Adel Rootstein’s „Nina“ von der Serie „Frieze“ mit der Nummer RF7.

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Neben Ardelle ist die Nina (RF7) aus meiner Sicht eine der schönsten Afrikanerinnen aus dem Hause Rootstein.

Als ich vor über 30 Jahren mit dem Studium der altägyptischen Kultur beschäftigt war, bin ich von den Pyramiden in Gizeh, der Goldmaske Thut Ench Amuns und den riesigen Säulen des Luxortempels hingerissen gewesen – Historisches, das fast jeder kennt, der sich für Kunst interessiert, oder eine gute Schulbildung genossen hat. Weit weniger bekannt sind Überlieferungen des Alltags und wiederkehrende Rituale, wie z.B. Feste, an denen ausgelassen gefeiert und getanzt wurde. Wie bei allen Kulturen spielte Musik dabei eine wichtige Rolle und so wurden u.a. hübsche, junge Frauen damit beauftragt mit der Harfe, oder Flöte zu spielen.

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Wie ein Gemälde im Grab des Nacht (TT 52) zeigt, waren sie entweder nackt, oder mit einem weissen, durchsichtigen Kleid angezogen, reich geschmückt mit Haarbändern, breiten Colliers und Armreifen. Was muss das für eine Augenweide gewesen sein!

Die mandeläugigen, dunkelhäutigen und schlanken Musikerinnen stammten vermutlich aus dem Süden des damaligen Reiches unter der Herrschaft der Ramessiden, aus dem heutigen Nubien.

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Ich liess mich von diesen Wandbildern im Grab des Nacht inspirieren und designte Nina entsprechend….

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Das Vintage-Mannequin „Julia“ vom britischen Hersteller Adel Rootstein mit der Nummer H8, aus der Serie „Classy lady long legs“

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Rootstein-Katalog von der Serie „Classy lady long legs“

Imgrum: Rootstein-Katalog „Classy lady long legs“ (auf der Seite etwas scrollen)

Sucht man im Internet Informationen zu dieser Serie, dann begegnet man oft der Figur mit dem Namen „Gisela Mindt“ (H4), oder den beiden unter Sammlern sehr beliebten „Sascha’s“, wobei die Eine sitzt und die andere mit ausgestreckten Beinen liegt. Natürlich eignen sich beide beispielsweise sehr gut für eine Strandszene. Drei der insgesamt zwölf Figuren halten beide Arme hoch und stützen sich auf einen stielartigen Gegenstand, oder aber auf der Schulter einer anderen Schaufensterfigur mit beiden Händen ab. Ich hatte den Eindruck, dass zum Beispiel die „Julia“ (H8) ebenso einfach im weltweiten Netz von Informationen relativ einfach zu finden wäre. Das war nicht der Fall, denn sie scheint eher eine Rarität zu sein. Leider habe ich keinen Zugang zu einem Originalkatalog.

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Ihr Gesicht finde ich wunderschön und ihre Haltung fantastisch. Sie eignet sich perfekt für eine Gruppe.

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USA Inserat gebrauchte mannequins (Rootstein, Classy lady long legs)

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Foto oben: Meine neue „Julia“ gleich nach dem Kauf. Sie musste zuerst geputzt werden, damit sie für das Styling bereit war. Hier nun die neusten Fotos:

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Fiona Hamilton mit der Nr. M9, aus der Serie „Runway GEO“ von Adel Rootstein

Einer der ersten Beiträge in diesem Blog habe ich der wunderschönen Fiona Hamilton mit der Seriennummer M2 (Runway GEO) von Adel Rootstein gewidmet, weil sie eine der faszinierendsten Mannequins ist, das mir bisher begegnete.

Blog-Beitrag, Fiona Hamilton M2

Fiona Hamilton, Kathy Davies und GEO, sind die drei Laufsteg-Elfen, die in insgesamt 10 Posen die Serie „Runway GEO“ umfassen. Nun kam vor einiger Zeit eine M9 von einem Freund in meine Sammlung, eine aussergewöhnlich schöne Fiona, die er selbst mit viel Können und einem wunderbaren Gefühl für Ästhetik geschminkt hatte.

Sie stand nun eine Zeit lang ohne Styling herum, wartend auf meine Inspiration, welches Outfit und welche Perücke wohl am Besten zu ihr passen würde, um ihrem Wesen, das sie ausstrahlt, gerecht zu werden. Das ist nun das Ergebnis, mit dem ich sehr zufrieden bin.

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Die M9 im Originalkatalog ist sehr viel härter geschminkt….

Rootstein, Runway GEO Katalog, bei flickr (Connery)

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Kein Vergleich!

