Schmuck und Perücke, sowie das sexy Kunstleder-Korsett ist im Preis inbegriffen (Preis auf Anfrage). Die Metallstandplatte kostet CHF 20.- extra.
Die Figur ist gebraucht und hat einige Gebrauchsspuren. Die Beine sind einen Farbton heller als der Torso, was aber kaum auffällt, wenn diese schöne Hindsgaulfigur aus der Serie „Sandra“ angezogen ist….
Der Torso besitzt die Seriennummer 5413, der linke Arm ebenfalls, und die Beine sind mit der Nummer 5414 gestempelt.
Im Inserat stand nur „Schaufensterpuppe“, ohne Label, oder Angabe der Seriennummer. Aber anhand ihres Gesichtes (sie war in ein Abendkleid gehüllt und schlecht fotografiert) erkannte ich sie sofort: es war das selbe Gesicht, mit der selben Haltung wie diejenige, die ich wenige Wochen vorher gekauft hatte. Wie bereits in einem Beitrag geschrieben, wusste ich nicht hundertprozentig, ob meine Vermutung richtig ist, nach welcher es sich um eine Hindsgaul „On the seaways“ handeln müsste.
Die baugleiche, neue Hindsgaul mit der Nummer 8012 ist definitiv aus der Serie „On the seaways“ und somit ist die Erste (siehe Link) auch eine 8012. Das neue Mannequin, das mir nun bei der Identifikation geholfen hatte, besitzt aber einen linken Arm ohne eine Nummer und der rechte Arm ist mit der Nummer 7109 versehen, wurde als vertauscht und gehörte ursprünglich einem Mannequin aus der Serie „Twenty2“.
Seit gestern ist sie geputzt und neu gestylt. Ein wenig Sommerfeeling und Vintage mit dem Schlapphut und schon schaut sie sehr zufrieden wieder in die Welt….
Die beiden Schwestern kommen prima miteinander aus…..
Inzwischen habe ich mich mit dem Thema New John Nissen-Vintage-Serien intensiver auseinandergesetzt und mit den besonderen Merkmalen der einzelnen Figuren vertraut gemacht, sodass es mir letzte Woche beim Stöbern im Internet auf einem Verkaufsportal sofort gelang eine Schaufensterpuppe zu identifizieren, welche unter der gleichlautenden Bezeichnung ausgeschrieben war.
Den Hersteller herauszufinden ist hier keine wirklich Herausforderung. Aber einen Moment lang grübelte ich schon über die Serie nach, war mir aber bald sicher, dass es sich um ein Mannequin aus der Serie „Chic“ handeln müsse und aus diesem Grund eine BG-(x)-Serienbezeichnung auf der Innenseite der Schulterkupplung auffindbar wäre. Die Spannung stieg; ich wollte erst nachher im Katalog nachsehen und recherchieren und so meine erworbene Kenntnis testen. Von der BG1 und der BG17 her, die bereits in meiner Sammlung sind, kenne ich die Eigentümlichkeiten der Figuren aus dieser Serie und habe mir die Unterschiede z.B. zur „Liberty“-Serie gemerkt.
Der erste Check bei der Abholung bestand natürlich darin, den Arm auszukuppeln – und da war sie die Nummer: BG7! Toll. Auf der Innenseite der Hüftkupplung stand BG15. So war da in grauer Vorzeit wieder einmal vermutlich ein Schaufensterdekorateur für den Umstand verantwortlich, dass die Teile nicht gemäss der Originalnummern und wie im Katalog zusammenpassen. Wie hier im Blog bereits mehrfach erwähnt, sind die Teile untereinander in gewissen Serien austauschbar und kompatibel. So kam es oft vor, dass die markierten Seriennummer unbeachtet blieben.
Im Vergleich mit dem Foto im Katalog (Sarah BG7, Mitte) erkennt man sofort, dass der linke Arm korrekt, der rechte Arm aber falsch ist.
