ausgestattet (s. mein Beitrag über die PW06).
Die beiden gelb und weiss gekleideten Mannequins links sind ebenfalls New John Nissen Figuren, möglicherweise Jenny PW 22 (links) aus der Serie „Beauties“ und Leslie PW 13 aus der selben Serie.
Es
Die Figur unter dem dem Disney-Logo im obigen Standbild ganz links, die eine Art Hosenanzug in orange-roter Farbe trägt, ist schwierig zu identifizieren, weil sie eine Haltung aufweist, die mindestens drei Figuren in einer ähnlichen Pose aufweisen und man leider keine wirklichen Details erkennen kann. Unbestreitbar ist es ein New John Nissen-Mannequin aus der „Beauties“-Serie; aber es könnte eine Leslie (PW07), oder eine Jenny (PW10), oder eine Grace (PW12) sein. Würde man das Gesicht sehen, wäre die Einschätzung einfacher….
Selbstbewusst, durchtrainierter Körper, sportlich und doch sehr feminin. Dies sind nur einige der vielen Attribute, die mir zu Anne Vyalitsyna einfallen, zu einem der vor rd. 20 Jahren gefragtesten Supermodels der Welt. Die gebürtige Russin mit dieser enorm sinnlichen Ausstrahlung fühlt sich als Kosmopolitin, wie sie in Interviews immer wieder betonte und stand für die Manufaktur Adel Rootstein Modell. Es entstanden anfangs des neuen Jahrtausends zwei Figuren mit den Nummern AN01 und AN02, in zwei Posen.
Als „miss Lolita“ posierte sie halb nackt unter Palmen für Tommy Hilfiger…..
…oder lasziv mit Animal-Print-Oberteil in silbern glänzend, schimmernder Satinbettwäsche, so als würde sie im durchwühlten Bett die vergangene Stunde mit Mister X vor dem inneren Auge noch einmal Revue passieren lassen. Ihre Körperspannung ist grandios, die professionellen Posen perfekt. Wer sich die Zeit nehmen will einmal ihre umfangreiche Bildergalerie zu durchforsten, ist im unten stehenden Link bestens bedient…
Vor über 40 Jahren – 1978 – lancierte Adel Rootstein eine wunderschöne Serie von Mannequins unter dem Namen „Lazy Lizzy“. Mit dabei waren drei Posen einer britischen Schauspielerin, Mel Martin; eine sitzende mit einem ausgestreckten Bein und einem angewinkelten, einer sitzenden auf einem Stuhl und einer stehenden Figur, die Z6. Seit ich sie das erste Mal im Internet auf einem Foto gesehen habe und dann live vor einer Z6 gestanden bin, wollte ich eine. Seit knapp einer Woche steht eine komplett restaurierte Z6 in meiner Wohnung. Fotos weiter unten.
Rehearsal for the new London Weekend television drama series „Love for Lydia“.
Mel Martin who plays the role of Lydia.
16th December 1976.
Die junge Schauspielerin Mel Martin im Dezember 1976 (Bild link).In der TV-Drama Serie „Love for Lydia“spielte sie die Lydia
Mel Martin von Adel Rootstein Z6
Diese Figur war nun jahrelang auf meiner Wunschliste…..
Dear visitor of this blog, lieber Besucher von diesem Blog:
Thank you very much, merci beaucoup, grazie mille, vielen Dank für das rege Interesse an den Inhalten und Artikeln, sowie Bildern und Information in diesem in dieser Form weltweit einzigartigen Blog über Schaufensterfiguren „Faszination Mannequins“.
Wie die Blogstatistik verrät, besuchen diese Seite natürlich schon überwiegend deutschsprachige Interessierte, aber auch Menschen aus der ganzen Welt, aus den USA, Russland, Südkorea, Australien und halb Europa. Die Beliebtheit kann ich aus allen diesen positiven Zuschriften ableiten, die ich von Sammlern, aber auch Laien erhalte, die mich vor allem über Google-Suche finden, da ich in sozialen Medien, wie Twitter, Facebook & Co. nicht vertreten bin (also keinen Account besitze).
„Wenn man sich über Schaufensterpuppen informieren will, kommt man an Ihrem Blog nicht vorbei! Super gemacht…. dort haben wir auch schon oft gestöbert.“ (Juni 2020, Tanja’s Mannequins). Nun, eines der Motive, welches für mich im Vordergrund steht dieses Blog zu publizieren ist, in einem Informationspool möglichst viele Daten zu sammeln, die ich in stundenlangen Recherchen im Internet (es gibt keine Fachliteratur!), oder in persönlichen Gesprächen mit Sammlern zusammengetragen habe. Irgendwann, in zehn, zwanzig Jahren ist das Wissen sonst verloren und die „goldene Ära“ der Mannequins nur noch als matt und fahl wirkende Erzählungen im Geschichtsbewusstsein der Menschen präsent, wenn überhaupt. Mit diesem Blog möchte ich die Geschichte lebendig behalten, den Laien diese Gebrauchskunst näher bringen, von der eine ganz spezielle Form der Ästhetik ausgeht, die Zeitzeugen von Modetrends, ja sogar von sozialen Strukturwandeln sind. Mannequins aus Kunstharz sind in ihrer Form und in ihrem Ausdruck als industrielles Erzeugnis dem Menschen, d.h. ihrem Schöpfer am ähnlichsten.