 

 

 

 

Adel Rootstein’s Kathy Davies, mit der Nummer M6 aus der Serie „Runway GEO“

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„…. you will be caught by that Runway Magic. (dt. „…Sie werden ergriffen sein von dieser Laufsteg Magie)“

So klingt ein Ausschnitt aus dem Werbetext von Adel Rootstein’s Serie von 1986 „Runway GEO“, in welcher drei Models mit den Namen Fiona Hamilton, Kathy Davies und GEO in Kunstharz verewigt wurden.

flickr, Runway GEO Katalog, Zsolt Poka

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flickr, Chase Connery, Runway GEO Katalog

Die wunderschöne Fiona Hamilton (Nr. M2) mit dem Grübchen am Kinn (untrügliches Erkennungsmerkmal von ihr) habe ich hier vor über einem Jahr einmal vorgestellt:

Beitrag im Blog über Fiona Hamilton M2

Auch eine GEO aus dieser Serie (Nr. M7) ist ein Bestandteil meiner Sammlung:

Beitrag im Blog über GEO Nr. M7

Der Sammler Danny Letton hat freundlicherweise die Liste auf „flickr“ veröffentlicht, in welcher die Seriennummern den Mannequinnamen gegenübergestellt sind. Thank you!

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flickr, Chase Connery, Liste von Danny Letton (Serie Runway GEO)

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Vor kurzem erwarb ich eine Kathy Davies M6 aus der Serie „Runway GEO“ von Rootstein, die noch restauriert werden muss (beide Ohren beschädigt).

Sie besitzt eine fantastische Haltung:

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Im Internet findet man nur sehr wenige Informationen über diese Vintage-Figur.

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Zur Zeit ist diese Schaufensterfigur in komplett überarbeiteter und restaurierter Form (sog. „Make-over“) in den USA für $ 700.- zu haben.

Kathy Davies M6, komplett restauriert bei „CultureVultureVintage“ in den USA

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Dianne de Witt, ein Topmodel der 80er-Jahre. In der Serie Lipstick & Compact von Adel Rootstein gibt es sie in vier Posen: LS5, LS8a, LS10 und LS11.

Wenn ich an Dianne de Witt denke, dann fallen mir zuerst die beiden Worte ein: „Pure glamour!“ Sie ist ein Star auf dem Laufsteg! Sie ist nicht nur schön, sondern verströmt eine besondere Aura, einen Glanz, der sie zu einer unvergleichlichen, eleganten Frau macht. Aus meiner Sicht spielt sie auf dem Laufsteg in einer eigenen Liga. Sie besitzt eine sagenhafte Ausstrahlung; und die Sammlerinnen und Sammler von Mannequins lieben diese lebensechten Figuren von Adel Rootstein. Es gibt sie in vier Posen, wobei sie einmal sitzt (LS10) und drei Mal steht (LS5, LS8a und LS11). Bei der Schaufensterfigur mit der Nummer LS8a nimmt sie die selbe Pose ein wie Alessandra Signorelli (LS8) und schaut seitlich, stolz über die linke Schulter.

Die Google-Suchmaschine verrät uns, dass nicht alle Autoren, die über Dianne schreiben und Fotos ins Internet stellen, ihren Namen richtig schreiben. So kommen die Varianten „Diane deWitt“ und „Dianne DeWitt“, sowie weitere vor. Richtig ist hingegen „Dianne de Witt“.

Ursprünglich hiess die Serie „Lipstick & Compact“, in welcher die Figuren von Dianne integriert waren. Diese wurde aber verkleinert und als Serienname aus dem Programm entfernt, wobei einzelne Mannequins in der neuen Serie „Classics“ eingebunden wurden, darunter sämtliche Dianne de Witt-Figuren mit den ursprünglichen Seriennummern. In dieser Serie sind auch Mannequins wie Jan Strimple (V1), Victoria (X10) und Kim Harris (X3), aus der ehemaligen Serie „Body Gossip“, sowie die liegende Sascha (H9) integriert.

Rootstein Serie „Classics“

Gisela Mindt z.B. ist nicht mehr dabei. Wer noch die alten Kataloge besitzt, oder weiss, wie man im Internet zu Informationen kommt, kann noch die Personennamen mit den Seriennummern in Verbindung bringen. In der neuen „Classics“-Serie fehlen die Namen.

Als ich vor einigen Jahren die ersten Fotos einer Schaufensterfigur mit tiefblauen Augen aus Glas auf dem Account von Ivan sah, war ich sprachlos. „Enchanting“ stand unter dem Bild; zauberhaft, tatsächlich (siehe Bild unten)!

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flickr Ivan, Dianne de Witt, „Enchanting“

Bei einem anderen Bild verrät der Sammler Ivan, der dieses Mannequin bei Dash-n-dazzle in den USA komplett restaurieren liess (sog. „Make over“), dass es sich um die Dianne de Witt handelt und ich nahm mir fest vor auch irgendwann eine Dianne zu Hause zu haben. Inzwischen habe ich die LS5 drei Mal, die LS8a doppelt und die LS10 ein Mal.