Dieser rechte Arm ist angewinkelt, statt gestreckt und trägt die Bezeichnung BG1, ist also die selbe Stellung wie bei der BG2, BG3, BG6, BG8, BG11 und BG15. Dabei wurde aber die Hand der BG7 verwendet, statt jene, welche die Finger so nach innen in die Handfläche hinein gebeugt sind, dass sie mit dem Handrücken in die Hüfte hinein gestützt wird. Die BG15-Beine sind mit denen von der BG7-Figur identisch, passen also zum Torso. Dieses „Puzzlespiel“ kann manchmal ziemlich knifflig sein.
Die Verkäufer waren sehr nett und erzählten, ihre Schaufensterpuppe habe sich nun rd. 30 Jahre lang in ihrem Besitz befunden und eine männliche Militäruniform getragen (weshalb sie vermutlich kaum Schäden aufweist…). Für Sarah wurde es also höchste Zeit wieder etwas weiblicher auszusehen und so bekam sie eine halblange Echthaarperücke von mir und ein leicht schimmerndes Bustier, das ihre Weiblichkeit betont. Geschmückt wurde sie mit einer Halskette mit Muschelperlmutt.
Bald bekommt sie noch ein Wellness-Weekend, in dem sie geputzt wird und eine rechte Hand, die passt.
Die meisten Mannequins-Sammler weltweit kommen ins Schwärmen, wenn man ihren Namen nennt: „Angie“ von Hindsgaul, mit den Seriennummer 5501 bis 5525; gesamthaft 20 verschiedene Posen. Dieser Name wird „Einschii“ ausgesprochen, wo beim „E“ so der Kiefer ein wenig nach vorne geschoben wird, um anstelle des geschriebenen englischen Vokals „A“ phonetisch ein „Ei“ zu sprechen, um dann mit dem Konsonanten „n“ dann die erste Silbe abzuschliessen und die zweite Silbe phonetisch „schii“ anzuhängen. Der Name klingt am Ende gleich, wie in jener berühmten Rockballade von der Musikgruppe Rolling Stones, in welcher sie die wunderbare Schönheit einer „Angie“ besingen. Am Ende der zweiten Strophe heisst es: „Let me whisper in our ear, Angie, Angie“ (Lass mich in Dein Ohr flüstern: Angie, Angie).
Genau so andächtig und voller Zärtlichkeit in der Stimme wird dieser Mannequinname ausgesprochen, flüsternd, andächtig, ehrerbietend: „Einschii“. Die drei Zeilen der letzten und vierten Strophe, dieses weltberühmten Liedes und Evergreens, haben eine solche Ausdruckskraft, dass sie sich in das Bewusstsein einer ganzen Generation eingegraben haben und sich als Spiegel der Flowerpower-Epoche zu ewigem Ruhm verhalf: „Angie, I still love you baby. Everywhere I look I see your eyes. There ain’t a woman that comes close to you.“ („Angie, ich liebe Dich immer noch. Überall, wo mein Blick umherwandert, sehe ich Deine Augen. Es gibt keine Frau, die an Dich heran kommt.“) Es stellt musikhistorisch eine der schönsten und gefühlvollsten Liebeshymnen dar, die je geschrieben wurden.
Vermutlich ohne eine Verbindung zum Lied der Rolling Stones zu beabsichtigen, stimmt Markus auf seiner Hindsgaul Fanseite mit seiner Begeisterung in den Reigen ein. Angie ist „eine Figur, die ihres gleichen sucht“ ist da zu lesen; eine regelrechte Hymne an die schönste aller Hindsgaul Schaufensterpuppen.
Das Mannequin, welches 1988 auf den Markt kam und einschlug, wie eine Bombe, nennt er einen Mythos, eine Puppenlegende. „Angie“ sei eine Figur wie aus dem Bilderbuch, wie in einem Traum. Eine solche Hommage hat sie redlich verdient, denn sie „ist eine selbstbewusste Lady, die weiss, wie sie alles bekommt“. Naja, es ist tatsächlich sehr schwer „Nein“ zu sagen, wenn sie etwas will; da gebe ich Markus recht.
Die sitzende 5515 meinte eines Tages, sie wolle der englischen Bedeutung ihre Namens Rechnung tragen und sie brauche deshalb ein Engelskostüm mit Flügeln (Angie kommt von Angela, mit der Bedeutung „Engel“). Ihr Wunsch wurde erfüllt und so wurde aus der sitzenden „Angie“ ein wunderbarer Engel (siehe Fotos)
Wenn ich an Dianne de Witt denke, dann fallen mir zuerst die beiden Worte ein: „Pure glamour!“ Sie ist ein Star auf dem Laufsteg! Sie ist nicht nur schön, sondern verströmt eine besondere Aura, einen Glanz, der sie zu einer unvergleichlichen, eleganten Frau macht. Aus meiner Sicht spielt sie auf dem Laufsteg in einer eigenen Liga. Sie besitzt eine sagenhafte Ausstrahlung; und die Sammlerinnen und Sammler von Mannequins lieben diese lebensechten Figuren von Adel Rootstein. Es gibt sie in vier Posen, wobei sie einmal sitzt (LS10) und drei Mal steht (LS5, LS8a und LS11). Bei der Schaufensterfigur mit der Nummer LS8a nimmt sie die selbe Pose ein wie Alessandra Signorelli (LS8) und schaut seitlich, stolz über die linke Schulter.
Die Google-Suchmaschine verrät uns, dass nicht alle Autoren, die über Dianne schreiben und Fotos ins Internet stellen, ihren Namen richtig schreiben. So kommen die Varianten „Diane deWitt“ und „Dianne DeWitt“, sowie weitere vor. Richtig ist hingegen „Dianne de Witt“.
Ursprünglich hiess die Serie „Lipstick & Compact“, in welcher die Figuren von Dianne integriert waren. Diese wurde aber verkleinert und als Serienname aus dem Programm entfernt, wobei einzelne Mannequins in der neuen Serie „Classics“ eingebunden wurden, darunter sämtliche Dianne de Witt-Figuren mit den ursprünglichen Seriennummern. In dieser Serie sind auch Mannequins wie Jan Strimple (V1), Victoria (X10) und Kim Harris (X3), aus der ehemaligen Serie „Body Gossip“, sowie die liegende Sascha (H9) integriert.
Gisela Mindt z.B. ist nicht mehr dabei. Wer noch die alten Kataloge besitzt, oder weiss, wie man im Internet zu Informationen kommt, kann noch die Personennamen mit den Seriennummern in Verbindung bringen. In der neuen „Classics“-Serie fehlen die Namen.
Als ich vor einigen Jahren die ersten Fotos einer Schaufensterfigur mit tiefblauen Augen aus Glas auf dem Account von Ivan sah, war ich sprachlos. „Enchanting“ stand unter dem Bild; zauberhaft, tatsächlich (siehe Bild unten)!
Bei einem anderen Bild verrät der Sammler Ivan, der dieses Mannequin bei Dash-n-dazzle in den USA komplett restaurieren liess (sog. „Make over“), dass es sich um die Dianne de Witt handelt und ich nahm mir fest vor auch irgendwann eine Dianne zu Hause zu haben. Inzwischen habe ich die LS5 drei Mal, die LS8a doppelt und die LS10 ein Mal.
Beim Recherchieren, fand ich faszinierende Bilder von ihr im Internet, u.a. dieses (Bild unten) von ihr auf dem Cover der italienischen Modezeitschrift Harper’s Bazaar. Es ist unglaublich; dieser Blick zieht einem fast in Bann:
Gemäss Link handelt es sich hier auch um Dianne de Witt, die für Frances Denney ein halbes Jahr früher (Herbst 1977), ein für damalige Zeiten typisches Smokey Eyes Makeup trug.