Beim Recherchieren, fand ich faszinierende Bilder von ihr im Internet, u.a. dieses (Bild unten) von ihr auf dem Cover der italienischen Modezeitschrift Harper’s Bazaar. Es ist unglaublich; dieser Blick zieht einem fast in Bann:

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Dianne de Witt. Cover bei Harper’s Bazaar

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Hinweis: Leider ist kein Link mehr auf dieses Foto verfügbar.

Video mit Dianne de Witt

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imgrum, „Elégance“ Paris, Cover, Dianne de Witt 1978

Gemäss Link handelt es sich hier auch um Dianne de Witt, die für Frances Denney ein halbes Jahr früher (Herbst 1977), ein für damalige Zeiten typisches Smokey Eyes Makeup trug.

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Link zum obigen Bild

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Dianne de Witt 1984 in der italienischen Modezeitschrift „Vogue“ auf einem Foto, das zu einem Artikel unter dem Titel „Oro-Mania“ (Goldrausch) aufgenommen wurde.

Dianne de Witt „Vogue“ 1984

 

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Dianne de Witt von Adel Rootstein mit der Seriennummer LS5 (oben), restauriert und mit Glasaugen versehen. Im Besitz von Ivan in Houston (USA).

flickr, Ivan, Dianne de Witt, Rootstein, LS5 mit Glasaugen

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Dianne de Witt in LS5-Pose im Rootstein-Katalog

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Die englische Firma „Mannequin Makeover“ hat diese Dianne de Witt (oben) komplett restauriert und ebenfalls Glasaugen eingearbeitet. Im Vergleich sieht man deutlich, dass die graublaue Farbe möglichst naturgetreu derer der echten Dianne de Witt angepasst wurde. Gewählt wurde ein „smokey eyes“-Makeup

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Auch mit einer schwarzen Perücke sieht sie toll aus! Bei einer Restaurierung wird aber nicht nur das Makeup erneuert, sondern es werden auch die Fuss- und Fingernägel gestrichen und die Brustwarzen bemalt, damit die ganze Figur möglichst echt aussieht.

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Mannequin Makeovers, Adel Rootstein, Dianne de Witt, LS5 mit Glasaugen

Dieser Link ist nicht mehr verfügbar / This link is not anymore valid

Die Webseite von Mannequin-Makeover wird bald wieder aufgeschaltet / The Website of mannequin-makeover will be running soon.

Mannequin-Makeover Webseite

You Tube: Dianne de Witt

 

 

 

 

 

 

„Victoria“ von Adel Rootstein aus der Serie „Body Gossip“ mit der Nummer X10

Victoria ist eine der sechs Frauen, die bei Adel Rootstein für die Serie „Body Gossip“ Modell gestanden sind. Die Serie umfasst insgesamt 12 Figuren. Unter folgendem Link können die Informationen zur gesamten Gruppe angesehen werden, sowie die Katalogseiten, mit den Bildern aus der Epoche Ende 70er-, anfangs 80er-Jahre.

Rootstein-Katalog „Body Gossip“ und Sam Curtis X12

Auf der letzten Katalogseite werden zur dieser Kollektion einige Erklärungen abgegeben. Hier ein Auszug: es sei „eine Kollektion, dessen Körpersprache durch…. schlanke, sinnliche Formen, selbstsicher, selbstbewusst, bestimmt und körperbetont ist.“

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Adel Rootstein Mannequin, Victoria X10

flickr, Philip Porter, Victoria „Body Gossip“ X10

Eine Rassefrau, die Victoria – so sieht sie die Sammlerin Jeanette – : selbstbewusst, sexy, fast etwas herrisch, dominant, durch ihren Blick und mit ihrer gesamten Austrahlung:

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Ziemlich selbstbewusst steht die Victoria mit ihrem sexy Outfit da. Die Kameraperspektive von unten verstärkt diesen Eindruck noch sehr (Rootstein, „Body Gossip“-Serie X10)

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Bestimmtes Auftreten! Cool, mit den dunklen Lippen (vermutl. die zweite Figur von Jeanette mit anderem Make-Up) sieht sie noch ein wenig distanzierter, herrischer aus, die Victoria X 10 von Rootstein.

Bei einem weiteren Sammler wurde Victoria dann schon mit Lack und Leder, sowie mit Fesseln und Ketten gestylt, was ihre unterkühlte Ausstrahlung noch unterstreicht:

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Bei einem Sammler ist Victoria in Ketten gelegt….

Puppe schau ein Fenster _ Rootstein (bis zum 3. Mannequin scrollen)

Meine Victoria X10 (Bild unten) habe ich mit nur sehr spärlichem Licht gemacht. Damit wollte ich den eher harten Linien im Gesicht und im gesamten Oberkörperbereich etwas mehr Weichheit verleihen. Nun wirkt sie eher gedankenversunken, sinnlich, erotisch, behält aber dennoch das Dominante in ihrem Ausdruck und besitzt das Charisma einer stolzen, griechischen Göttin, einer Skulptur ähnlich….