Dianne de Witt 1984 in der italienischen Modezeitschrift „Vogue“ auf einem Foto, das zu einem Artikel unter dem Titel „Oro-Mania“ (Goldrausch) aufgenommen wurde.
Die englische Firma „Mannequin Makeover“ hat diese Dianne de Witt (oben) komplett restauriert und ebenfalls Glasaugen eingearbeitet. Im Vergleich sieht man deutlich, dass die graublaue Farbe möglichst naturgetreu derer der echten Dianne de Witt angepasst wurde. Gewählt wurde ein „smokey eyes“-Makeup
Auch mit einer schwarzen Perücke sieht sie toll aus! Bei einer Restaurierung wird aber nicht nur das Makeup erneuert, sondern es werden auch die Fuss- und Fingernägel gestrichen und die Brustwarzen bemalt, damit die ganze Figur möglichst echt aussieht.
Zu den 4 „B’s“ in der Serie „Liberty“ von New JohnNissen / Schläppi habe ich in einem anderen Blogbeitrag bereits einiges geschrieben, vor allem zu „Belle“.
Hier noch einmal kurz zusammenfassend, die wesentlichsten Punkte, welche diese Serie betreffen:
a.) Die Schweizer Firma Schläppi AG in Wollerau hatte in Lizenz Mannequins der Firma New John Nissen aus Belgien hergestellt und vertrieben, weshalb bei einigen Figuren nur das Label „Schläppi“, bei anderen nur das Label „New John Nissen“ und ganz selten bei einigen Mannequins beide Label gleichzeitig hinten am Rücken, oberhalb der Kante zur Verbindung auf Hüfthöhe angebracht wurden.
Label von Schläppi AG in Wollerau
b.) Die einzelnen Serien, wie z.B. die „Liberty“, bestanden aus bis zu 18 Figuren, deren einzelne Teile untereinander kompatibel waren. Hüft- und Schulterverbindungen, wie auch Kupplungen an den Handgelenken waren so konstruiert, dass die Teile individuell kombiniert und z.B. bei Beschädigungen ausgetauscht werden konnten. Die Dekorateure in der damaligen Zeit, hatten in grösseren Geschäften oft die Aufgabe ganze Auslagen mit dutzenden von Mannequins beim Saisonwechsel neu zu gestalten. Beim Stylen der Schaufensterfiguren achtete man nicht immer auf die originale Zusammensetzung der einzelnen Teile, wie es im Katalog ersichtlich war, weshalb dem Sammler diese aus den 70er-Jahren stammende Figuren öfters völlig zusammengestückelt angeboten werden und sie sehr selten in der originalen Kombination zu erwerben sind. Je kleiner also die Boutique war, desto grösser ist die Chance auf eine Zusammenstellung der Teile (Torso, Beine, Arme, Hände), wie sie im Katalog abgebildet sind.
c.) Aufgrund der in Absatz b. oben beschriebenen Umstände, haben Dekorateure damals auch Teile nach ihren eigenen Bedürfnissen umbenannt und originale Markierungen durchgestrichen, was sehr verwirrend sein kann, wenn man versucht ein Mannequin genau zu bestimmen.
Bei meiner Figur (Bild unten) ist der Torso von einer New John Nissen „Liberty“ A15 und die Beine sind von einer „Liberty“ A01.
Die Seriennummer A15 ist auf der Innenseite der Schulterkupplung beim Torso abzulesen.
Leider gibt es online nur den einen Katalog von dieser Serie, bei welchem aber die A15 ganz am Rande steht, im Falz des Aufklappbildes, wonach man nicht wirklich alles sehen kann (auf der rechten Seite ganz rechts unten und auf der linken Seite ganz links unten).