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Mit meiner Lichtführung versuche ich etwas Weichheit in die eher harten Gesichtszüge und Konturen von Victoria (X 10) zu bekommen. Sie wirkt so eher wie eine Skulptur.

Bei Gelegenheit gibt es hier noch mehr Fotos von Victoria von mir….

 

 

Das Model Alison Fitzpatrick aus der Mannequinserie „Barbelle“ von Adel Rootstein mit der Nr. BB09

„I love Alison’s pouty face :)“ kommentierte ein Sammlerkollege das auf flickr gepostete Bild der Alison Fitzpatrick von Adel Rootstein mit der Nummer BB09. Ob man nun die besondere Mimik von ihr als „Schmollgesicht“ interpretieren darf, sei dahingestellt. Die halb gesenkten Augenlider, sowie der etwas strenge Zug in beiden Mundwinkeln und das seitlich blickende, erhobene Haupt assoziieren bei mir eher die Begriffe „Stolz und Selbstbewusstsein“, was natürlich auch als arrogant und abweisend angesehen werden kann. So schickt der selbe Sammlerkollege noch einen ergänzenden Kommentar hinzu, in dem er schreibt, sie sehe „snooty“ (dt. „hochnäsig“) aus.

flickr, Danny Letton, Alison BB09; siehe Kommentare von Tim

Als ich dieses Mannequin das erste Mal sah, dachte ich im ersten Augenblick schon auch daran, sie könnte mir zu arrogant wirken. Dann aber entdeckte ich eine Interpretation von Hasan (SanVision), bei der er die Alison BB09 als spanische Flamencotänzerin stylte und es ihm so gelang, aus ihrer würdevollen Haltung, die unbeschreibliche Anmut aus ihr herauszuschälen. Die Bewegungen dieses Tanzes wirken manieriert. Aber dieser lebt von der darin dargestellten Leidenschaft, vom Pathos, von einer gewissen Theatralik, die in der Gestik und Mimik Ausdruck findet.

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Rootstein – Webseite, Hall of Fame, Alison Fitzpatrick

Auf der Webseite von Adel Rootstein, finden man einen Link unter dem Titel „Hall of Fame“, mit diversen Bildern zu den berühmten Models, die Rootstein als Mannequins anfertigte (im Untermenü auf der Webseite etwas nach unten scrollen). Dort sind auch die echte Alison Fitzpatrick und die Schaufensterfigur BB09 als ihr Double zusammen abgebildet, wobei Erstere (links) verschmitzt lächelnd sich über ihr Kunstharz-Pendent ein wenig lustig zu machen scheint, so als wollte sie sagen: „Schaut her, ich bin nicht so ernst und ‚hochnäsig‘ wie meine Doppelgängerin“. 

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„Shaping the 90’s“ heisst das Motto zu dieser Serie mit dem Titel „Barbelles“, die anfangs der 90er-Jahre von Rootstein herausgebracht wurde und in welcher der Zeitgeist gegen das Ende des zweiten Jahrtausends nach Christus vermittelt werden sollte. Die im letzten Jahrzehnt vor dem dritten Jahrtausends sich ausbreitende Emanzipation der Frauen, in dessen Zusammenhang u.a. auch eine Unabhängigkeitserklärung einher ging, worin die Befreiung aus gewissen gesellschaftlichen Zwängen und konventionellen Vorstellungen verstanden wurde, war prägend für diese Zeit. Was sich bereits einige Jahrzehnte zuvor entwickelte, stand nun in voller Blüte und der Blick der BB09-Figur scheint zu sagen: „Ich bin unabhängig und glücklich, auch ohne Mann.“ Aber die links von ihr stehende, echte Alison lächelt diesen falschen Eindruck freundlich und selbstbewusst weg… (Bild oben).  Die BB09 ist ebi Rootstein immer noch erhältlich:

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Adel Rootstein (Webseite), Alison Fitzpatrick, Serie Barbelles, BB09

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Alison Fitzpatrick wurde 1991 eine besondere Ehre zuteil: nur berühmten und speziell ausgewählten Fotomodellen ist es vorbehalten für den ehrenwerten „Pirelli-Kalender“ vor der Kamera zu stehen. Sie schaffte es gleich als „Marianne“ auf das Frontblatt (Bild unten), mit französischer Tricolore und Gewehr in den Händen, jene Kämpferin auf dem berühmten Bild von Eugene Delacroix (1830) verkörpernd.

https://www.tutti.ch/de/vi/zuerich/sammeln/pirelli-kalender/18253470

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„Die Freiheit führt das Volk“ heisst der Titel des Gemäldes, das im Louvres Museum in Paris hängt und ein Sinnbild für die Revolution von 1798 und dessen Wiederherstellung 1830 ist.

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Wikipedia: Bild „Die Freiheit führt das Volk“ (1830), Eugene Delacroix

Das Kleid ist im Bereich des Oberkörpers zerrissen, wonach der blanke Busen sichtbar wird. Marianne hebt die Fahne und scheint den Mitstreitern und Kämpfer hinter ihr ein Signal zum Angriff zu geben. Schon als kleiner Junge, als wir im Geschichtsunterricht die französische Revolution behandelten, war mir ein Rätsel, weshalb diese anmutige Frau oben ohne abgebildet ist. Ist beim Heben des Armes das Kleid zerrissen? Wir wissen es nicht; es bleiben nur Vermutungen, Lösungen des Rätsels, die im metaphorischen Sinn eher verständlich werden. Befreiung, Entschlossenheit – Freiheit. So wird vermutet, dass der Maler Delacroix von einem Gedicht zu dieser Figur inspiriert wurde, in dem die Freiheit als „ein kraftvoll Weib mit mächtigen Brüsten,/ mit rauer Stimme und derben Reizen“ bezeichnet wird (siehe Wikipedia).

Mir scheint die Nähe zur mythischen Gestalt der griechischen Amazone, die auf antiken Vasen auch oben ohne abgebildet wurde, plausibler. Dahin geht meine Vermutung, weil oft starke Frauen und Kriegerinnen erotisch dargestellt werden.

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„Nicht nur die Schönheit der Frau, sondern auch ihre heroischen Eigenschaften und ihren Mut sollte der Pirelli-Kalender des Jahrgangs 1991 abbilden. Für weibliche Helden halten die Geschichtsbücher genügend Beispiele parat.“

Artikel in „Auto Motor & Sport“, 06.11.2009, zum Thema „Frauenhelden der Geschichte“ im Pirelli Kalender 1991

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Alison von Adel Rootstein, die BB09, besitzt doch genau diesen kraftvollen Ausdruck in ihrer Mimik und in ihrer Haltung. Sie verkörpert Unerschütterlichkeit, Standhaftigkeit, Entschlossenheit und heldenhaften Mut, gepaart mit weiblicher Anmut, Schönheit und zurückhaltender Erotik. Sie ist meiner Meinung nach eines der schönsten Mannequins, die es gibt. Diese BB09 im Bild oben und unten wurde von Hasan (SanVision) aufwändig restauriert und neu koloriert. Ganz toll gemacht!

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Nun gibt es von der Alison Fitzpatrick und Adel Rootstein’s BB09 eine Sonderanfertigung, die in einem aussergewöhnlichen Make-over, inkl. einer Brustvergrösserung,  von einem Freund hergestellt wurde. Hier steht sie noch beim Vorbesitzer….

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….. und hier steht sie umgestylt bei mir zuhause, neben meiner Hindsgaul Deauville. Dies soviel zum Thema „Pamela Anderson, Baywatch & Co.“. Sie ist unbeschreiblich schön und toll gemacht.

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Letztes Bild: Äusserst reizvolle Interpretation eines Sammlerkollegen…..

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….. Neben der Rootstein-Figur BB09 (Alison Fitzpatrick) steht links die BB11 (Roxanne). Beide sind in einem viktorianischen Stil eingekleidet worden. Er nennt sie „Victorian Queens“.

flickr, „Dolls village“, BB09 und BB11

 

 