Die A15 entspricht im Grunde der Pose von der Figur A10, einfach mit einer anderen Armstellung, bei der die gespreizten Hände in die Hüften gestützt sind. Die gekreuzten Beine sind aber dieselben. Der Kopf ist von „Britt“.
Das „Puzzlespiel“ beginnt aber eigentlich erst jetzt richtig, denn der linke Arm hat eine eingravierte Nummer („A7“), die mit der Armstellung im Katalog nicht übereinstimmt. Die schwarze mit Filzstift markierte Nummer „A6“ ist korrekt, aber fälschlicherweise durchgestrichen (siehe unten), genau wie die Seriennummer A15 am Torso (nur links).
Die Armstellung der „Liberty“ A06 ist die selbe, wie diejenige der A15. Nur meine A15 hat links einen Arm mit gespreizter Hand von der A06, was im weitesten Sinne als „original“ zu betrachten wäre und rechts einen komplett anderen Arm, mit einer anderen Hand, die in dieser Serie überhaupt nicht vorkommt.
Die eingravierte Nummer „D94“ hilft uns nicht sehr viel weiter. Doch die mit schwarzem Filzstift geschriebene Serienbezeichnung „PW1“, was zur Serie „Beauties“ führt.
Der rechte Arm stammt also von der „Jenny“ mit der Seriennummer „PW1“, aus der Serie „Beauties“ von New John Nissen / Schläppi (oben links) und anhand von diesem Beispiel ist eindeutig zu erkennen, dass serienübergreifend Teile kompatibel konstruiert worden waren, was bei der Identifizierung eines Mannequins viel Fachwissen voraussetzt und manchmal ganz schön knifflig ist. „Leslie“ mit der Nummer „PW4“ (oben rechts) hat die selbe rechte Armstellung mit der Hand, an der die Finger eingebogen sind, wie die „PW1“, die durch die Taille verdeckt, bei dieser Figur etwas schlechter zu sehen ist.
Victoria ist eine der sechs Frauen, die bei Adel Rootstein für die Serie „Body Gossip“ Modell gestanden sind. Die Serie umfasst insgesamt 12 Figuren. Unter folgendem Link können die Informationen zur gesamten Gruppe angesehen werden, sowie die Katalogseiten, mit den Bildern aus der Epoche Ende 70er-, anfangs 80er-Jahre.
Auf der letzten Katalogseite werden zur dieser Kollektion einige Erklärungen abgegeben. Hier ein Auszug: es sei „eine Kollektion, dessen Körpersprache durch…. schlanke, sinnliche Formen, selbstsicher, selbstbewusst, bestimmt und körperbetont ist.“
Eine Rassefrau, die Victoria – so sieht sie die Sammlerin Jeanette – : selbstbewusst, sexy, fast etwas herrisch, dominant, durch ihren Blick und mit ihrer gesamten Austrahlung:
Ziemlich selbstbewusst steht die Victoria mit ihrem sexy Outfit da. Die Kameraperspektive von unten verstärkt diesen Eindruck noch sehr (Rootstein, „Body Gossip“-Serie X10)
Bestimmtes Auftreten! Cool, mit den dunklen Lippen (vermutl. die zweite Figur von Jeanette mit anderem Make-Up) sieht sie noch ein wenig distanzierter, herrischer aus, die Victoria X 10 von Rootstein.
Bei einem weiteren Sammler wurde Victoria dann schon mit Lack und Leder, sowie mit Fesseln und Ketten gestylt, was ihre unterkühlte Ausstrahlung noch unterstreicht:
Meine Victoria X10 (Bild unten) habe ich mit nur sehr spärlichem Licht gemacht. Damit wollte ich den eher harten Linien im Gesicht und im gesamten Oberkörperbereich etwas mehr Weichheit verleihen. Nun wirkt sie eher gedankenversunken, sinnlich, erotisch, behält aber dennoch das Dominante in ihrem Ausdruck und besitzt das Charisma einer stolzen, griechischen Göttin, einer Skulptur ähnlich….