Nachruf zum Tod von Ralf Bischoff

Eine der schillerndsten Persönlichkeit unter den Sammlern von Schaufensterfiguren ist am 31. Mai 2018 von uns gegangen. Die Nachricht hat mich erschüttert, nachdem ich sie gestern von einer Kollegin erfuhr. Es war nicht ungewöhnlich, dass wir über Tage, oder einige Wochen lang keinen Kontakt hatten, während es wiederum Phasen gab, wo wir uns praktisch täglich Bilder schickten und Informationen austauschten. Ralf wusste viel über Mannequins und arbeitete früher rd. 10 Jahre lang für einen der Marktführer in der Branche, für Adel Rootstein. Er war ein Perfektionist; in diesem Punkt waren wir uns in gewisser Weise ähnlich und er stylte seine Schaufensterfiguren sehr aufwändig. Wenn ich in unseren Gesprächen den Begriff „Schaufensterpuppe“ verwendete, zischte er „das sind keine Puppen… Das sind Mannequins!“, wobei er das „..uins..“ deutlich hervorhob. Als er bemerkte, dass ich ihn ab und an mit dem Begriff etwas necken wollte, gab er es auf mich zu korrigieren. Für ihn gab es einerseits die Laien und andererseits die Profis; und es störte ihn manchmal, dass ich als professioneller Sammler wie ein Laie den Begriff „Puppe“ verwendete. Natürlich gehört eine distinguierte Ausdrucksweise in die Branche der Schönen und Reichen, wo die bestbezahltesten Modells Gazellen gleich herumlaufen; und selbstverständlich wären diese Damen, welche von Rootstein kopiert und aufwändig in Kunstharz gegossen wurden, nicht sehr erfreut nur als „Doll“ (= Puppe) bezeichnet zu werden. Aber in der Schweiz hat sich der Begriff „Mannequin“ für Schaufensterpuppen noch nicht so herumgesprochen. Diese Geschichte hier verdeutlicht einen Charakterzug von Ralf, der ein deutliches Wesensmerkmal von ihm war. Je mehr man sein Vertrauen gewinnen konnte und je besser man ihn kennenlernen durfte, desto eher zeigte er auch langsam seine verwundbarste Seite. Korrektheit war ihm sehr wichtig. Zudem besass er einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Manchmal lauschte ich seinen Anekdoten, die er aus der Zeit bei Adel Rootstein zu erzählen wusste, wonach ich ihm vorschlug, er möge doch diese alle aufschreiben, um sie später in meinem Mannequin-Blog zu publizieren. Nun, nachdem er gestorben ist, mache ich mir ein wenig Vorwürfe, nicht mehr darauf gedrängt zu haben, denn die Geschichten waren spannend, manchmal sehr amüsant und allgemein unterhaltsam. Unlängst erklärte er mir am Telefon, anlässlich des Besuchs von Dianne Brill in Zürich diesen Frühling, wie er in den Besitz seiner Figur von Dianne Brill gekommen war. Leider kann ich diese tolle Geschichte nicht in der selben Authentizität und Frische wiedergeben, wie er es vermochte. Als er als junger Mann bei Adel Rootstein arbeitete, war er natürlich auch immer an den diversen Präsentationen von Neuheiten eingeladen. So war er auch an einer Veranstaltung anlässlich der Markteinführung der Schaufensterfigur von Dianne Brill, an welcher sie persönlich anwesend war. Sie stand wie ein Hollywood-Star im Mittelpunkt der Party und für viele war es schon ein Erfolg, ein Autogramm bekommen zu haben. Nachdem Ralf die begehrte Unterschrift erhalten hatte, schien sich diese umschwärmte Dame für den jungen Angestellten von Rootstein zu interessieren, von seinem Charme so angetan, dass sie am Ende ihm ein Mannequin von ihr schenkte (ich weiss aber nicht mehr, ob sie diese auch signierte), welche dann zu jenen Figuren verständlicherweise in seiner Sammlung avancierte, die er niemals und für kein Geld der Welt hergegeben hätte. Da gibt es auch diese Geschichte, wonach ein Designer mit dem möglichst realitätsnahen Szenario einer Pool-Situation beauftragt wurde. Dieser nahm dies so wörtlich und liess einen echten Swimming-Pool mit Wasser im Ausstellungsraum bauen, dass er das Budget um ein Mehrfaches überschritt, wonach er gefeuert wurde. Als Ralf mir erzählte, er sei in London bei einem Event einmal Rachel, der echten, 178 cm grossen, jungen Frau in Begleitung ihrer Mutter begegnet, machte er mich schon ein wenig neidisch….. (siehe meinen Beitrag zur Rachel im Blog).

Nun hat der Wind seine Worte, seine Erzählungen hinweg getragen und uns bleiben die Erinnerungen an einen hilfsbereiten Menschen, der (wenn man es brauchte) auch mal ein offenes Ohr und Verständnis für ein persönliches Anliegen hatte. In diesem Sinne wünsche ich ihm den verdienten Frieden und seinen Angehörigen viel Kraft den Verlust eines geliebten Menschen zu überwinden.

In aufrichtiger Anteilnahme

Todesanzeige von Ralf Bischoff

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Ralf schickte mir am 20.05.2018 dieses Bild mit der Zypressenallée im Hintergrund und mit drei seiner Mannequins…… alle in Schwarz gekleidet… Eine Blonde, eine Rothaarige und die Angie in einer schwarzen Kurzhaarfrisur…

Jan Strimple, ein Supermodell der 80er-Jahre: Adel Rootsteins Mannequin „Classics No. V1“

 

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Als Cleopatra eingekleidet, wurde das amerikanische Supermodell der 80er- und 90er-Jahre Jan Strimple von vier muskulösen Männern auf einer Sänfte über den Catwalk getragen. Stolz und gebieterisch trägt sie die Krone, wie einst die altägyptische Königin, welche als Geliebte Cäsars der wohl berühmteste, weibliche Pharao der Welt bleibt.

Oh so Cynthia, 06.01.14, Artikel über Jan Strimple

Das 1,80 Meter grosse Modell stand bereits mit 13 Jahren das erste Mal vor der Kamera. Die Online-Zeitschrift OSC schreibt, wenn sie einen Raum betrete, dann ziehe sie die ganze Aufmerksamkeit auf sich, stehle allen die Show: „A catwalking encyclopedia of fashion knowledge and, by simply entering the room, a divine scene-stealer.“ Ob man für sie einen Kosenamen („Nickname“) habe, fragte der Journalist weiter. Sie antwortete: „Sarah Blacketer von der Kim Dawson Agentur nannte mich ‚The Walk Whisperer‘.“ Es gibt offenbar nicht nur einen „Pferde-Flüsterer“.