Mit meiner Lichtführung versuche ich etwas Weichheit in die eher harten Gesichtszüge und Konturen von Victoria (X 10) zu bekommen. Sie wirkt so eher wie eine Skulptur.
Bei Gelegenheit gibt es hier noch mehr Fotos von Victoria von mir….
Viel gelobt, mit „Ohh“ und „Ahh“ bewundert: die „Gabriella“ von Almax, die eigentlich nicht so heisst. Man hört aus Sammlerkreisen, jemand habe ihrer Schaufensterfigur mit dem speziell sinnlichen Gesichtsausdruck und dem wollüstigen Mund den in den Ohren wohlklingenden und in Italien nicht seltenen Namen „Gabriella“ gegeben; vor Jahren, bar jeglichen Wissens in Bezug auf die tatsächliche Serienbezeichnung und -nummer vom italienischen Hersteller Almax. So hat sich dieser Begriff mit der Zeit selbständig gemacht und heute haben alle, die sich mit Almax-Mannequins befassen, dieses Gesicht vor Augen, welches auch schon überzeugte Rootstein- und Hindsgaulsammlerinnen und -Sammler zum Staunen brachte und sie raunend einräumten, es gebe tatsächlich von Almax (Zitat) „vereinzelt ein paar ganz schöne“ Figuren.
Ich finde die „Gabriella“ wirklich toll und als ich sie vor rd. 10 Jahren im Schaufenster einer Boutique sah, kaufte ich sie der Besitzerin gleich ab. Der „Gabriella“-Mythos wird weiterhin bestehen, auch wenn ich hier nun ein paar nüchterne Fakten präsentiere. In meinem Blog geht es u.a. um die Identifizierung von alten Schaufensterfiguren, wodurch die originalen, ursprünglichen Bezeichnungen uns wieder durch diese Dokumentationen zugänglich werden. Mit der Nummer „3001“ ist „Gabriella“ eine der Figuren aus der Serie „The romantics“, mit der Kopf-Nr. 302.
Titelseite des Katalogs von der Serie „The romantics“ von e.t. cranston / Almax
In der oberen Abbildung ganz rechts steht die Figur mit der Seriennummer 3001, hat hier im Katalog aber die Kopfnummer 301, mit den beinahe geschlossenen Augen. Sie hat in meinen Augen eine äusserst attraktive, stolze Körperhaltung, ideal zum Tragen von Abendkleidern. Meine „3001“ hat einen 302-Kopf („Gabriella“) und sieht umwerfend aus!
Die Seriennummer ist original in schwarzen Zahlen vierstellig gestempelt (3001) und mit dem Label „Ai“ (Almax international) zusätzlich auf der Innenseite des Oberarms bei der Schultergelenkkupplung neben dem Bolzen gestanztDas Gegenstück: die kleine Metallplatte mit Nut für das Einführen und Arretieren des Schultergelenkbolzens am Arm
Im Bild oben sieht man ein abgeklebtes Teilstück am Ende des rechten Arms von jener Figur mit der Nummer 3001. Die dazugehörige Hand liegt am Boden auf der Metallplatte und ist bereit zur Reparatur. Diese ist nicht ganz einfach durchzuführen, denn beim Handgelenk ist das Gegenstück zum Gewindebolzen innenseitig des Armstumpfs in ein „Futteral“ aus PVC aus den 80er-Jahren eingebettet, dem vermutlich nicht nach heutigem Standard ein dauerhafter Härter beigemischt wurde. Fazit: je nach Luftfeuchtigkeit trocknet diese Ummantelung aus, wird spröde und bröckelt allmählich aus dem Arm und das gesamte Metallgegenstück zum Gewindebolzen bricht aus. Dies ist nicht die einzige Schwachstelle dieser Serien, die während einer bestimmten Periode produziert wurden. Der Metallsteckbolzen für die Bajonettverbindung zwischen dem Torso und den Beinen ist extrem rostanfällig. Ich habe viele Figuren gesehen, die durch die Feuchtigkeit in der Luft an den Metallteilen komplett verrostet waren und Justierungseinstellungen an der dafür vorgesehenen Schraube nicht mehr durchführbar sind.