„Die Kronjuwelen von Dallas“ wird Jan Strimple auch genannt und Modellagent Kim Dawson sagte in einem Interview, sie sei das professionellste Model, das er kenne.

Blog: Alan Mercer’s Profile – Jan Strimple

Alan Mercer stellt in seinem Interview mit Jan Strimple fest: „Nach Ihrem Abbild wurde auch ein Mannequin angefertigt.“ Sie antwortete: „Yes, that is one of my biggest honors from the Rootstein Company out of London. That was truly amazing. I have the original bust that the sculpter, John Taylor made.“

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Der Bildhauer von Adel Rootstein, John Taylor, nimmt Mass an Jan Strimple, um von ihr drei Schaufensterpuppen anzufertigen. Sie wurden in die Serie „For Places and Spaces“ integriert und bekamen die Seriennummern V1 – V3. Inzwischen ist nur noch die V1 im aktuellen Rootstein-Katalog aufgeführt, neu auch in einer zusammengefassten Serie mit dem Titel „Classics“ und ohne Jan’s Namen.

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Rootstein, Jan Strimple

Adel Rootstein Webseite, Classics V1, Jan Strimple

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Das Mannequin V3 (Bild oben) finde ich vom Sammler Danny Letton sehr schön gestylt und interpretiert. Die auf dem Rücken liegende Jan Strimple (V2) bekam vom Sammler James in England ein spezielles Outfit (Bild unten).

Flickr, Danny Letton, Mannequin Jan Strimple, Adel Rootstein V3

Flickr, James, Mannequin Jan Strimple, Adel Rootstein V2

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Jan Strimple, auf dem Bauch liegend (V1) im Adel Rootstein Showroom in Ney York (Bild oben).

Flickr, Diane Worland, Mannequin Jan Strimple, Rootstein V1

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Meine Jan Strimple V1 kaufte ich wie oben abgebildet. Leider fand der Verkäufer die Arme nicht mehr. Wer also ein Paar Arme für sie hat, kann sich bei mir melden. I am looking forward to get some arms for my mannequin Jan Strimple V1.

Vor 28 Jahren, am 30.05.1990, titelte die berühmte Zeitung „Chicogo Tribune“ in einem Artikel über Rootstein-Schaufensterfiguren: „How To Own The Supermodel Of Your Choice For Only $845“ (Wie kommen Sie in den Besitz des Supermodels Ihrer Wahl).

Artikel in Chicago Tribune vom 30.06.1990

Der Autor Michael Kilian schwärmt von den Adel Rootstein-Mannequins: “ I`m talking about the finest mannequins in the world.“ Er ist aber vor allem von Jan Strimple sehr begeistert; welche der drei Figuren ihn so faszinierte verrät er nicht. Vielleicht alle drei. Jan sei (Zitat) „Der Rolls Royce unter den Mannequins“ schreibt er voller Bewunderung. Sie wurde 1986 erstmals produziert.

Hier möchte ich nun noch ein paar eindrückliche und schöne Bilder der echten Jan Strimple zeigen:

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Haute Couture von Pierre Cardin, getragen von Jan Strimple (Foto oben)

VOGUE (Bild oben)

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Pinterest

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Bei der oben abgebildeten Schaufensterpuppe ist nun das Gesicht völlig anders gestaltet. Die Haltung mit den aufgestützten Armen und den gekreuzten Beinen ist mit jener der V1 identisch. Sogar die Grübchen beidseits der Wirbelsäule, oberhalb des Gesässes sind vorhanden, was bei Mannequins sehr selten ist. Es ist eine moderne, asiatische Kopie der Rootstein Figur Classic V1, Jan Strimple, mit einem anderen Gesichtsausdruck. Sie heisst Lala 8 und der Verkäufer „Mannequin Madness“ in den USA wirbt mit dem Hinweis, dass sie für den Strand am Meer, oder für alle anderen Arten von Spass bereit sei. „LaLa 8 is ready for the beach or any other type of fun, casual activity.“

lala-8-mannequin-madness-01-e1521920827720.jpg Wollen wir doch hoffen; haben doch Sammler in der Regel keine einzige „langweilige“ Schaufensterfigur…., die tagelang nur tatenlos herumliegt und nicht einmal ein Buch liest….;-) Die rothaarige Perücke gefällt mir gut an ihr….