Ich habe ende letzten Jahres schon einmal einen bebilderten Artikel über die „Gabriella“ von Almax geschrieben und möchte hier noch einige Bilder anhängen, die man im Internet findet:
Mit dem „Gabriella“-Kopf 302 gibt es auch ausserhalb der „The romantics“-Serie einige Figuren, wie die folgende Aufnahme aus einem eBay-Inserat letztes Jahr zeigt. Sie wurde verkauft. Sie ist extrem selten. Ich habe es nicht verfolgt, aber ich denke sie hatte für rd. EUR 320.- einen neuen Besitzer gefunden (Der Link ist im Internet leider nicht mehr verfügbar).
Kürzlich wurde eine weitere Almax „Gabriella“ für EUR 260.- verkauft (Inseratbild unten):
Vermutlich wurde von der italienischen Firma e.t. Cranston / Almax die hier gezeigte Serie „The romantics“ Mitte der 80er-Jahre auf den Markt gebracht.
Vermutlich wurde von der italienischen Firma e.t. Cranston / Almax die hier gezeigte Serie „The romantics“ Mitte der 80er-Jahre auf den Markt gebracht. Ich habe vor Jahren einmal das Mannequin mit der Seriennummer 3018 gekauft, vor allem weil ich von ihrer Haltung fasziniert war.
Die Nummer 3018steht rechts von der Gruppe, mit der linken Hand am Décolletée und mit dem Kopf Nr. 306 ausgestattet. Wie bei anderen Manufakturen, standen den Serien zum Teil verschiedene Köpfe zur Verfügung (Nr. 306 unten rechts):
Da alle Hände (Schraubgewinde) untereinander austauschbar sind und die Arme an der Schultergelenkkupplung ebenfalls, sind die passgenauen, beweglichen Teile kompatibel, was manchmal beim Zusammenbau (z.B. von einem Dekorateur) dazu führte, dass Arme und Hände verwechselt wurden. So hat meine Figur zwar den richtigen, linken Arm mit der Nr. 3018, aber der rechte Arm trägt die Nr. 3005. Die beiden Hände sind sicher von der Figur mit der Nr. 3008 (siehe Bild oben Mitte), also auch nicht original dem Mannequin Nr. 3018 zugehörig, aber aus der selben Serie. Durch die fehlerhafte Hand, habe ich die Stellung mit der Handfläche nach aussen gewählt, was auch nicht schlecht aussieht.
Sehr typisch für diese Almax-Serien aus dieser Epoche sind die weiblichen Rundungen, wobei sehr realitätsnah auch die Brust- und Bauchpartien wohlproportioniert betont sind. Die abdominale Region um den Bauchnabel herum ist vom Relief her erstaunlich naturalistisch modelliert. Im Unterschied zum eher maskulinen „Sixpack“, verbirgt sich der weibliche Musculus rectus abdominis unter einer leicht gewölbten Fettschicht am Oberbauch zwischen Taille und Becken, der mittig von der Linea alba in zwei Hälften geteilt wird. Ich finde diese Körperregion bei den Almax-Mannequins aus dieser Serie anatomisch sehr korrekt wiedergegeben, während die Schulterpartie doch sehr kräftig wirkt. Aber im Unterschied zur etwas älteren „Phase II“-Serie, hat Almax sich bezüglich naturgetreu dem Menschen nachgebildeten Schaufensterfiguren schon sehr verbessert. Schönheit ist bekanntlich auch eine Frage des ästhetischen Empfindens, weshalb ich von den Köpfen die Nr. 302, der Nr. 306 (nächstes Bild) eindeutig vorziehe.
Auch aus dieser Perspektive ist die feminine Linienführung sehr schön herausmodelliert worden, wobei eine auch kräftige Rückenmuskulatur zu sehen ist. Das Loch im Hintern ist nicht ein Schaden, sondern für die Einführung eines vom Boden aufragenden Dorns von der Standplatte aus gedacht, vergleichbar mit den Fuss- und Wadendorn. Auf der Pobacke ist ein goldenes Label der Firma Ernst Glanzmann AG in Aarau angebracht, der vor Jahren Generalimporteur von Almax-Schaufensterfiguren war.
Erkennungszeichen für diese Periode in der Herstellung von Schaufensterfiguren von Almax Italien ist das Loch im Scheitel, in welches eine Halterung, oder Schraube man hat eindrehen und befestigen können. Ein praktisch unsichtbarer, starker Silchfaden wurde zwischen der Metallöse der Schraube und der Decke gespannt, um zu verhindern, dass die doch sehr schweren Figuren umstürzen und dabei Schaden nehmen könnten. Auf dem Kopf ist auch die Kopfnummer eingraviert (hier die Nr. 306), was das Rätselraten im Katalog verhindert.
Die Nummer 306 bezeichnet die Kopfnummer
Hier ein Bild von der Schultergelenkkupplung auf der Seite des Torsos, mit eingelassener runder Metallplatte mit länglicher Führungsnut für die Arretierung des Bolzens, welcher seitens des Oberarms in die kreisrunde Aussparung steckt und hinunter zieht. Die hier sichtbare schwarze Seriennummer ist zwar korrekt, wurde aber vermutlich nicht von der Firma, sondern vom Geschäft vermerkt, welches die Figur ins Schaufenster stellte. Herstellerseitig sind die Nummern auf der Innenseite des Oberarms bei der Kupplung, neben dem Bolzen vermerkt, was ein typisches Erkennungszeichen einer älteren Almax Schaufensterpuppe ist. Das eingestanzte Label „Ai“ (Almax international) kam erst in späteren Produktionen zum Einsatz.
Die Seriennummer 3018 ist hier am linken Arm gestempelt und gestanzt wordenAm rechten Arm ist die Nummer 3005 eingestanzt, der zu einer anderen Figur gehört.
Im Zusammenhang mit den umfangreichen Recherchen zu meinem bereits seit Jahren in meiner Sammlung befindlichen, sitzenden Mannequin von New John Nissen / Schläppi, liess sich sowohl dessen Zugehörigkeit zur Serie „Junior16“ ermitteln, als auch erkennen, dass die beiden Manufakturen mehrere Teenager-Serien produzierten, u.a. „Junior12“(bzw. „Enfence12“). Leider ist im Internet lediglich das Titelblatt des Katalogs von ca. 1974 auffindbar.
Ursprünglich interessierte ich mich für eine defekte „Ira“ von Rootstein. Weil ich den Inseratentext unter der von Russ geschwärzten Schaufensterfigur auf dem Foto witzig fand, der lautete: „Ich freue mich auf ein neues Zuhause und eine Dusche, dann werde ich Dir bestimmt gefallen.“ rief ich an und bat um noch mehr Detailfotos, um das Ausmass der Schäden einschätzen zu können. Sie hätten noch eine Schaufensterpuppe auf dem Dachboden gefunden, hiess es einige Stunden später überraschend, ebenfalls ziemlich schwarz von Abgasen.
Aufgrund der Gesichtsform und der Augen wusste ich sofort, dass es sich um eine Figur von New John Nissen / Schläppi handeln musste aus einer der Junior-Serien. Nach dem Kauf erhielt ich die Klarheit, dass es die „DG12“ rechts auf der Katalogtitelseite ist (siehe oben). Nach der Dusche erhielt sie neue Wimpern, eine hübsche Perücke und etwas zum anziehen und erstrahlt wieder nach diesem „Wellness-Wochenende“ in neuem Glanz.