Mannequin Madness, LaLa8 (NoName Produkt)

 

 

 

 

 

 

Adel Rootstein, Serie Runway GEO Fiona Hamilton M2

 

Fiona Hamilton 03 (Massimo)
Fiona Hamilton Rootstein-Mannequin. Foto: Massimo (siehe Link)

Als ich vor längerer Zeit dieses monochrome Bild (oben) von einem der faszinierendsten Mannequins, die es gibt, im Internet gesehen habe, war ich völlig sprachlos. Einerseits ist der vom Fotografen umgesetzte, leichte Chamois-Farbton perfekt, um den Vintage Look zu implizieren. Er umfängt die Fotografie mit dem Hauch des Verborgenen, welche die Vergangenheit naturgemäss in sich birgt und verleiht dem Gesichtsausdruck dieser in sich vergessen scheinenden, älteren Schaufensterpuppe mit dem verträumten Blick, eine geheimnisvolle Kraft. Diese ungekämmte Kurzhaar-Perücke, wild, ungebändigt, entfacht in mir das Gefühl, länger mit den Augen auf dem Bild ruhen zu wollen. Das Hemdchen, das sie trägt, ist schlicht und einfach. Nichts lenkt mich von diesen Augen ab, welche von Sehnsucht erfüllt wirken. Geborgenheit, Liebe, Freiheit, ich ertappe mich dabei, dass ich dieses Bild nicht konsumiere, sondern es erzeugt Emotionen. Grazie, Massimo!

flickr, Massimo, Rootstein, Runway GEO, Fiona Hamilton M2, s/w-Bild im Chamois-Farbton

Diese grossen fragenden Augen, dieser Gesichtsausdruck: dies prägte sich tief in mein Gedächtnis ein, sowie das Grübchen am Kinn, welches meines Wissens nur bei diesem Mannequin von Adel Rootstein zu sehen ist. Ihre Haltung, in welcher sie die Schultern etwas nach vorne gedrückt hält, ist speziell und einprägsam (s. Bild unten, Mitte M2).

Rootstein Runway Geo_03
Erste Seite des Katalogs von Adel Rootstein’s Serie „runway GEO“, von M1-M3

Es ist die Fiona Hamilton mit der Nummer M2, aus der Serie „Runway GEO“ von Adel Rootstein; und ich setzte sie auf meine Wunschliste.

Katalogseite von Adel Rootstein, Runway GEO, M1-M3 bei flickr (Chase Connery)

Kürzlich schaute ich ins Internet und sah dieses Bild (unten), mit dem schlichten Text im Inserat: „Schaufensterpuppen“.

Bild 01
Ganz links „meine“ Jung-Figur, in der Mitte die Fiona mit falschem, rechten Arm und rechts eine Figur mit Fiona’s Arm….

„Ach Hallo!?!“ dachte ich. „Da steht doch links meine Jung-Schaufensterfigur, die ich vor einem Jahr verkaufte.“ Das Mannequin in der Mitte mit dem grünen Kleid ist kaum zu erkennen. Ich habe sie vorgestern gekauft. Es ist eine Fiona Hamilton M2 aus der Serie Runway GEO, einfach mit dem falschen, rechten Arm! Die Figur rechts ist bereits verkauft! Die Verkäuferin hat – typisch für Laien – ziemlich sicher die Arme vertauscht. Die Figur rechts hat nach meiner Einschätzung den rechten Arm, mit falsch montierter Hand (180° Grad verkehrt herum) von Fiona; und ich vermutlich den Arm jener Figur.

Ich habe von Fiona, die unüblich, aber vorteilhaft für Fotos, von ihr aus gesehen nach links, statt nach rechts in Richtung Schulter schaut (siehe Katalog) ein paar erste Bilder gemacht, bis ich vielleicht doch noch in den Besitz des Originalarms komme.

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Meine Fiona habe ich zuerst mit einem reich verzierten, sehr schönen Eye-Catcher-BH in der Grösse 75A ausgestattet und im Kontrast mit einer schwarzen Satinbluse der Marke „tout feu tous femme“ ergänzt. Lange Haare, entsprechend der braunen Augenfarbe, mit den hellen Strähnen, unterstützen den sehr femininen Look und lassen die Hautfarbe in einem helleren Teint erscheinen. Fiona wirkt scheu, etwas zerbrechlich. Ihr Blick ist wie bei der Schaufensterpuppe von Massimo verträumt, fast sehnsüchtig. Eine tolle Figur.

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Fiona als „Piratenbraut“. Sie blickt verträumt…. vermutlich von einer fernen Schatzinsel !?

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Hier trägt Fiona ein sehr schönes, weinrotes Satinkleid – ich habe es mir beinahe gedacht – in der Grösse XS! Passend dazu die strohblonde Perücke.

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Das festliche Satinkleid, das ich in einem Brockenhaus fand, ist raffiniert geschnitten und wird oben von einem Neckholder fixiert.

 

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Ein Grübchen am Kinn, sowie etwas eingefallene Schultern und schmalbrüstig (75A): das sind die typischen Erkennungszeichen von Fiona als M2-Mannequin bei Adel Rootstein.

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Die dunklen Haare passen auch sehr gut zum edlen Kleid. Hier sind sie aber über die linke Schulter drapiert.

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Ohne Neckholder fällt der obere Teil, der wie ein Latz designt ist, herunter. Oouups..!